Schließungen von Arbeitgeberunternehmen (ab 2015)

2017 wurden insgesamt 19.179 Arbeitgeberunternehmen mit 71.691 Beschäftigten geschlossen. Durchschnittlich lag die Schließungsrate bei 8,0%. Im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F) lag die Schließungsrate 2017 bei 6,4% und im Dienstleistungsbereich (Abschnitte G-S) bei 8,4%.

Durch die 19.179 Arbeitgeberschließungen des Jahres 2017 gingen im Durchschnitt 3,7 Arbeitsplätze (für selbständig und unselbständig Beschäftigte) pro Unternehmen verloren. Die meisten Beschäftigten pro Schließung waren in den Bereichen „Verkehr“ (4,8), „Energieversorgung“ (4,7), „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (4,6) und „Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen“ (4,5) zu verzeichnen.

Überdurchschnittliche Schließungsraten waren z.B. in den Wirtschaftsbereichen „Beherbergung und Gastronomie“ (10,3%), „Verkehr“ und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (je 9,9%) oder „Erziehung und Unterricht“ (9,6%) zu verzeichnen. Eher niedrig waren die Schließungsraten in den Branchen „Bergbau“ (2,5%), „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (2,6%), „Energieversorgung“ und „Herstellung von Waren“ (je 4,9%).

Bei den Rechtsformen machten 2017 – analog wie bei den Arbeitgebergründungen – die Einzelunternehmen den größten Anteil (mehr als zwei Drittel, 68,4%) der Schließungen aus. Auch die Schließungsrate war bei den Einzelunternehmen (10,1%) am höchsten. Die Schließungsraten der Rechtsformen „Personengesellschaften und andere Rechtsformen“ bzw. „Kapitalgesellschaften“ lagen bei 7,5% bzw. 4,9%. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Arbeitgeberschließung war bei Einzelunternehmen (3,3) niedriger als bei Personengesellschaften und anderen Rechtsformen bzw. Kapitalgesellschaften (je 4,7).

Die Ergebnisse nach Beschäftigtengrößenklasse zeigen für die Größenklasse 1-4 unselbständig Beschäftigte die höchste Schließungsrate (11,0%). Diese Größenklasse machte auch den Löwenanteil der Arbeitgeberschließungen (85,5%) aus. Die beiden anderen Größenklassen mit 5-9 bzw. mit 10 und mehr unselbständig Beschäftigten wiesen deutlich geringere Schließungsraten (4,4% bzw. 1,8%) auf; auf diese Größenklassen entfielen auch nur 10,4%  bzw. 4,1% aller Schließungen.

Im Bundesländervergleich ergaben sich für Wien (9,7%), Burgenland (8,4%) und Niederösterreich (8,1%) über dem Durchschnitt liegende Schließungsraten. Anzahlmäßig gab es 2017 in Wien (5.179), Niederösterreich (3.227), Oberösterreich (2.599) und der Steiermark (2.454) die meisten Arbeitgeberschließungen. NUTS3-Regionen mit über dem Durchschnitt liegenden Arbeitgeberschließungsraten 2017 waren u.a. Wien (9,7%), Wiener Umland/Nordteil (9,1%) und Graz (8,9%).

Ein Blick auf die Arbeitgeberschließungen (nur Einzelunternehmen) nach Geschlecht zeigt, dass sich 2017 rund zwei Drittel (66,3%) der geschlossenen Einzelunternehmen in männlicher Eigentümerhand befanden. Die Schließungsrate der Unternehmen, welche von Frauen gegründet wurden, lag über jener der von Männern gegründeten Einzelfirmen (11,3% vs. 9,5%).

Entwicklung der Arbeitgeberschließungen im Zeitverlauf (2007 bis 2017)

Die Zahl der Arbeitgeberschließungen hat sich seit 2007 erhöht, insgesamt um 24,5%. Die Schließungszahlen von Arbeitgeberunternehmen lagen von 2007 bis 2017 jeweils unter den entsprechenden Neugründungszahlen. Vergleicht man die Entwicklung im Analysezeitraum (2007 bis 2017) nach Wirtschaftsbereichen, waren die Zuwächse an Arbeitgeberschließungen in den Branchen „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+143,9%) „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (+123,0%), „Energieversorgung“ (+95,5%) sowie „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (+49,3%) am höchsten.

Hinweis zur Methodik

Die Schließungszahlen der jeweils letzten beiden Berichtsjahre (hier: 2016 und 2017) sowie die Neugründungs-, Bestands- und Überlebenszahlen des aktuellsten Berichtsjahres (hier: 2017) werden bedingt durch die relativ späte zeitliche Verfügbarkeit der zugrundeliegenden Verwaltungsdatenquellen und den damit verbundenen Verzögerungen als vorläufig ausgewiesen.

Seit 2015 gelangt eine überarbeitete, verbesserte Methode zur Erstellung der Unternehmensdemografie-Statistik zur Anwendung. Wesentliche Änderung war die nunmehrige Möglichkeit der Miterfassung kleiner und kleinster Unternehmen durch den Wegfall der Umsatzgrenze. Die Daten wurden bis einschließlich 2007 mit der neuen Methode rückgerechnet. Für die Schließungen war die Rückrechnung der neuen Methode für die Jahre 2007 bis 2009 im Nachhinein nur eingeschränkt möglich, wodurch es im Jahr 2010 zu einem Zeitreihenbruch kommt.

Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2017 nach Wirtschaftsbereichen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2017 nach Rechtsformen (gruppiert)
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2017 nach Beschäftigtengrößenklassen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2017 nach Bundesländern
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2017 nach Geschlecht (bei Einzelunternehmen)
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2017 nach NUTS3

Anteile Schließungen nach Rechtsformen (gruppiert) 2007 bis 2017
Anteile Schließungen nach Beschäftigtengrößenklasse 2007 bis 2017
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2017 nach Rechtsformen (gruppiert)
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2017 nach Beschäftigtengroßenklasse
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2017 nach Bundesländern


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