Pressemitteilung: 12.385-225/20

Lohnsteueraufkommen 2019 mit +4,6% etwas stärker als die Bruttobezüge mit +4,4% gestiegen

Wien, 2020-12-02 – Im Jahr 2019 gab es laut Auswertung der Lohnsteuerstatistik (vor Arbeitnehmerveranlagung) in Österreich insgesamt 7.155.815 lohnsteuerpflichtige Einkommensbezieherinnen und -bezieher, um 1,3% mehr als 2018. Davon waren 4.681.056 unselbständig Erwerbstätige (+1,5% gegenüber 2018) und 2.474.759 Pensionistinnen und Pensionisten (+1,1%; siehe Tabelle 1). Wie Berechnungen von Statistik Austria zeigen, stiegen die Bruttobezüge im Vergleich zum Vorjahr um 4,4% auf 212,3 Mrd. Euro. Davon flossen 29,4 Mrd. Euro als Lohnsteuer an den Staat, das sind um 1,3 Mrd. Euro bzw. 4,6% mehr als im Jahr 2018.

47,9% der unselbständig Erwerbstätigen waren Angestellte

Die größte Gruppe unter den 4,7 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bildeten die Angestellten (47,9%), knapp zwei Fünftel (37,8%) waren Arbeiterinnen und Arbeiter. Vertragsbedienstete kamen auf einen Anteil von 8,1%, Beamtinnen und Beamte auf 3,5%. 2,3% aller unselbständig Erwerbstätigen waren Lehrlinge, 0,4% hatten sonstige Aktivbezüge vorzuweisen (siehe Tabelle 2).

Männer stellten die Hälfte aller Lohnsteuerpflichtigen und erhielten 61,1% der Bruttobezüge

50,2% aller Lohnsteuerpflichtigen waren Männer, 49,8% Frauen. Auf die Männer entfielen mit 61,1% der Summe der Bruttobezüge mehr als drei Fünftel (2018: 61,2%). Während der Anteilswert der Männer bei der Summe der Sozialversicherungsbeiträge mit 61,8% (2018: 61,8%) annähernd gleich hoch war, betrug er bei der insgesamt einbehaltenen Lohnsteuer mit 69,5% mehr als zwei Drittel (2018: 70,3%).

Lohnsteuer-Quote 2000–2019: Anstiege durch kalte Progression, Sinken durch Steuerreformen

In Grafik 1 ist der Anteil der Lohnsteuer an den Bruttobezügen für die Jahre 2000 bis 2019 für alle Lohnsteuerpflichtigen dargestellt, die sogenannte Lohnsteuer-Quote. Die höchste wurde dabei im Jahr 2015 registriert (15,5%), die niedrigste gleich im Jahr darauf (2016: 13,4%). Die Lohnsteuer-Quote stieg meist von Jahr zu Jahr leicht ("kalte Progression"), sank aber immer wieder signifikant durch die Auswirkungen der Steuerreformen der Jahre 2004/2005, 2009 und 2016:

  • Bei der Steuerreform 2004/2005 wurden durch ein deutliches Anheben der Steuerfreigrenze im Jahr 2005 vor allem die unteren und mittleren Einkommen entlastet, wodurch der Anteil der Lohnsteuer an den Bruttobezügen, d. h. die Steuerbelastung, in diesem Jahr abfiel.
  • Auch im Jahr 2009 wies die Lohnsteuer-Quote wieder einen starken Rückgang auf. Dies ist einerseits auf die Wirkung der Steuerreform 2009 und andererseits auf die Wirtschaftskrise in diesem Jahr zurückzuführen. Durch die Steuerreform (Anhebung der Steuerfreigrenze von 10.000 auf 11.000 Euro sowie der Steuerbemessungsgrundlage, ab der der Höchststeuersatz zum Tragen kommt, von 51.000 auf 60.000 Euro) kam es zu einer Entlastung der Einkommen.
  • Am stärksten sank die Lohnsteuer-Quote mit -2,1% durch die Steuerreform 2016, bei der unter anderem ein neuer Steuertarif zur Anwendung kam.

In Jahren ohne Steuerreform, wie zum Beispiel 2010 bis 2015 oder nach 2016, nahm der Anteil der Lohnsteuer an den Bruttobezügen kontinuierlich zu. Der Grund, warum sich im Jahr 2019 eine nur sehr geringe Steigerung der Lohnsteuer-Quote um 0,02% gegenüber 2018 ergab, liegt in der Einführung des Familienbonus Plus, der 684,1 Mio. Euro ausmachte, aber auch nachträglich über die Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht oder korrigiert werden kann.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Lohnsteuerstatistik finden Sie auf unserer Webseite sowie in der Publikation Lohnsteuerstatistik 2019. Interaktive Karten und Diagramme zum Jahresbruttobezug stehen im STATatlas zur Verfügung.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Lohnsteuerstatistik basiert auf den Lohnzetteln, die für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bzw. Pensionierte von den bezugsauszahlenden Stellen ausgestellt werden. Für Personen, die in einem Kalenderjahr mehr als ein Beschäftigungs- bzw. Pensionsverhältnis hatten und für die somit mehr als ein Lohnzettel abgegeben wurde, werden alle zu einer Person gehörigen Lohnzettel(-Datensätze) zu einem personenbezogenen Datensatz zusammengefasst. 
Lohnsteueraufkommen:
einbehaltene Lohnsteuer 
Lohnsteuer-Quote: Anteil der Lohnsteuer an den Bruttobezügen aller Lohnsteuerpflichtigen

 

Tabelle 1: Kennzahlen der Lohnsteuersteuerstatistik 2019
ErhebungsmerkmaleSteuerpflichtige insgesamtArbeitnehmerinnen und ArbeitnehmerPensionistinnen und Pensionisten
AnzahlMrd. EuroAnzahlMrd. EuroAnzahlMrd. Euro
Bruttobezüge insgesamt7.155.815212,34.681.056157,22.474.75955,0
Einbehaltene Sozialversicherungsbeiträge6.481.15327,34.372.94524,42.108.2082,9
Insgesamt einbehaltene Lohnsteuer5.523.67029,43.984.91322,41.538.7577,0
Tabelle 2: Lohnsteuerpflichtige 2019 nach sozialer Stellung und Bruttobezugsstufen
Stufen des Jahresbruttobezugs in 1.000 EuroSteuerpflichtige insgesamtArbeitnehmerinnen und ArbeitnehmerPensionistinnen und Pensionisten
LehrlingeArbeiterinnen u. ArbeiterAngestellteBeamtinnen u. BeamteVertragsbediensteteSonst. Aktivbezüge
bis unter 101.597.39745.599519.522392.17610128.55311.246600.200
10 bis unter 201.379.80154.128299.553278.99199243.0391.809701.289
20 bis unter 301.279.5686.917350.137335.7554.47466.608882514.795
30 bis unter 501.835.379195519.674597.17245.902157.9351.547512.954
50 bis unter 70622.129-79.564320.24066.51454.2441.107100.460
70 bis unter 100289.841-2.298201.19333.61017.7911.21333.736
100 und mehr151.700--116.92313.0319.3361.08511.325
Insgesamt7.155.815106.8391.770.7482.242.450164.624377.50618.8892.474.759

Grafik 1

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