Pressemitteilung: 12.290-130/20

Weniger Unfälle, aber mehr Verkehrstote im 1. Quartal 2020

Wien, 2020-07-29 – Im 1. Quartal 2020 kamen laut Statistik Austria 69 Personen bei Straßenverkehrsunfällen in Österreich ums Leben. Das entspricht einem Plus von 8% im Vergleich zum 1. Quartal 2019 (64 Getötete). Während der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, die österreichweit ab 16. März galten und im 1. Quartal die Kalenderwochen 12 und 13 betrafen, ging die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den Kalenderwochen 12 und 13 des Vorjahres um 42% auf sieben zurück.

Im Durchschnitt 75 Verletzte weniger pro Tag während der Ausgangsbeschränkungen im März

Ein Rückgang um je 17% im Jahresvergleich wurde im 1. Quartal 2020 bei den Unfällen mit Personenschaden (5.096 Unfälle) sowie der Zahl der Verletzten (6.668 Personen) registriert (siehe Tabelle 1). Besonders deutlich ging die Zahl der Unfälle (-73%) sowie die der Verletzten (-76%) in den Kalenderwochen 12 und 13 zurück, in denen durchschnittlich 21 Unfälle mit 24 Verletzten pro Tag erfasst wurden (2019: 78 Unfälle mit 99 Verletzten pro Tag; siehe Tabelle 2).

Der Anteil Schwerverletzter an allen im Straßenverkehr Verletzten lag in den ersten drei Monaten 2020 insgesamt bei 13%. In den Kalenderwochen 12 und 13 stieg der Anteil der Schwerverletzten auf 19%, 2019 lag er im selben Zeitraum bei 16%.

Nicht angepasste Geschwindigkeit Hauptunfallursache bei tödlichen Unfällen

Ein deutlicher Anstieg zeigte sich im 1. Quartal 2020 bei tödlichen Unfällen, die durch nichtangepasste Geschwindigkeit verursacht wurden: So sind 27 tödlich Verunglückte auf Unfälle aufgrund nichtangepasster Geschwindigkeit zurückzuführen. 39% der Unfälle mit tödlichem Ausgang waren eine Folge von nichtangepasster Geschwindigkeit (2019: 23%), gefolgt von jenen, die durch Unachtsamkeit bzw. Ablenkung (21%, 2019: 31%) verursacht wurden. Auch in den Kalenderwochen 12 und 13 gingen 71% der Unfälle mit tödlichem Ausgang auf nichtangepasste Geschwindigkeit zurück.

Mehr Verkehrstote im Burgenland und Kärnten

Die meisten tödlich verunglückten Personen gab es im 1. Quartal 2020 in Niederösterreich (20 Personen, +33%), Oberösterreich (11 Personen, -21%) und der Steiermark (10 Personen, ±0%). Der deutlichste Anstieg bei den Verkehrstoten zeigte sich im Burgenland (7 Personen, +250%) und Kärnten (5 Personen, +150%; siehe Tabelle 3).

Keine tödlich verunglückten Kinder in den ersten drei Monaten 2020

Im 1. Quartal sind keine Kinder (0–14 Jahre) tödlich verunglückt, und es wurden keine tödlichen Schulwegunfälle Sechs- bis 15-Jähriger gemeldet. Bei Verkehrsunfällen verletzt wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 334 Kinder, im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von 25%. In den Kalenderwochen 12 und 13 wurden zehn Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt, ein Rückgang von 89% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Starker Rückgang der verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Pkw-Insassen während der Ausgangsbeschränkungen im März

Die größten Rückgänge unter den verunglückten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern in den Kalenderwochen 12 und 13 wurden bei Fußgängerinnen und Fußgängern (-82%) sowie bei Pkw-Insassen (-81%) verzeichnet: So verunglückten während der Ausgangsbeschränkungen in den Kalenderwochen 12 und 13 pro Tag durchschnittlich zwei Fußgängerinnen und Fußgänger (2019: 10) sowie zehn Pkw-Insassen (2019: 54). Auch die Zahl der verunglückten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (Fahrrad, Elektrofahrrad sowie Elektro-Scooter) verringerte sich, jedoch nur um 53%. In den Kalenderwochen 12 und 13 verunglückten sieben Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer pro Tag, 2019 waren es im Durchschnitt 15 täglich.

Mehr verunglückte Personen bei Alkoholunfällen im Jänner und Februar

Fünf Personen kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei einem Alkoholunfall ums Leben. Insgesamt verunglückten 501 Personen bei Alkoholunfällen, das sind 7,4% aller verletzten oder getöteten Personen. Eine Zunahme der bei einem Alkoholunfall Verunglückten wurde sowohl im Jänner (+8%) als auch Februar (+29%) verzeichnet, in den Kalenderwochen 12 und 13 ging die Zahl der Verunglückten um 81% zurück.

Detaillierte Ergebnisse sowie zusätzliche Informationen finden Sie im "Schnellbericht" (PDF, 2 MB, mit weiterführenden Beschreibungen und Tabellen) und auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Statistik Austria erstellt und veröffentlicht seit 1961 die Statistik der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden. Seit 2012 werden die Verkehrsunfälle durch die Polizeiorgane nicht mehr mit Unfallzählblättern, sondern elektronisch erfasst und über eine Schnittstelle an Statistik Austria übermittelt. Die aktuell veröffentlichten Quartalsergebnisse von 2020 sind bis zum Vorliegen der endgültigen Jahresergebnisse als vorläufig zu betrachten, da nachträglich bekannt gewordene Änderungen der Unfalldaten (z. B. nachträgliche Verletzungsanzeigen) durch das Bundesministerium für Inneres bzw. die Polizeiorgane noch möglich sind. Da für die Berichtsjahre 2016 bis 2018 keine vergleichbaren vorläufigen Quartalsergebnisse vorliegen, werden von diesen Jahren die endgültigen Ergebnisse dargestellt und von 2019 bis 2020 die vorläufigen Ergebnisse. Ein Vergleich der vorläufigen und endgültigen Ergebnisse ist nur bedingt möglich. 
Ein Straßenverkehrsunfall mit Personenschaden liegt vor, wenn infolge des Straßenverkehrs auf Straßen mit öffentlichem Verkehr Personen verletzt oder getötet wurden und daran zumindest ein in Bewegung befindliches Fahrzeug beteiligt war. 
Als Verunglückte zählen Personen, die bei und in Folge eines Unfalles verletzt oder getötet wurden.  
Als Verkehrstote gelten Personen, die entweder am Unfallort oder innerhalb von 30 Tagen, gerechnet ab dem Unfallereignis, an den Unfallfolgen verstorben sind.  
Als Alkoholunfall gilt ein Unfall, bei dem zumindest bei einer beteiligten Person (Lenker oder Fußgänger) eine Beeinträchtigung durch Alkohol gemäß § 5 Abs. 1 Straßenverkehrsordnung oder eine Überschreitung des im § 14 Abs. 8 Führerscheingesetz festgelegten Blut- oder Atemalkoholwertes festgestellt wurde, eine Alkoholisierung durch die Polizeiorgane vermutet oder der Alkoholtest verweigert wurde.

 

Tabelle 1: Unfälle, Verletzte und Getötete im 1. Quartal 2016 bis 2020
Unfälle, Verletzte und Getötete20161)20171)20181)20192)20202)Veränderung 2019/2020 in %
Unfälle, Verletzte und Getötete insgesamt
  Unfälle6.7896.7976.2276.1695.096-17,4%
  Verletzte8.7538.8028.2678.0206.668-16,9%
  Getötete7971796469+7,8%
Verletzte und getötete Kinder (0 bis 14 Jahre)
  Verletzte Kinder505490488445334-24,9%
  Getötete Kinder-114-.
Verletzte und Getötete bei Alkoholunfällen
  Verletzte589529504586496-15,4%
  Getötete31474525,0%
Tabelle 2: Unfälle, Verletzte und Getötete in den Kalenderwochen 12 und 13 (während der COVID-19-Ausgangsbeschränkungen im März) 2020 im Vergleich zu 2019
Unfälle, Verletzte und Getötete20191)20201)Veränderung 2019/2020 in %
Unfälle1.098297-73,0%
Verletzte1.383338-75,6%
Getötete127-41,7%
Tabelle 3: Verletzte und Getötete im 1. Quartal 2020 nach Bundesländern
Verletzte und GetöteteBgldKtnSbgStmkTirolVbgWienÖ
Verletzte1384641.3081.2585179787133329606.668
  Veränd. 2019/2020 in %-1,4-4,9-20,7-25,0-10,9-18,3-2,5-10,3-19,1-16,9
Getötete75201151044369
  Veränd. 2019/2020 in %250,0150,033,3-21,4-16,70,0-33,3-33,30,07,8

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