Pressemitteilung: 12.804-102/22

Außenhandel im Februar 2022: deutliche Wertzuwächse bei Brennstoffen und Energie

Wien, 2022-05-06 – Im Februar 2022 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 15,81 Mrd. Euro, das entspricht einem Anstieg von 21,1% gegenüber Februar 2021. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte von Gütern und stiegen um 14,7% auf 14,61 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 1,21 Mrd. Euro auf. Betrachtet man das Vorkrisenjahr 2019 als Basis, so zeigt sich, dass sich im Februar 2022 sowohl der Import (+18,8%) als auch der Export (+12,8%) gegenüber dem entsprechenden Vergleichsmonat 2019 sehr positiv entwickelte.

"Im Februar 2022 hat sich der Wert österreichischer Importe um satte 21,1% erhöht, die Exporte stiegen im Jahresabstand um 14,7%. Getrieben wurde die Entwicklung unter anderem von gestiegenen Energiepreisen, die hauptverantwortlich für starke Wertzuwächse bei den Importen von Brennstoffen und Energie mit +149,2% waren", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Februar 2022 Waren im Wert von 10,43 Mrd. Euro, Waren im Wert von 10,01 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber Februar 2021 stiegen die Intra-EU-Importe um 15,3% und die Intra-EU-Exporte um 16,8% an. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,42 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im Februar 2022 auf 5,39 Mrd. Euro und stiegen mit einem Plus von 34,3% gegenüber dem Vorjahresmonat somit um mehr als ein Drittel an; die Extra-EU-Exporte erhöhten sich um 10,4% auf 4,60 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,79 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel in beiden Verkehrsrichtungen – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – zeigten einen exportseitigen Zuwachs von 11,7% auf 12,11 Mrd. Euro. Der größte absolute Exportzuwachs in dieser Gruppe wurde mit bearbeiteten Waren (+28,2%; +0,75 Mrd. Euro) erzielt, gefolgt von chemischen Erzeugnissen (+18,0%; +0,35 Mrd. Euro). Importseitig wurde bei den vier bedeutendsten Produktgruppen ein Anstieg um 14,6% auf 11,87 Mrd. Euro verzeichnet. Innerhalb dieser verzeichneten bearbeitete Waren (+28,8%; +0,60 Mrd. Euro) den stärksten absoluten Importanstieg. Den mit Abstand stärksten absoluten Importzuwachs verzeichneten jedoch Brennstoffe und Energie (+149,2%; +1,08 Mrd. Euro).

Bei allen der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs zeigten sich Zuwächse. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es mit Deutschland (+13,7%), gefolgt von der Russischen Föderation (+178,0%), China (+36,9%), Italien (+17,8%) und Tschechien (+27,6%). Mit Ausnahme der Vereinigten Staaten (-2,1%) verzeichneten auch exportseitig alle der zehn bedeutendsten Exportpartner einen Anstieg. Hier sind insbesondere Deutschland (+14,5%), Italien (+26,8%), Ungarn (+29,1%), Tschechien (+19,7%) und Frankreich (+17,1%) zu nennen.

Jänner und Februar 2022: Zuwächse bei Einfuhren (+27,7%) und Ausfuhren (+19,9%)

Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag im Zeitraum Jänner bis Februar 2022 laut vorläufiger Ergebnisse von Statistik Austria nominell bei 31,45 Mrd. Euro, die Ausfuhren von Waren beliefen sich auf 28,69 Mrd. Euro. Die starken Rückgänge im Jänner des Vorjahres (Einfuhr: -8,5%, Ausfuhr: -9,3%) trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung des bisherigen Berichtsjahres bei. Im Berichtszeitraum Jänner bis Februar 2022 stiegen dementsprechend die Einfuhren um 27,7% und die Ausfuhren um 19,9%. Das Defizit der Handelsbilanz zeigte einen Wert von 2,76 Mrd. Euro, nach 0,70 Mrd. Euro in der Vorjahresperiode.

Im Handel mit den zehn wichtigsten Partnerländern Österreichs wurden bei allen in beiden Verkehrsrichtungen Zuwächse verzeichnet. Neben dem Zuwachs mit Deutschland, Österreichs bedeutendstem Handelspartner (Importe: +19,0% auf 9,96 Mrd. Euro, Exporte: +14,8% auf 8,45 Mrd. Euro), waren dies vorwiegend importseitig Anstiege mit der Russischen Föderation (+215,9%), China (+49,1%), Tschechien (+30,1%), Italien (+19,7%), den Vereinigten Staaten (+23,2%) und Polen (+19,3%), sowie exportseitig mit Italien (+29,9%), Ungarn (+39,9%), der Schweiz (+24,7%), Tschechien (+23,4%), Frankreich (+20,5%), den Vereinigten Staaten (+10,4%) und China (+24,0%).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 20,06 Mrd. Euro (+19,6%). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit +20,1% ebenfalls einen Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode und betrug 19,69 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 0,370 Mrd. Euro, nach 0,374 Mrd. Euro im Zeitraum Jänner bis Februar 2021.

Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zur Vorjahresperiode eine Zunahme sowohl bei den Importen (+44,8% auf 11,38 Mrd. Euro) als auch bei den Exporten (+19,4% auf 8,99 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzpassivum mit Drittstaaten von 2,39 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

Beim Import aus der Ukraine zeigte sich im Zeitraum Jänner bis Februar 2022 ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahresperiode (-2,4% auf 0,18 Mrd. Euro). Das wichtigste Importprodukt waren hier Erze und Metallabfall. Exportseitig konnte hingegen eine Zunahme um 21,0% auf 0,11 Mrd. Euro verzeichnet werden, mit medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen als wichtigster Produktgruppe.

Der Handel mit der Russischen Föderation wies importseitig ein markantes Plus (+215,9% auf 1,48 Mrd. Euro) gegenüber der Vergleichsperiode 2021 auf, das wichtigste Importgut war Gas. Auf der Exportseite kam es ebenso zu einer Zunahme (+30,6% auf 0,39 Mrd. Euro), die wichtigste Produktgruppe war hierbei medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2021 in visualisierter Form werden im ITGS-Atlas präsentiert.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird.

 

Tabelle 1: Der Außenhandel Österreichs Februar 2022
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20221)15.811.49314.605.913-1.205.580+21,1 (+21,1)3)+14,7 (+14,7)3)100100
20211)13.055.28912.730.962-324.327  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)
20221)10.425.52010.005.735-419.785+15,3 (+15,2)3)+16,8 (+16,8)3)65,968,5
20211)9.045.1128.564.194-480.918  69,367,3
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20221)5.385.9734.600.178-785.795+34,3 (+34,3)3)+10,4 (+10,3)3)34,131,5
20211)4.010.1764.166.768156.592  30,732,7
Tabelle 2: Der Außenhandel Österreichs Jänner bis Februar 2022
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20221)31.446.07228.685.932-2.760.140+27,7 (+24,6)3)+19,9 (+18,0)3)100100
20211)24.633.48223.929.606-703.876  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)
20221)20.062.32919.692.090-370.240+19,6 (+17,2)3)+20,1 (+18,1)3)63,868,6
20211)16.772.29616.398.377-373.919  68,168,5
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20221)11.383.7428.993.842-2.389.900+44,8 (+40,2)3)+19,4 (+17,6)3)36,231,4
20211)7.861.1867.531.230-329.955  31,931,5

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