Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Juni 2021

Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen

Ergebnisse der Gesundheitsbefragung 2019

Die bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsleistungen ist eine große gesundheitspolitische Herausforderung, insbesondere angesichts begrenzter Ressourcen und der demographischen Entwicklung. Zur Planung und Sicherstellung der Versorgungsstruktur benötigt die Gesundheitspolitik Informationen über die Nutzung der unterschiedlichen Versorgungsangebote. Die Gesundheitsbefragung 2019 liefert dazu wichtige Eckdaten der Inanspruchnahme der ambulanten und stationären Versorgung sowie von Präventionsmaßnahmen in Österreich und berichtet auch, ob die österreichische Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung zufrieden ist. Eine Auswertung der durch die Gesundheitsbefragung gesammelten Daten zeigt etwa, dass jede sechste Person ab 15 Jahren in den letzten zwölf Monaten vor dem Befragungszeitpunkt zumindest eine Nacht im Spital verbrachte und weitere 17% einen tagesklinischen Aufenthalt hatten. 5,9 Mio. Menschen waren zumindest einmal bei einem praktischen Arzt bzw. einer Ärztin. Die von Frauen am häufigsten genutzten Vorsorgeuntersuchungen betrafen Brust- und Gebärmutterhalskrebs. Beim aufrechten Impfschutz wurde am häufigsten Tetanus (74%) genannt. Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung war mit der Qualität der medizinischen Versorgung zufrieden.

Gender Pay Gap

Analysen zum geschlechtsspezifischen Lohnunterschied

Der EU-Indikator „Gender Pay Gap“ wird in der gesamten Europäischen Union einheitlich auf Basis der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste der unselbständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft berechnet. In Österreich hat sich der Gender Pay Gap von 25,5% im Jahr 2006 auf 20,4% im Jahr 2018 verringert. Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten zählt Österreich aber weiterhin zu den Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden und liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 15,3% (2018). Analysen zum Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf den Gender Pay Gap zeigen, dass durch die im Modell berücksichtigten Faktoren 6,4 Prozentpunkte erklärt werden können, dagegen bleiben 14,0 Prozentpunkte unerklärt. Zu den wichtigsten Faktoren im Modell zählen die Branche (2,9 Prozentpunkte), das Ausmaß der Beschäftigung (2,6 Prozentpunkte) und die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit (1,7 Prozentpunkte). Der Faktor Beruf hat zwar an Bedeutung verloren, reduziert den Gender Pay Gap aber immer noch um 1,6 Prozentpunkte. Ginge es dagegen rein nach der formalen Ausbildung, müssten Frauen bereits mehr verdienen als Männer (1,2 Prozentpunkte).

Feldfruchternte 2020

Die Getreideernte 2020 (inkl. Körnermais) umfasste eine Produktionsmenge von 5,67 Mio. t. Damit fiel die Ernte um 4,6% höher als im Vorjahr aus, womit auch wieder ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt werden konnte (+10,5% zum Zehnjahresdurchschnitt). Die Ernte von Ölsaaten und Körnerleguminosen lag mit 432.000 t unter dem Vorjahresniveau (-3,8%), überstieg aber das Zehnjahresmittel um 3,3%. Bei Hackfrüchten wuchs die Produktion trotz leicht verminderter Anbaufläche auf 2,98 Mio. t und lag damit um 9,6% über dem Vorjahreswert, jedoch wegen der stark rückläufigen Flächentendenz bei Zuckerrüben um 21,3% unter dem langjährigen Mittel.

Schlachtungsstatistik 2020

Im Jahr 2020 wurden österreichweit insgesamt 645.000 Rinder (inkl. Kälber), 5.068.000 Schweine, 312.000 Schafe (inkl. Lämmer), 61.300 Ziegen (inkl. Kitze) sowie 424 Pferde und andere Einhufer (inkl. Fohlen) geschlachtet. Dabei fielen insgesamt 216.000 t Rind-, 504.000 t Schweine- sowie 6.500 t Schaffleisch an. Dazu kamen noch geringe Mengen an Ziegen- (639 t) und Pferdefleisch (90 t).

Umsatzsteuerstatistik 2018

Hauptergebnisse und Analyse branchenspezifischer Besonderheiten

Für das Veranlagungsjahr 2018 weist die Statistik der Umsatzsteuer 694.525 Steuerpflichtige aus. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 0,6%. Der von diesen Unternehmen erzielte steuerbare Umsatz war mit 774,7 Mrd. € um 5,4% größer als 2017; davon blieb fast ein Drittel (252,1 Mrd. €) steuerfrei. Vom steuerpflichtigen Umsatz in der Höhe von 486,5 Mrd. € entfielen 373,8 Mrd. € (77%) auf den Normalsteuersatz von 20%, 98,2 Mrd. € (20%) auf den ermäßigten Steuersatz von 10% und 14,3 Mrd. € (3%) auf den 2016 neu eingeführten Steuersatz von 13%. Der umsatzstärkste Bereich war der Handel mit 235,2 Mrd. € (30%) und 103.142 (15%) Steuerpflichtigen, gefolgt von der Herstellung von Waren mit einem Umsatzanteil von 23% (180,5 Mrd. €) und 30.553 (4%) Steuerpflichtigen. 517.566 Steuerpflichtige (75%) waren einkommen- und 176.959 (25%) körperschaftsteuerpflichtig. Die saldierte Steuerschuld (Saldo aus Abgabenschuld und Gutschrift) betrug 24,9 Mrd. €, die sich im Wesentlichen aus der Summe von Bruttoumsatzsteuer (106,8 Mrd. €) und Erwerbsteuer für Einfuhren aus der Europäischen Union (22,4 Mrd. €), vermindert um die abziehbare Vorsteuer (104,0 Mrd. €), ergab.

VPI im April 2021

Die allgemeine Teuerung ging im April 2021 auf 1,9% zurück (März 2021: 2,0%). Die wichtigsten Preistreiber blieben weiterhin Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von den Treibstoffen. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,9% gleich hoch wie jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 hatten im April 2021 etwas größere Auswirkungen auf die Berechnung der Inflationsrate als im März 2021.

Öko-Steuern 1995-2019

Bereits 1998 wurde auf internationaler Ebene ein einheitliches Konzept zur Erfassung der Öko-Steuern (Eco-Taxes) geschaffen. Darunter fallen jene Steuern, deren Bemessungsgrundlage eine nachweislich schädliche Wirkung auf die Umwelt hat. Für 2019 ergaben sich Einnahmen in der Höhe von 9,8 Mrd. €, um 2,5% mehr als im Jahr 2018. Den höchsten Anteil am Öko-Steuer-Aufkommen hatten – wie in den Jahren zuvor – die Energiesteuern, gefolgt von den Transportsteuern (zusammen rund 92%). Ökologisch relevante Zahlungsströme werden immer bedeutender, finden aber laut internationalen Richtlinien unter den Öko-Steuern keine Berücksichtigung. Ihnen kommen jedoch Lenkungseffekte analog zu den klassischen Öko-Steuern zu.