Pressemitteilung: 12.081-147/19

20.125 neue Arbeitgeberunternehmen schaffen 2017 im Schnitt 3,5 neue Arbeitsplätze

Wien, 2019-08-28 – Im Jahr 2017 wurden laut Statistik Austria 20.125 neue Arbeitgeberunternehmen in Österreich gegründet. Das entspricht einer Neugründungsrate von 8,4% gemessen an den insgesamt am Markt tätigen Arbeitgeberunternehmen.

Die Statistik zur Arbeitgeberunternehmensdemografie erfasst sowohl Unternehmen, die bereits zum Zeitpunkt der Gründung mindestens einen unselbständig Beschäftigten hatten, als auch Firmen, die erst im Lauf der Zeit zu Arbeitgebern wurden. Im Durchschnitt wurden 2017 pro neugegründetem Arbeitgeberunternehmen 3,5 Arbeitsplätze geschaffen. Im gleichen Zeitraum wurden 19.179 Arbeitgeberfirmen geschlossen, was einer Schließungsrate von 8,0% entspricht.

Höchste Neugründungsrate im Dienstleistungsbereich

85,0% der neuen Arbeitgeberfirmen waren 2017 im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 Abschnitte G–S) angesiedelt, die meisten davon in den Branchen Handel (3.823), Beherbergung und Gastronomie (3.662) sowie freiberufliche/technische Dienstleistungen (2.621; siehe Tabelle 1). Die höchste Arbeitgeberneugründungsrate im Dienstleistungsbereich wies die Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung auf (11,7%), gefolgt von den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (11,1%) sowie den Branchen Verkehr (10,6%) bzw. Erziehung und Unterricht (10,4%). Am geringsten war die Arbeitgeberneugründungsrate im Gesundheits- und Sozialwesen (6,2%).

Im Produzierenden Bereich (ÖNACE 2008 Abschnitte B–F) wies der Bau mit 8,5% die höchste Arbeitgeberneugründungsrate auf. Am niedrigsten war der Anteil der Neugründungen an allen Arbeitgeberunternehmen im Bergbau (2,5%; siehe Tabelle 1).

Häufigste Rechtsform: Einzelunternehmen

Knapp zwei Drittel (62,3%) der 20.125 neuen Arbeitgeberfirmen im Jahr 2017 wurden als Einzelunternehmen gegründet. Auf Kapitalgesellschaften entfielen 25,4%; die restlichen 12,3% der Arbeitgebergründungen machten Personengesellschaften und andere Rechtsformen aus.

86,4% der Arbeitgebergründungen hatten im Jahr der Gründung zwischen einem und vier unselbständig Beschäftigte, 10,2% wurden mit fünf bis neun unselbständig Beschäftigten gegründet; lediglich 3,4% entfielen auf Gründungen mit zehn oder mehr Angestellten.

Meiste Arbeitgeberunternehmen in Wien

Rund 5.700 (28,4%) der neuen Arbeitgeberunternehmen wurden 2017 in Wien gegründet, gefolgt von Niederösterreich (16,1%), Oberösterreich (13,4%) und der Steiermark (12,4%). Auf diese vier Bundesländer entfielen rund 70% der Arbeitgebergründungen. Die Neugründungsraten lagen zwischen 7,1% in Vorarlberg und 10,7% in Wien (siehe Tabelle 2).

Wissens- und forschungsintensive Neugründungen am häufigsten ohne unselbständig Beschäftigte

51,9% oder 22.030 der insgesamt 42.417 Neugründungen des Jahres 2017 in Österreich entfielen auf wissens- und forschungsintensive Unternehmen. Die überwiegende Mehrheit davon (92,1%) hatte keine unselbständig Beschäftigten und gehört daher nicht zu den "Arbeitgeberunternehmen". 6,3% der wissens- und forschungsintensiven Neugründungen hatten im Gründungsjahr ein bis vier unselbständig Beschäftigte; bei 1,1% wurden fünf bis neun und bei 0,5% zehn oder mehr Personen angestellt (siehe Tabelle 3).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Arbeitgeberunternehmensdemografie finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Arbeitgeberunternehmensdemografie-Statistik wird auf Basis von Administrativdaten und statistischen Registern erstellt. Die entstandene Datenbasis wird von unechten Arbeitgeberunternehmensgründungen bzw. -schließungen bereinigt.  
Eine echte Arbeitgeberunternehmensgründung liegt vor, wenn nur ein Unternehmen beteiligt ist und Beschäftigung entsteht. Dabei werden zwei Fälle unterschieden: a) ein Unternehmen wird im Jahr t neu gegründet und stellt bereits im Gründungsjahr mindestens einen unselbständig Beschäftigten ein; b) ein Unternehmen existiert bereits vor dem Jahr t, war in den vorausgehenden zwei Jahren kein Arbeitgeber und stellt im Jahr t zum ersten Mal mindestens einen unselbständig Beschäftigten ein. Die Zahl der Arbeitgeberunternehmensgründungen setzt sich aus der Summe dieser beiden Unternehmenspopulationen zusammen. Keine echten Arbeitgeberunternehmensgründungen sind Zugänge zum Bestand durch z. B. Fusion oder Umstrukturierung oder einen Wechsel der Wirtschaftstätigkeit, der Rechtsform oder des Firmensitzes, selbst wenn dadurch neue Arbeitsplätze entstehen.  
Vergleichbares gilt für die Definition von Arbeitgeberunternehmensschließungen. Demnach ist eine echte Arbeitgeberschließung gegeben, wenn a) ein Unternehmen mit mindestens einem unselbständig Beschäftigten geschlossen wird; b) ein Unternehmen zum Zeitpunkt t letztmalig unselbständig Beschäftigte anstellt.  
Die Neugründungsrate wird berechnet als Anteil der Arbeitgeberunternehmensgründungen an den insgesamt am Markt aktiven Arbeitgeberunternehmen. 
Die Abgrenzung der wissens- und forschungsintensiven Unternehmensneugründungen erfolgt in Anlehnung an die "High-technology and knowledge based services aggregations" von Eurostat. Basis für diese Statistik ist die Statistik zur Unternehmensdemografie (insgesamt). Sie umfasst die Tätigkeiten gemäß den Abschnitten J, K, M und O bis R, den Abteilungen C 19 bis C 30, C 33, H 50, H 51, N78 und N 80 sowie den Gruppen C 18.2 und C 32.5 der ÖNACE 2008.

 

Tabelle 1: Neugründungsraten und Beschäftigte pro Arbeitgeberunternehmensgründung 2017 nach Wirtschaftsbereichen
Abschnitt (ÖNACE 2008)Arbeitgeberunternehmensgründungen 2017Neugründungsrate in %Beschäftigte pro Arbeitgeberunternehmensgründung
 Insgesamt20.1258,43,5
BBergbau62,52,3
CHerstellung von Waren8404,63,4
DEnergieversorgung495,62,6
EWasserversorgung und Abfallentsorgung373,32,7
FBau2.0898,54,0
B–FProduzierender Bereich3.0216,73,8
GHandel3.8237,63,1
HVerkehr1.04810,64,2
IBeherbergung und Gastronomie3.6629,94,6
JInformation und Kommunikation84310,32,7
KFinanz- und Versicherungsleistungen1)3106,92,4
LGrundstücks- und Wohnungswesen6569,82,6
MFreiberufl./techn. Dienstleistungen2.6218,62,7
NSonstige wirtschaftl. Dienstleistungen1.18711,14,6
PErziehung und Unterricht31210,43,0
QGesundheits- und Sozialwesen1.1866,23,1
RKunst, Unterhaltung und Erholung43611,73,3
SSonstige Dienstleistungen1.02010,32,9
G–SDienstleistungsbereich17.1048,83,5
Tabelle 2: Arbeitgeberunternehmensgründungen und Neugründungsraten 2017 nach Bundesländern
BundeslandArbeitgeberunternehmensgründungen 2017Neugründungsrate in %
Österreich insgesamt20.1258,4
Burgenland6068,0
Kärnten1.3638,5
Niederösterreich3.2408,1
Oberösterreich2.7037,7
Salzburg1.4307,4
Steiermark2.4907,8
Tirol1.7957,2
Vorarlberg7767,1
Wien5.72210,7

 

Tabelle 3: Wissens- und forschungsintensive Neugründungen 2013–2017 nach Beschäftigtengrößenklassen
BeschäftigtengrößenklasseWissens- und forschungsintensive Neugründungen
20132014201520162017 (vorl.)
Insgesamt22.62823.30622.69823.79822.030
0 unselbständig Beschäftigte20.76420.78320.34221.96620.290
1–4 unselbständig Beschäftigte1.4342.0571.8811.4491.388
5–9 unselbständig Beschäftigte274304301253235
10 und mehr unselbständig Beschäftigte156162174130117

Rückfragen zum Thema beantworten in der Abteilung Register, Klassifikationen und Geoinformation, Statistik Austria:  
Mag. Valerie MAYR-BIRKLBAUER, Tel. (01) 71128-7448 bzw. valerie.mayr-birklbauer@statistik.gv.at und 
Sabrina LAUFER, M.A., Tel. (01) 71128-7992 bzw. sabrina.laufer@statistik.gv.at

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