Pressemitteilung: 12.408-248/20

Erzeugerpreise des Produzierenden Bereichs gingen im November 2020 um 1,4% zurück

Wien, 2020-12-30 – Die Erzeugerpreise im Produzierenden Bereich waren im November 2020 um 1,4% niedriger als vor einem Jahr und der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich (EPI 2015) lag laut Statistik Austria bei 101,0 Punkten (2015=100). Im Oktober und September 2020 hatten die Jahresveränderungsraten -1,5% bzw. -1,8% betragen. Im November 2020 bremste sich der Preisrückgang für Erzeugnisse des Produzierenden Bereichs weiter ab. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2020 stieg der Index um 0,3% (siehe Tabelle).

Energiepreise sanken um 5,3%, Preise für Vorleistungsgüter um 1,2%

Die Jahresveränderungsrate von 1,4% im November 2020 wurde maßgeblich von den niedrigen Preisen in den Bereichen Energie und Vorleistungsgüter bestimmt, die im Schnitt um 5,3% bzw. 1,2% gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgingen. Im Oktober 2020 und September 2020 lagen die Veränderungsraten zum Vorjahresmonat für Energie bei jeweils -5,4% und für Vorleistungsgüter bei -1,6% bzw. -2,2%. Dämpfend wirkten sich im November 2020 im Bereich Energie die starken Verbilligungen für Mineralölerzeugnisse aus. Bei den Vorleistungsgütern wurde in den letzten drei Monaten eine Abschwächung der Preisrückgänge im Bereich "Metallerzeugung und -bearbeitung" (November 2020: -1,6%, Oktober 2020: -2,6%, September 2020: -4,5%) beobachtet. Während die Preise für "Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen" um 5,4% niedriger waren als im Vergleichszeitraum November 2019, lagen jene für "Nichteisen-Metalle und Halbzeug daraus" um 3,2% über dem Niveau des Vorjahresmonats. Starke Preisnachlässe gab es bei den Vorleistungsgütern weiterhin für die Produktgruppen "chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform" (-7,5%) sowie für "Kunststoffwaren" (-1,8%).

Der stabile Preistrend für Investitionsgüter setzte sich mit einem Plus von 0,5% auch im November 2020 fort (Oktober 2020: +0,6%, September 2020: +0,6%). Die Produktgruppen "land- und forstwirtschaftliche Maschinen" sowie "Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse" kosteten um 3,7% bzw. 1,0% mehr als im November 2019. "Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige" verteuerten sich im Vergleichszeitraum um 0,4%.

Konsumgüter verzeichneten im November 2020 einen Preisanstieg um 0,5% (Oktober 2020: +0,6%, September 2020: +0,5%). Ausschlaggebend dafür waren Teuerungen für "pflanzliche und tierische Öle und Fette" (+12,8%), "Obst- und Gemüseerzeugnisse" (+4,1%) sowie für "Milch und Milcherzeugnisse" (+3,3%). Weiterhin rückläufig entwickelten sich bei den Konsumgütern die Preise für "haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse" (November 2020: -3,2%, Oktober 2020: -1,1%, September 2020: -1,3%).

Erzeugerpreise stiegen gegenüber Oktober 2020 um 0,3%

Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2020 erhöhte sich der Erzeugerpreisindex insgesamt um durchschnittlich 0,3%. Verursacht wurde dieser Indexanstieg hauptsächlich aufgrund der Preiserhöhungen in den Bereichen "Herstellung von chemischen Erzeugnissen" (+0,9%), "Energieversorgung" (+0,8%) sowie "Metallerzeugung und -bearbeitung" (+0,8%). Im Monatsabstand fielen bzw. stagnierten die Preise in den Bereichen "Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus" (-0,3%) sowie "Herstellung von Metallerzeugnissen" (±0,0%).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Index der Erzeugerpreise für den Produzierenden Bereich 2015 beträgt 100,0 im Jahr 2015.  
Die Indexwerte und Veränderungsraten für Wirtschaftszweige bzw. Gütergruppen mit weniger als drei auskunftsgebenden Meldern unterliegen der Geheimhaltung. 
Trotz des zweiten Lockdowns zur Eindämmung von COVID-19 lag die Rücklaufquote (99,6%) der Erhebung von Erzeugerpreisen im Produzierenden Bereich im gewohnten Rahmen.

Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich1) (Gesamtindex)
 Basisjahr 2015% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2019Jänner102,90,11,6
 Februar102,90,01,6
 März102,8-0,11,5
1. Quartal 2019 102,9-0,51,6
 April103,00,21,4
 Mai102,8-0,20,6
 Juni102,4-0,4-0,2
2. Quartal 2019 102,7-0,20,6
1. Halbjahr 2019 102,8-1,1
 Juli102,60,2-0,2
 August102,3-0,3-0,8
 September102,30,0-1,1
3. Quartal 2019 102,4-0,3-0,7
 Oktober102,2-0,1-1,5
 November102,40,2-1,1
 Dezember102,40,0-0,4
4. Quartal 2019 102,3-0,1-1,1
Jahresdurchschnitt 2019 insgesamt 102,6-0,1
2020Jänner102,60,2-0,3
 Februar102,2-0,4-0,7
 März101,3-0,9-1,5
1. Quartal 2020 102,0-0,3-0,9
 April100,5-0,8-2,4
 Mai100,1-0,4-2,6
 Juni100,30,2-2,1
2. Quartal 2020 100,3-1,7-2,3
1. Halbjahr 2020 101,2--1,6
 Juli 100,40,1-2,1
 August100,40,0-1,9
 September100,50,1-1,8
3. Quartal 2020 100,40,1-2,0
 Oktober100,70,2-1,5
 November*101,00,3-1,4

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Ingrid VRABEC, Tel.: +43 1 71128-8103 bzw. ingrid.vrabec@statistik.gv.at

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