Energieausweisdatenbank (EADB)

Mit der EU Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2010/31/EU) werden Impulse zur Steigerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden gesetzt und – durch die Umsetzung der Richtlinie – bedeutendes Energie-Know-how im Gebäudesektor generiert.

In den Erwägungsgründen der Richtlinie wird ausgeführt, dass auf Gebäude 40 % des Gesamtenergieverbrauchs der Union entfallen. Der Sektor expandiert, wodurch sich sein Energieverbrauch weiter erhöhen wird. Daher sind die Senkung des Energieverbrauchs und die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen im Gebäudesektor wesentliche Maßnahmen, die zur Verringerung der Energieabhängigkeit der Union und der Treibhausgasemissionen benötigt werden. Zusammen mit einer verstärkten Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen würden Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs in der Union es der Union ermöglichen, das Kyoto-Protokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) einzuhalten und ihrer langfristigen Verpflichtung, den weltweiten Temperaturanstieg unter 2 °C zu halten, sowie ihrer Verpflichtung, bis 2020 die Gesamttreibhausgasemissionen gegenüber den Werten von 1990 um mindestens 20 % bzw. im Fall des Zustandekommens eines internationalen Übereinkommens um 30 % zu senken, nachzukommen. Ein geringerer Energieverbrauch und die verstärkte Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Energieversorgungssicherheit, der Förderung von technologischen Entwicklungen sowie der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und von Möglichkeiten der regionalen Entwicklung, insbesondere in ländlichen Gebieten (weiteres siehe Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2010/31/EU)).

Die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sollte nach einer Methode berechnet werden, die national und regional differenziert werden kann. Dabei sollten zusätzlich zu den Wärmeeigenschaften auch andere Faktoren von wachsender Bedeutung einbezogen werden, z.B. Heizungssysteme und Klimaanlagen, Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, passive Heiz- und Kühlelemente, Sonnenschutz, Raumluftqualität, angemessene natürliche Beleuchtung und Konstruktionsart des Gebäudes. Bei der Methode zur Berechnung der Energieeffizienz sollte nicht nur die Heizperiode eines Jahres, sondern die jährliche Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes zugrunde gelegt werden. Die Methode sollte die geltenden europäischen Normen berücksichtigen.

Der Energieausweis soll somit anhand unterschiedlicher Kennwerte den Energiestandard eines Gebäudes in seiner Gesamtheit beschreiben. Zur Bewertung werden der Energiebedarf für die Raumwärme, das Warmwasser, die Raumlufttechnik, die Beleuchtung und der Betrieb des Heizsystems berücksichtigt. Bei Nicht-Wohngebäuden kommt noch der Bedarf für Kühlung hinzu. Die berechneten Energiekennzahlen geben Aufschluss über einen zu erwartenden Verbrauch für die Beheizung und Warmwassererzeugung eines Gebäudes, die Effizienz des Haustechniksystems und die Auswirkungen des genutzten Energieträgers auf die Klimaerwärmung. Zu beachten ist jedoch, dass der tatsächliche Verbrauch durch das persönliche Nutzerverhalten und tatsächlich vorherrschende klimatische Bedingungen abweichen kann.

Die zentrale Erfassung der Daten aus den Berechnungen aller Energieausweise ermöglicht die in der EU-Richtlinie geforderten Datenbereitstellungen, unter anderem etwa die Einrichtung eines unabhängigen Kontrollsystems um die Qualität der Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz zu gewährleisten, sowie auch eine Nutzung der gewonnenen Daten für weitere Aufgaben, wie beispielsweise die Evaluierung der festgelegten Energiekennzahlen für die Wohnbauförderung oder die Ableitung von Standards für Nicht-Wohnbauten. Eine einheitliche Struktur der Daten in einer zentralen Datenbank kann darüber hinaus die Grundlage für Vergleiche der energetischen Qualität des Gebäudebestandes zwischen verschiedenen Gebäudekategorien aber auch zwischen einzelnen Regionen bieten.

Ziel der EADB ist die österreichweite Sammlung von Daten aus den Ergebnissen der Berechnung von Energieausweisen in einer einheitlichen Datenbank, verknüpft mit den relevanten Daten aus dem Adress-, Gebäude- und Wohnungsregister (AGWR). Durch diese Verknüpfung können die für eine eindeutige Zuordnung zu einem Objekt (Gebäude oder Nutzungseinheit) notwendigen Schlüssel sowie weitere relevante Daten zur Verfügung gestellt werden, wobei gleichzeitig auch sichergestellt werden kann, dass Energieausweise nur für tatsächlich bestehende Gebäude und mit von der Gemeinde vergebenen, rechtsgültigen Adressen ausgestellt werden.

Die Pflicht der Registrierung und Dateneinbringung obliegt aufgrund landesgesetzlicher Bestimmungen (näheres siehe Gesetzliche Grundlagen) dem Aussteller des Energieausweises. Gemäß dem Gebäude- und Wohnungsregistergesetz (GWR-Gesetz), BGBl. I Nr. 9/2004 idF BGBl. I Nr. 1/2013) hat die Bundesanstalt Statistik Österreich bei Bedarf als Dienstleister der Länder und Gemeinden im Gebäude- und Wohnungsregister eine gesonderte Datenbank (Energieausweisdatenbank) für die elektronische Registrierung von Energieausweisen einzurichten. Den Ländern ist es jedoch vorbehalten, ob sie die Registrierungspflicht den Ausweisausstellern in der zentralen Energieausweisdatenbank (EADB) oder in einer Landesdatenbank auferlegen. Sehen landesrechtliche Vorschriften die Registrierung und Dateneinbringung in einer Landesdatenbank vor, so muss sichergestellt werden, dass eine automatisierte Online-Registrierung auch in der zentralen Energieausweisdatenbank durchgeführt wird.

Landesrechtliche Bestimmungen (näheres siehe Gesetzliche Grundlagen) regeln die Registrierungs- und Dateneinbringungspflicht für die Aussteller von Energieausweisen hinsichtlich Art und Umfang, weiters die Einräumung eines Zugriffrechtes auf das AGWR (Adressen von Gebäuden und Nutzungseinheiten einschließlich deren Identifikationsnummern) und ein Zugriffsrecht auf die von ihnen eingebrachten Energieausweisen.

In der EADB werden ausschließlich die Ergebnisdaten der Energieausweisberechnung (entsprechend der Vorgabe der OIB- RL 6 Energieeinsparung und Wärmeschutz) sowie ausgewählte Berechnungsgrundlagen (wie z.B. Energiebereitstellungssystem, Art der Raumheizung, Warmwasserbereitstellungssystem, Art des Energieträgers, Art der Lüftung) abgebildet und verspeichert. Die vollständige Verspeicherung aller Berechnungsgrundlagen und Berechnungen selbst finden keine Berücksichtigung.

Im Zuge der Registrierung und Dateneinbringung wird von der EADB die GWR-Zahl generiert und für die Eintragung in den Energieausweis als Energieausweisnummer den Ausstellern von Energieausweisen direkt online zur Verfügung gestellt bzw. im Falle einer Einbringung über eine Landesdatenbank über diese nach Eintrag in der zentralen EADB. Daten zu einem Energieausweis können nach Einbringung in die EADB nicht bearbeitet, d.h. geändert werden. Eine etwaige Korrektur erfolgt durch Ausstellung und Einmeldung eines neuen Energieausweises, d.h. einer weiteren Ausweis-Version für ein gegebenes Objekt.

In der EADB werden (siehe oben) Ergebnisdaten der Energieausweise gesammelt und für statistische bzw. energiepolitisch relevante Auswertungen zur Verfügung gestellt. Die EADB dient jedoch nicht der Berechnung und Ausstellung von Energieausweisen und verfügt daher auch über keine Druckmöglichkeit von Energieausweisen.

Die Applikationen (Web-Services bzw. Web-GUI) zur Führung der EADB werden nach Abschluss einer Testphase beginnend mit 21. Juli 2014 von Statistik Austria bereitgestellt.