Schließungen

Im Berichtszeitraum 2017 wurden insgesamt 37.171 Unternehmen mit 56.076 Beschäftigten geschlossen, was einer Schließungsrate von 6,8% entspricht. Die Schließungsrate ist im Vergleich zum Vorjahr (2016: 6,9%) leicht gesunken.

Was die Auswirkung auf die Beschäftigung betrifft, waren im Durchschnitt 1,5 Arbeitsplätze (für selbständig und unselbständig Beschäftigte) pro Unternehmensschließung betroffen. Die meisten Beschäftigten pro Schließung waren in den Bereichen „Beherbergung und Gastronomie“ (2,4) und „Verkehr“ (2,1) zu verzeichnen.

Im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 - Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“ und 64.3 „Treuhandfonds“) war die Schließungsrate höher (7,0%) als im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F: 5,2%). Überdurchschnittlich hohe Schließungsraten ergaben sich 2017 z.B. in den Bereichen „Gesundheits- und Sozialwesen“ (9,6%) „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ bzw. „Verkehr“ (je 8,0%), „Beherbergung und Gastronomie“ (7,8%) und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (7,2%). Unterdurchschnittlich waren die Schließungsraten im Dienstleistungssektor hingegen z.B. in den Bereichen „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (5,1%), „Freiberufliche/technische Dienstleistungen“ (5,3%) oder „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (5,7%).

Eine Analyse der Unternehmensschließungen 2017 nach Rechtsform zeigt, dass Einzelunternehmen den größten Anteil ausmachten (71,8%), an zweiter Stelle standen Kapitalgesellschaften (15,0%) - der Rest entfiel auf Personengesellschaften und andere Rechtsformen (13,2%). Bei Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (9,0%) war die Schließungsrate am höchsten, bei Einzelunternehmen betrug sie 6,9%, und bei Kapitalgesellschaften (5,2%) lag sie unter dem Durchschnitt. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Unternehmensschließung ist bei den Einzelunternehmen (1,4) im Vergleich zu Kapitalgesellschaften (1,8) bzw. Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (1,9) relativ niedrig.

Mehr als 80% der Unternehmensschließungen entfielen auf die Beschäftigtengrößenklasse „0 unselbständig Beschäftigte“; hier war auch die Schließungsrate mit 9,9% am höchsten. 14,2% der Schließungen fanden sich in der Größenklasse  zwischen 1 und 4 unselbständig Beschäftigten wieder; geschlossene Unternehmen mit zwischen 5 und 9 bzw. mit 10 oder mehr Beschäftigten machten insgesamt nur 2,4% bzw. 1,0% der Schließungen aus.

Unter den Bundesländern wiesen 2017 das Burgenland (7,7%), Wien (7,5%), Kärnten (7,1%) und Niederösterreich (7,0%) Schließungsraten über dem Durchschnitt auf. Am niedrigsten waren die Schließungsraten in den Bundesländern Tirol (5,8%), Salzburg (5,9%) und Vorarlberg (6,0%).

Die Ergebnisse nach Geschlecht zeigen, dass etwas mehr als die Hälfte (50,4%) der geschlossenen Einzelunternehmen im Jahr 2017 von Frauen geführt wurden. Die Schließungsrate bei von Frauen geführten Einzelunternehmen war mit 8,6% deutlich höher als bei Unternehmen, die von Männern geleitet wurden (5,7%).

Entwicklung der Unternehmensschließungen im Zeitverlauf (2007 bis 2017)

Insgesamt erhöhten sich die Schließungen von 2007 auf 2017 (vorläufige Zahlen) um ca. 50%. Die Anzahlen der Schließungen lagen in den Jahren dieses zehnjährigen Betrachtungszeitraums immer unter den Neugründungen.

Hinweis

Die Schließungszahlen der jeweils letzten beiden Berichtsjahre (hier: 2016 und 2017) sowie die Neugründungs-, Bestands- und Überlebenszahlen des aktuellsten Berichtsjahres (hier: 2017) werden bedingt durch die relativ späte zeitliche Verfügbarkeit der zugrundeliegenden Verwaltungsdatenquellen und den damit verbundenen Verzögerungen als vorläufig ausgewiesen.

Seit der Erstellung der Statistik für das Berichtsjahr 2013 erfolgen laufend Konsistenzanpassungen zur Annäherung der Daten an die Leistungs- und Strukturerhebung.

Seit 2015 gelangt eine überarbeitete, verbesserte Methode zur Erstellung der Unternehmensdemografie-Statistik zur Anwendung. Wesentliche Änderung war die nunmehrige Möglichkeit der Miterfassung kleiner und kleinster Unternehmen durch den Wegfall der Umsatzgrenze. Die Daten wurden bis einschließlich 2007 mit der neuen Methode rückgerechnet.

Unternehmensschließungen 2007-2017 nach Wirtschaftsbereichen
Unternehmensschließungen 2007-2017 nach Rechtsformen (gruppiert)
Unternehmensschließungen 2007-2017 nach Beschäftigtengrößenklassen
Unternehmensschließungen 2007-2017 nach Bundesländern
Unternehmensschließungen 2007-2017 nach Geschlecht (bei Einzelunternehmen)
Unternehmensschließungen 2007-2017 nach NUTS3 Regionen

Anteile Schließungen nach Rechtsformen (gruppiert) 2007 bis 2017
Anteile Schließungen nach Beschäftigtengrößenklassen 2007 bis 2017
Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2017 nach Rechtsformen (gruppiert)
Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2017 nach Beschäftigtengrößenklassen
Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2017 nach Bundesländern


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