Pressemitteilung: 12.603-194/21

Außenhandel im Juni 2021: markante Zuwächse im Vergleich zum schwachen Vorjahresmonat; Einfuhren +33,1%, Ausfuhren +20,9%

Wien, 2021-09-07 – Im Juni 2021 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 15,58 Mrd. Euro, das entspricht einem Anstieg von 33,1% gegenüber Juni 2020. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte von Gütern und stiegen um 20,9% auf 14,02 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 1,56 Mrd. Euro auf. Arbeitstägig bereinigt stiegen sowohl die Importe (+28,3%) als auch die Exporte (+16,8%) an. Die abermals starken Anstiege begründen sich auch durch das niedrige Außenhandelsniveau des Vergleichsmonats, denn der Juni 2020 war der erste Berichtsmonat nach dem ersten Corona-Lockdown in Österreich.

"Österreichs Außenhandel ist kräftig in Fahrt und hat die Krise bereits deutlich hinter sich gelassen. Importe und Exporte legten im Juni 2021 nicht nur gegenüber dem von der Corona-Pandemie betroffenen Vergleichsmonat Juni 2020 zu, sondern lagen mit +27,3% bei den Einfuhren und +15,5% bei den Ausfuhren auch beträchtlich über dem Vorkrisenniveau vom Juni 2019", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Exporte in EU-Mitgliedstaaten fielen im Juni 2021 mit einem Zuwachs von 23,6% bedeutend höher aus als jene in Drittstaaten mit +15,3%. Die größten absoluten Zuwächse verzeichneten die Exporte nach Deutschland (+17,7%), Italien (+33,4%), Ungarn (+40,9%), Polen (+35,8%), Tschechien (+32,3%), in die Vereinigten Staaten (+14,3%) und in das Vereinigte Königreich (+32,2%).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – zeigten exportseitig einen Zuwachs von 19,3% auf 11,83 Mrd. Euro und stiegen importseitig um 26,8% auf 12,08 Mrd. Euro. Der größte absolute Exportzuwachs wurde mit bearbeiteten Waren (+35,0%; +0,79 Mrd. Euro) erzielt; gefolgt von Maschinen und Fahrzeugen (+15,8%; +0,72 Mrd. Euro), sonstigen Fertigwaren (+19,0%; +0,24 Mrd. Euro) und chemischen Erzeugnissen (+8,9%; +0,17 Mrd. Euro). Importseitig ergab sich ein geringfügig anderes Bild. Den größten absoluten Anstieg bei den Importen verzeichneten Maschinen und Fahrzeuge (+22,6%; +0,96 Mrd. Euro); danach folgten bearbeitete Waren (+34,7%; +0,65 Mrd. Euro), chemische Erzeugnisse (+37,7%; +0,64 Mrd. Euro) und sonstige Fertigwaren (+17,8%; +0,31 Mrd. Euro).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Juni 2021 Waren im Wert von 10,24 Mrd. Euro, Waren im Wert von 9,72 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber Juni 2020 stiegen die Intra-EU-Importe um 27,2% und die Intra-EU-Exporte um 23,6% an. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,52 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im Juni 2021 auf 5,34 Mrd. Euro und erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 46,1%; die Extra-EU-Exporte stiegen um 15,3% auf 4,30 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 1,04 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

1. Halbjahr 2021: Anstieg bei Einfuhren (+22,2%) und Ausfuhren (+16,5%)

Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag im Zeitraum Jänner bis Juni 2021 laut vorläufiger Ergebnisse von Statistik Austria nominell bei 85,60 Mrd. Euro, die Ausfuhren von Waren beliefen sich auf 80,35 Mrd. Euro. Die markanten Zuwächse in den Berichtsmonaten März 2021 (Einfuhr: +26,3%, Ausfuhr: +18,1%), April 2021 (Einfuhr: +50,2%, Ausfuhr: +40,4%), Mai 2021 (Einfuhr: +36,1%, Ausfuhr: +33,5%) sowie Juni 2021 (Einfuhr: +33,1%, Ausfuhr: +20,9%) trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung des bisherigen Berichtsjahres bei. In der Periode Jänner bis Juni 2021 erhöhten sich dementsprechend die Einfuhren um 22,2% sowie die Ausfuhren um 16,5%. Das Defizit der Handelsbilanz war nahezu fünf Mal so groß wie in der Vorjahresperiode (1,11 Mrd. Euro) und zeigte einen Wert von 5,26 Mrd. Euro. Arbeitstägig bereinigt erhöhten sich sowohl die Importe (+22,1%) als auch die Exporte (+16,6%).

Alle der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs verzeichneten Zuwächse - teils weit über dem globalen Durchschnitt. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es erneut mit Österreichs bedeutendstem Handelspartner Deutschland (+17,7%); danach folgten China (+29,1%), Italien (+28,7%), die Schweiz (+25,3%) und Polen (+38,5%). Exportseitig zeigten die zehn zentralen Exportpartner, Frankreich ausgenommen (-10,7%), einen Anstieg – hier waren insbesondere Deutschland (+18,8%), Italien (+27,6%), die Vereinigten Staaten (+21,2%), Polen (+23,2%) und China (+31,6%) zu nennen.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 57,42 Mrd. Euro (+20,9%). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit +17,3% ebenfalls einen kräftigen Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode und betrug 54,95 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 2,48 Mrd. Euro, nach 0,64 Mrd. Euro im Zeitraum Jänner bis Juni 2020. Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Anstieg sowohl bei den Importen (+25,0% auf 28,18 Mrd. Euro) als auch bei den Exporten (+15,1% auf 25,40 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzpassivum mit Drittstaaten von 2,78 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2020 in visualisierter Form werden im ITGS-Atlas präsentiert.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird. Aufgrund des Brexits wird das Vereinigte Königreich ab dem Berichtsjahr 2020 auch in der Publikation der Außenhandelsstatistik nicht mehr als EU-Mitgliedstaat geführt.

 

Tabelle 1: Der Außenhandel Österreichs Juni 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)15.576.38414.020.146-1.556.23833,1 (28,3)3)20,9 (16,8)3)100100
202011.700.13011.593.370-106.760  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)10.240.5519.719.625-520.92727,2 (23,1)3)23,6 (19,2)3)65,769,3
20208.048.9327.862.967-185.965  68,867,8
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)5.335.8334.300.522-1.035.31146,1 (39,8)3)15,3 (11,7)3)34,330,7
20203.651.1983.730.40279.204  31,232,2
Tabelle 2: Der Außenhandel Österreichs Jänner bis Juni 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)85.603.40580.347.557-5.255.84822,2 (22,1)3)16,5 (16,6)3)100100
202070.046.38068.938.683-1.107.697  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)57.422.67654.947.148-2.475.52820,9 (20,8)3)17,3 (17,3)3)67,168,4
202047.506.76046.861.846-644.914  67,868,0
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)28.180.72925.400.409-2.780.32025,0 (24,9)3)15,1 (15,2)3)32,931,6
202022.539.62022.076.837-462.783  32,232,0

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