Probezählung 2006

Die Probezählung 2006 war eine Vollerhebung und diente der Evaluierung der für die Registerzählung 2010 vorgesehenen Datenquellen und Verfahren. Für die Probezählung 2006 war eine begleitende Stichprobenerhebung vorgesehen, die der Überprüfung der Qualität der Probezählung 2006 diente. Die Ergebnisse der Probezählung 2006 waren aber nicht wie die einer "echten" Registerzählung vom Bundesminister für Inneres im Bundesgesetzblatt kundzumachen, da sie auf Grund der bei Kundmachung des Registerzählungsgesetzes geltenden Rechtslage keinen Einfluss auf den Finanzausgleich und die Mandatsverteilung ausüben sollten.

Hinsichtlich der Mandatsverteilung hat sich daran bislang nichts geändert, sehr wohl aber bezüglich des Finanzausgleichs. Durch das am 28. Dezember 2007 veröffentlichte Finanzausgleichsgesetz 2008 wird die durch die Probezählung 2006 festgestellte Volkszahl (§ 7 RZG) ab dem Jahr 2009 für die Zwecke des Finanzausgleiches herangezogen.

Der Stichtag der Probezählung war der 31. Oktober 2006. Die Begleiterhebung wurde im Verlauf des Monats November durchgeführt, wobei die Situation zum Stichtag 31. Oktober zu erfragen war. Im Zuge dieser Begleiterhebung wurden – gleichmäßig über ganz Österreich verteilt – rund 10.000 Haushalte befragt, das sind 3 von 1.000 der Bevölkerung.

Begleiterhebung zur Probezählung 2006

Für die Begleiterhebung wurde eine Flächenstichprobe nach einem statistischen Zufallsverfahren gezogen.

Die in dieser zufällig gezogenen Fläche wohnende Bevölkerung sowie die dort befindlichen Wohnungen und Arbeitsstätten wurden anhand von Papier-Fragebogen erhoben.

Es wurden insgesamt 100 Testgebiete ausgewählt mit ~10.000 Haushalte, in denen ~25.000 Personen wohnen (dies entspricht ~3‰ der Wohnbevölkerung, wie es das Registerzählungsgesetz vorschreibt). In diesen Testgebieten befanden sich auch ~1.700 Arbeitsstätten, von denen ~1.100 nichtlandwirtschaftlich waren.

Die Begleiterhebung wurde organisatorisch und personell von der Bundesanstalt Statistik Österreich durchgeführt.

Die Begleiterhebung fand im Zeitraum 31.10. – 30.11.2006 mit Stichtag 31.10.2006 statt.

Die betroffenen Gemeinden und Haushalte wurden über die Begleiterhebung informiert.

Zusätzlich wurden Wirtschaftskammern, Arbeiterkammern, Landwirtschaftskammern, der Verein für Konsumenteninformation, die betroffenen Bezirksverwaltungsstellen, die Länder sowie das Bürgerservice des Bundeskanzleramtes von der Begleiterhebung verständigt.

Die im Rahmen der Begleiterhebung zur Probezählung befragten Personen waren zur Auskunftserteilung verpflichtet, wie dies auch bei herkömmlichen Volkszählungen immer der Fall war. Dies war notwendig, da sich üblicherweise nur 40% bis 60% der Befragten freiwillig an solchen Erhebungen beteiligten und eine hochwertige Qualitätskontrolle und damit eine Aussage darüber, ob Registerzählungen so gut wie herkömmliche Zählungen sind, ansonsten nicht möglich gewesen wären.

Probezählung 2006 – Wohnsitzanalyse

Bei der Probezählung 2006 wurde im Rahmen der Wohnsitzanalyse die Anzahl der Hauptwohnsitze zum Stichtag 31.10.2006 in Österreich und die Verteilung der Hauptwohnsitze auf die einzelnen Gemeinden festgelegt.

Gelöschte Hauptwohnsitze zum Stichtag 31.10.2006 wurden den Gemeinden laut § 5 Abs. 6 Registerzählungsgesetz schriftlich mitgeteilt.

Statistik Austria räumte nun außerhalb des damals geltenden Registerzählungsgesetzes den Gemeinden die Möglichkeit ein, ungerechtfertigte Löschungen zu reklamieren. Eine Möglichkeit der Reklamation bestand aus der Willensbildung der Bürgerin bzw. des Bürgers. Das unten angeführte Formular enthält eine Erklärung, in der die Bürgerin bzw. der Bürger den Hauptwohnsitz zum 31.10.2006 bestätigte.

Probezählung 2006 - Endgültige Bevölkerungszahl

Mit Schreiben vom 31.10.2008 wurde allen Gemeinden Österreichs die endgültige Bevölkerungszahl der Probezählung 2006 mitgeteilt. Dem Brief war ein Informationsblatt beigefügt, das, ausgehend vom ZMR-Stichtagsbestand 31.10.2006, Auskunft über die Berechnung der Bevölkerungszahl gab, sowie über die Gründe für die Nichtanerkennung eines Hauptwohnsitzes zum Stichtag 31.10.2006, anlässlich der Probezählung laut § 5 Abs. 6 Registerzählungsgesetz informierte.

Bericht über die Probezählung 2006 – Ergebnisse und Evaluierung

Im April 2008 wurde der Bundesregierung der Bericht über die Probezählung 2006 – unter Einschluss der vorläufigen Ergebnisse und ihrer Evaluierung, gemäß § 9 Abs. 4 Registerzählungsgesetz, übergeben. Der vorliegende und nun veröffentlichte Bericht beinhaltet die endgültigen Ergebnisse der Probezählung 2006. Obgleich Daten und Ergebnisse der Probezählung nicht der Veröffentlichungspflicht laut Registerzählungsgesetz unterliegen, soll die Bereitstellung der Ergebnisse und die Evaluation der Methoden und vor allem auch die in den Analysekapiteln zu den Gegenständen und Merkmalen beschriebenen Verbesserungsvorschläge der interessierten Öffentlichkeit zum einen eine Übersicht der bereits geleisteten Arbeit und zum anderen einen Einblick in die Aufgaben der Bundesanstalt, die bis zur Registerzählung 2011 zu leisten sind, bieten. Die Ergebnisse der Probezählung sind in einigen Bereichen noch unzulänglich, dies wird auch beschrieben, in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Bevölkerungszahl, konnten sehr hochwertige Ergebnisse erzielt werden.

Die Probezählung mit Stichtag 31. Oktober 2006 hatte die Aufgabe, den Paradigmenwechsel von den traditionellen Volkszählungen zu Registerauszählungen bestehender Verwaltungsdaten einer empirischen Überprüfung zu unterziehen.

Rechtliche Änderungen

Mit BGBl. I Nr. 125/2009 wurde u. a. auch das Registerzählungsgesetz geändert. Ausschlaggebend dafür waren die EU-Verordnung Nr. 763/2008 und die Erkenntnisse aus der Probezählung 2006.

Folgende Änderungen bzw. Erweiterungen wurden vorgenommen:

  • Der Stichtag musste vom 31.10.2010 auf 31.10.2011 verschoben werden
  • Es wurde die Möglichkeit eingeräumt, Schätzverfahren aufgrund der Ergebnisse der Erwerbs- und Wohnungsstatistik vorzunehmen (z. B. für das Merkmal Beruf)
  • Den Gemeinden wird eine dreimonatige Frist für die Bearbeitung der von der Bundesanstalt Statistik Österreich nicht anerkannten Hauptwohnsitze eingeräumt
  • Bescheidmäßige Entscheidungen der Personenstandsbehörde sind im Zusammenhang mit der Zählung anzuerkennen
  • Bei der Erstellung des bPK können Dateninhaber den Hauptverband der Sozialversicherungsträger als Dienstleister beanspruchen
  • Personen, die zum Stichtag weniger als 90 Tage in Österreich nicht anwesend waren, werden gezählt (Lückenschluss).

Standard-Dokumentation zur Abgestimmten Erwerbsstatistik

Das Konzept der Abgestimmten Erwerbsstatistik wurde im Rahmen der Probezählung 2006 entwickelt und basiert auf den Administrativdaten, die für die Probezählung 2006 zur Verfügung standen. Die Ergebnisse der Abgestimmten Erwerbsstatistik 2006 sind im Bericht über die Probezählung 2006, Tabellenanhang „4. Tabellen Erwerbsstatus“ publiziert. Eine ausführliche Dokumentation der Definitionen und Methoden der Abgestimmten Erwerbsstatistik ist in der Standard-Dokumentation „Abgestimmte Erwerbsstatistik ab 2006“ zu finden.

Standard-Dokumentation Abgestimmte Erwerbsstatistik ab 2006 (PDF 2MB)