Dies ist eine archivierte Pressemitteilung vom 18. November 2021. Sie gibt den Stand von damals wieder und wird an dieser Stelle nicht aktualisiert.    
Tabellen mit wöchentlich aktualisierten Zahlen zu Gestorbenen finden Sie auf unserer Webseite.

Pressemitteilung: 12.661-252/21

Zahl der Sterbefälle steigt wieder

Wien, 2021-11-18 – Laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria sind in der 44. Kalenderwoche (1. bis 7. November 2021) 1.903 Personen verstorben. In der Woche davor (43. Kalenderwoche von 25. bis 31. Oktober 2021) gab es mit 1.877 Verstorbenen etwas weniger Todesfälle, aber deutlich mehr als noch in Kalenderwoche 42, in der 1.716 Personen starben. Insgesamt ist die Zahl der wöchentlichen Sterbefälle nun vier Wochen in Folge gestiegen (um 298 Fälle seit KW 40). Diese Ergebnisse zu den wöchentlichen Sterbefällen sind auch im interaktiven Atlas der Sterbefälle auf der Webseite von Statistik Austria veranschaulicht.

"Derzeit erinnert der Verlauf der Corona-Pandemie stark an die Entwicklung vor einem Jahr. In der ersten Novemberwoche 2021 lag die Zahl der Verstorbenen auf ähnlich hohem Niveau wie in der Vergleichswoche des Vorjahres – und damit um 18,7% über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2020. Noch kräftiger fällt die überhöhte Sterblichkeit im Vergleich mit den Jahren vor Beginn der Corona-Pandemie aus. In der 44. Kalenderwoche war die Sterblichkeit heuer 25,8% höher als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019", erklärt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die altersstandardisierte Sterberate, bei der die Zahl der Sterbefälle anhand einer Standardbevölkerung um die Altersstruktur der Bevölkerung bereinigt wird, lag Mitte Oktober (42. Kalenderwoche von 18. bis 24. Oktober 2021) leicht über dem Niveau der gleichen Kalenderwoche der Jahre 2017 bis 2020. Würde die Altersstruktur Österreichs der Standardbevölkerung von Eurostat entsprechen, wären in der 42. Kalenderwoche 2021 – wie auch 2016 – insgesamt 19 von 100.000 Menschen verstorben, in den Jahren 2017 bis 2020 wären dies in der gleichen Kalenderwoche jeweils 17 oder 18 Personen gewesen. In der Vorwoche (41. Kalenderwoche) lag die altersstandardisierte Sterberate 2021 mit 18 von 100.000 verstorbenen Personen auf dem gleichen Niveau wie in den Vorjahren, mit Ausnahme von 2018 (17 Personen). Vergleiche mit länger zurückliegenden Jahren sind aufgrund des Anstiegs in der Lebenserwartung und den damit verbundenen sinkenden altersstandardisierten Sterberaten nur bedingt aussagekräftig.

Weitere Informationen zu Sterbefällen finden Sie auf unserer Webseite. Detaillierte Ergebnisse können im Open-Data-Bestand von Statistik Austria abgerufen werden.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Statistik Austria verarbeitet alle von den Personenstandsbehörden gelieferten Sterbefälle. Innerhalb der geplanten Veröffentlichungsfrist stehen Statistik Austria jedoch noch nicht alle Sterbefälle zur Verfügung. Daher werden die zu erwartenden Sterbefälle der jeweils aktuellsten zwei Wochen geschätzt. Dafür werden die Erfahrungswerte zurückliegender Jahre genutzt, um die verzögerten Meldungen in den Zahlen methodisch bestmöglich zu berücksichtigen. Das zugrundeliegende Schätzmodell wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst. Es handelt sich jedenfalls um vorläufige Ergebnisse, die einer Unsicherheit unterliegen, d. h. die endgültigen Werte der Sterbefälle in den jeweils aktuellsten beiden Wochen können sowohl geringfügig höher als auch geringfügig niedriger sein. Der Anteil an eingelangten Meldungen liegt aber in allen Wochen, für die Ergebnisse veröffentlicht werden, bei zumindest 90% aller Todesfälle für diese Woche. 
Sterbefälle von in Österreich wohnhaften Personen, die sich im Ausland ereignet haben, sind sowohl in den aktuellen vorläufigen Ergebnissen als auch in den Vergleichszahlen nicht enthalten. 
Die altersstandardisierte Sterberate gibt an, wie viele Sterbefälle aufgrund der jeweils herrschenden Sterblichkeitsverhältnisse auf 100.000 Lebende entfallen wären, wenn der Altersaufbau der Bevölkerung in der betreffenden Berichtsperiode dem einer sogenannten Standardbevölkerung entsprochen hätte. Um diese altersstandardisierten Raten zu berechnen, werden die rohen Sterberaten (Sterbefälle je 100.000 der Bevölkerung) der beobachteten Altersgruppe mit dem Anteil der Bevölkerung derselben Altersgruppe laut Europäischer Standardbevölkerung multipliziert. Für die Berechnung der hier dargestellten Raten wurde die 2013 von Eurostat festgelegte Standardbevölkerung verwendet; eine "künstliche Bevölkerung" mit einer geschätzten Altersstruktur für die europäische Bevölkerung. Die altersstandardisierten Sterberaten beziehen die Sterbefälle somit auf eine fiktive Bevölkerung, die über die Zeit im Hinblick auf die Personenzahl sowie ihre Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht unverändert belassen wird. Damit können Veränderungen, die sich nur aufgrund einer Zunahme der Einwohnerzahl ergeben (bei mehr Einwohnerinnen und Einwohnern sterben auch mehr Personen) oder durch das Aufrücken von mehr Personen in höhere Altersgruppen mit entsprechend höherer Sterbewahrscheinlichkeit, ausgeschlossen werden. Die Veränderung in der Lebenserwartung wird bei der Berechnung der altersspezifischen Raten nicht berücksichtigt. Die über die Zeit beobachteten Niveauunterschiede in der Sterblichkeit sind somit weitestgehend Konsequenz der steigenden Lebenserwartung und erschweren die Vergleichbarkeit mit weiter zurückliegenden Jahren. Da für die Berechnung eine fiktive Standardbevölkerung herangezogen wird, sind die altersstandardisierten Sterberaten nur im Vergleich zueinander interpretierbar, nicht jedoch in der Höhe ihrer einzelnen absoluten Werte.

 

Tabelle 1: Sterbefälle nach Kalenderwochen im Vergleich zum Durchschnitt der fünf Vorjahre
Kalender-wocheSterbefälle im Jahr 2021Sterbefälle im Jahr 2020Abweichung der Sterbefälle 2021 gegenüber 2020 in %Sterbefälle im Durch-schnitt der letzten 5 Jahre (2016–2020)Abweichung der Sterbefälle 2021 gegenüber 2016–2020 in %Sterbefälle im Durchschnitt der letzten 5 Jahre vor der Corona-Pandemie (2015–2019)Abweichung der Sterbefälle 2021 gegenüber 2015–2019 in %
44. KW*1.9031.8860,91.60418,71.51325,8
43. KW*1.8771.7725,91.56420,01.50924,4
42. KW1.7161.6126,51.53112,11.50514,0
41. KW1.6321.6200,71.5614,51.5197,4
40. KW1.6051.5732,01.5275,11.5116,2
39. KW1.6691.5319,01.49611,51.47213,4
38. KW1.5791.5601,21.4449,41.42310,9
37. KW1.5821.5621,31.4489,21.42511,0
36. KW1.6321.5187,51.40416,31.37818,4
35. KW1.5551.4884,51.4298,81.4279,0
34. KW1.5751.4677,41.4528,51.4349,8
33. KW1.6241.6031,31.44312,51.46111,2
32. KW1.6301.42714,21.41215,51.42614,3
31. KW1.4611.522-4,01.520-3,91.505-2,9
30. KW1.5351.4456,21.4515,81.4893,1
29. KW1.5841.43910,11.4638,31.4707,8
28. KW1.4601.3786,01.3587,51.3776,0
27. KW1.4711.554-5,31.4491,51.4352,5
26. KW1.5111.4335,41.4137,01.4017,9
25. KW1.6541.40617,61.43215,51.40817,5
24. KW1.6051.45710,21.43511,81.44411,1
23. KW1.5651.4835,51.42310,01.41310,7
22. KW1.6091.41014,11.43612,11.41513,7
21. KW1.4921.4771,01.4383,71.4224,9
20. KW1.5241.4803,01.4673,91.4634,2

 

Tabelle 2: Altersstandardisierte Sterberaten * nach Kalenderwochen der Jahre 2016 bis 2021
 201620172018201920202021
42. Kalenderwoche191717171819
41. Kalenderwoche181817181818
40. Kalenderwoche171718171718
39. Kalenderwoche171716181718
38. Kalenderwoche161616161717
37. Kalenderwoche161717161717
36. Kalenderwoche161516161718
35. Kalenderwoche171516171617
34. Kalenderwoche171717161617
33. Kalenderwoche161616161818
32. Kalenderwoche161518161618
31. Kalenderwoche161918161716
30. Kalenderwoche171617171617
29. Kalenderwoche171717161617
28. Kalenderwoche161616151516
27. Kalenderwoche161616171716
26. Kalenderwoche161616161617
25. Kalenderwoche171716161518
24. Kalenderwoche161716171618
23. Kalenderwoche161516171617
22. Kalenderwoche161716171518
21. Kalenderwoche181516171616
20. Kalenderwoche171715171617

Rückfragen zum Thema beantwortet das Demographie-Team in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria: demographie@statistik.gv.at

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