Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR): Österreichergebnisse 2019

Laut den Ergebnissen der zweiten Vorschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR), welche von STATISTIK AUSTRIA zu Jahresbeginn 2020 erstellt wurde, erhöhte sich das reale landwirtschaftliche Einkommen (gemessen als preisbereinigtes Faktoreinkommen je Arbeitskraft) im Jahr 2019 um 2,2%, nach einem Rückgang um 4,3% im Jahr zuvor. Der ermittelte Einkommenszuwachs je Arbeitskraft resultierte aus einer Zunahme des im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich insgesamt erwirtschafteten Faktoreinkommens (nominell: +2,7%, real: +0,8%) in Verbindung mit dem fortgesetzten Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-1,3%). Ein wesentlicher Faktor für die Einkommensentwicklung im Jahr 2019 war der kräftige Anstieg der Erlöse in der Schweineproduktion. Während im Ackerbau die Erntemengen höher als 2018 ausfielen, verzeichnete der Obstbau nach den Rekordergebnissen des Vorjahres Einbußen. Die öffentlichen Gelder waren etwas niedriger als für 2018, und die Produktionskosten nahmen weiter zu.

Der Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft erhöhte sich 2019 um 2,5% auf rund 7,6 Mrd. Euro, mit wertmäßigen Zuwächsen sowohl in der tierischen als auch in der pflanzlichen Erzeugung (+2,8% bzw. +1,8%). Der Anstieg des tierischen Produktionswerts resultierte vor allem aus dem kräftigen (preisbedingten) Zuwachs des Werts der Schweineproduktion. Im Vorjahresvergleich stabil blieb demgegenüber der Produktionswert von Milch; und der Produktionswert von Rindern war rückläufig. Der leichte Zuwachs des pflanzlichen Produktionswerts im Jahr 2019 war vor allem die Folge gestiegener Produktionswerte von Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Ölsaaten und Ölfrüchten bzw. Futterpflanzen. Wertmäßige Einbußen gab es speziell im Obst- und Weinbau.

Die Aufwendungen der heimischen Landwirtschaft für Vorleistungen betrugen 2019 laut ersten Schätzungen rund 4,3 Mrd. Euro (+1,3%). Euro. Die Vorleistungspreise erhöhten sich dabei im Mittel um 0,9%, was u.a. auf kräftige Preissteigerungen bei den Düngemitteln zurückzuführen war. Die Abschreibungen für das Anlagevermögen machten rund 1,8 Mrd. Euro aus (+2,4%).

Die für die Ermittlung des landwirtschaftlichen Einkommens zu berücksichtigenden öffentlichen Gelder (laut LGR-Terminologie "Gütersubventionen" und "sonstige Subventionen") beliefen sich für 2019 auf rd. 1,5 Mrd. Euro, mit einem Rückgang um 1,3% im Vorjahresvergleich. Letzterer war vor allem durch den Wegfall der für 2018 gewährten Dürrehilfen bedingt.

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019“ (PDF, 636 KB).

Methodische Hinweise zur LGR

Die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) wird gemäß der derzeit gültigen Methodik für die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung in der Europäischen Union erstellt, welche in der Verordnung (EG) Nr. 138/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates idgF festgelegt ist. Letztere verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten auch zur Erstellung von Vorschätzungen am Ende eines Berichtsjahres bzw. zu Beginn des Folgejahres.

Der gegenständlichen zweiten Vorschätzung für 2019 liegt die mit Jänner 2020 verfügbare Datenbasis zugrunde. Da zu diesem Zeitpunkt die Ausgangsdaten der LGR erst teilweise vorlagen, mussten die vorhandenen Daten durch Fortschreibungen und Schätzungen ergänzt und vervollständigt werden.

Semi-definitive LGR-Daten für 2019 liegen im Juli 2020, definitive Ergebnisse im Juli 2021 vor. Da laufend aktuell verfügbare Ausgangsdaten in das Berechnungs-system eingearbeitet werden bzw. infolge von methodischen Weiterentwicklungen, können jedoch auch bereits fertiggestellte Berichtsjahre Revisionen unterworfen sein.

Weitere methodische Informationen sind auch in der entsprechenden Standarddokumentation verfügbar.

Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (Regionale LGR): Bundesländerergebnisse 2018

Vom Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft stammen rd. drei Viertel aus den drei Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark. 2018 trug Niederösterreich 32%, Oberösterreich 23% und die Steiermark 19% zum heimischen Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs bei. 7% entfielen auf das Burgenland, 6% auf Kärnten und je 5% auf Tirol und Salzburg. Die Anteile Vorarlbergs und Wiens beliefen sich auf 2% bzw. 1%.

Die regionalen Schwerpunkte in der landwirtschaftlichen Erzeugung spiegeln sich in der unterschiedlichen Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswerts in den einzelnen Bundesländern wider. Während im Burgenland, in Niederösterreich und Wien mehr als die Hälfte des Produktionswerts auf die pflanzliche Erzeugung entfällt, überwiegt in den anderen Bundesländern die tierische Erzeugung. Den nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten kommt vor allem in Vorarlberg, Salzburg, Tirol und Kärnten eine überdurchschnittliche Bedeutung zu.

Die unterschiedlichen Produktionsschwerpunkte sind - neben weiteren Einflussfaktoren wie z.B. den verschiedenen Witterungsverläufen - die wesentlichsten Ursachen für regionale Divergenzen in der Entwicklung von Produktionswert und Wertschöpfung im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich. 2018 stieg der landwirtschaftliche Gesamtproduktionswert in sechs Bundesländern (Steiermark: +5,8%, Wien: +5,6%, Tirol: +4,2%, Niederösterreich: +2,9%, Salzburg: +2,7%, Vorarlberg: +1,6%). Das Burgenland wies eine vergleichsweise stabile Entwicklung auf (-0,3%), und in Oberösterreich (-4,3%) und Kärnten (-2,8%) waren Rückgänge zu verzeichnen.

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen fiel in Niederösterreich, der Steiermark, Vorarlberg und Wien höher als 2017 aus, während sie in den übrigen fünf Bundesländern sank.

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2018“ (PDF, 2 MB).

Methodische Hinweise zur Regionalen LGR

In Ergänzung zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für Österreich, welche die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft auf nationaler Ebene abbildet, stellt die regionale LGR Daten über die ökonomische Lage in der Landwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt regionale Disparitäten auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft.

Die Ergebnisse der regionalen LGR für ein bestimmtes Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht. Bei den gegenständlichen Daten für 2018 handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen LGR vom Juli 2019 konsistent sind.

Da die regionalen Daten im Unterschied zur nationalen LGR nicht mehrmals jährlich aktualisiert werden, kann es gegebenenfalls zu Abweichungen gegenüber den aktuellen LGR-Ergebnissen auf Bundesebene kommen.

LGR: Ergebnisse im Überblick
LGR: Produktionskonto
LGR: Einkommensentstehungskonto
LGR: Unternehmensgewinnkonto
LGR: Vermögensbildungskonto
LGR: Landwirtschaftlicher Arbeitseinsatz
Regionale LGR: Zusammensetzung des Produktionswerts des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2018
Regionale LGR: Ergebnisse im Überblick
Regionale LGR: Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft nach Bundesländern im Jahr 2018

Zusammensetzung des Produktionswerts des  landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs im Jahr 2019
Entwicklung des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens und Arbeitseinsatzes 2000 bis 2019
Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs 2000 bis 2019
Regionale LGR: Anteile der Bundesländer am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2018
Infografik Landwirtschaftliche Gesamtrechnung 2019


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Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019: 2. Vorschätzung

Erscheinungsdatum: 02/2020

 
 

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Landwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2018

Erscheinungsdatum: 10/2019

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2018

Erscheinungsdatum: 10/2019

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2017

Erscheinungsdatum: 09/2018

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2016

Erscheinungsdatum: 10/2017

 
 

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