Pressemitteilung: 12.416-007/21

Pkw-Neuzulassungen gingen im Jahr 2020 um ein Viertel zurück; Zweiräder und Pkw mit alternativen Antrieben mit deutlichen Zuwächsen

Wien, 2021-01-18 – Insgesamt 353.179 Kraftfahrzeuge (Kfz) wurden laut Statistik Austria im Jahr 2020 neu zum Verkehr zugelassen, um 19,0% weniger als 2019. Die Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) nahmen um 24,5% auf 248.740 ab. Die Anzahl neu zugelassener Lastkraftwagen (Lkw) sank um 16,7% auf 40.042. Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen konnten 2020 neuerlich zulegen (+6,9% auf 6.446). Auch die Neuzulassungen von Zweirädern stiegen deutlich an (+13,4% auf 46.099).

Deutlich weniger Benzin- und Diesel-Pkw, Zunahmen bei Elektro- und Hybrid-Pkw

Im Jahr 2020 sank die Zahl neu zugelassener Pkw mit 248.740 auf den tiefsten Wert seit 1987 (243.221) und somit auch deutlich unter das Niveau des Zwanzigjahresdurchschnitts von 313.297 Neuzulassungen. Damit wurde im Vergleich zu 2019 (329.363 Pkw-Neuzulassungen) der bislang höchste beobachtete Rückgang registriert.

Die Neuzulassungen benzinbetriebener Pkw (Anteil: 43,3%) nahmen um 39,0%, jene von Diesel-Pkw (Anteil: 36,5%) um 28,0% ab. Der Anteil alternativ betriebener Pkw – Elektro, Erdgas, bivalenter Betrieb, kombinierter Betrieb (Benzin- bzw. Diesel-Hybrid) und Wasserstoff (Brennstoffzelle) – erreichte 2020 mit 50.060 Fahrzeugen (+90,0%) 20,1% (2019: 8,0%; 26.346 Pkw und 2018: 4,9%; 16.807 Pkw).

Mit einem Anteil von 10,2% an allen Pkw-Neuzulassungen bzw. 25.380 Fahrzeugen (+105,5% gegenüber 2019) sind Benzin/Elektro-Hybridfahrzeuge die wichtigste Gruppe unter den alternativ betriebenen Pkw; es folgen Pkw mit Elektro-Antrieb (Anteil: 6,4%; +72,8% auf 15.972 Fahrzeuge) und Diesel/Elektro-Hybridantriebe (Anteil: 3,3%; +99,4% auf 8.287 Fahrzeuge).

Nach wie vor sind es vor allem juristische Personen, Firmen und Gebietskörperschaften, welche Elektro-Pkws neu zulassen (13.040 Fahrzeuge, Anteil an allen Elektro-Pkw-Neuzulassungen: 81,6%).

Die meisten Elektro-Pkw wurden in Wien und Niederösterreich neu zugelassen (Anteil 18,5% bzw. 18,4%), gefolgt von Oberösterreich (17,6%) und der Steiermark (13,0%).

Durchschnittliche Pkw-CO2-Emissionen (WLTP) bei 136 g/km

Die CO2-Emissionen aller neu zugelassenen Pkw betrugen nach dem WLTP-Testverfahren ("Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure") 2020 im Durchschnitt 136 g/km (inkl. Elektro und Wasserstoff-Fahrzeuge; mit Benzinantrieb: 143 g/km; mit Dieselantrieb 156 g/km). In der anteilsmäßig wichtigsten CO2-Klasse 131-140 g/km (Anteil: 20,0%) wurden 49.872 Pkw neu zugelassen, gefolgt von den CO2-Klassen 121-130 g/km (44.196 Pkw; Anteil: 17,8%), über 170 g/km (40.365 Pkw; Anteil: 16,2%) und 141-150 g/km (32.887 Pkw; Anteil: 13,2%).

Pkw-Segmente: Geländefahrzeuge/SUV vor Kompaktklasse und Kleinwagen

Das beliebteste Pkw-Segment war 2020 das Geländefahrzeug (GFZG) bzw. der SUV (Sport Utility Vehicle) mit einem Anteil von 31,5% und 78.403 Fahrzeugen, gefolgt von der Kompaktklasse mit einem Anteil von 25,5% (63.333 Fahrzeuge) und dem Kleinwagen mit einem Anteil von 19,5% (48.480 Fahrzeuge). Zuwächse gegenüber 2019 wurden lediglich bei Sportwagen (+57,3%, 3.345 Fahrzeuge) beobachtet.

VW weiterhin Marktführer vor Skoda, Seat und BMW

Unter den zehn wichtigsten Marken 2020, die zusammen 67,5% aller Pkw-Neuzulassungen ausmachten, blieb VW mit einem Anteil von 15,4% Marktführer, gefolgt von Skoda (Anteil 9,5%) sowie Seat und BMW (Anteil jeweils 6,4%). Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten alle Top 10 Marken zweistellige Rückgänge (Opel -43,7%, Ford -27,6%, VW -27,3%, Renault -24,0%, Hyundai -22,6%, Seat -19,7%, BMW -17,4%, Mercedes -14,8%, Skoda -13,5%, Audi -12,8%).

Ein Drittel weniger Tageszulassungen

Die Pkw-Tageszulassungen verzeichneten 2020 einen Rückgang um 33,4% auf 11.794 (2019: -24,2%; 2018: -3,7%; 2017: +17,3%; 2016: -14,3%; 2015: -8,7%). Ihr Anteil an den gesamten Pkw-Neuzulassungen betrug 4,7% (2019: 5,4%, 2018: 6,8%).

Pkw-Neuzulassungen mit einer Zulassungsdauer von bis zu sieben Tagen sanken 2020 um 39,0%. Rückläufig entwickelten sich auch Kurzzulassungen mit einer Zulassungsdauer von bis zu 30 Tagen (-41,4%), bis zu 60 Tagen (-42,6%), bis zu 90 Tagen (-39,2%) und bis zu 120 Tagen (-36,1%).

Starke Zuwächse bei Wohnmobilen

Von allen Fahrzeugarten hatten im Jahr 2020 Wohnmobile die höchsten Zuwächse. Wenngleich von einem geringen Anteil ausgehend (0,8% an allen Kfz-Neuzulassungen), legten die Neuzulassungen von Wohnmobilen um 74,2% auf 2.969 zu (2019: 1.704 neu zugelassene Wohnmobile, Anteil: 0,4%). Eine Analyse der monatlichen Entwicklung zeigt, dass insbesondere ab Mai 2020 die Neuzulassungen von Wohnmobilen deutlich zugenommen haben (Mai +9,0%, Juni +72,9%, Juli +119,3%, August +83,6%, September +639,6%, Oktober +563,4%, November +518,8%, Dezember +285,7%). Auch die Neuzulassungen von Wohnanhängern sind 2020 gestiegen, um 1,8% auf 998.

Rückgänge bei Lkw-Neuzulassungen; mehr land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen

Die Zahl der Lkw-Neuzulassungen entwickelte sich 2020 mit 40.042 Fahrzeugen rückläufig (-16,7%). Bei leichten Lastkraftwagen (Lkw bis 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht; Kl. N1), der mit einem Anteil von 91,3% wichtigsten Lkw-Art, gingen die Neuzulassungen um 15,8% zurück; Neuzulassungen von Lkw über 3,5 t bis 12 t höchstzulässigem Gesamtgewicht (Kl. N2) sanken um 31,3% und jene schwerer Lkw (Kl. N3; über 12 t höchstzulässigem Gesamtgewicht) um 23,3%. Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen wurde ein Zuwachs von 6,9% auf 6.446 Fahrzeuge verzeichnet. Die Zahl der Neuzulassungen von Sattelzugfahrzeugen ging um 37,1% auf 2.179 zurück.

Neuzulassungen von Zweirädern neuerlich gestiegen

Wie bereits 2019 (+6,6%) nahm auch im Jahr 2020 die Zahl der Neuzulassungen von Zweirädern zu, um 13,4% auf 46.099. Damit liegen die Zweiräder gemessen an allen Kfz-Neuzulassungen – wie zuletzt 2016 – wieder an zweiter Stelle hinter den Pkw-Neuzulassungen. Den bisherigen Höchstwert erreichten die Neuzulassungen von Zweirädern im Jahr 2008 mit 53.255 Fahrzeugen. Die Zahl der Neuzulassungen von Motorrädern – der wichtigsten Fahrzeugart bei Zweirädern – erhöhte sich um 16,3% auf 32.204, jene der Motorfahrräder um 7,2% auf 13.895.

Der Anteil an elektrisch angetriebenen Zweirädern betrug im Jahr 2020 5,7% (2.632 Fahrzeuge; Anteil 2019: 6,0%). Von den gesamten Motorradneuzulassungen hatten 769 Motorräder einen Elektroantrieb (+39,8%), bei den Motorfahrrädern waren es 1.863 (-2,1%).

Kfz-Gebrauchtzulassungen insgesamt leicht rückläufig, aber Nutzfahrzeuge und Zweiräder im Plus

Im Jahr 2020 wurden 1.049.345 gebrauchte Kfz zum Verkehr zugelassen, um 1,7% weniger als 2019. Pkw-Gebrauchtzulassungen lagen mit 841.196 um 3,5% unter dem Vorjahreswert. Die Gebrauchtzulassungen von Benzin-Pkw (inkl. Flex-Fuel, Anteil: 38,0%, 319.623 Fahrzeuge) und Diesel-Pkw (Anteil: 59,5%, 500.579 Fahrzeuge) verzeichneten Rückgänge um 3,8% bzw. 4,9%. Zulassungen gebrauchter Elektro-Pkw (Anteil: 0,7%) stiegen dagegen um 44,5% auf 5.936 Fahrzeuge. Auf dem Nutzfahrzeugmarkt konnten Zunahmen bei gebraucht zugelassenen Lkw (+5,4%) und land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen (+7,3%) beobachtet werden. Gebrauchte Sattelzugfahrzeuge verzeichneten hingegen Rückgänge von 5,5%. Außerdem wurden um 8,7% mehr gebrauchte Wohnmobile zugelassen als 2019. Wie bei den Neuzulassungen, gab es auch bei gebraucht zugelassenen Zweirädern Zuwächse (+7,3%), bei Motorrädern um 8,2% und bei Motorfahrrädern um 5,5%.

Vorläufiger Bestand 2020: mehr als 7 Mio. Kraftfahrzeuge

Zum Stichtag 31.12.2020 überschritt der vorläufige Kfz-Bestand in Österreich erstmals die 7-Mio.-Marke (rund 7,1 Mio.). Das sind 1,5% mehr Kfz als im Jahr zuvor. Auf die anteilsmäßig wichtigste Fahrzeugart Pkw (71,7%) entfielen rund 5,1 Mio. Fahrzeuge, ein Plus von 1,0%. Bei Lkw wurden insgesamt 512.101 (+3,5%), bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen 472.467 (+0,9%) sowie bei Sattelzugfahrzeugen 19.388 Fahrzeuge (+0,3%) gemeldet. Wohnmobile erreichten mit 32.675 Fahrzeugen einen Zuwachs von 8,4%. Bei den einspurigen Fahrzeugen waren 570.747 Motorräder (+3,8%) und 274.433 Motorfahrräder (+0,7%) zum Verkehr zugelassen.

Weiterführende Informationen zu Kfz-Neuzulassungen, Gebrauchtzulassungen und Bestand sowie eine Pressemappe (PDF, ca. 3 MB) zum Thema finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Kfz-Zulassungs- bzw. Bestandsstatistik von Statistik Austria ist eine Sekundärstatistik, die auf Basis der vom Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) täglich an Statistik Austria übermittelten Datenfiles erstellt wird. Der VVO erhält die Daten von den durch die Zulassungsbehörden beliehenen Zulassungsstellen der Versicherungen, die für die Zulassung, Abmeldung und Berichtigung von Kraftfahrzeugen und Anhängern verantwortlich sind.  
Im Rahmen der Kfz-Neuzulassungsstatistik werden alle Neuzulassungen, das sind alle fabrikneuen Zulassungen, erhoben, unabhängig von der Dauer der Anmeldung (auch sog. "Kurzzulassungen", z. B. Tageszulassungen).  
Bei einer Kurzzulassung handelt es sich um eine Pkw-Neuzulassung, die innerhalb einer bestimmten Frist wieder abgemeldet wird. So bedeutet eine Pkw-Neuzulassung mit einer Zulassungsdauer von bis zu sieben Tagen, dass der Pkw nach der erstmaligen Zulassung am Tag der Zulassung oder innerhalb der darauffolgenden sieben Tage wieder abgemeldet wird. Dies gilt entsprechend für Kurzzulassungen mit einer Anmeldedauer bis 30, 60, 90 oder 120 Tage. Tageszugelassene Pkw werden innerhalb von 24 Stunden an- und abgemeldet.   
In diesem Zusammenhang gibt der Berichtsmonat jenen Monat an, in dem die Abmeldung durchgeführt wurde. Ausschlaggebend für die Klassifizierung als "Kurzzulassung" sind ausschließlich das Erstzulassungsdatum und das Abmeldedatum (= Durchführung der Abmeldung in den beliehenen Zulassungsstellen der Versicherungen) eines Fahrzeuges.  
Bei der Kfz-Gebrauchtzulassungsstatistik werden alle Gebrauchtzulassungen, das sind Zulassungen von Fahrzeugen, die bereits einmal im In- bzw. Ausland zugelassen waren, erhoben, unabhängig von der Dauer der Anmeldung. 
Ausgehend vom Kfz-Bestand des Vorjahres werden alle zugelassenen Fahrzeuge des Jahres – alt wie neu –hinzugerechnet und die Abmeldungen in Abzug gebracht, woraus sich der jährliche Bestand ergibt. 
Die Bestimmung der CO2-Emissionen basiert auf weltweit harmonisierte Messungen im Rahmen des WLTP-Testverfahrens ("Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure"), welches ab 1. September 2018 – mit Gewährung einer bis zu 18-monatigen Übergangsfrist – Gültigkeit hat; dieses Messverfahren ersetzt den "Neuen Europäischen Fahrzyklus" (NEFZ).

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Gerda FISCHER, Tel.: +43 1 71128-7566 bzw. gerda.fischer@statistik.gv.at
Mag. Stefan PREMM, Tel.: +43 1 71128-7598 bzw. stefan.premm@statistik.gv.at und 
Thomas JANKA, Tel.: Tel.: +43 1 71128-7575 bzw. thomas.janka@statistik.gv.at

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