Respondentenentlastung

Statistik Austria betrachtet die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, von denen sie Daten bezieht, als Partner und bemüht sich, den Bestimmungen des Bundesstatistikgesetzes und dem Leitbild der Statistik Austria folgend, um Minimierung der Belastung, die den Respondentinnen und Respondenten aus Erhebungen erwächst. Die Umsetzung von Entlastungsmaßnahmen und die enge Kooperation mit den Interessensvertretungen der Auskunftspflichtigen sind zentrale Anliegen mit höchster Priorität.

Maßnahmen zur Entlastung

  • Nutzung bestehender Datenquellen (Verwaltungsdaten, öffentliche Register): klarer Vorrang vor eigenen Erhebungen
  • Prinzip der Freiwilligkeit: angeordnete Befragungen nur, wenn freiwillige Auskunftserteilung nicht erwartet werden kann
  • Vorrang von Stichproben: Vollerhebung nur, wenn Stichprobenerhebungen nicht zweckmäßig sind
  • Reduzierung der Stichprobenumfänge durch Änderung von Erhebungsdesigns (z.B. Konzentrationsstichprobe) und Einsatz geeigneter Schätzverfahren, um nicht erhobene Daten durch Schätzungen zu ersetzen
  • Einsatz effizienter, benutzerfreundlicher, Internet-basierter Erhebungsinstrumente

Messung der Entlastung

Im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen WKÖ und Statistik Austria wurde ein Monitoring-System zur Messung der Belastung der Unternehmen durch verpflichtende Erhebungen der Statistik Austria entwickelt („Belastungsbarometer“). Als zentrale Messgröße zur Erfassung der Belastung wird der Zeitaufwand  herangezogen, der für die Erfüllung der Meldepflichten erforderlich ist.

Gegenwärtig liegen die Ergebnisse des Belastungsbarometers für die Jahre 2001–2017 vor. Demnach konnte der Meldeaufwand seit Beginn der Belastungsmessungen im Jahr 2001 bei allen laufenden Erhebungen um 20,4% gesenkt werden. Berücksichtigt man auch die seither neu hinzugekommenen Erhebungen, betrug der Rückgang 14,2%, was vor allem durch Verringerung der Stichprobenmasse, Anhebung von Meldeschwellen sowie die verstärkte Nutzung von Verwaltungsdaten und elektronischen Meldemedien erzielt werden konnte.

Die Hauptergebnisse des „Belastungsbarometers“ werden in den Statistischen Nachrichten und auf der Website „Respondenten-Belastungsbarometer“ publiziert.