Pressemitteilung: 12.592-183/21

18.161 neue Arbeitgeberunternehmen schufen 2019 im Schnitt 3,4 neue Arbeitsplätze

Wien, 2021-08-26 – Im Jahr 2019 wurden in Österreich 18.161 neue Arbeitgeberunternehmen gegründet laut Statistik Austria. Das entspricht einer Neugründungsrate von 7,6% gemessen an den insgesamt am Markt tätigen Arbeitgeberunternehmen.

Die Statistik zur Arbeitgeberunternehmensdemografie erfasst sowohl Unternehmen, die bereits zum Zeitpunkt der Gründung mindestens einen unselbständig Beschäftigten hatten, als auch Firmen, die erst im Lauf der Zeit zu Arbeitgebern wurden. Im Durchschnitt wurden 2019 pro neugegründetem Arbeitgeberunternehmen 3,4 Arbeitsplätze geschaffen. Im gleichen Zeitraum wurden 21.441 Arbeitgeberfirmen geschlossen, was einer Schließungsrate von 9,0% entspricht.

Höchste Neugründungsrate im Dienstleistungsbereich

84,1% der neuen Arbeitgeber waren 2019 im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 Abschnitte G–S) angesiedelt, die meisten davon in den Branchen Handel (3.185), Verkehr (2.836) sowie in Beherbergung und Gastronomie (2.410; siehe Tabelle 1). Die höchste Arbeitgeberneugründungsrate im Dienstleistungsbereich wies die Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung auf (11,0%), gefolgt von der Branche Verkehr (10,4%) sowie den Branchen sonst. wirtschaftliche Dienstleistungen (10,3%), Information und Kommunikation und Grundstücks- und Wohnungswesen (je 10,1%). Am geringsten war die Arbeitgeberneugründungsrate im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (5,8%).

Im Produzierenden Bereich (ÖNACE 2008 Abschnitte B–F) wies der Bau mit 8,0% die höchste Arbeitgeberneugründungsrate auf. Am niedrigsten war der Anteil der Neugründungen an allen Arbeitgeberunternehmen im Bergbau (2,5%; siehe Tabelle 1).

Häufigste Rechtsform: Einzelunternehmen

Knapp zwei Drittel (57,9%) der 18.161 neuen Arbeitgeberfirmen im Jahr 2019 wurden als Einzelunternehmen gegründet. Auf Kapitalgesellschaften entfielen 28,8%; die restlichen 13,2% der Arbeitgebergründungen machten Personengesellschaften und andere Rechtsformen aus.

86,1% der Arbeitgebergründungen hatten im Jahr der Gründung zwischen einem und vier unselbständig Beschäftigte, 10,4% wurden mit fünf bis neun unselbständig Beschäftigten gegründet; lediglich 3,4% entfielen auf Gründungen mit zehn oder mehr Angestellten.

Meiste Arbeitgeberunternehmen in Wien

5.144 (28,3%) der neuen Arbeitgeberunternehmen wurden 2019 in Wien gegründet, gefolgt von Niederösterreich (16,2%), Oberösterreich (13,5%) und der Steiermark (11,9%). Auf diese vier Bundesländer entfielen 70% der Arbeitgebergründungen. Die Neugründungsraten lagen zwischen 6,6% in Vorarlberg und 9,6% in Wien (siehe Tabelle 2).

Wissens- und forschungsintensive Neugründungen am häufigsten ohne unselbständig Beschäftigte

49,4% oder 18.459 der insgesamt 37.356 Neugründungen des Jahres 2019 in Österreich entfielen auf wissens- und forschungsintensive Unternehmen. Die überwiegende Mehrheit davon (92,0%) hatte keine unselbständig Beschäftigten und gehört daher nicht zu den "Arbeitgeberunternehmen". 6,1% der wissens- und forschungsintensiven Neugründungen hatten im Gründungsjahr ein bis vier unselbständig Beschäftigte; bei 1,4% wurden fünf bis neun und bei 0,5% zehn oder mehr Personen angestellt (siehe Tabelle 3).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Arbeitgeberunternehmensdemografie finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Arbeitgeberunternehmensdemografie-Statistik wird auf Basis von Register- und Verwaltungsdaten erstellt. Die entstandene Datenbasis wird von unechten Arbeitgeberunternehmensgründungen bzw. -schließungen bereinigt.  
Eine echte Arbeitgeberunternehmensgründung liegt vor, wenn nur ein Unternehmen beteiligt ist und Beschäftigung entsteht. Dabei werden zwei Fälle unterschieden: a) ein Unternehmen wird im Jahr t neu gegründet und stellt bereits im Gründungsjahr mindestens einen unselbständig Beschäftigten ein; b) ein Unternehmen existiert bereits vor dem Jahr t, war in den vorausgehenden zwei Jahren kein Arbeitgeber und stellt im Jahr t zum ersten Mal mindestens einen unselbständig Beschäftigten ein. Die Zahl der Arbeitgeberunternehmensgründungen setzt sich aus der Summe dieser beiden Unternehmenspopulationen zusammen. Keine echten Arbeitgeberunternehmensgründungen sind Zugänge zum Bestand durch z. B. Fusion oder Umstrukturierung oder einen Wechsel der Wirtschaftstätigkeit, der Rechtsform oder des Firmensitzes, selbst wenn dadurch neue Arbeitsplätze entstehen. Vergleichbares gilt für die Definition von Arbeitgeberunternehmensschließungen. Demnach ist eine echte Arbeitgeberschließung gegeben, wenn a) ein Unternehmen mit mindestens einem unselbständig Beschäftigten geschlossen wird; b) ein Unternehmen zum Zeitpunkt t letztmalig unselbständig Beschäftigte anstellt.  
Die Neugründungsrate wird berechnet als Anteil der Arbeitgeberunternehmensgründungen an den insgesamt am Markt aktiven Arbeitgeberunternehmen. 
Die Abgrenzung der wissens- und forschungsintensiven Unternehmensneugründungen erfolgt in Anlehnung an die "High-technology and knowledge based services aggregations" von Eurostat. Basis für diese Statistik ist die Statistik zur Unternehmensdemografie (insgesamt). Sie umfasst die Tätigkeiten gemäß den Abschnitten J, K, M und O bis R, den Abteilungen C 19 bis C 30, C 33, H 50, H 51, N78 und N 80 sowie den Gruppen C 18.2 und C 32.5 der ÖNACE 2008.

Tabelle 1: Neugründungsraten und Beschäftigte pro Arbeitgeberunternehmensgründung 2019 nach Wirtschaftsbereichen
Abschnitt (ÖNACE 2008)Arbeitgeberunternehmensgründungen 2019Neugründungsrate in %Beschäftigte pro Arbeitgeberunternehmensgründung
 Insgesamt18.1617,63,4
BBergbau62,55,0
CHerstellung von Waren7804,33,3
DEnergieversorgung475,42,5
EWasserversorgung und Abfallentsorgung383,23,1
FBau2.0168,03,6
B–FProduzierender Bereich2.8876,33,5
GHandel3.1856,53,0
HVerkehr1.04710,44,0
IBeherbergung und Gastronomie2.8367,94,7
JInformation und Kommunikation86010,12,7
KFinanz- und Versicherungsleistungen1)2906,62,5
LGrundstücks- und Wohnungswesen74010,12,4
MFreiberufl./techn. Dienstleistungen2.4107,92,7
NSonstige wirtschaftl. Dienstleistungen1.14010,34,2
PErziehung und Unterricht3059,63,0
QGesundheits- und Sozialwesen1.1105,83,2
RKunst, Unterhaltung und Erholung44411,03,1
SSonstige Dienstleistungen9079,22,9
G–SDienstleistungsbereich15.2747,93,4
Tabelle 2: Arbeitgeberunternehmensgründungen und Neugründungsraten 2019 nach Bundesländern
BundeslandArbeitgeberunternehmensgründungen 2019Neugründungsrate in %
Österreich insgesamt18.1617,6
Burgenland5297,1
Kärnten1.1527,3
Niederösterreich2.9417,4
Oberösterreich2.4557,0
Salzburg1.3417,0
Steiermark2.1666,8
Tirol1.7076,8
Vorarlberg7266,6
Wien5.1449,6
Tabelle 3: Wissens- und forschungsintensive Neugründungen 2014–2019 nach Beschäftigtengrößenklassen
BeschäftigtengrößenklasseWissens- und forschungsintensive Neugründungen
201420152016201720182019 (vorl.)
Insgesamt23.30622.69823.79821.67721.05018.459
0 unselbständig Beschäftigte20.78320.34221.96619.95419.47516.984
1–4 unselbständig Beschäftigte2.0571.8811.4491.3631.2751.121
5–9 unselbständig Beschäftigte304304253242199254
10 und mehr unselbständig Beschäftigte162174130118101100

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Unternehmen, Statistik Austria:  
Sabrina LAUFER, M.A., Tel. +43 1 71128-7992 bzw. sabrina.laufer@statistik.gv.at

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