Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Juli 2020

Integrierte Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2017

Die Anzahl der Steuerpflichtigen in der integrierten Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2017 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 99.346 auf insgesamt 7.272.335, davon 4.556.684 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, 2.369.651 Pensionisten und Pensionistinnen sowie 346.000 Personen mit nur übrigen (= selbständigen) Einkünften. Das Gesamteinkommen betrug 198,2 Mrd. €, wovon 30,4 Mrd. € an Lohn- und Einkommensteuer zu bezahlen waren. Im Gesamteinkommen waren auch Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe, Pflegegeld usw. im Ausmaß von 11,0 Mrd. € enthalten. Das durchschnittliche Einkommen belief sich auf 27.300 €, jenes der Männer auf 32.600 € und das der Frauen auf 21.700 €. Bei 133.613 Personen betrug das Einkommen mehr als 100.000 €, bei 651 lag es über der Millionengrenze, und 2,5 Mio. Personen bezahlten keine Lohn- bzw. Einkommensteuer.

VPI im Mai 2020

Die allgemeine Teuerung fiel im Mai 2020 um die Hälfte auf 0,7% (April 2020: 1,5%). Hauptverantwortlich dafür war ein weiterer Preisrutsch bei Treibstoffen. Zudem stiegen die Preise für Nahrungsmittel weniger stark, und Bekleidungsartikel verbilligten sich. Als Preistreiber erwies sich hingegen erneut der Bereich Wohnen. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 0,6% etwas niedriger als jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 wirkten sich auch auf die Berechnung der Mai-Inflationsrate aus.

Auswirkung von COVID-19 auf Mai-VPI

Methodische Informationen

Die Preiserhebung für den Monat Mai fand in der ersten Monatshälfte statt. Seit Anfang Mai waren Geschäfte in fast allen Branchen wieder geöffnet, jedoch konnte die Gastronomie ihre Tätigkeit erst am 15. Mai wieder aufnehmen; Beherbergungsbetriebe waren sogar bis 29. Mai 2020 geschlossen. Ein Großteil der Kultur- und Sportdienstleistungen darf auch aktuell noch nicht angeboten werden. Trotzdem konnten im Vergleich zum April wieder deutlich mehr Preise regulär erhoben werden. Die fehlenden Preismeldungen wurden wie im Vormonat durch unterschiedliche Imputationsmethoden ersetzt. In Summe waren 17,5% des Warenkorbgewichts im Mai 2020 von diesen Imputationen betroffen. Für Nahrungsmittel und Drogeriewaren kamen wie im Vormonat April noch einmal die Scannerkassendaten zum Einsatz.

Auswirkung von COVID-19 auf April-VPI

Fehlerberichtigung

Der in der Juni-Ausgabe erstmals publizierte Beitrag enthält bedauerlicherweise in Tabelle 2 falsche Prozentanteile der Scannerdaten, der einzelnen Fortschreibungsverfahren sowie der Gewichtsanteile imputierter  und erhobener Preise (inkl. Scannerdaten). Betroffen davon sind nur die Insgesamt-Werte des Verbraucherpreisindex im April 2020, nicht aber die einzelnen Teilindizes. Im Folgenden wird noch einmal der korrigierte Teil der Tabelle mit den richtiggestellten Daten publiziert.

Ergebnisse des Belastungsbarometers

Meldepflichten und Belastung der Wirtschaft durch Erhebungen von Statistik Austria 2001-2019

Der Zeitaufwand österreichischer Unternehmen für das Ausfüllen der Fragebögen von Statistik Austria betrug im Jahr 2019 rund 760.350 Stunden und lag damit etwa 3,9% über dem Wert von 2018. Seit Beginn der Belastungsmessungen im Jahr 2001 konnte der Gesamtmeldeaufwand – trotz zusätzlich hinzugekommener Erhebungen – um 11,7% reduziert werden. 2019 waren von den insgesamt rund 463.500 Unternehmen 48.716 (10,5%) bei mindestens einer Erhebung meldepflichtig, um 1.722 mehr als im Jahr zuvor. Kleinunternehmen sind aufgrund von Schwellenwerten überwiegend von Meldepflichten befreit, sodass sich die Belastung in erster Linie auf größere Unternehmen konzentriert. Bei den meldepflichtigen Unternehmen bestand für 56,8% eine Meldepflicht bei lediglich einer einzigen Erhebung, für 24,7% bei zwei und nur für 18,5% bei drei oder mehr Erhebungen.

Umweltorientierte Produktion und Dienstleistung

EGSS 2014 bis 2018

Im Rahmen der „Umweltgesamtrechnungen“ werden seit 2008 jährlich Kennzahlen über die Umweltwirtschaft nach dem Eurostat-Konzept der „Umweltorientierten Produktion und Dienstleistung“ (Environmental Goods and Services Sector - EGSS) erhoben. Bis 2013 wurden nur der Umsatz und die beschäftigten Personen erfasst, ab 2014 auch die Bruttowertschöpfung, die Exporte und die Beschäftigten in Vollzeiteinheiten. 2018 erzielte die Umweltwirtschaft in Österreich einen Umsatz von 36,9 Mrd. €, eine Bruttowertschöpfung von 14,3 Mrd. € sowie ein Exportvolumen von 11,3 Mrd. €. 2018 waren 182.963 Personen in der Umweltwirtschaft beschäftigt, inklusive öffentlicher Verkehr ergaben sich 211.204 Beschäftigte. Seit 2014 ist ein durchgängiges Wachstum der Umweltwirtschaft zu verzeichnen.