Pressemitteilung: 12.552-143/21

Rund 90% der 37.356 Unternehmensneugründungen des Jahres 2019 im Dienstleistungsbereich angesiedelt

Wien, 2021-06-29 – Im Jahr 2019 wurden laut Statistik Austria 37.356 neue Unternehmen in Österreich gegründet. Gemessen an den insgesamt am Markt aktiven Unternehmen entspricht das einer Neugründungsrate von 6,4%. Im Vergleich zum Jahr davor ist diese Rate erneut gesunken (2018: 7,0%). Pro Neugründung wurden 2019 im Durchschnitt 1,5 Arbeitsplätze geschaffen (siehe Tabelle 1). Im Produzierenden Bereich (ÖNACE 2008 Abschnitte B-F) wurden pro Neugründung mehr Arbeitsplätze (1,8 Beschäftigte) geschaffen als im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 Abschnitte G-S: 1,5 Beschäftigte). Im gleichen Zeitraum verschwanden 33.118 Unternehmen vom Markt (Schließungsrate 2019: 5,7%); durchschnittlich gingen pro Schließung 1,5 Arbeitsplätze verloren.

Die meisten Neugründungen erfolgten im Gesundheits- und Sozialwesen

88,8% der Unternehmensneugründungen erfolgten im Dienstleistungsbereich, die meisten davon im Gesundheits- und Sozialwesen (8.116), im Handel (6.056) sowie in den freiberuflichen/technischen Dienstleistungen (4.906). Die höchste Neugründungsrate (9,4%) verzeichnete der Wirtschaftsbereich Verkehr, gefolgt von den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (9,1%). An dritter Stelle steht der Wirtschaftsbereich Gesundheits- und Sozialwesen (8,6%). Im Bereich Information und Kommunikation betrug die Neugründungsrate 6,8%. Am niedrigsten war der Anteil neu gegründeter Unternehmen bei Grundstücks- und Wohnungswesen und Wasser- und Abfallentsorgung (je 2,3%), und im Bereich Energieversorgung (3,2%) sowie im Bergbau (3,8%; siehe Tabelle 1).

Die Mehrheit der Unternehmen wird als Klein- und Kleinstbetrieb gegründet

Beinahe drei Viertel (72,7%) der 2019 neu gegründeten Unternehmen waren Einzelunternehmen (27.165). 6.102 Neugründungen (16,3%) erfolgten als Kapitalgesellschaften; etwas weniger häufig wurden neue Unternehmen in Form von Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (4.089 bzw. 10,9%) gegründet. Auch die Verteilung der Neugründungen nach Beschäftigtengrößenklassen spiegelt die kleinbetriebliche Struktur der österreichischen Wirtschaft wider: Die überwiegende Mehrheit (83,4%) der neu gegründeten Unternehmen waren ohne unselbständig Beschäftigte. 12,1% der Unternehmen hatten im Jahr der Gründung zwischen einem und vier unselbständig Beschäftigte; nur 3,3% bzw. 1,2% waren mit zwischen fünf und neun bzw. mit zehn und mehr unselbständig Beschäftigten erstmals am Markt aktiv.

Nur jede zweite Neugründung überlebt fünf Jahre

Die Überlebensraten der Unternehmen eines Gründungsjahrgangs (d. h. einer Gründungskohorte) sinken von Jahr zu Jahr: Von den 2014 neu gegründeten Unternehmen waren ein Jahr später noch 87,8% aktiv. Die Zweijahresüberlebensrate (von 2014 auf 2016) betrug 74,4%; nach drei Jahren waren 65,6% und nach vier Jahren 58,2% dieser Gründungskohorte noch aktiv. Die Fünfjahresüberlebensrate betrug nur mehr 52,5%. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet gab es die höchsten Fünfjahresüberlebensraten in den Bereichen Energieversorgung (77,2%), Bergbau (72,2%), Wasserversorgung und Abfallentsorgung (70,5%) sowie im Bereich Herstellung von Waren (67,4%; siehe Tabelle 2).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Statistik der gesamten Unternehmensdemografie finden Sie auf unserer Webseite.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Statistik der Unternehmensdemografie wird auf Basis von Verwaltungsdaten sowie statistischen Registern erstellt. Die Datenbasis wird von unechten Neugründungen bzw. Schließungen bereinigt.  
Eine echte Neugründung liegt dann vor, wenn nur ein Unternehmen beteiligt ist und eine Kombination von Produktionsfaktoren – insbesondere Beschäftigung – geschaffen wird. Keine echten Neugründungen sind Zugänge zum Bestand durch z. B. Fusion oder Umstrukturierung, ein bloßer Wechsel der Wirtschaftstätigkeit, der Rechtsform oder des Firmensitzes und das Reaktivieren einer ruhenden Einheit innerhalb von zwei Jahren. Ähnliches gilt für die Definition von Unternehmensschließungen.  
Die Neugründungsrate wird berechnet als Anteil der Neugründungen an den insgesamt am Markt aktiven Unternehmen.

 

Tabelle 1: Neugründungsraten und Beschäftigte pro Neugründung 2019 nach Wirtschaftsbereichen
Abschnitt (ÖNACE 2008)NeugründungenNeugründungsrate in %Beschäftigte pro Neugründung
 Insgesamt37.3566,41,5
BBergbau143,80,7
CHerstellung von Waren1.2874,31,6
DEnergieversorgung1223,21,2
EWasserversorgung und Abfallentsorgung672,31,0
FBau2.6976,62,0
B–FProduzierender Bereich4.1875,41,8
GHandel6.0566,41,3
HVerkehr1.6019,42,2
IBeherbergung und Gastronomie3.4156,52,8
JInformation und Kommunikation1.9426,81,1
KFinanz- und Versicherungsleistungen1)5575,21,1
LGrundstücks- und Wohnungswesen4092,31,6
MFreiberufl./techn. Dienstleistungen4.9065,21,1
NSonstige wirtschaftliche Dienstleistungen2.3509,11,9
PErziehung und Unterricht6244,81,3
QGesundheits- und Sozialwesen8.1168,61,1
RKunst, Unterhaltung und Erholung9064,41,4
SSonstige Dienstleistungen2.2877,21,3
G–SDienstleistungsbereich33.1696,61,5
Tabelle 2: Überlebensraten von 2014 neugegründeten und bis 2019 überlebenden Unternehmen nach Wirtschaftsbereichen
Abschnitt (ÖNACE 2008)Überlebensrate in % nach 5 Jahren
 Insgesamt52,5
BBergbau72,2
CHerstellung von Waren67,4
DEnergieversorgung77,2
EWasserversorgung und Abfallentsorgung70,5
FBau54,9
B–FProduzierender Bereich60,0
GHandel51,1
HVerkehr46,2
IBeherbergung und Gastronomie45,4
JInformation und Kommunikation60,2
KFinanz- und Versicherungsleistungen1)58,5
LGrundstücks- und Wohnungswesen64,4
MFreiberufl./techn. Dienstleistungen62,2
NSonstige wirtschaftliche Dienstleistungen49,3
PErziehung und Unterricht57,0
QGesundheits- und Sozialwesen43,9
RKunst, Unterhaltung und Erholung56,1
SSonstige Dienstleistungen57,7
G–SDienstleistungsbereich51,5

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