Korrigierte Pressemitteilung (siehe Tabelle 1): 12.532-123/21

Konjunktur-Frühschätzung für April 2021 deutet auf kräftige Erholung der Umsätze im Produzierenden Bereich (+46,0%); Umsatzplus von 7,2% im Februar 2021

Wien, 2021-05-28 – Für April 2021 zeigen die Konjunktur-Frühschätzungen zu Industrie und Bau (ÖNACE B bis F) laut Statistik Austria im Vergleich zum Vorjahresmonat einen sehr kräftigen Anstieg der Umsätze um 46,0%. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass der April 2020 aufgrund der einsetzenden Corona-Pandemie bereits mit rund 25% im Minus lag. Der Beschäftigtenindex verbuchte einen moderaten Anstieg (+2,5%), der Index der geleisteten Arbeitsstunden entwickelte sich kräftiger (+20,7%; siehe Tabelle 1).

"In der Industrie und im Bau geht es weiter aufwärts: Erste Konjunktur-Frühschätzungen für April 2021 zeigen für den produzierenden Bereich einen kräftigen Anstieg der Umsätze um 46,0% im Vergleich zum - sehr schwachen - Vorjahresmonat. Das stellt den stärksten Anstieg seit dem EU-Beitritt Österreichs dar. Auch die vorliegenden Umsatzdaten für den Februar 2021 indizieren das Erreichen des konjunkturellen Turnarounds", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Im Februar 2021 hatten die 76.002 Unternehmen des gesamten Produzierenden Bereichs (Sachgüterbereich und Bau) mit 958.067 unselbständig Beschäftigten (-0,3%) Umsatzerlöse in Höhe von 24,4 Mrd. Euro realisiert. Das entspricht einem Umsatzplus von 7,2% gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch der Sachgüterbereich bilanzierte gegenüber Februar 2020 bei nomineller Betrachtung positiv (+8,1% auf 21,0 Mrd. Euro). Nach zwei schwachen Wintermonaten erholte sich auch die Baukonjunktur im Februar 2021 wieder etwas (+1,8% auf 3,4 Mrd. Euro; siehe Tabelle 2).

Konjunktur-Frühschätzungen April 2021: kräftige Erholung bei den Umsätzen in Industrie und Bau

Die Frühschätzung für April 2021 zu Industrie und Bau zeigt sowohl für die Industrie (+47,1% im Vergleich zum Vorjahr) als auch für den Baubereich (+40,6%) eine stark positive Entwicklung der Umsätze. Das Arbeitsvolumen stieg im Vorjahresvergleich in der Industrie um 17,7%, im Baubereich sogar um 30,2%. Beim Beschäftigungsindex gab es im Industriebereich einen leichten Zuwachs (+0,5%), der Anstieg im Baubereich war mit +8,9% deutlich kräftiger.

Sattes Produktionsplus im Sachgüterbereich im Februar 2021

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Produktion im gesamten Sachgüterbereich (Abschnitte B bis E der ÖNACE 20008) im Februar 2021 nominell um 9,0% auf 20,7 Mrd. Euro. Die mit Abstand höchste Produktionssteigerung innerhalb der zehn größten Branchen des Sachgüterbereichs verzeichnete dabei die "Energieversorgung" (+39,2% auf 4,6 Mrd. Euro) - auch bedingt durch den massiv gestiegenen Energiehandel. Produktionszuwächse erzielten überdies die Abteilungen "Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+13,7% auf 662,4 Mio. Euro), "Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)" (+10,5% auf 753,3 Mio. Euro), "Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen" (+7,6% auf 1,6 Mrd. Euro) sowie "Herstellung von Metallerzeugnissen" (+7,2% auf 1,4 Mrd. Euro). Die "Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln" (-6,8% auf 1,3 Mrd. Euro) sowie die "Herstellung von elektrischen Ausrüstungen" (-3,5% auf 975,6 Mio. Euro) bilanzierten hingegen gegenüber Februar 2020 negativ; siehe Tabelle 3).

Weitere Informationen

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich sowie zur Frühschätzung für Industrie und Bau finden Sie auf unserer Webseite. Einen Überblick über die Wirtschaftsentwicklung Österreichs anhand von 80 Konjunkturmerkmalen bietet der Konjunkturmonitor von Statistik Austria. Ebenso stehen eine detaillierte Darstellung und Beschreibung der wichtigsten konjunkturellen Absolutdaten zur Verfügung.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die gegenständlichen Hauptergebnisse basieren zum einen auf den primärstatistischen Daten der Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich, zum anderen auf einem modellbasierten Ansatz zur Datenergänzung (MDE). Letzterer versucht sowohl die Merkmalszusammenhänge der monatlichen Konjunkturerhebung einzubinden als auch die Informationen aus den verschiedenen Verwaltungsquellen effizient zu nutzen. Dadurch soll die Struktur der Grundgesamtheit (somit 100%) der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich auf Aktivitätsebene als Kombination aus Primärdaten, Sekundärdaten und Modellrechnung dargestellt werden. Detaillierte methodische Beschreibungen finden sich auf unserer Webseite
Den Unternehmensergebnissen liegen dabei alle dem Produzierenden Bereich zuzurechnenden Ein- und Mehrbetriebsunternehmen zugrunde. Die Betriebsdaten hingegen zeigen die Ergebnisse jener Betriebe, deren Schwerpunkt im Produzierenden Bereich liegt; unabhängig des wirtschaftlichen Schwerpunkts der den Betrieben übergeordneten Unternehmen.  
Mit dem Berichtsmonat Jänner 2021 wurde im statistischen Unternehmensregister (URS) der Statistik Austria ein neues Konzept zur Aufnahme- und Löschung von statistischen Einheiten implementiert, durch das die teils hohen Veränderungen der ausgewiesenen Unternehmen und Betriebe im Vergleich zum Vorjahresmonat erklärt werden können. Für die Aufnahmen von Einheiten in das URS wurden - gemäß den europäischen Konzepten - die Schwellen entsprechend herabgesetzt. Nunmehr gelten alle Einheiten als aktiv, die einen Umsatz von 50 Euro/Monat bzw. 150 Euro/Quartal bzw. 500 Euro/Jahr aufweisen (vormals: 1.000 Euro/Monat bzw. 3.000 Euro/Quartal bzw. 10.000 Euro/Jahr). Dadurch erhöhte sich die Grundgesamtheit im Produzierenden Bereich um etwa 10.000 Unternehmen. 
Konjunktur-Frühschätzung:  
Die Schätzungen basieren einerseits auf historischen Entwicklungen und Korrelationen zwischen einzelnen Variablen, zum anderen auf Meldungen, die bis zum Zeitpunkt der 30-Tage-Schätzung bereits zur Verfügung stehen. Dem Modell liegt die Annahme zugrunde, dass fehlende Meldungen eine ähnliche Entwicklung aufweisen wie die Daten der bereits eingegangenen Meldungen der Unternehmen.  
Der Begriff Industrie entspricht hier dem Produzierenden Bereich ohne Bau (ÖNACE 2008 – Abschnitte B bis E) und beinhaltet auch Gewerbebetriebe. Somit ist dieser Begriff nicht ident mit dem Begriff Industrie laut Kammersystematik der Wirtschaftskammer Österreich.  
Qualität der t+30-Schätzung:  Ein wesentlicher Qualitätsaspekt für die Schätzung ist die automatische Ausreißererkennung und -korrektur. Zu t+30 sind etwa 60% aller Meldungen eingelangt, diese weisen aber – aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchgeführten Plausibilitätsprüfungen – zum Teil noch Qualitätsmängel auf. Die Ausreißererkennung basiert auf einem univariaten Zeitreihenmodell. Die Sensitivität dieser Prozedur wurde heuristisch so kalibriert, dass nicht zu viele korrekt gemeldete Werte ersetzt, andererseits aber die meisten fehlerhaften Meldungen eliminiert wurden.  
Somit hängt die Qualität der t+30-Schätzung einerseits davon ab, inwiefern die wesentlichsten fehlerhaften Meldungen identifiziert und korrigiert werden konnten. Andererseits wird in dem zugrundeliegenden Modell eine Korrelation der früh und spät eingelangten Meldungen vorausgesetzt. Diese Abhängigkeit hat sich im Beobachtungszeitraum 2013–2020 nicht wesentlich geändert. Strukturbrüche, die etwa durch Krisen wie der Corona-Pandemie verursacht werden, könnten Probleme bei der Ausreißeridentifikation hervorrufen (plötzlich auftretende Nullwerte, die als Ausreißer erkannt und ersetzt werden). Weiters können aufgrund der aktuellen Situation Nachmeldungen und größere Revisionen nicht ausgeschlossen werden.

 

Tabelle 1: Konjunkturindikatoren (endgültige, vorläufige und Frühschätzungen zu t+30 für April 2021); Umsatz-, Beschäftigten- und Arbeitsvolumenindex im Produzierenden Bereich (Basis 2015), ÖNACE 2008
2021Insgesamt (B–F)VJMIndustrie (B–E)VJMBauwesen (F)VJM
Umsatzindex1)
Februar2)115,37,9116,68,5106,43,4
März 3)138,123,2137,222,6144,427,7
April4)127,246,0124,647,1145,840,6
Beschäftigtenindex1)
Februar 2)106,1-0,8105,4-1,7108,51,9
März 3)108,82,2105,9-0,6118,711,6
April 4)110,02,5106,20,5123,08,9
Index der geleisteten Arbeitsstunden1)
Februar 2)104,4-0,3104,4-1,5104,24,2
März3)118,414,8115,38,9128,537,1
April 4)113,020,7109,017,7126,630,2
Tabelle 2: Ergebnisse der Unternehmen – Februar 2021
ÖNACE 2008-Gliederung1)UnternehmenUnselbständig BeschäftigteBrutto-VerdiensteUmsatz
Stand Ende Februar 2021in Mio. EuroVeränderung
nom. In %2)a. b. in %3)
Februar 2021
Sachgüterbereich36.408687.4332.379,021.014,68,19,0
Darunter
Herstellung von Waren (inkl. Bergbau)29.851639.5372.187,715.782,21,7
-
Energieversorgung3.67326.987128,04.608,635,1
-
Wasserversorgung und Abfallentsorgung2.88420.90963,3623,721,7
-
Bau39.594270.634767,83.392,61,8
2,2
Produzierender Bereich insgesamt76.002958.0673.146,824.407,27,2
8,0
Tabelle 3: Ausgewählte Branchen des Sachgüterbereichs – Wert der abgesetzten Produktion – Februar 2021
SACHGÜTERBEREICH 
Februar 2021
Abgesetzte Produktion in Mio. EuroVeränderung zum Vorjahr in %1)
Sachgüterbereich insgesamt20.727,19,0
darunter
Energieversorgung4.587,839,2
Maschinenbau1.899,71,6
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen1.601,07,6
Metallerzeugung und -bearbeitung1.448,32,7
Herstellung von Metallerzeugnissen1.358,37,2
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln1.328,8-6,8
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen975,6-3,5
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)753,310,5
Herstellung von chemischen Erzeugnissen712,56,7
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen662,413,7

Rückfragen zur Konjunkturstatistik beantworten in der Direktion Unternehmen, Statistik Austria:  
Florian LANG, MSc, Tel.: +43 1 71128-7431 bzw. florian.lang@statistik.gv.at 
Dr. Martin HIRSCH, Tel.: +43 1 71128-7627 bzw. martin.hirsch@statistik.gv.at 
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