Arbeitslose (nationale Definition)

Im Jahresdurchschnitt 2019 waren laut AMS rund 301.300 Personen als arbeitslos registriert (ohne Schulungsteilnehmende), 166.600 Männer und 134.700 Frauen. Die Arbeitslosenquote betrug 7,4%, bei Frauen 7,1%, bei Männern 7,6%. Die Arbeitslosenquote der nicht-österreichischen Staatsangehörigen lag mit 10,8% deutlich über dem Durchschnitt.

Ein Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den letzten 20 Jahren zeigt mehrere Abschnitte. Einem recht kräftigen Anstieg von 1995 auf 1996 von 215.700 Arbeitslosen auf 230.500, folgten noch zwei Jahre mit einem geringen Zuwachs. Von 1999 bis 2001 erholte sich der Arbeitsmarkt. Im Jahr 2000 wurde mit 194.300 die geringste Arbeitslosenzahl der letzten zwei Jahrzehnte ausgewiesen. Von 2001 auf 2002 gab es einen Sprung hinauf um rund 29.000 auf 232.400 Arbeitslose. Der Anstieg setzte sich bis 2005 flacher fort und ergab 252.700 Arbeitslose im Jahr 2005. Drei Jahre in Folge, von 2006 bis 2008, gab es einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Geprägt von der schlechteren Wirtschaftslage stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2009 stark an und erreichte einen vorläufigen Höchstwert mit 260.300 Arbeitslosen. 2010 und 2011 zeigte sich eine leichte Erholung, ihre Zahl ging auf 246.700 zurück. Danach folgten neuerlich kräftige Anstiege bis 2016 auf 357.300 Arbeitslose. Im Jahr 2017 entspannte sich die Lage am Arbeitsmarkt erstmals wieder, die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 17.300. Von 2017 auf 2018 nahm die Arbeitslosenzahl um 27.900 Personen ab. Der Trend sinkender Arbeitslosenzahlen setzte sich, wenngleich in geringerem Umfang, auch im Jahresvergleich 2018 2019 mit einer Reduktion von 10.800 weiter fort. Die gesamte Zeitspanne betrachtet, zeigte sich bei Frauen und Männern ein ähnlicher Verlauf.

Die Arbeitslosenquote entwickelte sich analog zu den Arbeitslosenzahlen. Die niedrigste Quote lag bei 5,8% und wurde, wie auch der Tiefstwert bei der Arbeitslosenzahl, im Jahr 2000 erreicht. Hohe Quoten wurden in den Jahren 1996 bis 1998 (7,0 bis 7,2%) und 2002 bis 2005 verzeichnet (6,9 bis 7,3%). Von 2006 bis 2008 war die Quote rückläufig (6,8 bis 5,9%). Im Krisenjahr 2009 hingegen stieg die Arbeitslosenquote deutlich an und betrug 7,2%, ging 2010 (6,9%) und 2011 (6,7%) wieder zurück und kletterte von 2012 bis 2016 kontinuierlich auf 9,1% an. Im Jahr 2017 und 2018 verringerte sich die Arbeitslosenquote um 0,6 bzw. 0,8 Prozentpunkte. Im Jahr 2019 betrug die Arbeitslosenquote 7,4% und war um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote der Frauen befand sich von 1995 bis 2000 über jener der Männer, von 2001 bis 2019 war es umgekehrt. Die Auf- und Abwärtsbewegungen waren bei beiden Geschlechtern gleichlaufend. Bei nicht-österreichischen Staatsangehörigen lag die Quote jeweils deutlich über dem Durchschnittswert.

Vergleicht man die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen des AMS mit jenen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (AKE) seit rund zwanzig Jahren, so lassen sich dieselben Tendenzen ablesen. Dies gilt sowohl für die Gesamtzahl als auch für Männer und Frauen. Das Niveau der Arbeitslosenzahl und auch der Arbeitslosenquote liegt beim AMS über jenem der AKE. Das trifft vor allem im ersten und vierten Quartal zu, also in Monaten mit hoher Saisonarbeitslosigkeit bei Männern.

Hinweis: Die vom Arbeitsmarktservice (AMS) veröffentlichte nationale Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote basieren auf den beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen und den beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) erfassten unselbständig Beschäftigten. Die aus dem Mikrozensus bzw. der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (AKE) stammende Zahl der Arbeitslosen und auch der Erwerbstätigen entspricht dem ILO-Konzept, dem die internationale Definition von Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit zugrunde liegt. Beim ILO-Konzept gilt eine Person als erwerbstätig, wenn sie in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet oder wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet hat, aber normalerweise einer Beschäftigung nachgeht. Personen mit aufrechtem Dienstverhältnis, die Karenz- bzw. Kindergeld beziehen, sind bei den Erwerbstätigen inkludiert. Als arbeitslos gilt, wer in diesem Sinne nicht erwerbstätig ist, aktive Schritte zur Arbeitssuche tätigt und kurzfristig zu arbeiten beginnen kann.  

Ergebnisse im Überblick: Vorgemerkte Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (nationale Definition)


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Arbeitsmarktstatistiken 2019 Ergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und der Offenen-Stellen-Erhebung

Erscheinungsdatum: 07/2020

 
 

19,00

 
 

(PDF, 2 MB)

 
 

Arbeitsmarktstatistiken 2018 Ergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und der Offenen-Stellen-Erhebung

Erscheinungsdatum: 06/2019

 
 

25,00

 
 

(PDF, 1 MB)

 
 

Arbeitsmarktstatistiken 2017 Ergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und der Offenen-Stellen-Erhebung

Erscheinungsdatum: 06/2018

 
 

25,00

 
 

(PDF, 3 MB)

 
 

Arbeitsmarktstatistik - 2. Quartal 2020, Mikrozensus-Arbeitskräfte-Erhebung

Erscheinungsdatum: 11/2020

 
 

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