Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum

Der Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum (Owner Occupied Housing Price Index / OOH PI) bildet die Preisentwicklung von Kauf und Eigentum an Wohnraum ab. Der Abdeckungsbereich erstreckt sich vom Kauf von neuem und bestehendem Wohnraum bis zu den Kosten der Erhaltung in Form von Renovierung, Reparatur und Instandhaltung sowie Versicherungen. Im Gegensatz zum Häuserpreisindex werden bei diesem Index konzeptgemäß nur jene Käufe von Wohnraum berücksichtigt, die neu in den Haushaltssektor hinzukommen, also keine Transaktionen zwischen Haushalten.

Dieser Index eignet sich weniger als Instrument zur Marktbeobachtung der Wohnimmobilienpreise, weil er auch Gebühren und Zusatzkosten (z.B. für Makler, Notare, Versicherungen) sowie selbst gebauten Wohnraum (Eigenbau) umfasst.

Die Indizes stehen für die Basisjahre 2010 und 2015 zur Verfügung.

Europäischer Zusammenhang

Seit dem Jahr 2000 ist es ein Ziel von Eurostat, für jedes EU-Land Preisindizes über Immobilienpreisentwicklungen zu erhalten. Mehrere Pilotprojekte wurden ausgeschrieben und entsprechend gefördert. Mittlerweile beteiligen sich fast alle europäischen Länder an diesem Projekt.  Die Preisentwicklung des selbstgenutzten Wohneigentums soll auf lange Sicht auch in den Harmonisierten Verbraucherpreisindex einfließen. Derzeit wird der OOH-PI aber noch als eigenständiger Index berechnet.

Weitere Informationen finden sich auf der Eurostat-Homepage.

Rechtsgrundlagen

Die Erstellung des Häuserpreisindex und des Index für selbst genutztes Wohneigentum ist rechtlich durch zwei Verordnungen auf nationaler und internationaler Ebene gedeckt:

EU VO 93/ 2013

Verordnung der Kommission vom 01.02.2013 zur Festlegung von Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates über harmonisierte Verbraucherpreisindizes im Hinblick auf die Schaffung von Preisindizes für selbst genutztes Wohneigentum.

Nationale Verordnung

177. Verordnung der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und des Bundesministers für Finanzen über die Erstellung von Häuser- und Wohnungspreisindizes vom 01.07.2019.

Gewichtung und Berechnung

Die Gewichtung des Index für selbst genutztes Wohneigentum basiert sowohl auf den Eintragungen des österreichischen Grundbuchs als auch auf Informationen aus der Wohnbaukostenstatistik und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Die Indexberechnung erfolgt auf Grundlage der Laspeyresformel, bei der Preisveränderungen von ausgewählten Gütern des Warenkorbes mit festen Mengen eines Basisjahres gewichtet werden. Es wird ein Laspeyres-Kettenindex erstellt, bei dem jährlich die Gewichtung adaptiert wird. Regionen und Immobilientypen mit steigender Marktbedeutung können daher jahresaktuell in den Warenkorb aufgenommen und bei der Indexberechnung berücksichtigt werden.

Eigentümergenutztes Wohnen, Messzahlen


Stefan Hofbauer Tel. + 43 (1) 71128-8068


Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 (1) 71128-7070 
FAX: +43 (1) 71128-7728 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9.00 - 16.00 Uhr