Umweltbedingungen, -verhalten

Mikrozensus Umweltbedingungen, Umweltverhalten; 3. Quartal 2015 - Ergebnisse

Der MZ Umweltbedingungen, Umweltverhalten 2015 zeigt auf, in welchem Ausmaß Menschen in ihrem Wohnbereich von Lärm, Gerüchen, Staub oder Ruß beeinträchtigt und welche Ursachen dafür vermutet werden. Auch eine Einschätzung der allgemeinen Umweltqualität in Österreich sowie das vordringlichste Umweltproblem wurden erfasst. Weiters wurde von den befragten Personen eine Beurteilung ihrer Lebensqualität sowie möglicher Einflussfaktoren darauf vorgenommen.

Auch wurde das Umweltverhalten der Österreicherinnen und Österreicher analysiert. Dazu wurde der Kauf ökologischer Produkte untersucht, Fragen zur Mülltrennung der Haushalte durchleuchtet und erörtert, inwieweit ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt auch bei der Urlaubswahl eine Rolle spielt. Der Themenkomplex Mobilität in Österreich wurde im Rahmen der Erhebung ausführlich behandelt, wobei die gemachten Angaben zur Verkehrsmittelwahl und die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel analysiert wurden.

Die Daten wurden nach sozio-demografischen Unterscheidungen wie beispielsweise Geschlecht, Alter, Ausbildung oder regionalen Gliederungen ausgewertet und veröffentlicht.

Im Jahr 2015 fühlten sich 38,7% der Österreicherinnen und Österreicher in ihrer Wohnung durch Lärm belastet, 3,9% gaben eine sehr starke, 7,6% eine starke Lärmstörung an. Der Verkehr stellt 2015 erstmals nicht die größte Lärmquelle dar, er wurde in 49,5% der Fälle als Ursache für die Lärmstörung genannt.  Seine Bedeutung ist gegenüber 2011 um 12%-Punkte, gegenüber 2007 und 2003 sogar noch deutlicher (-14,7%-Punkte bzw. -24%-Punkte) zurückgegangen. Als Hauptursache für Lärmbelästigung werden nicht-verkehrsbedingte Lärmquellen (50,2%) und hier vor allem Baustellen (35,4%) genannt.

16,3% der Österreicherinnen und Österreicher meldeten eine Beeinträchtigung durch Geruchsentwicklung oder Abgase in ihrem Wohnbereich, mehr als ein Drittel (39,7%) der Betroffenen gab den Verkehr als Hauptursache an. Durch Staub und/oder Ruß im Wohnbereich fühlten sich 2015 im Durchschnitt 14,6% der Befragten beeinträchtigt.

Die Bereiche Trinkwasserqualität, Wasserqualität der Seen und Flüsse, Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und Grünraum wurden von den befragten Personen zu jeweils über 90% als gut beurteilt. Weniger gut werden die allgemeine Luftqualität (85,6%) und die Lärmsituation in Österreich (73%) eingeschätzt. Treibhauseffekt und Klimaveränderung (25,9%) sowie das steigende Verkehrsaufkommen (23,0%) stellen anteilsmäßig das größte Umweltproblem für die Befragten dar, gefolgt vom steigenden Abfallaufkommen (19,5%) sowie der Zerstörung von Natur und Landschaft (17,7%). Knapp 49% der Österreicherinnen und Österreicher schätzen ihre Lebensqualität als sehr gut und 48% als gut ein, wobei die wichtigsten Einflussfaktoren der Gesundheitszustand (81,5%), das soziale Netz (68,7%), die Wohnsituation und das Wohnumfeld (60,8%) sind. Immerhin 49,9% der Österreicherinnen und Österreicher sind der Meinung es bedürfe eines laufenden Wirtschaftswachstums, damit es uns gut geht.

83,1% der Österreicherinnen und Österreicher kauften in den letzten 12 Monaten zumindest ein Erzeugnis aus der Kategorie Bio-Obst und Bio-Gemüse. 78,2% erstanden zumindest einmal Bio-Milch und Bio-Milchprodukte. In den letzten 3 Jahren hatten 21,9% der Befragten umweltfreundliche Tapeten/Farben/Lacke erworben, 17,4% kauften ökologisch produzierte Möbel. Über 80% der Österreicherinnen und Österreicher achten beim Einkauf darauf, ob die Erzeugnisse aus der Region kommen, oder ob Obst und Gemüse gerade Saison haben; ob ein Produkt gentechnikfrei ist, beeinflusst die Kaufentscheidung von 71,5% der Personen.

99,1% der befragten Personen teilten mit, Altpapier, 97,7% Altglas gesondert zu entsorgen, am seltensten wurde Biomüll getrennt gesammelt (84,9%). Eine hohe Umweltqualität (also saubere Luft, sauberes Wasser und Ruhe) sowie das Angebot an regionalen Produkten sind für mehr als die Hälfte der Befragten die wichtigsten Beurteilungskriterien bei Urlaubsreisen. Aber auch die Möglichkeit umweltfreundlich anzureisen bzw. umweltfreundliche Mobilitätsangebote in der Urlaubsregion sind für rund ein Drittel ausschlaggebend bei der Wahl ihres Urlaubsortes.

Über 90% der österreichischen Bevölkerung verwendeten 2015 für ihre täglichen Wege zumindest gelegentlich das Auto (selbst lenkend oder mitfahrend), 35,3% nutzten es täglich. Die öffentlichen Verkehrsmittel Bahn, Bus, Straßenbahn und U-Bahn wurden von mehr als 60% der Befragten zumindest gelegentlich frequentiert, 16,6% nutzten sie täglich. 69,7% der Befragten finden Öffentliche Verkehrsmittel attraktiv, als Hauptgrund für eine mangelnde Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel wurden schlechte Verbindungen (71,5%) und unzureichende Intervalldichte (49,9%) genannt.

Mikrozensus 3. Quartal 2015

Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Geruchsbelästigung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Vordringlichstes Umweltproblem
Einkauf von Bioprodukten
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Beurteilungskriterien für Urlaubsreisen

Mikrozensus 3. Quartal 2011

Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Geruchsbelästigung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Vordringlichstes Umweltproblem
Einkauf von Bioprodukten
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Beurteilungskriterien für Urlaubsreisen

Mikrozensus 4. Quartal 2007

Geruchsbelästigung im Wohnbereich tagsüber und/oder nachts
Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Vordringlichstes Umweltproblem
Einkauf von Bioprodukten
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Umweltverhalten bei Urlaubsreisen

Mikrozensus Dezember 2003

Beeinträchtigung durch Lärm im Wohnbereich
Beeinträchtigung durch Gerüche im Wohnbereich
Beeinträchtigung durch Tabakrauch
Beeinträchtigung durch Staub und/oder Russ im Wohnbereich
Beeinträchtigung durch Staub und/oder Russ allgemein
Beeinträchtigung infolge schlechter Luftqualität

Lärmstörung am Tag und/oder in der Nacht (Entwicklung 1970 bis 2015)
Belästigung durch Geruchsentwicklung bzw. Abgase am Tag und/oder in der Nacht (Entwicklung 1973 bis 2015)
Einschätzung der Umweltqualität in Österreich 2015
Einkauf von biologischen Lebensmitteln 2003, 2007, 2011 und 2015
Verkehrsmittelwahl für tägliche Wege 2015
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