Pressemitteilung: 11.995-061/19

Sparquote der privaten Haushalte stieg 2018 auf 7,4%

Wien, 2019-04-01 – Die österreichischen Haushalte sparten im Jahr 2018 laut Statistik Austria 7,4% ihres verfügbaren Einkommens. Damit lag die Sparquote der privaten Haushalte weiterhin auf dem verhältnismäßig niedrigen Niveau der Vorjahre (2015: 6,8%, 2016: 7,8%, 2017: 6,8%).

Sparen ist im Wesentlichen jener Teil des verfügbaren Einkommens, der nicht für den Konsum verwendet wird. Der zuletzt stark gestiegene private Konsum zeigte 2018 nicht nur nominell (+3,7%), sondern auch real (+1,6%) erneut einen deutlichen Anstieg. Noch stärker stieg jedoch das verfügbare Einkommen mit +4,5% (nominell).

Verfügbares Einkommen österreichischer Haushalte 2018 gestiegen

Insgesamt betrug das verfügbare Einkommen des Sektors "Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck" im Jahr 2018 214,3 Mrd. Euro (2017: 205,1 Mrd. Euro). Unter den wichtigsten Einkommenskategorien stieg das Arbeitnehmerentgelt nominell um 4,6%, die monetären Sozialleistungen (insbesondere Pensionen) um 2,6%. Die üblicherweise etwas volatileren Kategorien Selbständigeneinkommen, Betriebsüberschuss und Vermögenseinkommen zeigten in Summe einen deutlichen Anstieg (+6,9%). Getragen von der guten Wirtschaftslage stiegen auch die Sozialbeiträge (+4,4%) und die von privaten Haushalten entrichteten Steuern vom Einkommen (+7,0%) im Vergleich zum Vorjahr.

Erweitert man das herkömmliche Einkommenskonzept um staatliche Sachleistungen, die einzelnen Personen zugutekommen – wie etwa Bildungs- und Gesundheitsleistungen – stellt sich die Situation ähnlich dar: Das so definierte "verfügbare Einkommen nach dem Verbrauchskonzept" betrug 261 Mrd. Euro und stieg gegenüber 2017 um 4,1%.

Sparquote liegt leicht über dem Niveau des Euroraums

Die Sparquote der österreichischen Haushalte stieg im Jahr 2018 auf 7,4% des verfügbaren Einkommens. Für europäische Vergleiche müssen jedoch Daten für das Jahr 2017 herangezogen werden (aktuelle Quartalswerte für die EU und den Euroraum veröffentlicht Eurostat am 4. April 2019). 2017 belief sich die Sparquote Österreichs auf 6,8%, jene der EU lag mit 3,4% deutlich darunter und jene des Euroraums betrug 5,0%. Zwischen 2005 und 2010 lag die österreichische Sparquote deutlich über dem europäischen Durchschnitt, seither übertrifft sie nur mehr leicht das Niveau des gesamten Euroraums.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die vierteljährlichen nichtfinanziellen Sektorkonten werden auf Grundlage der EU-Verordnung Nr. 549/2013 nach dem europäischen System für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (ESVG 2010) erstellt. Gegenstand dieser Betrachtung sind laufende Transaktionen des Sektors private Haushalte einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbscharakter. Die Rechnung erfolgt zu laufenden Preisen ("nominell"), dargestellt wird die gleitende Summe über jeweils vier Quartale. Die Sparquote ist definiert als das Verhältnis von Sparen zu verfügbarem Einkommen (inkl. Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche). Sparen und verfügbares Einkommen werden netto, also unter Berücksichtigung der Abschreibungen, ausgewiesen.

 

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Einkommen und Sparen der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck
 201320142015201620172018*
Bruttoinlandsprodukt, in Mrd. Euro323,9333,1344,3356,2369,9386,1
Verfügbares Einkommen, in Mrd. Euro185,6190,7193,2200,6205,1214,3
Verfügbares Einkommen, Verbrauchskonzept, in Mrd. Euro225,5231,8235,7244,8250,8261,0
Konsumausgaben, in Mrd. Euro173,8177,9181,4186,4192,3199,5
Sparen, in Mrd. Euro13,314,013,115,714,115,9
Sparquote, in %7,1%7,3%6,8%7,8%6,8%7,4%

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Dr. Jürgen WEISSENBACHER, Tel.: +43 (1) 71128-8114 bzw. juergen.weissenbacher@statistik.gv.at und  
Dr. Karl SCHWARZ, Tel.: +43 (1) 71128-8149 bzw. karl.schwarz@statistik.gv.at

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