Gesundheitsvorsorge

Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge und der Prävention von Erkrankungen haben in der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion einen hohen Stellenwert. Präventive Maßnahmen können dazu beitragen, Krankheiten und Folgeerkrankungen und somit auch hohe Behandlungskosten zu vermeiden. Allerdings wurde in Österreich bislang der überwiegende Teil der öffentlichen Gesundheitsausgaben für die kurative Versorgung verwendet und nur ein geringer Anteil (ca. 2%) für die Gesundheitsförderung und Prävention.

Nachfolgende Ergebnisse stammen aus der „Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014“.

Die am häufigsten in Anspruch genommene Vorsorgeuntersuchung war die Blutdruckmessung: Im Jahr vor der Befragung wurde sie bei mehr als zwei Drittel der Befragten im Alter ab 15 Jahren durchgeführt (69%). Frauen ließen in den vorangegangenen zwölf Monaten tendenziell häufiger eine Blutdruckmessung vornehmen als Männer (72% bzw. 67%). Bei den Befragten ab 60 Jahren war die Inanspruchnahme einer Blutdruckmessung deutlich häufiger als bei den unter 60-Jährigen (83% zu 64%). Lediglich 2% der Befragten ließen noch nie eine Blutdruckmessung vornehmen.

Die Cholesterinmessung und die Blutzuckerbestimmung wurden von den Befragten in ähnlichem Ausmaß in Anspruch genommen: Deutlich mehr als die Hälfte der Personen ab 15 Jahren (57% bzw. 58%) ließen diese Untersuchungen im Jahr vor der Befragung durchführen – und nur ein geringer Teil (9% bzw. 7%) hat sie noch nie in Anspruch genommen. Wie schon bei der Blutdruckmessung gilt auch für Messungen von Cholesterin und Blutzucker, dass die Inanspruchnahme mit zunehmendem Alter häufiger wird.

Die beiden Vorsorgemaßnahmen betreffend die Darmgesundheit – der Okkultbluttest und die Darmspiegelung – werden für die Altersgruppe ab 50 Jahren empfohlen. Rund ein Drittel der Befragten ab 50 Jahren (31%) ließ im Jahr vor der Befragung einen Okkultbluttest vornehmen, weitere 47% vor länger als zwölf Monaten; jede Fünfte der befragten Personen ab 50 Jahren (22%) hat sich dieser Untersuchung noch nie unterzogen. Die Darmspiegelung wurde im Vergleich zum Okkultbluttest selten in Anspruch genommen: Lediglich jede achte Person ab 50 Jahren (12%) ließ im Jahr vor der Befragung eine Darmspiegelung durchführen, aber immerhin weitere 47% der Befragten hatten sich vor länger als einem Jahr dieser Untersuchung unterzogen; das bedeutet, dass 41% der Befragten ab 50 Jahren noch nie eine Darmspiegelung durchführen ließen.

Unter den frauenspezifischen Vorsorgeuntersuchungen sind die Mammographie und der Gebärmutterhalsabstrich (Krebsabstrich) wesentliche Maßnahmen, da sie die häufigsten Krebserkrankungen von Frauen betreffen. Die Empfehlung zur Inanspruchnahme einer Mammographie betrifft Frauen ab 45 Jahren. In dieser Altersgruppe haben 93% der Frauen schon jemals eine Mammographie in Anspruch genommen, 40% der Frauen ab 45 Jahren ließen sich im Jahr vor der Befragung untersuchen. Einen Gebärmutterhalsabstrich haben 92% der befragten Frauen ab 15 Jahren schon jemals in Anspruch genommen, mehr als die Hälfte der Frauen dieser Altersgruppe (54%) ließ diese Untersuchung im Jahr vor der Befragung durchführen.

9% der Befragten gaben an, im Jahr vor der Befragung eine Grippeimpfung in Anspruch genommen zu haben. Bei weiteren 22% lag die Impfung länger als ein Jahr zurück. Die Grippeimpfung sollte aufgrund der hohen Mutationsrate des Influenzavirus jährlich erfolgen. Mehr als zwei Drittel der befragten Personen (69%) hatten noch niemals eine Grippeimpfung in Anspruch genommen.

Im Gegensatz zur Grippeimpfung bestand bei der alle fünf Jahre aufzufrischenden FSME-Impfung (Zeckenimpfung) bei rund zwei Drittel der Befragten (65%) ein aufrechter Impfschutz.

Die Pneumokokkenimpfung wird Personen höheren Alters zum Schutz vor Lungenentzündungen empfohlen. Jede Zehnte der befragten Personen ab 60 Jahren (11%) hatte einen aufrechten Impfschutz gegen eine Pneumokokkeninfektion.

Für die Impfungen gegen Tetanus, Diphterie und Polio wird empfohlen, dass alle zehn Jahre eine Auffrischung durchgeführt wird. Während ein aufrechter Impfschutz gegen Tetanus von rund drei Viertel der befragten Personen ab 15 Jahren (74%) angegeben wurde, lag der Anteil der gegen Diphterie und Polio geschützten Personen jeweils bei weniger als der Hälfte der Befragten (47% bzw. 45%). Bei den Impfungen gegen Diphterie und Polio war allerdings der Anteil der Personen, die nicht wussten, ob ihr Impfschutz noch wirksam ist, mit 9% bzw. 7% höher als bei den anderen Impfungen.

Ergebnisse im Überblick: Gesundheitscheck – Vorsorgeuntersuchungen seit 1990
Gesundheitscheck: Vorsorgeuntersuchungen seit 1990 nach Geschlecht und Bundesland

Gesundheitsbefragung 2014

Blutdruck 2014
Cholesterin 2014
Darmspiegelung 2014
Impfschutz 2014
Krebsabstrich 2014
Mammographie 2014
Blutzuckermessung 2014
Test auf verstecktes Blut im Stuhl 2014

Gesundheitsbefragung 2006/07

Blutdruck 2006/07
Cholesterin 2006/07
Darmspiegelung 2006/07
Früherkennung Prostatakrebs 2006/07
Impfschutz 2006/07
Krebsabstrich 2006/07
Mammographie 2006/07

Mikrozensus-Sonderprogramme

Aufrechter Impfschutz (ausgewählte Impfungen) 1999
Aufrechter Impfschutz gegen Kinderlähmung (Polio) 1999
Aufrechter Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) 1999
Aufrechter Impfschutz gegen Grippe 1999
Aufrechter Impfschutz gegen Zeckenkrankheit (FSME) 1999


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