Weitere Informationen zur Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich 2020

Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Informationen für die Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich.

Allgemeines

Die Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich als maßgeblicher Teil des Europäischen Statistischen Systems (ESS) ist eine EU-weit durchgeführte Erhebung. Sie wird in Österreich von Statistik Austria bei ausgewählten Unternehmen des Produzierenden Bereichs monatlich durchgeführt. Einsendetermin ist jeweils der 15. des dem Berichtsmonat folgenden Monats. Es besteht Auskunftspflicht! Dabei orientiert sich die Meldepflicht an gesetzlich definierten Schwellenwerten.

Aufgrund der novellierten Konjunkturstatistik-Verordnung besteht ab dem Berichtsmonat Jänner 2014 die Verpflichtung, die von der Bundesanstalt Statistik Österreich bereit gestellten elektronischen Meldemedien obligatorisch zu verwenden, soweit offensichtlich die technischen Voraussetzungen für eine elektronische Meldung beim Respondenten gegeben sind. Daher sind die Auskunftspflichtigen angehalten, auf das zeit- und kostensparende elektronische Meldesystem zurückzugreifen. Die Aufforderung zur Meldung und die Zugangsdaten für die elektronische Meldung erhalten die meldepflichtigen Unternehmen mittels E-Mail bzw. postalisch ab Ende Jänner 2020. Bei Fragen rufen Sie uns einfach an! Für allgemeine Auskünfte steht unsere Informationshotline unter +43 (1) 71128-7272 bzw. PK@statistik.gv.at, für technische Fragen unser HelpDesk unter +43 (1) 71128-8009 bzw. helpdesk@statistik.gv.at jederzeit gerne zur Verfügung.

Meldepflichtige Unternehmen: Erfassungsbereich und Auskunftspflicht

Die Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich erfasst alle Unternehmen, Betriebe, Arbeitsgemeinschaften und Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts, die schwerpunktmäßig eine Wirtschaftstätigkeit ausüben oder eine mit diesen Tätigkeiten verbundene Dienstleistung erbringen, die den Abschnitten B bis F der ÖNACE 2008 zuzuordnen sind und diese selbständig, regelmäßig und in der Absicht zur Erzielung eines Ertrages oder sonstigen wirtschaftlichen Vorteils ausüben. Im Rahmen der primärstatistischen Erhebungen kommen gesetzlich vordefinierte Schwellenwerte zur Anwendung. Damit beschränkt sich die Zahl der Auskunftspflichtigen auf etwa 10.600 Unternehmen bzw. ein Sechstel (16%) der rund 66.000 in Österreich dem Produzierenden Bereich zuzurechnenden Unternehmen.

Start und Ablauf der Erhebung

Ablauf

Alle auskunftspflichtigen Unternehmen werden Ende Jänner 2020 schriftlich aufgefordert, ihre statistische Meldung an Statistik Austria zu übermitteln. Statistik Austria weist aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen alle Unternehmen darauf hin, den kostenlosen Webfragebogen „eQuest-Web“ unter www.netquest.at zu verwenden. Die Unternehmen bzw. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder zur berufsmäßigen Parteienvertretung (bPV) befugten Personen erhalten von Statistik Austria alle erforderlichen Zugangscodes oder können diese auch über www.netquest.at bzw. auf unseren Bestellseiten „Bestellungen für Unternehmer“ und „Informationen für WTH und Steuerberater“ anfordern.

Sollten die technischen Voraussetzungen für eine elektronische Meldung beim Auskunftspflichtigen wider Erwarten nicht vorhanden sein, so hat der Auskunftspflichtige dies innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der Zugangsberechtigungen (Erhalt der Zugangsberechtigungen: Ende Jänner 2020) für die Erhebungsformulare in elektronischer Form der Statistik Austria schriftlich mitzuteilen (daher Frist für die schriftliche Mitteilung: Mitte Februar 2020). Die aus diesem Grund übermittelten Erhebungsformulare in Papierform hat dann der Auskunftspflichtige in weiterer Folge bis zum Ende des dem Berichtsmonat folgenden Monats (für den Berichtsmonat Jänner 2020 ist dies der 28. Februar 2020) der Statistik Austria postalisch zu übermitteln. Ab dem Berichtsmonat Februar 2020 gelten dann die normierten Übermittlungsfristen (jeweils der 15. des dem Berichtsmonat folgenden Monats). Verfügt der Respondent im Laufe der Zeit über die technischen Voraussetzungen, dann hat er dies der Statistik Austria bekannt zu geben.

Termine

Falls der gesetzliche Einsendetermin (jeweils der 15. des dem Berichtsmonat folgenden Monats) aufgrund innerbetrieblicher Vorkommnisse nicht eingehalten werden kann, nehmen Sie bitte rechtzeitig bezüglich einer Fristerstreckung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten mit Statistik Austria Kontakt auf. Achtung: Nach Ablauf der Einsendefrist wird bei fehlender Meldung der Auskunftspflichtige nach einem ersten Erinnerungsschreiben nochmals mittels RSb-Brief (Rückscheinbrief) nachweislich an die Auskunftspflicht erinnert. Wird dieser Aufforderung weiterhin nicht Folge geleistet, ist Statistik Austria verpflichtet, diese Verletzung der Auskunftspflicht der zuständigen Verwaltungsstrafbehörde (Magistrat oder Bezirksverwaltungsbehörde) zur Kenntnis zu bringen.

Elektronische Meldemöglichkeiten und ihre Vorteile

Seit dem Berichtsjahr 2014 besteht grundsätzlich die normierte Verpflichtung zu einer elektronischen Meldung, soweit beim Auskunftspflichtigen offensichtlich die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Sollte dies beim Respondenten wider Erwarten nicht der Fall sein, dann tritt das oben – unter „Ablauf“ – beschriebene Szenario in Kraft, d.h. der Auskunftspflichte hat die fehlende technische Voraussetzung innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der Zugangsberechtigungen der Statistik Austria schriftlich mitzuteilen.

Zur Datenübermittlung an Statistik Austria stehen den Respondenten der kostenlose Webfragebogen „eQuest-Web“ zur Verfügung. Alternativ kann die Meldung an Statistik Austria für den Webfragebogen nach erfolgter Registrierung überdies über das Unternehmensserviceportal (USP) des Bundes erfolgen.

Das elektronische Meldesystem minimiert den statistischen Meldeaufwand und ermöglicht eine rasche und unkomplizierte Meldungserstellung. Als wesentliche Vorteile können genannt werden:

  • Reduktion des Meldeaufwands, kein Postweg
  • Ausblenden von Fragen, die ein Unternehmen nicht betreffen
  • Einfache Bedienung und übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Volltext- und Synonymsuche innerhalb der benötigten Nomenklaturen
  • Automatische Summenbildungen
  • Hilfefunktionen per Mausklick
  • Reduzierung von Rückfragen durch Eingabeprüfungen
  • Durch „Speichern“ jederzeitige Unterbrechung und Fortsetzung ohne Datenverluste möglich
  • Export und Import von Daten möglich
  • Höchste Sicherheit der eingegebenen Daten: schneller, sicherer Datentransfer mit verschlüsselter Datei oder gesichertem Übertragungsprotokoll
  • Sendebestätigung für die erfolgreiche Datenübermittlung
  • Elektronische Archivierung von Meldungen

Brutto- und Nettoprinzip in der Energieversorgung (Abschnitt D der ÖNACE 2008)

Mit Wirksamkeit der Referenzperiode 2013 wurde von maßgeblichen Respondenten der Stromversorgung in den Meldeusancen der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich vom sogenannten Bruttoprinzip (Meldung des Bruttowertes – siehe nachstehend fiktives Beispiel) auf das Nettoprinzip (Netting – Meldung des Nettowertes) umgestellt. Dieser Umstand wird auch in den folgenden Referenzperioden Rechnung getragen.

Grundsätzlich wird als Netting die optional mögliche Saldierung von Gegengeschäften bezeichnet.

Während beim Bruttoprinzip sowohl die Ein- als auch Ausgänge verzeichnet werden, wird beim Nettoprinzip (Netting) nur der Saldo aus Ein- und Ausgängen angesetzt. Auch die Verrechnung gegenläufiger Zahlungsbewegungen, um dadurch Anzahl und Volumen von Zahlungsbewegungen innerhalb nationaler oder multinationaler Konzerne zu verringern (Cash-Management-Systeme), schlägt sich als Netting zu Buche.

Beim Stromfluss bedeutete dies bei der bis Ende 2012 häufig gebräuchlichen Bruttobetrachtung, skizziert an einem Beispiel:

Es werden 10 Einheiten Strom an einen ausländischen Partner geliefert und im Gegenzug werden vom ausländischen Strompartner 3 Einheiten bezogen. In diesem Fall wurden bisher im Rahmen der konjunkturstatistischen Erhebung 13 Einheiten (als Flussmenge gemessen an einem Stromzähler) als bewertete abgesetzte Menge und damit auch ein entsprechend erhöhter Umsatzwert gemeldet. Die abgesetzte Strommenge setzte sich daher bei der Übertragung von (Fremd- und Eigen-)strom bisher sowohl aus bewerteter Ein- und Verkaufsmenge  zusammen.

Bei Nettobetrachtung bedeutet dies eine sofortige Saldierung der Ein- und Verkäufe (im gegenständlichen Beispiel würden daher nur 7 Einheiten angesetzt und gemeldet). Im Rahmen der Bilanz und Rechnungslegung konnte auf Grund der Kenntnis der Erlöse und der Aufwendungen bereits in der Vergangenheit genettet (saldiert) werden (angesetzt wurde in diesem Fall in der GuV und in der Bilanz bereits der Wert nach dem Nettoprinzip, somit der Wert von 7 Einheiten).

Derartige Geschäftspraktiken werden auf dem internationalen Energiemarkt (sowohl Strom- als auch Gasversorgung) immer häufiger zur geübten Praxis bzw. bestehen an den Interconnectoren sogar Zwang zum Netting gegenläufiger Energielieferungen.

Information für alle Datenkonsumenten: Um die Ergebnisse der Erhebung für das Berichtsjahr 2013 (nach dem Nettoprinzip) überhaupt mit jenen des Berichtsjahres 2012 (nach dem Bruttoprinzip) zur Berechnung von Veränderungsraten in Beziehung setzen zu können, wurden die endgültigen Absolutdaten für das Referenzjahr 2012 (betroffen sind hier die Umsatz- und Produktionsvariablen sowohl nach dem Aktivitätsansatz als auch nach dem Güteransatz) ebenfalls auf Nettobasis gestellt. Dadurch ist aber ein Zeitreihenvergleich mit Daten vor 2012 nur mehr bedingt möglich.

Datenschutz

Die erhobenen Daten unterliegen der Geheimhaltung gemäß § 17 Bundesstatistikgesetz idgF. Ein Höchstmaß an Datenschutz wird auch durch die Verwendung von persönlichen Zugangsdaten gewährleistet. Die auskunftspflichtigen Unternehmen erhalten für die Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich ihre Benutzerkennung und ihr Passwort direkt und ausschließlich von Statistik Austria.

Da uns Datenschutz sehr wichtig ist, möchten wir Sie zudem auf unsere umfangreiche Datenschutzinformation (PDF; 28 KB) hinweisen.

Downloads, zusätzliche Informationen und Hilfestellungen

Während der Erhebung stehen im Internet unter www.netquest.at folgende sachdienliche Hilfen zur Verfügung:

Ziel und Zweck

Die Harmonisierungsbestrebungen der Europäischen Gemeinschaft sowie der fortschreitende wirtschaftliche und politische Integrationsprozess stellen im Rahmen der kurzfristigen Wirtschaftsbeobachtung immer neue Anforderungen sowohl an die Marktproduzenten als potentielle Lieferanten von Informationen als auch an das gesamte System der Wirtschaftsstatistik. Nicht nur die kurzfristigen Analysen von Politikern, Wissenschaftlern, Interessenvertretern und Journalisten müssen sich aufgrund der Intensivierung der Warenströme auf Wirtschaftsstatistiken stützen können, die es ermöglichen, branchenbezogene Aussagen auf gesamteuropäischer Ebene abzuleiten. Auch die Marktproduzenten selbst haben in vermehrtem Ausmaß Entscheidung nicht nur hinsichtlich der Kapazitätsanpassung, sondern vor allem auch in Bezug auf die grenzüberschreitende Standortwahl im Hinblick auf die Erschließung neuer Märkte zu treffen.

Die periodischen Daten bzw. die Zeitreihen der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich finden in praxi im Besonderen

  • als Basisdaten im Rahmen der Berechnung spezifischer Konjunkturindikatoren im Sinne der Erfüllung der EU-Verpflichtung gegenüber der Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB),
  • als Ergebnisdaten im Sinne der Erfüllung der Lieferverpflichtung im Rahmen der europäischen PRODCOM-Verordnung,
  • als Basisdaten für die Erstellung der Input-/Output-Tabellen im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung,
  • als Basisdaten für diverse Prognosemodellrechnungen von Wirtschaftsforschungsinstituten,
  • als Teil der Basisdaten im Rahmen der Berechnung von Energiebilanzen,
  • als Basisdaten zur Durchführung von Materialflussrechnungen und Abfallstatistiken,
  • als Basisdaten zur Berechnung der EU-relevanten Arbeitskostenindizes,
  • als international vergleichbare branchenspezifische Ergebnisse für Unternehmensplanung und Marketing,
  • als Analysedaten im Sinne von speziellen Kundenwünschen (Sonderauswertungen für Unternehmen, Konzerne, Branchenanalytiker u.ä. Bedarfsträger) sowie
  • als Evaluierungs- und Kontrollgrößen für bestimmte beschäftigungs- und sozialstatistische Indikatoren

ihren Eingang.