Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen November 2019

Working Poor

Armutsgefährdung von Erwerbstätigen; Individuelle Einkommen und Äquivalenzeinkommen im Vergleich

Dieser Artikel präsentiert Zahlen zu „Working Poor“ basierend auf den Daten von EU-SILC anhand zweier Indikatoren: des traditionellen Eurostat-Indikators der „In-work at-risk-of-poverty rate“ sowie des neuen Indikators „Individuelle Armutsgefährdung im Haushaltskontext“. Der Eurostat-Indikator beruht auf dem äquivalisierten Haushaltseinkommen und erlaubt damit nur eingeschränkt sinnvolle Analysen nach Individualmerkmalen wie dem Geschlecht. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren stellt der neue Indikator auf das individuelle Einkommen der Erwerbstätigen ab, während der Haushaltskontext über die Armutsgefährdungsschwelle erfasst wird und damit aussagekräftige geschlechtsspezifische Analysen ermöglicht. Einen weiteren analytischen Zugewinn ermöglicht die kombinierte Betrachtung beider Indikatoren, die eine Antwort auf die Frage erlaubt, wie viele Erwerbstätige von weiteren Einkommen im Haushalt abhängig sind, um nicht armutsgefährdet zu sein. Neben der methodischen Darstellung werden Ergebnisse für 2018 sowie im Zeiterlauf (2008-2018) präsentiert.

Mindestsicherung 2018

Menschen, die ihre existenziellen Grundbedürfnisse (Lebensunterhalt, Wohnen, Schutz im Krankheitsfall) nicht oder nicht ausreichend durch eigene Mittel (Einkommen, Vermögen) oder vorrangig zustehende Sozialleistungen (Arbeitslosengeld etc.) sichern können und zu einem dauernden Aufenthalt in Österreich berechtigt sind, haben Anspruch auf Mindestsicherung. 2018 lebten pro Monat durchschnittlich 224.965 Personen in 116.214 von der Mindestsicherung unterstützten Bedarfsgemeinschaften (Ein- oder Mehrpersonenhaushalte). Der Großteil davon (63% der Personen) wohnte in Wien. 70% der Bedarfsgemeinschaften erhielten eine Aufstockung zu vorhandenen Eigenmitteln, 30% wurden zur Gänze von der Mindestsicherung unterstützt. Die monatliche Leistungshöhe pro Bedarfsgemeinschaft betrug durchschnittlich 638 € (pro Person 329 €). Die Jahresausgaben für die Mindestsicherung lagen bei 941 Mio. €; das waren weniger als 1% der Sozialausgaben insgesamt.

VPI im September 2019

Die allgemeine Teuerung ging im September 2019 auf 1,2% zurück (August 2019: 1,5%). Als wichtigste Preistreiber im Jahresabstand erwiesen sich erneut die Preise für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Dämpfend auf die Inflation wirkten niedrigere Preise für Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,2% genauso hoch wie jene des VPI.

Profiling von Unternehmensgruppen

Umsetzung in Österreich und Konsequenzen für die Leistungs- und Strukturstatistik

Die derzeitige Umsetzung der gültigen EU-Verordnung über die statistischen Einheiten für die Wirtschaftsstatistik gilt aufgrund der veränderten ökonomischen Realität als überholt. Eine Anpassung im Konzept der Wirtschaftsstatistiken ist notwendig, um z.B. die Aussagekraft der Leistungs- und Strukturstatistiken zu verbessern und durch einen integrierten Datenproduktionsprozess sowie den Fokus auf die Unternehmensgruppe die Konsistenz und Kohärenz der Daten zu verbessern und Doppelzählungen zu vermeiden. Ein nationaler Vollumstieg auf das im vorliegenden Artikel dargestellte „Statistische Unternehmen“ ist zwar erst mit der Implementierung der neuen EU-Vorgaben zur Unternehmensstatistik (FRIBS) mit Berichtsjahr 2021 geplant, jedoch wird das Berichtsjahr 2018 der Leistungs- und Strukturstatistik ein erster Meilenstein in diesem Prozess sein.

Bruttoinlandsprodukt 2018

In diesem Artikel werden die aktuellen Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Jahr 2018 vorgestellt. Darüber hinaus werden die Hintergründe zu Änderungen im Vergleich zum bisherigen Berechnungsstand für die Jahre 2015-2017 erläutert. Die Revisionen für diese Jahre ergeben sich vor allem aus dem Abstimmungsprozess der Aufkommens- und Verwendungstabellen sowie aus der Verfügbarkeit rezenter und detaillierter Unternehmensstatistiken. Das Bruttoinlandsprodukt Österreichs erhöhte sich im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr real um 2,4%. Obwohl dieser Wert etwas unter den vorläufigen Schätzungen liegt, bedeutet er das dritte Jahr in Folge ein markantes Wachstum (2016: +2,1%; 2017: +2,5%). Das reale Wachstum in der Europäischen Union (+2,0%) sowie im Euroraum (+1,9%) lag nach bisher vorliegenden Ergebnissen leicht darunter.