Pressemitteilung: 12.598-189/21

Produktion tierischer Erzeugnisse 2020 weiterhin hoch, Verbrauch von Fleisch und Eiern rückläufig

Wien, 2021-08-31 – Im Jahr 2020 wurden in Österreich insgesamt 4,9 Mio. t tierische Lebensmittel (Fleisch, Milch, Eier und Fisch) produziert. Das entspricht einer Steigerung um rund 7% gegenüber dem langjährigen Durchschnitt, wie aus den aktuellen Versorgungsbilanzen von Statistik Austria hervorgeht. Der Verbrauch von Fleisch hingegen lag 2020 mit 90,8 kg pro Kopf um 6% unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Bei Eiern lag der Pro-Kopf-Verbrauch - nach einem Anstieg in den letzten drei Jahren - 2020 mit 236 Stück wieder auf dem Niveau der Jahre 2013 bis 2016.

Produktion tierischer Lebensmittel 2020 unverändert hoch

Österreichs landwirtschaftliche Betriebe produzierten 2020 3,85 Mio. t Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch (+1% gegenüber 2019), 2,17 Mrd. Eier (+4%) und 4.700 t Fisch (+2%) für den in- und ausländischen Markt. Bei Fleisch lag die Bruttoeigenerzeugung (in Schlachtgewicht, d. h. mit Knochen und Fett) mit 910.000 t auf dem Niveau des Vorjahres (±0%).

Für die Ernährung im Inland standen 2020 insgesamt 808.900 t Fleisch (-3%), 740.100 t Trinkmilch einschließlich Joghurt und Sauermilchgetränke (+1%), 213.400 t Käse (+3%), 47.100 t Butter (-6%), 2,1 Mrd. Eier (-2%) und 65.100 t Fisch (-7%) zur Verfügung.

Der Selbstversorgungsgrad – der angibt, inwieweit die heimische Produktion in der Lage ist, den inländischen Bedarf abzudecken – erreichte für Trinkmilch (einschl. Joghurt) 177%, für Rind- und Kalbfleisch 145%, für Käse (einschließlich Schmelzkäse) 111% und für Schweinefleisch 106%. Bei den folgenden Produkten lag der Selbstversorgungsgrad unter 100%, d. h. der Bedarf konnte nicht zur Gänze aus heimischer Produktion gedeckt werden: Eier (90%), Geflügelfleisch (77%), Butter (73%) sowie Fisch (7%).

Der errechnete Pro-Kopf-Verbrauch lag 2020 bei 83,1 kg Milch, 23,9 kg Käse, 5,3 kg Butter, 236 Eiern und 90,8 kg Fleisch. Nicht alles davon landete auf dem Teller – so wurden nur 60,5 kg Fleisch gegessen; 2019 waren es 62,6 kg (siehe Tabelle). Das restliche Drittel des Pro-Kopf-Verbrauchs entfiel z. B. auf Knochen oder wurde zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet.

Importe zur Deckung des Inlandsbedarfs gab es bei Fleisch (336.000 t; -11%), Trinkmilch (70.700 t; +4%), Käse (130.600 t; +4%) sowie Fisch (70.100 t; -6%). Allerdings wurden im selben Zeitraum 498.600 t Fleisch (-4%), 583.200 t Trinkmilch (+10%) und 155.600 t Käse (+2%) exportiert.

Agraraußenhandelsvolumen weiterhin steigend

Gegenüber 2019 erhöhte sich das Agraraußenhandelsvolumen (sowohl pflanzlicher als auch tierischer Produkte) von 25,0 Mrd. auf 25,5 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von 8,9% am gesamten Außenhandelsvolumen, das sich 2020 auf 287,0 Mrd. Euro belief. Der Wert der Agrarimporte stieg von 12,7 Mrd. auf 12,8 Mrd. Euro, jener der Exporte von 12,3 Mrd. auf 12,7 Mrd. Euro. Haupthandelspartner waren die Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit einem Anteil von 82% der Importe und 73% der Exporte.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zu den Versorgungsbilanzen finden Sie auf unserer Webseite.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Versorgungsbilanzen stellen eine Zusammenschau quantitativer und qualitativer Informationen über die Landwirtschaft und den Nahrungsmittelsektor dar. Um die Gesamtheit eines Produktes zu erfassen, berücksichtigt die Versorgungsbilanz eines landwirtschaftlichen Grunderzeugnisses (z. B. Getreide und Zucker) auch die wichtigsten Verarbeitungsprodukte (z. B. Mehl, Stärke und zuckerhaltige Waren) – vorausgesetzt, dass diese nicht Gegenstand eigener Bilanzen sind. Nur so ist es möglich, eine Gesamtübersicht über den Außenhandel und die Versorgung mit einem Produkt zu bekommen.  
Die Versorgungsbilanzen werden unter Berücksichtigung der nationalen Gegebenheiten (Produktions- und Vermarktungsstrukturen der Landwirtschaft und des Nahrungsmittelsektors, differenzierte Datenlage und -verfügbarkeit, Ermittlung und Anwendung technischer Koeffizienten in Detailbilanzen, außenhandels-technische Vorgaben etc.) für die wichtigsten Nahrungs- und Futtermittel berechnet. Sie werden in produkt-spezifischen Detailbilanzen als Aufkommens- und Verwendungsrechnung publiziert.

Tabelle: Pro-Kopf-Verbrauch1) und Pro-Kopf-Verzehr2) von Fleisch nach Arten 2019 und 2020
Produkt20192020Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber Vorjahr
VerbrauchVerzehrVerbrauchVerzehrVerbrauchVerzehr
in kgin Prozent
Fleisch insgesamt93,862,690,860,5-3,3-3,3
Rind und Kalb17,711,916,210,9-8,4-8,4
Schwein51,736,450,335,4-2,8-2,8
Geflügel20,912,421,012,5+0,5+0,5
Sonstiges (Wild, Lamm, Innereien)3,51,93,31,8-7,0-7,6

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
DI Martin HOFER, Tel.: +43 1 71128-7113 bzw. martin.hofer@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 1 71128-7777 
presse@statistik.gv.at  
© STATISTIK AUSTRIA