Arbeitskostenindex

Der arbeitstägig bereinigte Arbeitskostenindex (AKI) der gesamten erfassten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008) ist im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal vorläufig um 8,6% gestiegen. Diese Erhöhung setzt sich zusammen aus dem Anstieg der Bruttolöhne und –gehälter um ebenfalls 8,6% und den indirekten Arbeitskosten um 8,5%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde. Im vierten Quartal 2019 ist der AKI um 2,3% gewachsen.

Hinweis: Die Reaktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie von Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber (Schließungen, Kurzarbeit, Empfehlung zu Überstundenabbau, etc.) ab Mitte März 2020 führten in allen Abschnitten der ÖNACE 2008 zum Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden. Diese Entwicklung war vorrangig verantwortlich für die teilweise außergewöhnlich hohen Anstiege der Arbeitskosten pro geleistete Arbeitsstunde im ersten Quartal 2020, relativ zum Vorjahresquartal.

Info: Die Veränderungsraten des aktuellen Quartals sind vorläufig und können mit der Publikation des nachfolgenden Quartals revidiert werden. Zusätzlich werden jeweils im dritten Quartal die Indexwerte bis zum ersten Quartal des Vorjahres auf Grund der Verfügbarkeit endgültiger Daten revidiert.

Produzierender Bereich +5,7% (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008)

In den Abschnitten B bis F sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, relativ zum Vorjahresquartal zwischen 2,8% und 10,9% gestiegen. Der höchste Anstieg war im „Bau“ (F) mit 10,9% zu verzeichnen (Index für Löhne und Gehälter +11,0% und indirekte Arbeitskosten +10,5%). Im Abschnitt mit den meisten Beschäftigten, „Herstellung von Waren“ (C), wurde ein Zuwachs von 4,3% verzeichnet. Relativ zum Abschnitt C wurde im Bereich „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (E) mit 6,5% höhere und in den Abschnitten „Energieversorgung“ (D) mit 4,2% und „Bergbau“ (B) mit 2,8%, geringere Arbeitskosten pro Stunde erfasst.

Index ohne Prämien

Der arbeitstägig bereinigte Index ohne Prämien ist im Produzierenden Bereich, relativ zum Vorjahresquartal, um 5,9% gewachsen und ist somit geringfügig stärker gestiegen als der Index inklusive Prämien (+5,7%).

Info: Prämien sind definiert als Entlohnungen, welche nicht mit jeder Lohn- oder Gehaltsperiode bezahlt werden (z.B. 13. und 14. Monatsgehalt, Sonderzahlung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit) sowie freiwillige Abfertigungen (z.B. Golden Handshake).

Dienstleistungsbereich +9,8% (Abschnitte G-S der ÖNACE 2008)

Abschnitte G-N der ÖNACE 2008 +11,5%

Im Abschnitt mit den meisten Unternehmen und Beschäftigten, „Handel“ (G), ist der Arbeitskostenindex, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 8,7% gestiegen (Löhne und Gehälter um +8,8% und indirekte Arbeitskosten um +8,7%). Der größte Zuwachs bei den Arbeitskosten je geleistete Stunde wurde im Abschnitt „Beherbergung und Gastronomie“ (I) mit 25,3% erfasst. Ebenfalls starke Anstiege wurden in den Abschnitten „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (N; +19,8%) und „Grundstück und Wohnungswesen“ (L; +15,6%) verzeichnet.

Abschnitte O-S der ÖNACE 2008 +6,8%

Der arbeitstägig bereinigte Index der Abschnitte O-S ist relativ zum Vorjahresquartal um 6,8% angewachsen (Bruttolöhne und –gehälter +7,1%, indirekte Arbeitskosten +5,7%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde).

Hinweis: Die Abschnitte I bis L und P, R und S weisen aktuell keinen signifikanten arbeitstägigen Effekt auf, folglich sind bis zur möglichen Bereinigung der betreffenden Abschnitte die unbereinigten und die arbeitstägig bereinigten Reihen ident. Bei den Reihen „indirekte Arbeitskosten“ in den Abschnitten H, N und Q und bei der Reihe „Löhne und Gehälter“ im Abschnitt N ist jedoch ein Schaltjahreseffekt messbar, welcher bereinigt wird und folglich eine gewisse Veränderung dieser Reihen, inklusive der hieraus resultierenden Reihe „Arbeitskosten insgesamt“, bewirkt.

Info: Die Berechnung des Arbeitskostenindex beruht auf Administrativdaten und statistischen Erhebungen, daher unterliegen auch die Indexwerte einer gewissen Zufallsschwankung. Diese ist im Dienstleistungsbereich vorrangig durch die Schwankungsbreite der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bestimmt.

Eurostat veröffentlicht die Ergebnisse des Arbeitskostenindex aller EU-Mitgliedstaaten und von anderen teilnehmenden Ländern (aktuell Norwegen und Türkei) in einer öffentlich zugänglichen Datenbank („Arbeitskosten“ > „Arbeitskostenindex“ > „Indizes von Arbeitskosten nach NACE Rev. 2 Tätigkeit - nominaler Wert, Vierteljährliche Daten (lc_lci_r2_q)“)

Ergebnisse im Überblick: Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Zusammenfassung B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der Zusammenfassung O-S der ÖNACE 2008
Arbeitskostenindex insgesamt ohne Prämien für den Produzierenden Bereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008


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