Pressemitteilung: 12.242-082/20

Zwei Drittel der Erstimmatrikulierten schaffen einen Studienabschluss innerhalb von zehn Jahren

Wien, 2020-05-20 – Von den Erstimmatrikulierten an öffentlichen Universitäten des Wintersemesters 2008/09 schlossen 66,2% innerhalb von zehn Jahren mindestens ein Studium an einer österreichischen Hochschule erfolgreich ab. Ein knappes Viertel (24,6%) brach das Studium ab. Das zeigt eine Analyse der Studienverläufe von Statistik Austria, die in der Publikation "Bildung in Zahlen 2018/19" veröffentlicht wurde.

Studienabschlüsse im Zehnjahresvergleich

Von den Studienanfängerinnen und -anfängern an öffentlichen Universitäten 2008/09 schlossen bis 2017/18 58,7% ihr Studium auch an öffentlichen Universitäten in Österreich ab. Der Großteil dieser Personen (38,0%) hatte nach zehn Jahren den Abschluss eines Diplom- oder Masterstudiums erreicht, 19,6% konnten ein Bachelorstudium abschließen und 1,1% hatten bereits ein Doktorat absolviert. Weitere 7,5% der Erstimmatrikulierten an öffentlichen Universitäten erlangten im beobachteten Zeitraum ihren Hochschulabschluss an österreichischen Hochschulen abseits der öffentlichen Universität – also an Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen oder Privatuniversitäten.

Weniger als ein Viertel brach das Studium ab

9,2% der Erstimmatrikulierten 2008/09 studierten auch nach zehn Jahren noch, ohne bislang einen Hochschulabschluss erworben zu haben: 8,4% an einer öffentlichen Universität, weitere 0,8% an einer anderen österreichischen Hochschule. Es ist davon auszugehen, dass auch nach Ablauf der zehn Jahre noch ein nennenswerter Anteil der Studierenden das Studium abschließt, da auch im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums die Abschlussquote noch merklich angestiegen ist (um 2,0 Prozentpunkte).

Insgesamt brach weniger als ein Viertel der beobachteten Kohorte das Studium ab und verließ den Hochschulweg: 24,6% der Erstimmatrikulierten 2008/09 erreichten bis 2017/18 keinen Abschluss an einer österreichischen Hochschule und waren nach zehn Jahren auch nicht mehr inskribiert. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass diese Studierenden inzwischen im Ausland ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben oder dass sie zu einem späteren Zeitpunkt an eine österreichische Hochschule zurückkehren.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Bildungsstatistik finden Sie in der Publikation "Bildung in Zahlen 2018/19", im dazugehörigen Tabellenband sowie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Startkohorte für die Analyse der Studienverläufe bildeten alle Erstimmatrikulierten des Wintersemesters 2008/09, die damals ihr erstes Diplom- oder Bachelorstudium an einer öffentlichen Universität begonnen haben. Aus der Analyse ausgenommen wurden Studierende, die damals eine Matrikelnummer bekommen haben, weil sie einen Aufenthalt an einer österreichischen Hochschule im Rahmen eines geförderten Mobilitätsprogramms begonnen haben, sogenannte "Incomings". Für die so definierte Startkohorte wurden Studienverläufe über zehn Jahre, also bis einschließlich Studienjahr 2017/18, beobachtet. In die Analyse der Studienverläufe wurden erstmals auch die Daten anderer Hochschulsektoren (Fachhochschulen, Privatuniversitäten, Pädagogische Hochschulen) einbezogen. Zu Abbruch/Studienunterbrechung wurden nur jene Personen gezählt, die, ohne einen Abschluss erreicht zu haben, nicht mehr studierten. Personen, die hingegen in eine andere Studienrichtung oder an eine andere Hochschule wechselten, wurden in dieser Analyse nicht zu den Abbrüchen gezählt. Dies gilt auch für jene, die eines von mehreren begonnenen Studien abbrachen, jedoch andere weiterstudierten.

 

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