Unternehmensdemografie

Die Statistik zur Unternehmensdemografie umfasst Daten zu aktiven Unternehmen, zu Unternehmensneugründungen, deren Fortbestand, zu Unternehmensschließungen sowie entsprechende Beschäftigungsdaten. Unternehmensdemografische Statistiken spielen als Grundlage für politische Entscheidungen und Analysen eine wichtige Rolle. Von Interesse ist insbesondere auch die Bedeutung neu gegründeter Unternehmen als Impulsgeber für die Wirtschaft durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Abgeleitete Indikatoren wie Neugründungs-, Schließungs- und (bis zu 2-jährige) Überlebensraten sind darüber hinaus Teil der EU-Strukturindikatoren, die zur Verfolgung der Fortschritte im sogenannten Lissabon-Prozess zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung herangezogen werden.

Die Lieferung unternehmensdemografischer Daten ist seit dem Jahr 2009 auf europäischer Ebene verpflichtend. Rechtgrundlage bildet der Anhang IX der EU-Verordnung über die strukturelle Unternehmensstatistik und national für die Bundesländer-Ebene die Unternehmensdemografiestatistik-Verordnung (Neufassung 2015). Gemäß diesen Rechtsgrundlagen sind im Jahr 2019 Daten für das Berichtsjahr 2017 bereitzustellen. Die Daten werden nach Wirtschaftsbereichen (ÖNACE 2008) und Rechtsform, nach Wirtschaftsbereichen und Beschäftigtengrößenklasse, nach Wirtschaftsbereichen und Bundesland und bei den Einzelunternehmen nach Wirtschaftsbereichen und Geschlecht dargestellt. Des Weiteren wird eine Auswahl an Daten auch nach Wirtschaftsbereichen und NUTS3 sowie Beschäftigtengrößenklasse und NUTS3 dargestellt.

Ergebnisse für 2017 im Überblick

Im Jahr 2017 wurden 42.417 neue Unternehmen mit 66.261 Beschäftigten (davon 29.322 Unselbständige) gegründet. Gemessen an der Anzahl der aktiven Unternehmen entspricht dies einer Neugründungsrate von 7,7%. Gegenüber dem Berichtsjahr 2016 ist die Gründungsintensität leicht gesunken, die Neugründungsrate betrug hier 8,3%.

Generell war die Neugründungsrate 2017 im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 - Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“ und 64.3 „Treuhandfonds“) erwartungsgemäß im Durchschnitt etwas höher (8,0%), während sie im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F) unter dem Durchschnitt (5,8%) lag. Auf Abschnitts-Ebene der ÖNACE 2008 waren hohe Neugründungsanteile in den Wirtschaftsbereichen "Gesundheits- und Sozialwesen" (11,9%; dazu zählen u. a. die Branchen "Hauskrankenpflege", "Pflegeheime" oder "Tagesbetreuung von Kindern"), "Sonstige Dienstleistungen“ (10,4%), „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (10,0%) sowie „Verkehr“ (9,4%) zu verzeichnen. Die niedrigsten Neugründungsraten im Dienstleistungssektor lagen in den Wirtschaftsbereichen "Grundstücks- und Wohnungswesen" (4,3%), "Erbringung von Finanz- und Versicherungsleistungen" (4,7%) sowie "Freiberufliche/technische Dienstleistungen " (5,9%).

Was den Fortbestand der Neugründungen betrifft, so sinken die Überlebensraten einer Gründungskohorte von einem Jahr auf das nächste: Von den im Jahr 2012 neu gegründeten Unternehmen waren ein Jahr später noch 84,5% am Markt tätig. Die Zweijahresüberlebensrate (von 2012 auf 2014) betrug 70,7%; nach drei Jahren waren 62,0% und nach vier Jahren 54,7% dieser Unternehmenskohorte aktiv. Die Fünfjahresüberlebensrate beträgt nur mehr 49,3%. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet waren die höchsten Fünfjahresüberlebensraten in den Bereichen Energieversorgung (74,5%), Wasserversorgung und Abfallentsorgung (65,1%), in der Herstellung von Waren (62,1%), sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen (61,6%) zu verzeichnen.

Im Berichtszeitraum 2017 wurden insgesamt 37.171 Unternehmen mit 56.076 Beschäftigten geschlossen, was einer Schließungsrate von 6,8% entspricht. Die Schließungsrate ist im Vergleich zum Vorjahr (2016: 6,9%) leicht gesunken.

Im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 - Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“ und 64.3 „Treuhandfonds“) war die Schließungsrate höher (7,0%) als im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F: 5,2%). Überdurchschnittlich hohe Schließungsraten ergaben sich 2017 z.B. in den Bereichen „Gesundheits- und Sozialwesen“ (9,6%) „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen bzw. Verkehr (je 8,0%), „Beherbergung und Gastronomie“ (7,8%) und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (7,2%). Unterdurchschnittlich waren die Schließungsraten im Dienstleistungssektor hingegen z.B. in den Bereichen „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (5,1%), „Freiberufliche/technische Dienstleistungen“ (5,3%) oder „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (5,7%).

Neu gegründete Unternehmen schufen 2017 durchschnittlich 1,6 Arbeitsplätze (Beschäftigte pro Neugründung); fast genauso viele (1,5) Arbeitsplätze gingen bei einer Unternehmensschließung verloren. Die meisten Arbeitsplätze bei neuen Unternehmen entstanden in den Bereichen „Beherbergung und Gastronomie“ (12.755) „Gesundheits- und Sozialwesen“ (10.962), und „Handel“ (10.108).

Entwicklung im Zeitverlauf (2007 bis 2017)

Im Zeitverlauf zeigt sich, dass die Anzahl der Neugründungen von 2007 auf 2017 um insgesamt 8,3% anstieg. Der starke Anstieg der Neugründungen im Jahr 2008 ist hauptsächlich auf die geänderte rechtliche Lage für die 24h-Personenbetreuung im Abschnitt Q „Gesundheits- und Sozialwesen“ und den damit verbundenen sprungartigen Anstieg von Gewerbeanmeldungen in diesem Bereich zurückzuführen. Die Anzahlen der Schließungen lagen in den Jahren des zehnjährigen Betrachtungszeitraums immer unter den Neugründungen.

Hinweis zur Methodik

Die Schließungszahlen der jeweils letzten beiden Berichtsjahre (hier: 2016 und 2017) sowie die Neugründungs-, Bestands- und Überlebenszahlen des aktuellsten Berichtsjahres (hier: 2017) werden bedingt durch die relativ späte zeitliche Verfügbarkeit der zugrundeliegenden Verwaltungsdatenquellen und den damit verbundenen Verzögerungen als vorläufig ausgewiesen.

Seit der Erstellung der Statistik für das Berichtsjahr 2013 erfolgen laufend Konsistenzanpassungen zur Annäherung der Daten an die Leistungs- und Strukturerhebung.

Seit 2015 gelangt eine überarbeitete, verbesserte Methode zur Erstellung der Unternehmensdemografie-Statistik zur Anwendung. Wesentliche Änderung war die nunmehrige Möglichkeit der Miterfassung kleiner und kleinster Unternehmen durch den Wegfall der Umsatzgrenze. Die Daten wurden bis einschließlich 2007 mit der neuen Methode rückgerechnet. 
 
Weiterführende Hinweise zur Methodik der Datensammlung

Informationen und Ergebnisse zur Arbeitgeberunternehmensdemografie (ab 2015)

Ergebnisse im Überblick: Statistik zur Unternehmensdemografie 2007 bis 2017 nach Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Untergliederung nach einer Auswahl an Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2007 bis 2017: Hauptergebnisse nach Rechtsformen (gruppiert)
Statistik zur Unternehmensdemografie 2007 bis 2017: Hauptergebnisse nach Beschäftigtengrößenklassen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2007 bis 2017: Hauptergebnisse nach Bundesländern
Statistik zur Unternehmensdemografie 2007 bis 2017: Hauptergebnisse nach Geschlecht (bei Einzelunternehmen)
Statistik zur Unternehmensdemografie 2007 bis 2017: Hauptergebnisse nach NUTS3-Regionen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017 nach NUTS3-Regionen und Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017 nach NUTS3-Regionen und Beschäftigtengrößenklassen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Überlebensraten von 2012 neu gegründeten Unternehmen nach Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Überlebensraten von 2013 neu gegründeten Unternehmen nach Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Überlebensraten von 2014 neu gegründeten Unternehmen nach Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Überlebensraten von 2015 neu gegründeten Unternehmen nach Wirtschaftsbereichen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017 nach Wirtschaftsbereichen, Erfassungsbereich Leistungs- und Strukturstatistik (LS)
Statistik zur Unternehmensdemografie 2011 bis 2017: Hauptergebnisse nach Umsatzsteuerklassen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Überlebensraten von 2013 neu gegründeten Unternehmen nach Umsatzsteuerklassen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Wissens- und forschungsintensive Neugründungen nach Beschäftigtengrößenklassen
Statistik zur Unternehmensdemografie 2017: Wissens- und forschungsintensive Neugründungen nach Rechtsformen (gruppiert)

Neugründungs- und Schließungsraten 2017 nach Wirtschaftsbereichen
Neugründungs- und Schließungsraten 2017 nach NUTS3
Beschäftigte pro Neugründung sowie Schließung 2017 nach NUTS3
Neugründungen 2007-2017 nach NUTS3
Neugründungs- und Schließungsraten 2017 nach Bundesländern
Beschäftigte 2017 pro neugegründetem bzw. geschlossenem Unternehmen
Neugründungen 2007 bis 2017 nach Wirtschaftsbereichen


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Registerbasierte Statistiken 2018 - Unternehmensdemografie – Gründungsland Österreich, SB 10.40

Erscheinungsdatum: 03/2018

 
 

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Registerbasierte Statistiken - High-growth Enterprises - Schnellwachsende Unternehmen in Österreich

Erscheinungsdatum: 03/2019

 
 

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