Lockdown brachte neuerlichen Rückgang der Wirtschaft um 5,7% im 4. Quartal

Das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging in den Monaten Oktober bis Dezember 2020 gegenüber demselben Zeitraum 2019 real um 5,7% zurück. Das entspricht gegenüber Juli bis September 2020 einem realen Rückgang von 2,7% (saison- und arbeitstagbereinigt). 

Die Ergebnisse sind aufgrund der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen allerdings nach wie vor mit großer Unsicherheit behaftet.

Starke Einbrüche bei Dienstleistungskonsum und -außenhandel; Investitionen stabilisieren sich 

Der Konsum der privaten Haushalte brach gegenüber dem 4. Quartal 2019 real um 11,2% ein. Für den kräftigen Rückgang ist vor allem die negative reale Entwicklung des Konsums von Dienstleistungen mit -21,7% verantwortlich. Auch im Vergleich zum 3. Quartal 2020 brach der Konsum von Dienstleistungen real um 14,8%, der gesamte Konsum privater Haushalte um 5,5% ein. Demgegenüber wies der öffentliche Konsum ein reales Plus von 4,1% im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres auf (+1,6% im Vergleich zum 3. Quartal 2020).

Der Dienstleistungsbereich verzeichnete auch im Außenhandel im 4. Quartal 2020 größere Einbußen. Im Vergleich zu den Monaten Oktober bis Dezember 2019 brach der Export von Dienstleistungen real um 21,8%, der Import real um 14,1% ein. Die Rückgänge im Warenexport (-2,4% zum Vorjahresquartal) und im Warenimport (-0,1% zum Vorjahresquartal) fielen vergleichsweise moderat aus.

Die realen Investitionen stabilisierten sich nach Ausbruch der Krise wieder leicht. Sie verzeichneten gegenüber dem 4. Quartal 2019 nur mehr ein leichtes Minus von 0,7% (+0,4% gegenüber dem Vorquartal). Insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen (inkl. Fahrzeuge) wiesen zum Vorjahresquartal mit +1,7% erstmals wieder eine positive reale Wachstumsrate auf (+2,8% im Vergleich zum 3. Quartal 2020).

Gastronomie, Beherbergung und Kultur wieder rückläufig; Industrie und Bau weniger stark betroffen

Der neuerliche Lockdown im 4. Quartal hinterließ deutliche Spuren in den Bereichen Gastronomie, Beherbergung, Handel und Verkehr (-19,7% real zum Vorjahresquartal) sowie in den Bereichen Unterhaltung und Kultur (-21,5% real zum Vorjahresquartal). Im Vergleich zum 3. Quartal, in denen sich diese Bereiche merklich erholten, brach die reale Wertschöpfung erneut um 15,6% (Bereich Gastronomie, Beherbergung, Handel und Verkehr) bzw. um 12,5% (Bereich Unterhaltung und Kultur) ein.

Die Herstellung von Waren kann zwar noch nicht an das Vorkrisenniveau heranreichen (-1,3% im Vergleich zum 4. Quartal 2019), weist aber gegenüber dem 3. Quartal 2020 ein leichtes reales Plus von 1,7% auf. Auch der Bau erweist sich als weniger krisenbetroffen und verzeichnete gegenüber dem 4. Quartal 2019 einen vergleichsweisen moderaten realen Rückgang von 2,7% (-2,4% im Vergleich zum Vorquartal).

Als stabil im Vergleich zum Vorjahresquartal erwiesen sich, wie schon in den Quartalen zuvor, das Finanz- und Versicherungswesen (+3,1% real), das Wohnungswesen (+2,2% real) und der Bereich Information und Kommunikation (+1,6% real). In diesen Bereichen konnten auch im Vergleich zum 3. Quartal 2020 noch jeweils leichte Zuwächse verbucht werden.

Beschäftigung relativ stabil, geleistete Arbeitsstunden nehmen weiter ab

Der Arbeitsmarkt zeigte sich vom 2. Lockdown im 4. Quartal weniger betroffen, als noch im Frühjahr. Im Vergleich zum Zeitraum Oktober bis Dezember 2019 fielen die Beschäftigtenzahlen im 4. Quartal 2020 um 1,6%. Zum 3. Quartal 2020 ergibt sich keine Änderung. Der vergleichsweise starke Einbruch der geleisteten Arbeitsstunden (-10,2% zum Vorjahresquartal, -5,8% zum Vorquartal) verweist auf die weiterhin aufrechten Maßnahmen zur Kurzarbeit.

Die Summe der Löhne und Gehälter war mit -0,7% (nominell) gegenüber dem 4. Quartal 2019 relativ stabil. Zum 3. Quartal 2020 entspricht das einem Anstieg von 2,0%.

Entstehung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - saison- und arbeitstagsbereinigt
Entstehung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - unbereinigt
Verteilung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - bereinigt
Verteilung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - unbereinigt
Verwendung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - saison- und arbeitstagsbereinigt
Verwendung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - unbereinigt
Erwerbstätigkeit nach verschiedenen ESVG-Konzepten
Erwerbstätige Personen
Arbeitsproduktivität - Lohnstückkosten


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