Häuserpreisindex

Der Häuserpreisindex bildet die Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien in ganz Österreich ab. Grundlage der Erhebung sind die von Privathaushalten getätigten Käufe von neuen und bestehenden Häusern und Wohnungen. Neben dem Gesamtindex werden zwei getrennte Teilindizes erstellt: „Kauf von neuem Wohnraum“ und „Kauf von bestehendem Wohnraum“.

Der Häuserpreisindex ist ein Instrument zur Marktbeobachtung der Wohnimmobilienpreise und stellt somit einen wichtigen Indikator zur Abschätzung der Preisentwicklung dar.

Die Indizes werden bis zum vierten Quartal 2016 auf dem Basisjahr 2010 berechnet, ab dem ersten Quartal 2017 wird auf das Basisjahr 2015 umgestellt.

Europäischer Zusammenhang

Der Immobilienpreisindex ist einer von elf wirtschaftlichen Indikatoren, die in der Macroeconomic Imbalance Procedure (MIP) als Frühwarnsystem in Form eines Scoreboards auf makroökonomische Ungleichgewichte hinweisen sollen. Zu diesem Zwecke wurde die EU-Verordnung Nr. 1176/2011 über die „Vermeidung und Korrektur übermäßiger makroökonomischer Ungleichgewichte“ am 16.11.2011 erlassen. Die Verordnung regelt, dass, wenn eine oder mehrere dieser Kennzahlen vorgegebene Schwellen überschreiten, die wirtschaftliche Lage eines Landes genauer untersucht wird, um ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Rechtsgrundlagen

Die Erstellung des Häuserpreisindex und des Index für selbst genutztes Wohneigentum ist rechtlich durch zwei Verordnungen auf nationaler und internationaler Ebene gedeckt:

EU VO 93/ 2013

Verordnung der Kommission vom 01.02.2013 zur Festlegung von Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates über harmonisierte Verbraucherpreisindizes im Hinblick auf die Schaffung von Preisindizes für selbst genutztes Wohneigentum.

Nationale Verordnung

253. Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und des Bundesministers für Finanzen über die Erstellung von Häuser- und Wohnungspreisindizes vom 13.10.2014.

Gewichtung und Berechnung

Die Grundlage der Gewichtung des Häuserpreisindex stellen die Eintragungen in das österreichische Grundbuch dar. Die Summe der Transaktionspreise für die jeweilige Region ist die Basis für die Gewichtung des Gesamtindex.

Die Indexberechnung erfolgt auf Grundlage der Laspeyresformel, bei der Preisveränderungen von ausgewählten Gütern des Warenkorbes mit festen Mengen eines Basisjahres gewichtet werden. Die Indizes werden bis zum vierten Quartal 2016 auf dem Basisjahr 2010 berechnet, ab dem ersten Quartal 2017 wird auf das Basisjahr 2015 umgestellt. Es wird ein Laspeyres-Kettenindex erstellt, bei dem jährlich die Gewichtung adaptiert wird. Regionen und Immobilientypen mit steigender Marktbedeutung können daher jahresaktuell in den Warenkorb aufgenommen und bei der Indexberechnung berücksichtigt werden.

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