Leistungs- und Strukturdaten

Die 346.469 Unternehmen (rechtliche Einheiten) der Produktions- und Dienstleistungsbereiche (ohne „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“, „Erziehung und Unterricht“, „Gesundheits- und Sozialwesen“, „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ sowie „Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (ausgenommen S95)“) erzielten im Berichtsjahr 2018 mit 3.044.226 Beschäftigten Umsatzerlöse in der Höhe von 807,4  Mrd. Euro. Daraus ergaben sich ein Produktionswert von 533,4 Mrd. Euro und eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 216,0 Mrd. Euro. Der Personalaufwand für die 2.718.860 unselbständig Beschäftigten betrug 134,0 Mrd. Euro. Das Investitionsvolumen erreichte 41,6 Mrd. Euro.

Die Leistungs- und Strukturstatistik erlaubt Aussagen über die Struktur, Tätigkeit, Beschäftigung, Investitionstätigkeit und Leistung der Unternehmen auf nationaler und regionaler Ebene in der Gliederung nach Wirtschaftsbereichen entsprechend der ÖNACE 2008. Wichtige Basisdaten zur Berechnung des Bruttoinlandsproduktes im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auf nationaler und regionaler Ebene, für Input-Output-Tabellen sowie für Wirtschaftsprognosen werden zur Verfügung gestellt.

Der Vergleich mit den Vorjahresergebnissen zeigt, dass die Produktions- und Dienstleistungsunternehmen im Jahr 2018 bei den Beschäftigten (+2,6%) und den Umsatzerlösen (+6,3 %) Zuwächse erzielten. Die höchsten Steigerungsraten bei den Umsatzerlösen im Vergleich zu 2017 wurden in der „Energieversorgung“ (+ 13,5%), in den „Sonstigen Dienstleistungen“ (+13,3%), im Bergbau (+11,0%), in den „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (+8,8%), in der „Information und Kommunikation“ (+8,6%) sowie in der Herstellung von Waren (+7,2%) gemessen.

Im Vergleich des Produzierenden Bereiches mit dem Dienstleistungsbereich (siehe Grafik „Produzierender Bereich und Dienstleistungen (einschl. Handel) 2018 im Vergleich“) zeigt sich, dass etwas mehr als vier Fünftel (80,4%) der Unternehmen in den Dienstleistungsbranchen tätig waren, während sich bei den Beschäftigten ein Anteil von fast zwei Drittel (66,4%) ergab. Gemessen an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten entfielen 39,7% auf den Produzierenden Bereich und 60,3% auf den Dienstleistungsbereich – auf welchen mit 496,2 Mrd. Euro auch 61,5% der gesamten Umsatzerlöse entfielen und in welchem mehr als zwei Drittel (69,4 %) der gesamten Investitionen getätigt wurden.

Bei der Betrachtung der Ergebnisse nach aggregierten Wirtschaftsbereichen zeigt sich, dass im Bereich Dienstleistungen (ohne Handel) mehr als die Hälfte aller Unternehmen (57,3%) tätig waren. Der Anteil an den Beschäftigten betrug 44,1% und an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten 42,4%. Auf den Sachgüterbereich und den Bau entfielen zwar die geringsten Anteile an den Unternehmen (8,9 % bzw. 10,7%), gemessen am Produktionswert wies jedoch vor allem der Sachgüterbereich mit 46,2% einen hohen Anteil auf, währenddessen der Bau 9,7% erreichte. Nahezu ein Viertel der Unternehmen (23,1%) war im Handel tätig. Diese Unternehmen konnten mit 22,3% der Beschäftigten den höchsten Anteil an den Umsatzerlösen (33,3%) erzielen, gefolgt vom Sachgüterbereich (32,1%) und den Dienstleistungen (28,2%).

Die Ergebnisse nach Beschäftigtengrößenklassen spiegeln die überwiegend kleinbetriebliche Struktur der österreichischen Wirtschaft wider. Für das Berichtsjahr 2018 zeigte sich, dass 301.925 Unternehmen (87,1%) mit weniger als zehn Beschäftigten tätig waren, aber nur 16,3% der gesamten Umsatzerlöse und 17,3% der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten erzielten. 1.243 Unternehmen (0,4%) wiesen hingegen 250 und mehr Beschäftigte auf. In Unternehmen dieser Größenordnung waren jedoch etwa ein Drittel (33,1%) aller Beschäftigten tätig. Der Anteil dieser Unternehmen an den Umsatzerlösen betrug 37,6%, an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten 39,5% und an den Investitionen 37,2%. Bei der Betrachtung der „Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten 2018 nach Wirtschaftsbereichen und Beschäftigtengrößenklassen“ (siehe Grafik) zeigt sich, dass bei Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten der größte Wertschöpfungsanteil im Dienstleistungsbereich (60,4%) erbracht wurde, hingegen entfällt der größte Anteil an der Wertschöpfung bei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten auf den Sachgüterbereich (47,9%).

Die Ergebnisse nach Umsatzgrößenklassen zeichnen ein ähnliches Bild wie jene nach Beschäftigtengrößenklassen. Im Berichtsjahr 2018 erzielten 293.496 Unternehmen (84,7%) einen Umsatz von jeweils weniger als 1 Mio. Euro. Diese Einheiten erwirtschafteten mit einem Anteil von 25,7% an den Beschäftigten insgesamt 6,9 % der Umsatzerlöse und 11,4% der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten. Jene 2.068 Unternehmen (0,6%), die im Berichtsjahr 2018 einen Umsatz von 50 Mio. Euro und mehr aufwiesen, erwirtschafteten mit 33,2% der Beschäftigten, 61,7% der Umsatzerlöse und 48,1% der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten.

Mit dem Berichtsjahr 2018 stehen erstmals auch Daten für das statistische Unternehmen (siehe Hinweise) zur Verfügung. Die 346.469 rechtlichen Einheiten der Leistungs- und Strukturstatistik 2018 wurden mittels Profiling zu 322.441 statistischen Unternehmen zusammengefasst, um bei Unternehmensgruppen wesentliche interne Lieferungen und Leistungen zwischen rechtlichen Einheiten des selben statistischen Unternehmens in den Ergebnissen der Leistungs- und Strukturstatistik unberücksichtigt zu lassen. Die Ergebnisse nach statistischen Unternehmen weisen für das Berichtsjahr 2018 Umsatzerlöse in der Höhe von 790,4, Mrd. Euro aus. Daraus ergaben sich ein Produktionswert von 525,2 Mrd. Euro und eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 215,8 Mrd. Euro. Somit wurden 17,0 Mrd. Euro an internen Lieferungen und Leistungen, die zwischen rechtlichen Einheiten des selben statistischen Unternehmens getätigt wurden, konsolidiert. Bei den Beschäftigten und der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten gab es aufgrund des additiven Charakters der Merkmale keinen Konsolidierungseffekt, jedoch ebenso Verschiebungen zwischen den Wirtschaftsbereichen. Die stärksten Verschiebungen waren vom Dienstleistungsbereich in den Produzierenden Bereich zu beobachten, was z.B. an der Auslagerung von Hilfstätigkeiten für den Produktionsprozess wie z.B. IT oder Transport in getrennte rechtliche Einheiten innerhalb von Unternehmensgruppen liegt.

Neben den Ergebnissen auf Unternehmensebene (rechtliche Einheit und statistisches Unternehmen) sind Betriebsergebnisse für Gesamtösterreich und getrennt nach Bundesländern verfügbar. Die 347.255 Betriebe der Produktions- und Dienstleistungsunternehmen erwirtschafteten in Gesamtösterreich Betriebserlöse von 811,2 Mrd. Euro.

Im Rahmen der Leistungs- und Strukturstatistik 2018 wurden auch Beschäftigte im Jahresdurchschnitt, Bruttolöhne und -gehälter sowie Bruttoinvestitionen in Sachanlagen auf Ebene der Arbeitsstätten erhoben, wobei hier 439.735 Arbeitsstätten erfasst wurden.

Hinweis

Die EU-Verordnung über die strukturelle Unternehmensstatistik ist die Grundlage für die Sammlung von Informationen über alle marktwirtschaftlichen Tätigkeiten im Rahmen der jährlichen Leistungs- und Strukturstatistik für die Abschnitte B bis N sowie die Abteilung 95 der ÖNACE 2008 ab dem Berichtsjahr 2008 gemäß der Leistungs- und Strukturstatistikverordnung, BGBl. II Nr. 428/2003, idgF.

Gemäß EU-Verordnung über die statistischen Einheiten (Verordnung (EWG) Nr. 696/93, vom 13. März 1993 idgF) ist das (statistische) Unternehmen „als kleinste Kombination rechtlicher Einheiten“ mit einem gewissen Maß an Entscheidungsfreiheit definiert. Daher können rechtliche Einheiten zu größeren Unternehmenseinheiten zusammengefasst werden. Hierbei kommt das sogenannte manuelle oder automatische Profiling von Unternehmensgruppen zum Einsatz, ein Verfahren durch das die statistischen Unternehmen abgeleitet werden können (für eine genaue Beschreibung der Methodik, siehe Statistische Nachrichten 11/2019, S. 870ff.). In den Statistischen Nachrichten, Heft 8/2020 erfolgt eine ausführliche Beschreibung. Zu beachten ist, das national für einen Übergangszeitraum (voraussichtlich bis Berichtsjahr 2020) sowohl Ergebnisse in gewohnter Form auf Basis der rechtlichen Einheit, als auch auf Ebene des statistischen Unternehmens veröffentlicht werden. Zu berücksichtigen gilt es zudem, dass Ergebnisse seitens Eurostat ab dem Berichtsjahr 2018 ausschließlich auf Basis des statistischen Unternehmens publiziert werden.

Die Verordnung (EG) Nr. 295/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2008 über die strukturelle Unternehmensstatistik (Neufassung) regelt seit dem Berichtsjahr 2008 u.a. die Erstellung struktureller Unternehmensstatistiken auf europäischer Ebene nach der Klassifikation für wirtschaftliche Tätigkeiten NACE Rev. 2.

Leistungs- und Strukturstatistik 2019 - Vorläufige Ergebnisse
Ergebnisse im Überblick: Leistungs- und Strukturstatistik 2018
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Hauptergebnisse
Leistungs- und Strukturstatistik 2017 - Hauptergebnisse
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Hauptergebnisse Statistisches Unternehmen
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Hauptergebnisse nach Beschäftigtengrößenklassen
Leistungs- und Strukturstatistik 2017 - Hauptergebnisse nach Beschäftigtengrößenklassen
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Hauptergebnisse nach Umsatzgrößenklassen
Leistungs- und Strukturstatistik 2017 - Hauptergebnisse nach Umsatzgrößenklassen
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Vergleich der Hauptdaten mit dem Vorjahr
Leistungs- und Strukturstatistik 2017 - Vergleich der Hauptdaten mit dem Vorjahr
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Betriebsergebnisse
Leistungs- und Strukturstatistik 2017 - Betriebsergebnisse
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Arbeitsstättenergebnisse
Leistungs- und Strukturstatistik 2017 - Arbeitsstättenergebnisse
Leistungs- und Strukturstatistik 2005 - 2007 nach ÖNACE 2008

Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Produzierender Bereich und Dienstleistungen im Vergleich
Leistungs- und Strukturstatistik 2018 - Verteilung der Wertschöpfung nach Branchen und Unternehmensgröße


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Leistungs- und Strukturstatistik 2018, Produktion und Dienstleistungen

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Leistungs- und Strukturstatistik 2017, Produktion und Dienstleistungen

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Leistungs- und Strukturstatistik 2015, Produktion und Dienstleistungen

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