Schließungen von Arbeitgeberunternehmen

2012 wurden insgesamt 17.985 Arbeitgeberunternehmen mit 66.891 Beschäftigten geschlossen. Durchschnittlich lag die Schließungsrate bei 7,6%; gegenüber dem Vorjahr (2011) blieb sie somit unverändert. Im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F) lag die Schließungsrate 2012 bei 7,2% und im Dienstleistungsbereich (Abschnitte G-S) bei 8,1%.

Überdurchschnittlich hohe Schließungsraten waren in den Wirtschaftsbereichen „Erziehung und Unterricht“ (13,0%), „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (12,5%) sowie „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (11,4%) zu finden. Eher niedrig waren die Schließungsraten in den Branchen „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ sowie Bergbau (jeweils 2,5%), „Herstellung von Waren“ (4,4%) und „Energieversorgung (5,0%).

Durch die 17.985 Arbeitgeberschließungen des Jahres 2012 gingen im Durchschnitt 3,7 Arbeitsplätze (für selbständig und unselbständig Beschäftigte) pro Unternehmen verloren. Die meisten Beschäftigten pro Schließung waren in den Bereichen „Bergbau“ (6,2), „Herstellung von Waren“ (5,2) und „Energieversorgung“ (5,0) zu verzeichnen.

Bei den Rechtsformen machten – analog wie bei den Arbeitgebergründungen – die Einzelunternehmen den größten Anteil (rund 68%) der Schließungen aus. Auch die Schließungsrate war bei den Einzelunternehmen (8,8%) am höchsten. Die Schließungsraten der Rechtsformen „Kapitalgesellschaften“ bzw. „Personengesellschaften und andere Rechtsformen“ lagen nur bei 4,9% bzw. 7,8%. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Arbeitgeberschließung war für die Einzelunternehmen (3,4) und die Kapitalgesellschaften (3,5) im Vergleich zu den Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (5,6) niedriger.

Die Ergebnisse nach Beschäftigtengrößenklasse zeigen für die Größenklasse 1-4 unselbständig Beschäftigte die höchste Schließungsrate (10,2%). Diese Größenklasse machte auch den Löwenanteil der Arbeitgeberschließungen (88,5%) aus. Die beiden anderen Größenklassen mit 5-9 bzw. mit 10 und mehr unselbständig Beschäftigten wiesen deutlich geringere Schließungsraten (3,4% bzw. 1,7%) auf; auf diese Größenklassen entfielen auch nur 7,7%  bzw. 3,8% aller Schließungen.

Im Bundesländervergleich ergaben sich für Wien (8,6%) und Kärnten (7,7%) über dem Durchschnitt liegende Schließungsraten. Anzahlmäßig gab es in Wien (4.803), Niederösterreich (2.861) und Oberösterreich (2.420) die meisten Arbeitgeberschließungen. NUTS3-Regionen mit hohen Anteilen an allen Arbeitgeberschließungen 2012 sind: Wien (8,6%), Wiener Umland (8,2%), Klagenfurt-Villach (8,2%), Graz (8,1%) und Unterkärnten (8,0%).

Ein Blick auf die Arbeitgeberschließungen (nur Einzelunternehmen) nach Geschlecht zeigt, dass sich 2012 circa 70% der geschlossenen Einzelunternehmen in männlicher Eigentümerhand befanden. Die Schließungsrate der Unternehmen, welche von Frauen gegründet wurden, lag geringfügig unter jener der von Männern gegründeten Einzelfirmen (weibliche Arbeitgeber-Einzelunternehmen: 8,7%, männliche Arbeitgeber-Einzelunternehmen: 8,8%).

Entwicklung der Arbeitgeberschließungen im Zeitverlauf (2004 bis 2012)

Die Zahl der Arbeitgeberschließungen hat sich seit 2004 stetig erhöht, insgesamt um 26,6%. Die Schließungszahlen lagen von 2004 bis 2012 unter jenen der Neugründungen. Vergleicht man die Entwicklung im Analysezeitraum (2004 bis 2012) nach Wirtschaftsbereichen, waren die Zuwächse an Arbeitgeberschließungen in den Branchen „Energieversorgung“ (+272,7%), „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+172,8) sowie „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (+137,9%) am höchsten. In den Bereichen „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (-37,8%) , „Bergbau“ (-33,3%) und „Herstellung von Waren“ (-13,1%) ging die Anzahl der Arbeitgeberschließungen zurück.

Die Verteilung nach Rechtsform ergab, dass die als Kapitalgesellschaften geschlossenen Arbeitgeberunternehmen über die Jahre am stärksten anstiegen (+43,7%). Bei den Einzelunternehmen erhöhten sich die Schließungen von 2004 auf 2012 um 28,4%, bei den Personengesellschaften (und anderen Rechtsformen) um lediglich 5,1%.

Die Entwicklung der Arbeitgeberschließungen nach Beschäftigtengrößenklasse zeigt deutlich, dass geschlossene Arbeitgeberunternehmen mit 1 bis 4 und mit 5 bis 9 unselbständig Beschäftigten über den Zeitraum 2004 bis 2012 stärker anstiegen (+27,4% bzw. +26,5%) als jene mit 10 oder mehr Unselbständigen (+10,4%).

Nach Geschlecht (bei Einzelunternehmen) betrachtet stieg die Anzahl der Arbeitgeberunternehmen, die von Frauen geführt wurden; stärker an (+31,9%) als die Anzahl der geschlossenen Arbeitgeberunternehmen, die Männer geleitet hatten (+26,9%).

Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2004-2012 nach Wirtschaftsbereichen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2004-2012 nach Rechtsformen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2004-2012 nach Beschäftigtengrößenklassen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2004-2012 nach Bundesländern
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2004-2012 nach Geschlecht des Unternehmers
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2004-2012 nach NUTS3

Anteile Schließungen nach Rechtsformgruppen 2004 bis 2012
Anteile Schließungen nach Beschäftigtengrößenklasse 2004 bis 2012
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2012 nach Rechtsform
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2012 nach Beschäftigtengroßenklasse
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2012 nach Bundesländern


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