Statistik zu schnellwachsenden Unternehmen (ab 2015)

Die Statistik zu den schnellwachsenden Unternehmen („High-Growth-Enterprises“) stellt jene Arbeitgeberunternehmen dar, die über einen dreijährigen Zeitraum (t-3 bis t) ein durchschnittliches jährliches Wachstum der Anzahl ihrer unselbständig Beschäftigten aufweisen, das mindestens 10% beträgt. Damit die Anteile der schnellwachsenden Unternehmen an der gesamten Anzahl der Arbeitgeberunternehmen nicht verzerrt werden, werden für die Ermittlung der Anzahl der schnellwachsenden Unternehmen alle Unternehmen ausgeschieden, die zu Beginn der Beobachtungsperiode (t-3) weniger als 10 unselbständig Beschäftigte aufweisen, da sich bei diesen Unternehmen ein absolut kleiner Beschäftigtenzuwachs in hohen prozentuellen Zuwächsen niederschlägt. Ebenso werden Unternehmen, die im Startjahr (t-3) Neugründungen sind, im Berichtsjahr (t) nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Statistik der schnellwachsenden Unternehmen werden auch für die Erstellung eines Leitindikators über „High Growth Innovative Enterprises“ im Rahmen der Agenda „Europe 2020“ verwendet. Der Europäische Rat forderte die Europäische Kommission im Februar 2011 auf, einen neuen Indikator für Wachstum und Beschäftigung im Rahmen der Strategie 2020 zu etablieren, um die Fortschritte hinsichtlich von Innovationen zu überwachen. Seit dem Berichtsjahr 2013 ist die Erstellung der Statistik zu schnellwachsenden innovativen Unternehmen auf europäischer Ebene verpflichtend. Im Rahmen der diesjährigen Datensammlung wird der Datenreihe das Berichtsjahr 2018 hinzugefügt.

Ergebnisse im Überblick

Die Anzahl schnellwachsender Unternehmen liegt für elf Zeiträume („Wachstumsperioden“) vor:

2005 bis 2008, 2006 bis 2009, 2007 bis 2010, 2008 bis 2011, 2009 bis 2012, 2010 bis 2013, 2011 bis 2014, 2012 bis 2015, 2013 bis 2016, 2014 bis 2017 und 2015 bis 2018.

Anzahl und Anteile von schnellwachsenden Unternehmen an Arbeitgeberunternehmen:
 2008200920102011201220132014201520162017 (vorl.)2018 (vorl.)
Anzahl der schnellwachsenden Unternehmen  (durchschnittliches jährliches Wachstum von 10%; mind. 10 unselbst. Beschäftigte am Anfang der Wachstumsperiode)3.7162.6942.4542.7753.0852.9292.9862.8483.1733.5303.769
Anzahl der Arbeitgeberunternehmen mit >=10 unselbst. Beschäftigten41.02841.70842.60543.54344.43942.83243.15543.26443.68944.35245.389
Anteil schnellwachsender Unternehmen  an Arbeitgeberunternehmen in %9,16,55,86,46,96,86,96,67,38,08,3

 
Im Jahr 2018 ist die Anzahl der Arbeitgeberunternehmen mit mindestens zehn unselbständig Beschäftigten (45.389) um 4.361 höher als 2008 (41.028). Die Anzahl der schnellwachsenden Unternehmen liegt 2018 bei 3.769 und somit auf einem ähnlichen Niveau wie 2008 (3.716). In den Jahren 2009 bis 2016 war die Anzahl der schnellwachsenden Unternehmen etwas geringer.

Im „Produzierenden Bereich“ (ÖNACE Abschnitte B-F) ist der Anteil von Wachstumsunternehmen an allen Arbeitgeberunternehmen mit mehr als 10 unselbständig Beschäftigten im Jahr 2018 mit 7,6% niedriger als im „Dienstleistungsbereich“ (ÖNACE Abschnitte G-S) mit 8,6%.

Auf Abschnittsebene der ÖNACE 2008 finden sich 2018 hohe Anteile schnellwachsender Unternehmen in den Wirtschaftsbereichen „Information und Kommunikation“ (16,4%), „Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen“ (14,4%), „Freiberufliche/techn. Dienstleistungen“ (11,5%) sowie „Erziehung und Unterricht“ (11,4%). Die Wirtschaftsbereiche „Information und Kommunikation“ sowie „Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen“ weisen in allen Berichtsjahren relativ hohe Anteile schnellwachsender Unternehmen auf. Die geringsten Anteile an schnellwachsenden Unternehmen weisen 2018 die Abschnitte „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (2,9%) sowie „Energieversorgung“ (4,1%) auf.

Betrachtet man die Rechtsformen, haben 2018 die Kapitalgesellschaften mit 9,7% den höchsten Anteil schnellwachsender Unternehmen. Personengesellschaften und andere Rechtsformen liegen bei 5,5% und Einzelunternehmen bei 5,4%.

In den Bundesländern liegen die höchsten Anteile von Wachstumsunternehmen in Wien (9,6%), sowie in Oberösterreich, der Steiermark und in Salzburg (je 8,3%). Den geringsten Anteil 2018 weist Vorarlberg mit 6,7% auf.

Nach NUTS3-Regionen liegen Graz (10,1%), Wien (9,6%), Außerfern (9,2%) und Linz-Wels (9,1%) vorne. Die niedrigsten Anteile 2018 weisen der Lungau (3,9%) sowie die östliche (4,6%) bzw. westliche (4,9%) Obersteiermark auf.

Wachstumsunternehmen mit den meisten unselbständig Beschäftigten finden sich 2018 in den Wirtschaftsbereichen „Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen“ (41.830), „Herstellung von Waren“ (40.551) und „Handel“ (30.844). In diesen drei Bereichen sind mehr als die Hälfte (51,6%) der Beschäftigten aller schnellwachsenden Unternehmen tätig. Nach Bundesländern betrachtet, weisen die meisten Beschäftigten bei schnellwachsenden Unternehmen Wien (64.040), Oberösterreich (40.240), Niederösterreich (32.595) und die Steiermark (29.667) auf.

Die durchschnittliche Größe schnellwachsender Unternehmen – gemessen an der Zahl unselbständig Beschäftigter pro Schnellwachsendem Unternehmen - liegt bei 58.

Hinweis

Seit 2015 gelangt eine überarbeitete, verbesserte Methode zur Anwendung. Die Daten wurden ab 2015 (für das Berichtsjahr 2014) und rückwirkend bis einschließlich 2008 mit der neuen Methode gerechnet. Die Zahlen sind jeweils für die letzten beiden Berichtsjahre (hier: 2017 und 2018) vorläufig.

In den Gesamtzahlen der Tabellen ist bis inkl. 2012 die Gruppe 64.2 der ÖNACE 2008 nicht enthalten.

Weiterführende Hinweise zur Methodik der Datensammlung

Schnellwachsende Unternehmen 2008-2018 nach Wirtschaftsbereichen (Abschnitte der ÖNACE 2008)
Schnellwachsende Unternehmen 2008-2018 nach Rechtsformen (gruppiert)
Schnellwachsende Unternehmen 2008-2018 nach Bundesländern
Schnellwachsende Unternehmen 2018 nach Wirtschaftsbereichen (Abschnitte und Abteilungen der ÖNACE 2008)
Schnellwachsende Unternehmen 2018 nach Rechtsformen (gruppiert) und Wirtschaftsbereichen (Abschnitte der ÖNACE 2008)
Schnellwachsende Unternehmen 2018 nach Bundesländern und Wirtschaftsbereichen (Abschnitte der ÖNACE 2008)
Schnellwachsende Unternehmen 2018 nach Bundesländern und NUTS3


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