Pressemitteilung: 12.559-150/21

Außenhandel im April 2021: markante Zuwächse im Vergleich zum schwachen Vorjahresmonat; Einfuhren +44,9%, Ausfuhren +37,7%

Wien, 2021-07-06 – Im April 2021 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 14,56 Mrd. Euro, das entspricht einem Anstieg von 44,9% gegenüber April 2020. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte von Gütern und stiegen um 37,7% auf 13,67 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 0,89 Mrd. Euro auf. Arbeitstägig bereinigt stiegen sowohl die Importe (+46,8%) als auch die Exporte (+38,1%) an. Die starken Anstiege begründen sich auch durch das sehr niedrige Außenhandelsniveau des Vergleichsmonats, denn der April 2020 war der erste Berichtsmonat mit durchgehendem Corona-Lockdown in Österreich.

"Österreichs Außenhandel nahm im April 2021 weiterhin kräftig Fahrt auf: Gegenüber dem ersten Lockdown-Monat April 2020, der mit massiven Einbrüchen einherging, stiegen die Importe um +44,9%, die Exporte um +37,7%. Die größten absoluten Exportzuwächse konnten mit Deutschland, Italien, den Vereinigten Staaten und der Schweiz verbucht werden. Damit lag Österreichs Exportwirtschaft im April 2021 bei den Importen 7,4% und bei den Exporten 5,0% über dem Vorkrisenniveau vom April 2019", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Exporte in EU-Mitgliedstaaten fielen im April 2021 mit einem Zuwachs von +48,0% deutlich höher aus als jene in Drittstaaten mit +39,1%. Die größten absoluten Zuwächse verzeichneten die Exporte nach Deutschland (+43,7%), Italien (+66,4%), in die Vereinigten Staaten (+50,2%), in die Schweiz (+38,1%) und in das Vereinigte Königreich (+87,0%).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – zeigten exportseitig einen Zuwachs von 41,3% auf 11,63 Mrd. Euro und stiegen importseitig um 47,6% auf 11,65 Mrd. Euro. Der größte absolute Exportzuwachs wurde mit Maschinen und Fahrzeugen (+75,3%; +2,19 Mrd. Euro) erzielt; gefolgt von bearbeiteten Waren (+38,8%; +0,82 Mrd. Euro) sowie sonstigen Fertigwaren (+43,8%; +0,41 Mrd. Euro). Nur die chemischen Erzeugnisse waren leicht rückläufig (-0,7%; -0,02 Mrd. Euro). Importseitig ergab sich ein ähnliches Bild. Den größten absoluten Anstieg bei den Importen verzeichneten ebenfalls Maschinen und Fahrzeuge (+73,5%; +2,15 Mrd. Euro); danach folgten chemische Erzeugnisse (+33,1%; +0,60 Mrd. Euro), sonstige Fertigwaren (+41,4%; +0,55 Mrd. Euro) und bearbeitete Waren (+24,9%; +0,46 Mrd. Euro).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im April 2021 Waren im Wert von 9,65 Mrd. Euro, Waren im Wert von 9,15 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber April 2020 stiegen die Intra-EU-Importe um 48,0% und die Intra-EU-Exporte um 35,2% an. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,50 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im April 2021 auf 4,91 Mrd. Euro und erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 39,1%; die Extra-EU-Exporte stiegen um 43,0% auf 4,53 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,38 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

Jänner bis April 2021: Anstieg bei Einfuhren (+14,8%) und Ausfuhren (+11,0%)

Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag im Zeitraum Jänner bis April 2021 laut vorläufiger Ergebnisse von Statistik Austria nominell bei 55,15 Mrd. Euro, die Ausfuhren von Waren beliefen sich auf 52,71 Mrd. Euro. Die markanten Zuwächse in den Berichtsmonaten März 2021 (Einfuhr: +25,2%, Ausfuhr: +17,6%) und April 2021 (Einfuhr: +44,9%, Ausfuhr: +37,7%) trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung des bisherigen Berichtsjahres bei. In der Periode Jänner bis April 2021 erhöhten sich dementsprechend die Einfuhren um 14,8% sowie die Ausfuhren um 11,0%. Das Defizit der Handelsbilanz war mehr als vier Mal so groß wie in der Vorjahresperiode (0,54 Mrd. Euro) und zeigte einen Wert von 2,44 Mrd. Euro. Arbeitstägig bereinigt erhöhten sich sowohl die Importe (+15,9%) als auch die Exporte (+12,0%).

Mit Ausnahme der Vereinigten Staaten (-5,0%) zeigten alle der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs Zuwächse. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es mit Österreichs bedeutendstem Handelspartner Deutschland (+11,1%); danach folgten China (+32,4%), Italien (+20,6%), die Schweiz (+19,8%), Polen (+36,9) und Tschechien (+16,9%). Exportseitig verzeichneten neun der zehn zentralen Exportpartner einen Anstieg. Hier sind insbesondere Deutschland (+14,5%), Italien (+20,1%), die Vereinigten Staaten (+17,9%), China (+40,5%), Polen (+15,3%) und Tschechien (+10,7%) zu nennen. Rückläufig waren lediglich die Exporte nach Frankreich (-24,2%).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 37,10 Mrd. Euro (+14,4%). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit +10,6% ebenfalls einen kräftigen Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode und betrug 35,74 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 1,36 Mrd. Euro, nach 0,12 Mrd. Euro im Zeitraum Jänner bis April 2020. Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Anstieg sowohl bei den Importen (+15,8% auf 18,05 Mrd. Euro) als auch bei den Exporten (+11,9% auf 16,97 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzpassivum mit Drittstaaten von 1,08 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2020 in visualisierter Form werden im ITGS-Atlas präsentiert.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird. Aufgrund des Brexits wird das Vereinigte Königreich ab dem Berichtsjahr 2020 auch in der Publikation der Außenhandelsstatistik nicht mehr als EU-Mitgliedstaat geführt.

 

Tabelle 1: Der Außenhandel Österreichs April 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)14.560.64713.673.783-886.86444,9 (46,8)3)37,7 (38,1)3)100100
202010.049.7469.932.949-116.797  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)9.650.1899.148.257-501.93248,0 (49,2)3)35,2 (35,7)3)66,366,9
20206.519.7906.768.333248.543  64,968,1
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)4.910.4584.525.526-384.93239,1 (42,1)3)43,0 (43,2)3)33,733,1
20203.529.9563.164.616-365.340  35,131,9
Tabelle 2: Der Außenhandel Österreichs Jänner bis April 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)55.146.68452.706.135-2.440.54914,8 (15,9)3)11,0 (12,0)3)100100
202048.021.22147.480.865-540.356  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)37.100.78935.738.383-1.362.40614,4 (15,4)3)10,6 (11,5)3)67,367,8
202032.442.11332.318.541-123.572  67,668,1
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)18.045.89516.967.752-1.078.14315,8 (17,0)3)11,9 (13,0)3)32,732,2
202015.579.10815.162.324-416.784  32,431,9

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Unternehmen, Statistik Austria:  
Tamara SCHMIDT, Tel.: +43 1 71128-7732 bzw. tamara.schmidt@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 1 71128-7777 
presse@statistik.gv.at  
© STATISTIK AUSTRIA