Arbeitskostenindex

Der arbeitstägig bereinigte Arbeitskostenindex (AKI) der gesamten erfassten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008) ist im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal vorläufig um 11,6% gestiegen. Diese Erhöhung setzt sich zusammen aus dem Anstieg der Bruttolöhne und –gehälter um 10,7% und der indirekten Arbeitskosten um 14,4%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde. Im dritten Quartal ist der AKI vorläufig um 0,2% gewachsen.

Hinweis: Seit März 2020 gibt es bedingt durch die Corona-Pandemie entsprechende Reaktionen am Arbeitsmarkt wie Betriebsschließungen und Kurzarbeit, Quarantäne, Empfehlungen zu Überstunden- und Urlaubsabbau und ähnliches. Diese Reaktionen sind in den meisten Wirtschaftsabschnitten sehr zeitnah als weniger geleistete Arbeitsstunden messbar. Die Arbeitskosten bleiben jedoch häufig auf gleichem Niveau, da die Kurzarbeitsbeihilfe (zur Reduktion der Arbeitskosten) erst verzögert mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) verrechnet wird. Außerdem tragen einige Arbeitgeber die gleichbleibenden Arbeitskosten ohne Kurzarbeitsbeihilfe, und/oder es wird nicht sofort oder gar nicht mit Kündigungen reagiert. Die erwähnten AMS-Daten werden monatlich aktualisiert und betreffen auch abgerechnete Beihilfen die einige Monate zurückliegen, daher sind die Indexwerte vom aktuellen und vom Vorquartal (drittes und viertes Quartal 2020) als vorläufig anzusehen.

Produzierender Bereich +4,4% (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008)

In den Abschnitten B bis F haben sich die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, relativ zum Vorjahresquartal, moderat zwischen 0,1% und 5,4% entwickelt. Der höchste Anstieg war im Bereich Abschnitt „Bergbau“ (B) mit 5,4% zu verzeichnen (Löhne und Gehälter +4,6%, indirekte Arbeitskosten +7,8%). Im Abschnitt mit den meisten Beschäftigten, „Herstellung von Waren“ (C), wurde ein Zuwachs von 4,5% verzeichnet. Relativ zum Abschnitt C wurden im Abschnitt „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (E) und im „Bau“ (F) mit 4,8% und 5,1% höhere Zuwächse erfasst. Im Abschnitt „Energieversorgung“ (D) wurde der geringste Zuwachs mit 0,1% errechnet.

Index ohne Prämien

Der arbeitstägig bereinigte Index ohne Prämien ist im Produzierenden Bereich, relativ zum Vorjahresquartal, um 3,6% gewachsen und somit weniger gestiegen als der Index inklusive Prämien (+4,4%).

Info: Prämien sind definiert als Entlohnungen, welche nicht mit jeder Lohn- oder Gehaltsperiode bezahlt werden (z.B. 13. und 14. Monatsgehalt, Sonderzahlung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit) sowie freiwillige Abfertigungen (z.B. Golden Handshake).

Dienstleistungsbereich +14,9% (Abschnitte G-S der ÖNACE 2008)

Generell ergab die vorläufige Berechnung eine höhere Belastung der Arbeitgeber im Dienstleistungsbereich als im Produzierenden Bereich durch die Corona-Pandemie.

Abschnitte G-N der ÖNACE 2008 +14,8%

Im Abschnitt mit den meisten Unternehmen und Beschäftigten, „Handel“ (G), ist der vorläufige Arbeitskostenindex, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 12,8% angestiegen (Löhne und Gehälter um +12,3% und indirekte Arbeitskosten um +14,8%). Die stärkste wirtschaftliche Folge der Corona-Pandemie, im Sinne von Zuwachs der Arbeitskosten je geleistete Stunde, war im Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ (I) mit 54,0% messbar. Aber auch in anderen Dienstleistungsbranchen wie in den Abschnitten „Information und Kommunikation“ (J) mit 16,8% und „Verkehr“ (H) mit 13,4% wurden hohe Anstiege verzeichnet. Der geringste Zuwachs wurde im Abschnitt „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (K) mit 3,1% erfasst.

Abschnitte O-S der ÖNACE 2008 15,1%

Der arbeitstägig bereinigte Index der Abschnitte O-S ist relativ zum Vorjahresquartal um 15,1% angestiegen (Bruttolöhne und –gehälter +13,9%, indirekte Arbeitskosten +19,2%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde).

Info: Die Veränderungsraten des aktuellen und des vorherigen Quartals sind vorläufig und können mit der Publikation des nachfolgenden Quartals revidiert werden. Zusätzlich werden jeweils im dritten Quartal die Indexwerte bis zum ersten Quartal des Vorjahres auf Grund der Verfügbarkeit endgültiger Daten revidiert.

Hinweis: Die Abschnitte H bis N und P bis S weisen aktuell keinen signifikanten arbeitstägigen Effekt auf, folglich sind bis zur möglichen Bereinigung der betreffenden Abschnitte die unbereinigten und die arbeitstägig bereinigten Reihen ident.

Info: Die Berechnung des Arbeitskostenindex beruht neben Administrativdaten auch auf statistischen Erhebungen, daher unterliegen die Indexwerte einer gewissen Zufallsschwankung. Diese ist im Dienstleistungsbereich vorrangig durch die Schwankungsbreite der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bestimmt.

Eurostat veröffentlicht die Ergebnisse des Arbeitskostenindex aller EU-Mitgliedstaaten und von anderen teilnehmenden Ländern (aktuell Norwegen und Türkei) in einer öffentlich zugänglichen Datenbank („Arbeitskosten“ > „Arbeitskostenindex“ > „Indizes von Arbeitskosten nach NACE Rev. 2 Tätigkeit - nominaler Wert, Vierteljährliche Daten (lc_lci_r2_q)“)

Ergebnisse im Überblick: Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Zusammenfassung B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der Zusammenfassung O-S der ÖNACE 2008
Arbeitskostenindex insgesamt ohne Prämien für den Produzierenden Bereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008


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