Pressemitteilung: 12.803-101/22

Großhandelspreise im April 2022 mit +26,0% so stark wie nie zuvor gestiegen

Wien, 2022-05-06 – Der österreichische Großhandel hat im April 2022 die Preise so stark angehoben wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1973. Nach vorläufigen Berechnungen von Statistik Austria erreichte der Großhandelspreisindex (GHPI 2020) für April 2022 134,7 Punkte und war somit um 26,0% höher als im April des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat März erhöhte sich der Index insgesamt um 0,9%. Im März 2022 hatte die Jahresveränderungsrate +25,6% betragen.

Beschleunigter Preisauftrieb; Preise von festen Brennstoffen im Jahresabstand mehr als verdoppelt

Die Indexzunahme gegenüber April 2021 war stark beeinflusst von den deutlichen Teuerungen bei festen Brennstoffen (+109,5%), sonstigen Mineralölerzeugnissen (+97,4%), Eisen und Stahl (+85,8%) sowie Düngemitteln und agrochemischen Erzeugnissen (+82,6%). Erhebliche Preiszuwächse gab es auch bei Getreide, Saatgut und Futtermitteln (+63,6%), Motorenbenzin inkl. Diesel (+61,3%) sowie Altmaterial und Reststoffen (+52,8%).

Als markante Preistreiber erwiesen sich auch Nicht-Eisen-Metalle (+45,1%), technische Chemikalien (+36,4%), Gummi und Kunststoffe in Primärformen (+34,7%), lebende Tieren (+30,7%) sowie Rohholz und Holzhalbwaren (+28,6%). Signifikant zogen auch die Preise für Papier und Pappe (+18,2%), Flachglas (+16,9%), Schreibwaren und Bürobedarf (+16,3%), Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze (+15,1%), Möbel, Teppiche, Lampen und Leuchten sowie sonstige Baustoffe (je +14,5%) an. Zusätzlich verteuerten sich Obst, Gemüse und Kartoffeln (+14,3%), Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+12,4%), Fleisch und Fleischwaren (+11,4%), Bergwerks-, Bau- und Baustoffmaschinen (+10,6%) sowie landwirtschaftliche Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör (+10,0%).

Merkliche Preiszunahmen im Vergleich zum Vormonat

Deutliche Teuerungen im Monatsabstand gab es bei festen Brennstoffen (+22,8%), Eisen und Stahl (+12,5%), technischen Chemikalien (+11,5%), Gummi und Kunststoffen in Primärformen (+9,2%), Altmaterial und Reststoffen (+7,0%), Fleisch und Fleischwaren (+6,5%), lebenden Tiere (+6,2%), Obst, Gemüse und Kartoffeln (+6,0%) sowie Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (+5,7%). Außerdem verteuerten sich Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette, Rohholz und Holzhalbwaren (je +4,4%), Schreibwaren und Bürobedarf (+4,3%), Düngemittel und agrochemische Erzeugnisse (+3,7%), Möbel, Teppiche, Lampen und Leuchten (+3,4%), Tabakwaren (+3,3%) sowie Getreide, Saatgut und Futtermitteln (+3,0%). Rückläufig entwickelten sich hingegen die Preise für sonstige Mineralölerzeugnisse (-11,8%) und Motorenbenzin inkl. Diesel (-5,2%).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum GHPI finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik: Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Index der Großhandelspreise 2020 beträgt im Jahr 2020 100,0. Als Festbasisindex werden beim Großhandelspreisindex für das Basisjahr die monatlichen Messzahlen von Jänner bis Dezember 2020 auf Grundlage einer aktualisierten Gewichtung neu berechnet und mit den Berichtsperioden ab Jänner 2021 in Bezug gesetzt.

 

Index der Großhandelspreise (2020=100)
 GesamtindexVeränderung zum Vormonat in %Veränderung zum Vorjahresmonat in %
2022---
April1)134,70,926,0
1. Quartal124,87,519,2
März133,59,725,6
Februar121,72,216,3
Jänner119,12,615,5
2021110,4-10,4
4. Quartal116,13,615,8
Dezember116,1-0,515,0
November116,71,016,6
Oktober115,62,615,8
3. Quartal112,13,212,6
September112,70,813,5
August111,80,012,0
Juli111,81,512,1
2. Quartal108,63,710,3
Juni110,21,411,2
Mai108,71,710,9
April106,90,68,7
1. Quartal104,74,43,1
März106,31,66,9
Februar104,61,52,2
Jänner103,12,1-0,1

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria 
Barbara ALBL, BSc, MA, Tel.: +43 1 711 28-8226 bzw. barbara.albl@statistik.gv.at

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