Unternehmensschließungen

Im Berichtszeitraum 2012 wurden insgesamt 24.920 Unternehmen mit 58.806 Beschäftigten geschlossen, was einer Schließungsrate von 6,1% entspricht. Die Schließungsrate ist im Vergleich zum Berichtsjahr 2011 gesunken (6,7%).

Was die Auswirkung auf die Beschäftigung betrifft, waren im Durchschnitt 2,4 Arbeitsplätze (für selbständig und unselbständig Beschäftigte) pro Unternehmensschließung betroffen. Die meisten Beschäftigten pro Schließung waren in den Bereichen „Bergbau“ (5,3), „Bau“ (2,9) sowie „Beherbergung und Gastronomie“ (2,9) zu verzeichnen.

Im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008- Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“) war die Schließungsrate höher (6,4%) als im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F, 4,8%). Überdurchschnittlich hohe Schließungsraten ergaben sich 2012 in den Bereichen „Verkehr“ (8,3%), „Beherbergung und Gastronomie“ (8,1%) sowie „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (7,7%). Wirtschaftsbranchen mit niedrigen Schließungsraten waren: „Bergbau“ (1,1%), „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (1,7%) sowie „Energieversorgung“ (2,5%).

Eine Analyse der Unternehmensschließungen 2012 nach Rechtsform zeigt, dass auch hier Einzelunternehmen den größten Anteil ausmachten (74,0%), an zweiter Stelle standen Kapitalgesellschaften (14,5%) - der Rest entfiel auf Personengesellschaften und andere Rechtsformen (11,5%). Bei Einzelunternehmen war die Schließungsrate mit 6,9% am höchsten, bei Personengesellschaften und anderen Rechtsformen bzw. bei Kapitalgesellschaften betrug sie nur 5,2% bzw. 4,3%. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Unternehmensschließung ist bei den Einzelunternehmen (2,0) im Vergleich zu den Kapitalgesellschaften (2,9) bzw. Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (4,1) relativ niedrig.

Mehr als die Hälfte der Unternehmensschließungen (56,4%) entfielen auf die Beschäftigtengrößenklasse „0 unselbständig Beschäftigte“; hier war auch die Schließungsrate am höchsten (8,6%). Mehr als ein Drittel der Schließungen (36,1%) war in der Größenklasse  zwischen 1 und 4 unselbständig Beschäftigten wiederzufinden; geschlossene Unternehmen mit zwischen 5 und 9 bzw. mit 10 oder mehr Beschäftigten machten insgesamt nur 7,5% der Schließungen aus.

Eine überdurchschnittlich hohe Schließungsrate unter den Bundesländern wies Wien auf (6,7%). Diese lag 0,6 Prozentpunkte über der durchschnittlichen Schließungsrate. Prozentual gesehen entfielen 27,0% der Schließungen auf Wien. Niederösterreich hatte im Jahr 2012 16,0% der Schließungen zu verzeichnen; auf dem dritten Platz befand sich mit 14,3% Oberösterreich. Besonders niedrig waren die Schließungsraten 2012 in den Bundesländern Tirol (5,1%), Burgenland (5,7%) und Vorarlberg (5,8%).

Die Ergebnisse nach Geschlecht zeigen, dass sich rund zwei Drittel (69,2%) der geschlossenen Einzelunternehmen im Jahr 2012 in männlicher Eigentümerhand befanden. Die Schließungsrate der Unternehmen, welche von Frauen gegründet wurden, lag mit 6,6% unter jener der von Männern gegründeten Einzelfirmen (7,1%).

Entwicklung der Unternehmensschließungen im Zeitverlauf (2004 bis 2012)

Insgesamt stiegen die Schließungen von 2004 auf 2012 um fast die Hälfte (rund 43,5%). Die Schließungen lagen bis zum Jahr 2009 immer unter jenen der Neugründungen. In diesem Jahr stieg die Anzahl über die der Unternehmensneugründungen. Eine Analyse nach Wirtschaftsbereichen ergibt, dass der Zuwachs bei den Schließungszahlen in diesem achtjährigen Beobachtungszeitraum in den Branchen „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (+151,1%), „Sonst. Dienstleistungen“ (+91,1%) sowie „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+82,1%) am höchsten war.

Was die Verteilung der Schließungen nach Rechtsform betrifft, kann beobachtet werden, dass die als Kapitalgesellschaften geschlossenen Unternehmen über die Jahre überdurchschnittlich stark anstiegen (+93,7%), während die Schließungszahlen bei den Einzelunternehmen bzw. bei den Personengesellschaften (und andere Rechtsformen) verhältnismäßig gering anstiegen (+28,4% bzw. +41,3%). Die Entwicklung der Schließungen nach Beschäftigtengrößenklasse zeigt deutlich, dass sich die Anzahl der Schließungen bei Unternehmen mit 0 unselbständig Beschäftigten überdurchschnittlich erhöhten (+71,7%). Bei geschlossenen Unternehmen mit zwischen 1 und 4 unselbständig Beschäftigten (+16,4%), mit 10 und mehr (+12,8%) bzw. mit zwischen 5 und 9 unselbständig Beschäftigten (+9,2%) stiegen die Schließungszahlen tendenziell geringer an. Eine Analyse nach dem Geschlecht (bei Einzelunternehmen) ergab, dass die Anzahl der geschlossenen Einzelunternehmen, die von Männern geleitet wurden, im Zeitverlauf überdurchschnittlich zunahm (+57,3% gegenüber +34,8% bei den von Frauen geführten Einzelunternehmen).

Unternehmensschließungen 2004-2012 nach Wirtschaftsbereichen
Unternehmensschließungen 2004-2012 nach Rechtsform
Unternehmensschließungen 2004-2012 nach Beschäftigtengrößenklasse
Unternehmensschließungen 2004-2012 nach Bundesländern
Unternehmensschließungen 2004-2012 nach Geschlecht des Unternehmers
Unternehmensschließungen 2004-2012 nach NUTS3-Regionen

Anteile Schließungen nach Rechtsformgruppen 2004 bis 2012
Anteile Schließungen nach Beschäftigtengrößenklassen 2004 bis 2012
Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2012 nach Rechtsform
Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2012 nach Beschäftigtengrößenklasse
Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2012 nach Bundesländern


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