VGR-Konten nach institutionellen Sektoren, Quartalsdaten (ESVG 2010)

Im Zeitraum von April 2019 bis März 2020 sparten die österreichischen Haushalte 9,1% ihres Verfügbaren Einkommens. Im Kalenderjahr 2019 lag die Sparquote bei 8,3%, im Vergleichszeitraum April 2018 bis März 2019 ebenfalls bei 8,3%, im Zeitraum April 2017 bis März 2018 bei 7,7%.

Die Auswirkungen der COVID-19-Krise zeigen sich vorerst noch moderat (insbesondere wenn man gleitende Summen über vier Quartale betrachtet), da nur zwei Wochen der Ausgangsbeschränkungen ins erste Quartal 2020 fallen. Die größten Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die VGR-Konten werden erst mit dem zweiten Quartal 2020 erwartet.

Von den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wirkten sich - aufgrund der periodengerechten Zurechnung - im ersten Quartal hauptsächlich die Kurzarbeitsbeihilfe und der Fixkostenzuschuss aus, die sonstigen Subventionen (D.39) erhöhten sich durch diese beiden Maßnahmen um ca. 1,7 Mrd. Euro. Sonstige staatliche Direkthilfen bzw. Sozialleistungen wirkten sich im ersten Quartal noch kaum auf die Ergebnisse aus, ebenso Stundungen von Steuern und Sozialbeiträgen.  

Schon im ersten Quartal 2020 sichtbar ist ein deutlicher (und vermutlich zu einem Gutteil temporärer) Anstieg des Sparens der privaten Haushalte, weil von den Ausgangsbeschränkungen der Konsum der Haushalte unmittelbar und kurzfristig stärker betroffen war als das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte. Damit kommt es zu einer Erhöhung der Sparquote.

Die hier veröffentlichten Zahlen beziehen sich hauptsächlich auf den Sektor Private Haushalte einschließlich Privater Organisationen ohne Erwerbscharakter (S.14+S.15). Dargestellt werden die laufenden Transaktionen, also (verfügbares) Einkommen, Konsum und Sparen. Grundlage sind die für EU-Zwecke erstellten Vierteljährlichen VGR-Konten für alle institutionellen Sektoren.

Die Standarddarstellung besteht in der Veröffentlichung von gleitenden Summen über jeweils vier Quartale („rolling years“ bzw. „gleitende Jahre“). Zusätzlich werden die Ergebnisse der nichtfinanziellen Sektorkonten unbereinigt und saisonbereinigt ausgewiesen. Die Rechnung erfolgt nur zu laufenden Preisen („nominell“).

Die Zeitreihe ist abgestimmt mit den vierteljährlichen Ergebnissen für die VGR-Hauptaggregate. Quelle für den Sektor "Übrige Welt" ist die Zahlungsbilanz. Die Kontenfolge des Sektors „Staat" basiert auf den Ergebnissen der vierteljährlichen Berechnung der Staatseinahmen und -ausgaben.

Die finanziellen Konten der Sektoren außer des Sektors Staat veröffentlicht die Oesterreichische Nationalbank im Rahmen der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung. Die finanziellen Konten des Sektors Staat werden quartalsweise und jährlich von Statistik Austria berechnet.

Das Verfügbare Einkommen der Privaten Haushalte ist der Saldo aller laufenden einkommensbezogenen Transaktionen (Primäreinkommen und Umverteilung), es setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Selbständigeneinkommen und Betriebsüberschuss,
  • Arbeitnehmerentgelt, d.s. Bruttolöhne plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber,
  • Vermögenseinkommen,
  • Sozialleistungen (u.a. Pensionen)

abzüglich

  • geleisteter Steuern vom Einkommen und Sozialbeiträge,

ergänzt um sonstige laufende Transfers.

Das Sparen im Sinn der VGR ist jener Teil des (laufenden) verfügbaren Einkommens, der nicht konsumiert wird, und damit für Sachvermögensbildung (i.w. Investionen) und Geldvermögensbildung zur Verfügung steht.

Die Sparquote ist der Quotient aus Sparen und verfügbarem Einkommen (einschließlich Veränderung betrieblicher Versorgungsansprüche). Üblich sind zwei Sparquotenkonzepte - netto und brutto, je nachdem, ob die Abschreibungen im Selbständigeneinkommen/Betriebsüberschuss (und damit im Verfügbaren Einkommen und im Sparen) berücksichtigt sind oder nicht. Ökonomisch aussagekräftiger ist die hier verwendete Netto-Sparquote, die Bruttoquote hat gewisse Vorteile hinsichtlich der Vergleichbarkeit des Niveaus von Länderdaten.

Ziel der Erstellung der vierteljährlichen nichtfinanziellen Sektorkonten ist die Erstellung von Konten für den Euroraum und die EU. Die Rechnung wird für die Konjunkturanalyse in der Europäischen Union und zur Durchführung der Geldpolitik im Rahmen der Wirtschafts- und Währungsunion als erforderlich angesehen. Die Erstellung der europäischen Sektorkonten erfolgt durch Eurostat und die EZB auf Basis der Meldungen der einzelnen Mitgliedstaaten. Diese sind angehalten, die Daten spätestens 90 Tage nach Ablauf des Quartals, auf das sich die Daten beziehen, zu übermitteln. Aktuelle Quartalswerte für die EU und den Euroraum veröffentlicht Eurostat jeweils 4 Monate nach Quartalsende.

Die Ergebnisse der europäischen vierteljährlichen nichtfinanziellen Sektorkonten sind unter folgenden Links zu finden:

 

Einkommen und Sparen der Privaten Haushalte und Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck, 2001Q1-2020Q1
Verfügbares Einkommen nach Ausgaben- und Verbrauchskonzept, Private Haushalte und POoE, 2001Q1-2020Q1
Sparquote im Vergleich - Österreich, EU und Euroraum, 2001Q1-2020Q1
Betriebsüberschuss und Investitionen der Nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften, 2001Q1-2020Q1
Gewinn- und Investitionsquote der Nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften - Österreich, EU und Euroraum, 2001Q1-2020Q1
Nichtfinanzielle Konten, unbereinigt, 1999Q1-2020Q1
Nichtfinanzielle Konten, saisonbereinigt, 1999Q1-2020Q1

Sparquote der Privaten Haushalte und Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck, 2005Q1-2020Q1
Investitionsquote der Nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften, 2005Q1-2020Q1
Gewinnquote der Nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften, 2005Q1-2020Q1


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