Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen

Hinweis: Im Anschluss an den Text stehen neben Monats- und Quartalsergebnissen auch Jahresergebnisse sowie eine Zeitreihe der UVA-Statistik und Abdeckungsraten der USt- durch die UVA-Daten als Tabellen in den Formaten PDF und XLSX zur Verfügung. Klickt man im Reiter „Tabellen“ rechts unten auf „ganze Liste anzeigen“, erhält man den besten Überblick über das Angebot.

Umsatzsteuerpflichtig sind die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt durchführt, der Eigenverbrauch und die Einfuhr von Gegenständen. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist grundsätzlich das Entgelt, bestimmte Umsätze unterliegen jedoch nicht der Umsatzsteuer, wobei zwischen echt und unecht befreiten Umsätzen – bei Letzteren darf keine Vorsteuer abgezogen werden - zu unterscheiden ist. Die wichtigsten Steuersätze betragen 20% und 10%, seit 2016 gibt es einen weiteren ermäßigten Steuersatz in der Höhe von 13%. Ab 1. Juli 2020 gibt es einen Steuersatz in Höhe von 5% für Gastronomie-Umsätze, der zunächst bis 31.12.2020 befristet war, in Folge allerdings bis 31.12.2021 verlängert wurde. Alle anderen Sätze haben nur marginale Bedeutung.

Der Zweck der Umsatzsteuervoranmeldung besteht in der laufenden Entrichtung der Umsatzsteuer, indem jeweils für den sogenannten Voranmeldungszeitraum – ein Monat oder ein Quartal – die Umsatzsteuer für die in diesem Zeitraum angefallenen Umsätze abzüglich der Vorsteuer berechnet und im Fall einer Zahllast an die Finanzverwaltung abgeführt wird. Dabei handelt es sich um Umsatzsteuer-Vorauszahlungen; die endgültige Umsatzsteuer für ein Kalenderjahr wird dann auf Basis der Umsatzsteuererklärung für dieses Jahr durch die Umsatzsteuerveranlagung und den daraus resultierenden Umsatzsteuerbescheid festgelegt.

Eine Umsatzsteuervoranmeldung, d.h. eine Darstellung der Umsätze und der darauf entfallenden Umsatzsteuer, muss nur dann bei der Finanzverwaltung eingereicht werden, wenn bestimmte Bedingungen – im Wesentlichen ein Vorjahresumsatz ab 35.000 Euro (ab 1.1.2020; Grenzwert 2011 bis Ende 2019: 30.000 Euro; Grenzwert bis Ende 2010: 100.000 Euro) – erfüllt sind (nähere Informationen dazu: siehe Reiter "Weitere Informationen" unterhalb des Textes).

Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen basiert auf den Daten der bei der Finanzverwaltung eingereichten Umsatzsteuervoranmeldungen; eine Beschreibung der Vorgangsweise findet sich unter "Weitere Informationen" unterhalb des Textes. Weil Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz unter 100.000 Euro bis Ende des Jahres 2010 keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen mussten, deckte diese Statistik bis dahin zwar nur knapp zwei Drittel der Unternehmen, aber rund 95% des Umsatzes ab; durch die Senkung des Grenzwertes für die Verpflichtung zur Einreichung der Umsatzsteuervoranmeldung auf 30.000 Euro ab 2011 wird die Abdeckung noch besser (2017: 77,9% der Unternehmen, 96,9% des Umsatzes). Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen liefert daher eine gute Schätzung der Gesamt-Umsätze. Dabei sind Branchen mit einem hohen Anteil an umsatzstarken Unternehmen besser repräsentiert als jene mit einem hohen Anteil an umsatzschwachen Unternehmen.

Da die Umsatzsteuerstatistik wegen der späten Verfügbarkeit hinreichend vollzähliger Daten erst rund 2,5 Jahre nach Ende des Berichtsjahres vorliegt, besteht der Wert der Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen darin, dass sie sehr aktuelle und nicht nur jährliche, sondern auch Quartalswerte liefert.

Neue Kennzahlen in der Umsatzsteuervoranmeldung

Zur Unterstützung der Gastronomie, der Hotellerie, der Kulturbranche sowie des Publikationsbereichs wurde ab 1.Juli 2020 ein befristeter ermäßigter Steuersatz iHv 5 Prozent eingeführt.

1. Quartal 2021

Das endgültige Ergebnis der Auswertung aller für das 1. Quartal 2021 bis spätestens 15. Juni abgegebenen Umsatzsteuervoranmeldungen ergab einen steuerbaren Umsatz von 175,7 Mrd. Euro und damit einen Zuwachs um 0,5% gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Zahl der meldenden Unternehmen stieg sogar um 1,6% auf 512.810 an.

Der Vergleich des endgültigen mit dem vorläufigen Ergebnis für das 1. Quartal bestätigte die in der Vergangenheit beobachteten Veränderungen (siehe weiter unten, Abschnitt „Vorläufige Monatsergebnisse - Auswirkungen von COVID-19“): die Zahl der meldenden Unternehmen nahm um 3,8% zu, sodass der Jahresvergleich statt einem Minus von 2,0% den oben erwähnten Zuwachs um 1,6% ergab, steuerbarer Umsatz wurde um 1,1% mehr gemeldet, sodass aus -0,7% im Vergleich mit dem 1.Quartal 2020 die oben angegebenen +0,5% wurden.

Bei der Betrachtung des Gesamtergebnisses ist auffällig, dass der leichte Zuwachs des steuerbaren Umsatzes (trotz längerer Lockdown-Phasen als im 1. Quartal des Vorjahres) auf zwei unterschiedlichen Entwicklungen basierte: einem Minus beim steuerpflichtigen Umsatz, der um 2,4% auf 112,0 Mrd. Euro zurückgegangen ist, stand ein Anstieg beim steuerfreien Umsatz (+7,3% auf 55,5 Mrd. Euro) gegenüber. Auch bei der Bruttoumsatzsteuer (+1,9% auf 25,5 Mrd. Euro), der Erwerbsteuer (+6,1% auf 5,7 Mrd. Euro) und der abziehbaren Vorsteuer (+8,0% auf 26,3 Mrd. Euro) waren Zuwächse zu verzeichnen.   

Der Rückgang des gesamten Umsatzsteueraufkommens, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer ergibt, fiel folglich mit -5,9% im 1. Quartal (auf 6,7 Mrd. Euro) stärker aus als der des steuerpflichtigen Umsatzes.

Bei den Reverse Charge-Umsätzen mit einer Höhe von 8,2 Mrd. Euro, die zum steuerbaren Umsatz addiert wurden, war gegenüber dem 1. Quartal 2020 ein Minus von 2,4% zu verzeichnen.

Umsatzstufen

61,0% des gesamten Quartalsumsatzes wurden von nur 0,4% aller Unternehmen (mit 10 Mio. Euro und mehr steuerbarem Umsatz) erwirtschaftet, 90,6% des Umsatzes von 8,4% der Unternehmen (mit einem steuerbaren Umsatz von mindestens 300.000 Euro). Der Vergleich mit dem 1. Quartal 2020 zeigt, dass in den Umsatzstufen mit einem Quartalsumsatz zwischen 10.000 Euro und 10 Mio. Euro die Zahl der Fälle und die Umsätze zurückgegangen sind, während in den niedrigsten und den höchsten Stufen positive Veränderungen zu verzeichnen waren; zwischen 30 Mio. und 100 Mio. Euro stiegen die Fallzahl um 2,0% und die Umsätze um 1,6%, in der obersten Randstufe mit mehr als 100 Mio. Euro Umsatz sogar um 7,8% bzw. 6,4%. In den untersten Stufen bis 5.000 Euro Umsatz waren die Veränderungsraten noch weit höher, weil dorthin alle Unternehmen „rutschten“, die aufgrund von Lockdowns keinen oder einen sehr geringen Umsatz machen konnten, aber zur Abgabe einer UVA-Meldung weiterhin verpflichtet waren.

Wirtschaftsbereiche

Der Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz" mit 17,0% der meldenden Unternehmen hatte mit 33,7% (59,2 Mrd. Euro) den größten Anteil am steuerbaren Umsatz. Es folgte die „Herstellung von Waren“ mit 24,6% des Gesamtumsatzes (43,2 Mrd. Euro) und 5,0% der Unternehmen. Fallmäßig war der Bereich "Grundstücks- und Wohnungswesen" mit 22,2% vor dem Handel der bedeutendste, was darauf zurückzuführen ist, dass dieser Wirtschaftsbereich auch alle Wohnungseigentümergemeinschaften von Häusern mit Eigentumswohnungen umfasst, die zwar der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, jedoch keine Unternehmen im eigentlichen Sinn sind.

Vergleicht man die Ergebnisse der beiden umsatzstärksten Branchen mit jenen im gleichen Quartal des Vorjahres, stellt man in beiden Umsatzzuwächse fest, wobei diese im Handel mit +6,3% etwas stärker ausfielen als im Bereich „Herstellung von Waren“ mit +3,3%.

Während in zehn Wirtschaftsbereichen Umsatzzunahmen im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres zu verzeichnen waren, wiesen neun Branchen Rückgänge aus. Die höchsten Zuwächse erwirtschafteten die Wasserversorgung; Abwasser-/Abfallentsorgung (+12,9% auf 1,3 Mrd. Euro) und die Öffentliche Verwaltung (+9,8% auf 12,3 Mrd. Euro). In der Beherbergung und Gastronomie betrug das Umsatzminus 75,0% (auf 1,4 Mrd. Euro), mit weniger hohen Rückgängen folgten die Sonstigen Dienstleistungen (-21,0% auf 731 Mio. Euro), Erziehung und Unterricht (-17,6% auf 395 Mio. Euro) und Verkehr und Lagerei (-17,0% auf 7,1 Mrd. Euro).

Rechtsformen

Betrachtet man die Haupterhebungsmerkmale der Umsatzsteuervoranmeldungsstatistik gegliedert nach Rechtsformen, ergibt sich auch für das 1. Quartal 2020 das übliche Bild: Gesellschaften mit beschränkter Haftung wiesen 55,7% des Gesamtumsatzes aus, Aktiengesellschaften und Personengesellschaften/-gemeinschaften jeweils rund 11% (wobei nur 0,2% der meldenden Unternehmen Aktiengesellschaften waren). Dass diese drei Rechtsformen mit einem Anteil von 44% aller Veranlagungsfälle über drei Viertel des Umsatzes erbrachten, lag daran, dass die größte Gruppe – die 255.524 natürlichen Personen – mit 49,8% der Steuerpflichtigen lediglich 5,8% des Umsatzes auswies.

Regionalgliederung mit Berücksichtigung ausländischer Umsatzsteuerfälle

Steuerbare Umsätze sind gemäß § 1 UStG „Umsätze aus Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt ausführt“. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der Statistiken der Umsatzsteuer und der Umsatzsteuervoranmeldungen bis ins Jahr 2010 regional nur nach Bundesländern gegliedert publiziert. Möchte man allerdings darstellen, dass auch ausländische Unternehmen (ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt bzw. ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland) inländische steuerbare Umsätze tätigen können, muss die regionale Gliederung um die Ausprägung „Ausland“ erweitert werden. Beginnend mit der Aufarbeitung des 4. Quartals 2020 (bzw. ab der Statistik der Umsatzsteuer 2018) wurden Informationen aus dem Unternehmensregister auch für die Bestimmung des Unternehmenssitzes verstärkt verwendet, sodass die Anzahl der ausländischen Unternehmen etwas höher geworden ist.

Die Bundeshauptstadt Wien erwirtschaftete 31,2% des österreichischen Gesamtumsatzes, danach folgten Oberösterreich (17,5%) und Niederösterreich (13,4%). Die regionale Verteilung wird aber etwas „verzerrt“ dargestellt, da die regionale Zuordnung der Steuerpflichtigen zum Sitz der Geschäftsleitung erfolgt und Unternehmen, die über verschiedene Standorte – ein Beispiel sind die Filialen von Einzelhandelsketten – verfügen, daher nur einem Standort zugeordnet werden können.

Der durchschnittliche steuerbare Umsatz je Unternehmen war – abgesehen von den ausländischen Umsatzsteuerfällen mit 566.000 Euro – ebenfalls in Wien am höchsten (475.000 Euro). Hinter Oberösterreich (430.000 Euro) folgte Salzburg, das mit 340.000 Euro knapp unter dem Österreich-Durchschnitt von 343.000 Euro Quartalsumsatz lag. Vorarlberg rangierte mit 333.000 Euro auf Platz 4, danach folgten Niederösterreich (280.000 Euro), die Steiermark (250.000 Euro) und Kärnten (224.000 Euro) deutlich vor den beiden Schlusslichtern, die von Tirol (195.000 Euro) und dem Burgenland gebildet wurden, wo der steuerbare Umsatz je Unternehmen mit 181.000 Euro am geringsten war.

Auch bei der Anzahl der meldenden Unternehmen stand Wien mit 115.301 (das sind 22,5%) an erster Stelle, dahinter folgten Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark. Im Burgenland reichten nur 13.670 Unternehmen (das sind 2,7% aller Meldenden) eine Umsatzsteuervoranmeldung ein, aus dem Ausland erfolgten 16.604 Voranmeldungen (3,2%).

Besonders hoch waren die Anteile der ausländischen Unternehmen bei der Einfuhrumsatzsteuer (47,7% der Gesamtsumme) und bei der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb (7,3%). Der Anteil an den Reverse Charge-Umsätzen, der in Wien mit 36,5% am höchsten war, betrug bei den ausländischen Unternehmen 4,5%. Während ihr Anteil am steuerbaren Umsatz 5,4% (d.s. 9,4 Mrd. Euro) betrug, trugen die ausländischen Unternehmen 3,6% von der Bruttoumsatzsteuer; insgesamt ergab sich für sie eine Gutschrift von 462 Mio. Euro.

4. Quartal 2020

Der steuerbare Umsatz für das 4. Quartal ergab trotz Lockdowns ab November mit 198,9 Mrd. Euro das höchste Quartalsergebnis des Jahres 2020. Gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres war allerdings ein Rückgang um 6,2 Mrd. Euro bzw. 3,0% zu verzeichnen. Der Quartalsumsatz setzte sich aus 64,9 Mrd. Euro Umsatz im Oktober, 63,2 Mrd. Euro im November, 68,2 Mrd. Euro im Dezember und 2,5 Mrd. Euro, der von den sogenannten Quartalsmeldern für das gesamte Quartal gemeldet wurde, zusammen.

Der Rückgang des gesamten Umsatzsteueraufkommens, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer ergibt, fiel mit -7,2% im 4. Quartal (auf 7,7 Mrd. Euro) noch stärker aus als der des steuerbaren Umsatzes.

Umsätze, die mit dem neuen ermäßigten Steuersatz von 5% zu besteuern waren, gingen im 4. Quartal gegenüber dem 3. Quartal um 58,7% (von 6,5 Mrd. Euro auf 2,7 Mrd. Euro) zurück, weil die davon hauptsächlich profitierenden Branchen „Beherbergung und Gastronomie“ sowie „Kultur, Unterhaltung und Erholung“ im 4. Quartal am stärksten vom Lockdown betroffen waren.

Im 4. Quartal 2020 wurden etwas mehr als eine halbe Million Steuerpflichtige ausgewiesen, nämlich 517.064 (-0,9% gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres). Diese meldeten einen steuerbaren Umsatz von 198,9 Mrd. Euro (-3,0%). Der steuerpflichtige Umsatz betrug 128,4 Mrd. Euro und ging damit im Vergleich zum 4. Quartal 2019 um 4,8% zurück. Steuerfreie Umsätze wurden in Höhe von 60,6 Mrd. Euro gemeldet, was einer Umsatzzunahme um 1,6% entspricht.

Bei den Reverse Charge-Umsätzen mit einer Höhe von 9,9 Mrd. Euro, die zum steuerbaren Umsatz addiert wurden, war gegenüber dem 4. Quartal 2019 ein Minus von 7,0% zu verzeichnen.

Die Bruttoumsatzsteuer sank im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 4,6% auf 28,7 Mrd. Euro, die Erwerbsteuer (für Einfuhren aus der EU) betrug 5,5 Mrd. Euro (-3,1%). Mit -3,7% (auf 27,6 Mrd. Euro) fiel auch die Veränderung bei den abziehbaren Vorsteuern negativ aus.

Umsatzstufen

60,1% des gesamten Quartalsumsatzes wurden von nur 0,5% aller Unternehmen (mit 10 Mio. Euro und mehr steuerbarem Umsatz) erwirtschaftet, 90,7% des Umsatzes von 9,8% der Unternehmen (mit einem steuerbaren Umsatz von mindestens 300.000 Euro). Der Vergleich mit dem 4. Quartal 2019 zeigt, dass nur in den Umsatzstufen mit einem Quartalsumsatz bis 10.000 Euro die Zahl der Fälle und die Umsätze gestiegen sind, während in allen anderen Stufen Umsatzrückgänge zu verzeichnen waren; die stärksten mit mehr als -9% in den Stufen mit einem Umsatz zwischen 50.000 Euro und 300.000 Euro.

Wirtschaftsbereiche

Der Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz" mit 16,6% der meldenden Unternehmen hatte mit 31,1% (61,9 Mrd. Euro) den größten Anteil am steuerbaren Umsatz. Es folgte die „Herstellung von Waren“ mit 22,1% des Gesamtumsatzes (44,1 Mrd. Euro) und 5,1% der Unternehmen. Fallmäßig war der Bereich "Grundstücks- und Wohnungswesen" mit 22,3% vor dem Handel der bedeutendste, was darauf zurückzuführen ist, dass dieser Wirtschaftsbereich auch alle Wohnungseigentümergemeinschaften von Häusern mit Eigentumswohnungen umfasst, die zwar der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, jedoch keine Unternehmen im eigentlichen Sinn sind.

Vergleicht man die Ergebnisse der beiden umsatzstärksten Branchen mit jenen im gleichen Quartal des Vorjahres, stellt man Umsatzrückgänge in ähnlicher Höhe fest - im Handel sanken die Umsätze um 2,2%, im Bereich „Herstellung von Waren“ um 2,6%.

Während in sechs der 19 Wirtschaftsbereiche Umsatzzunahmen im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres zu verzeichnen waren – die höchsten in der Öffentlichen Verwaltung (+12,8% auf 17,8 Mrd. Euro – dabei dürfte allerdings auch die Umstrukturierung des Bereichs der Sozialversicherungen mit der Neuinstallation der Österreichischen Gesundheitskasse eine Rolle gespielt haben, wodurch die Meldung steuerfreier Umsätze korrekter geworden ist), wo die Umsätze von den (steuerfreien) Beiträgen für Pensions- und Krankenversicherungen dominiert werden, und im Gesundheits- und Sozialwesen (+5,2% auf 4,1 Mrd. Euro) –, gab es in 12 Branchen (im Bergbau betrug der Quartalsumsatz im 4. Quartal in beiden Jahren 430 Mio. Euro) aufgrund der COVID-19-Krise Umsatzrückgänge, wobei die Bereiche „Beherbergung und Gastronomie“ (-58,0% auf 2,3 Mrd. Euro), „Erziehung und Unterricht“ (-20,1% auf 362 Mio. Euro) und „Sonstige Dienstleistungen“ (-18,7% auf 871 Mio. Euro) am stärksten betroffen waren. Auch Verkehr und Lagerei (-15,6% auf 7,6 Mrd. Euro), Kunst, Unterhaltung und Erholung (-12,9% auf 2,1 Mrd. Euro) sowie Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (-11,3% auf 5,3 Mrd. Euro) wiesen Umsatzeinbußen im zweistelligen Prozentbereich auf.

Rechtsformen

Betrachtet man die Haupterhebungsmerkmale der Umsatzsteuervoranmeldungsstatistik gegliedert nach Rechtsformen, ergibt sich auch für das 4. Quartal 2020 das übliche Bild: Gesellschaften mit beschränkter Haftung wiesen 54,9% des Gesamtumsatzes aus, Personengesellschaften/-gemeinschaften und Aktiengesellschaften jeweils rund 11% (wobei nur 0,2% der meldenden Unternehmen Aktiengesellschaften waren). Dass diese drei Rechtsformen mit einem Anteil von 44% aller Veranlagungsfälle über drei Viertel des Umsatzes erbrachten, lag daran, dass die größte Gruppe – die 258.959 natürlichen Personen – mit 50,1% der Steuerpflichtigen lediglich 6,0% des Umsatzes auswies.

Regionalgliederung mit Berücksichtigung ausländischer Umsatzsteuerfälle

Steuerbare Umsätze sind gemäß § 1 UStG „Umsätze aus Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt ausführt“. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der Statistiken der Umsatzsteuer und der Umsatzsteuervoranmeldungen bis ins Jahr 2010 regional nur nach Bundesländern gegliedert publiziert. Möchte man allerdings darstellen, dass auch ausländische Unternehmen (ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt bzw. ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland) inländische steuerbare Umsätze tätigen können, muss die regionale Gliederung um die Ausprägung „Ausland“ erweitert werden. Beginnend mit der Aufarbeitung des 4. Quartals 2020 (bzw. ab der Statistik der Umsatzsteuer 2018) wurden Informationen aus dem Unternehmensregister auch für die Bestimmung des Unternehmenssitzes verstärkt verwendet, sodass die Anzahl der ausländischen Unternehmen etwas höher geworden ist.

Die Bundeshauptstadt Wien erwirtschaftete 33,1% des österreichischen Gesamtumsatzes, danach folgten Oberösterreich (17,0%) und Niederösterreich (12,6%). Die regionale Verteilung wird aber etwas „verzerrt“ dargestellt, da die regionale Zuordnung der Steuerpflichtigen zum Sitz der Geschäftsleitung erfolgt und Unternehmen, die über verschiedene Standorte – ein Beispiel sind die Filialen von Einzelhandelsketten – verfügen, daher nur einem Standort zugeordnet werden können.

Der durchschnittliche steuerbare Umsatz je Unternehmen war – abgesehen von den ausländischen Umsatzsteuerfällen mit 573.000 Euro – ebenfalls in Wien am höchsten (565.000 Euro). Hinter Oberösterreich (471.000 Euro) folgte Salzburg, das mit 375.000 Euro knapp unter dem Österreich-Durchschnitt von 385.000 Euro Quartalsumsatz lag. Vorarlberg rangierte mit 345.000 Euro auf Platz 4, danach folgten Niederösterreich (295.000 Euro), die Steiermark (286.000 Euro) und Kärnten (265.000 Euro) deutlich vor den beiden Schlusslichtern, die von Tirol (219.000 Euro) und dem Burgenland gebildet wurden, wo der steuerbare Umsatz je Unternehmen mit 212.000 Euro am geringsten war.

Auch bei der Anzahl der meldenden Unternehmen stand Wien mit 116.309 (das sind 22,5%) an erster Stelle, dahinter folgten Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark. Im Burgenland reichten nur 13.814 Unternehmen (das sind 2,7% aller Meldenden) eine Umsatzsteuervoranmeldung ein, aus dem Ausland erfolgten 16.202 Voranmeldungen (3,1%).

Besonders hoch waren die Anteile der ausländischen Unternehmen bei der Einfuhrumsatzsteuer (21,2% der Gesamtsumme) und bei der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb (6,8%). Der Anteil an den Reverse Charge-Umsätzen, der in Wien mit 34,9% am höchsten war, betrug bei den ausländischen Unternehmen 3,7%. Während ihr Anteil am steuerbaren Umsatz 4,7% (d.s. 9,3 Mrd. Euro) betrug, trugen die ausländischen Unternehmen 3,4% von der Bruttoumsatzsteuer; insgesamt ergab sich für sie eine Zahllast von 211 Mio. Euro (3,1%).

Jahr 2020

Die Jahresstatistik der Umsatzsteuervoranmeldungen wies im Jahr 2020 um 33 weniger Steuerpflichtige aus als im Jahr davor, nämlich 560.859, die einen steuerbaren Umsatz von 728,7 Mrd. Euro (-5,4%) erwirtschafteten. Der steuerpflichtige Umsatz betrug 474,0 Mrd. Euro und ging damit im Vergleich zu 2019 um 5,7% zurück, der steuerfreie Umsatz in Höhe von 219,9 Mrd. Euro entsprach einem Rückgang um 4,1%.

Bei den Reverse Charge-Umsätzen (34,8 Mrd. Euro) war gegenüber 2019 ein Minus von 8,7% zu verzeichnen.

Die Bruttoumsatzsteuer ging im Vergleich zum Vorjahr um 7,3% auf 103,5 Mrd. Euro zurück, die Erwerbsteuer (für Einfuhren aus der EU) um 8,3% auf 20,7 Mrd. Euro. Auch die Veränderung bei den abziehbaren Vorsteuern befand sich mit -8,1% auf 99,3 Mrd. Euro auf dem gleichen Niveau. Das gesamte Steueraufkommen, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer (4,2 Mrd. Euro) ergibt, betrug 2020 29,1 Mrd. Euro und damit um 6,6% weniger als ein Jahr zuvor.

Der steuerpflichtige Umsatz in der Höhe von 474,0 Mrd. Euro verteilte sich folgendermaßen auf die vier relevanten Steuersätze: 76% (d.s. 362,0 Mrd. Euro) waren mit 20% zu besteuern, 20% (94,7 Mrd. Euro) mit 10%, 1,7% (7,9 Mrd. Euro) mit dem zweiten ermäßigten Steuersatz von 13% und 2,0% (9,3 Mrd. Euro) mit dem neuen, befristeten Steuersatz von 5%.

Von den innergemeinschaftlichen Erwerben (110,8 Mrd. Euro) wurden 86% (95,8 Mrd. Euro) mit 20% besteuert, 12% (13,0 Mrd. Euro) mit 10%, nur etwas mehr als 1% (1,4 Mrd. Euro) mit 13% und 0,1% (155 Mio. Euro) mit 5%.

Umsatzstufen

Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen ist von einer hohen Konzentration geprägt. So erwirtschafteten 0,1% aller Unternehmen (mit mindestens 100 Mio. Euro steuerbarem Jahresumsatz) 47,5% des Gesamtumsatzes, 9,9% der Unternehmen (mit einem steuerbaren Umsatz von mindestens 1 Mio. Euro) 90,4%.

Da sich die Anzahl der Unternehmen im Jahresvergleich nicht veränderte, der überwiegende Teil jedoch im Corona-Jahr 2020 Umsatzeinbußen hinnehmen musste, stiegen die Fallzahlen (und analog dazu der steuerbare Umsatz) in den Umsatzstufen bis 50.000 Euro Jahresumsatz, während in den Umsatzstufen darüber beide zurückgingen, am stärksten in der Stufe zwischen 10 Mio. und 30 Mio. Euro (-6,8% bei den Fällen und -7,1% beim Umsatz).

Wirtschaftsbereiche

Im Corona-Jahr 2020 verzeichneten 15 der 19 Wirtschaftsbereiche Umsatzrückgänge. Die höchsten musste die Branche „Beherbergung und Gastronomie“ hinnehmen, wo die Umsätze von 22,9 Mrd. Euro im Jahr 2019 auf 15,7 Mrd. Euro im Berichtsjahr einbrachen, was ein Minus von 31,2% ergab. Umsatzrückgänge, die ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich lagen, gab es außerdem in den Bereichen „Verkehr und Lagerei“ (-15,8% auf 29,7 Mrd. Euro), „Sonstige Dienstleistungen“ (-15,7% auf 3,4 Mrd. Euro), „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (-14,7% auf 19,6 Mrd. Euro), „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (-13,5% auf 7,9 Mrd. Euro), „Erziehung und Unterricht“ (-11,3% auf 1,6 Mrd. Euro) und im Bergbau mit -10,5% (auf 1,5 Mrd. Euro).

Der hohe Anstieg in der Öffentliche Verwaltung (+11,8% auf 62,5 Mrd. Euro) dürfte zumindest zum Teil auch auf eine größere Meldegenauigkeit bei steuerfreien Umsätzen zurückzuführen sein. Daneben wiesen auch der Bereich „Information und Kommunikation“ (+1,8% auf 20,5 Mrd. Euro) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen und die Land- und Forstwirtschaft (marginale) Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr aus.

Die Betrachtung der beiden wichtigsten Wirtschaftsbereiche zeigt, dass der Handel mit einem Umsatzminus von 3,6% deutlich weniger von den Lockdowns betroffen war als die Herstellung von Waren, wo der Umsatz um 9,6% zurückging. Der Anteil des Umsatzes der beiden Wirtschaftsbereiche am Gesamtumsatz blieb jedoch auf dem üblichen Niveau: der Handel wies 31,9% aus, d.s. 232,6 Mrd. Euro, die Herstellung von Waren 22,5% (163,9 Mrd. Euro).

Rechtsformen

Die Betrachtung der Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahr nach Rechtsformen ist von der neuen Vorgehensweise bei der Bestimmung ausländischer Umsatzsteuerfälle (siehe nächster Abschnitt) beeinflusst, da sich die Zunahme dieser Fälle auch auf die Rechtsformen (ausländischer Fall bedeutet, dass die Ausprägung von Rechtsform auf „Sonstige“ gesetzt wird) niederschlägt.

Einen höheren Anteil am steuerbaren Umsatz als an der Zahl der Meldenden wiesen die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (55% zu 24%) auf, die Aktiengesellschaften (12% zu 0,2%), die Körperschaften des öffentlichen Rechts (9% zu 1%), die Sonstigen Rechtsformen (6% zu 4%) und die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften (2% zu 0,3%). Am anderen Ende dieses Spektrums lagen vor allem die Natürlichen Personen, die 50,6% aller Steuerpflichtigen ausmachten, jedoch nur 6,4% des steuerbaren Umsatzes erwirtschafteten, und die Personengesellschaften und –gemeinschaften mit 19% der Steuerpflichtigen und 11% des Umsatzes.      

Regionalgliederung mit Berücksichtigung ausländischer Umsatzsteuerfälle

Beginnend mit der Aufarbeitung des 4. Quartals 2020 (bzw. ab der Statistik der Umsatzsteuer 2018) wurden Informationen aus dem Unternehmensregister auch für die Bestimmung des Unternehmenssitzes verstärkt verwendet, sodass die Anzahl der ausländischen Unternehmen (ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt bzw. ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland) etwas höher geworden ist.

Der Anteil der Bundeshauptstadt Wien am österreichischen Gesamtumsatz betrug 32,6% und belief sich damit im Jahr 2020 auf 237,5 Mrd. Euro, danach folgten Oberösterreich (16,8%) und Niederösterreich (12,8%). Die regionale Verteilung wird aber etwas „verzerrt“ dargestellt, da die regionale Zuordnung der Steuerpflichtigen zum Sitz der Geschäftsleitung erfolgt und Unternehmen, die über verschiedene Standorte – ein Beispiel sind die Filialen von Einzelhandelsketten – verfügen, daher nur einem Standort zugeordnet werden können.

Bemerkenswert ist die Analyse des durchschnittlichen steuerbaren Umsatzes je Unternehmen auf Bundesland-Ebene, da Wien (1.854.000 Euro) nur verhältnismäßig knapp vor den ausländischen Unternehmen (1.758.000 Euro) lag, wo der durchschnittliche Quartalsumsatz im letzten Quartal 2020 ja am höchsten war. Oberösterreich und Salzburg folgten mit Durchschnitten, die den österreichweiten Gesamtschnitt von 1.299.000 Euro übertrafen, am unteren Ende der Rangliste befanden sich Tirol (792.000 Euro) und das Burgenland mit 723.000 Euro.   

Auch bei der Anzahl der meldenden Unternehmen stand Wien mit 128.119 (das sind 22,8%) an erster Stelle, das Burgenland mit nur 14.923 Unternehmen (das sind 2,7% aller Meldenden) an Letzter. 19.245 Unternehmen (3,4%) waren dem Ausland zuzuordnen.

Besonders hoch waren die Anteile der ausländischen Unternehmen bei der Einfuhrumsatzsteuer (19,3% der Gesamtsumme) und bei der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb (6,8%). Während ihr Anteil am steuerbaren Umsatz 4,6% (d.s. 33,8 Mrd. Euro) betrug, trugen die ausländischen Unternehmen 3,3% von der Bruttoumsatzsteuer; insgesamt ergab sich für sie eine Zahllast von 680 Mio. Euro (2,7%).

Vorläufige Monatsergebnisse

Auswirkungen von COVID-19

Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände und der Bedeutung, die diese Daten haben, zieht Statistik Austria seit April 2020 die üblichen Veröffentlichungstermine der UVA vor und macht die Ergebnisse der Öffentlichkeit früher als geplant zugänglich.

Für einen ersten Überblick über die Auswirkungen des COVID-19-Shutdowns auf die steuerbaren Umsätze der Unternehmen war es notwendig, die Umsatzsteuervoranmeldungen nach einzelnen Monaten und Quartalsmeldungen getrennt zu tabellieren (siehe unten: Reiter „Tabellen“). Da die Ergebnisse einen Monat früher als üblich publiziert werden, bedeutet das, dass die von der Finanzverwaltung übernommenen Daten direkt nach der Übernahme jeweils am 20. eines Monats und damit direkt im Anschluss an den Fälligkeitstag für die Voranmeldungen (d.i. der 15. des zweitfolgenden Kalendermonats) aufbereitet werden mussten. Eine Analyse der Vorjahresergebnisse (für die auch die Umsatzsteuervoranmeldungen miteinbezogen wurden, die erst einen Monat verspätet eingereicht wurden), zeigte, dass rund 97% der Voranmeldungen des jeweiligen Quartals bereits bis zum Fälligkeitstag eingereicht wurden und mit diesen 99% des steuerbaren Umsatzes abgedeckt waren, d.h., dass der fällige Säumniszuschlag in Höhe von 2% der Abgabe Wirksamkeit zeigt.

Bei der Bewertung der vorliegenden Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass für Säumniszuschläge, die aufgrund der Betroffenheit des Steuerpflichtigen von der COVID-19-Krise verhängt werden, die Möglichkeit besteht, einen Antrag auf Herabsetzung bzw. auf Nichtfestsetzung zu stellen. Dadurch kann es zu Abweichungen bei späteren Revisionen kommen.

Seit Mitte November 2020 stehen auch die einzelnen UVA-Monate des Jahres 2019 als Excel-Ergebnisse zur Verfügung – siehe Reiter „Tabellen“.

April 2021

Die UVA-Meldungen, die bis 15. Juni für April 2021 eingelangt sind, ergaben für 311.968 Unternehmen einen steuerbaren Umsatz von 65,7 Mrd. Euro. Die Anzahl der Unternehmen ging gegenüber dem endgültigen Ergebnis vom April des Vorjahres zwar um 4,3% zurück, der Umsatz hingegen stieg um 28,1%, was vor allem auf die Auswirkungen des ersten harten Lockdowns zurückzuführen ist, der in Österreich ab Mitte März 2020 galt und die Wirtschaft viel gravierender traf als die im April 2021 geltenden Einschränkungen.

Der Gesamtanstieg des Umsatzes um 28,1% verteilte sich zwar sehr unterschiedlich auf die Branchen, Zuwächse waren allerdings überall zu verzeichnen: die größten bei den im Vorjahr am stärksten betroffenen Wirtschaftsbereichen „Erziehung und Unterricht“ (+90%), „Beherbergung und Gastronomie“ (+76%) und den „Sonstigen Dienstleistungen“ (+52%), relativ niedrige in der Land- und Forstwirtschaft, in der Information und Kommunikation sowie der Öffentlichen Verwaltung (jeweils +6%).

Der Handel wies ein Umsatzplus von 32% (auf 21,7 Mrd. Euro) aus, die Herstellung von Waren meldete sogar eines von 42% (auf 15,5 Mrd. Euro).

Grafik 1  Grafik 3

März 2021

Das vorläufige Ergebnis für den Monat März 2021 unter Einbeziehung aller UVA-Meldungen bis 15. Mai ergab für 307.797 Unternehmen einen steuerbaren Umsatz von 66,8 Mrd. Euro. Während die Anzahl an Unternehmen gegenüber dem endgültigen Ergebnis vom März des Vorjahres um 4,4% auf 307.797 zurückging, gab es eine Umsatzzunahme um 15,7%, die vor allem zeigt, dass der erste harte Lockdown, der in Österreich ab Mitte März 2020 galt, die Wirtschaft viel gravierender traf als im 1. Quartal 2021.

Daher wiesen im März nur noch drei Branchen Umsatzrückgänge aus: in der Beherbergung und Gastronomie war ein Einbruch um 50,0% (auf 480 Mio. Euro) zu verzeichnen, in der Energieversorgung ein Rückgang um 4,6% (auf 2,0 Mrd. Euro) und in der Information und Kommunikation um 1,4% (auf 1,5 Mrd. Euro). Die stärksten Umsatzzuwächse verzeichnete der Bereich „Erziehung und Unterricht“ (+33,7% auf 142 Mio. Euro) vor dem Handel (+24,7% auf 23,3 Mrd. Euro) und der Wasserversorgung; Abwasser-/Abfallentsorgung (+23,6% auf 443 Mio. Euro). Auch die Herstellung von Waren meldete ein deutliches Umsatzplus (+18,7% auf 16,8 Mrd. Euro).

Februar 2021

309.586 Unternehmen (d.s. 4,4% weniger als das endgültige Ergebnis für Februar 2020) meldeten für Februar 2021 als vorläufiges Ergebnis 55,6 Mrd. Euro Umsatz und damit einen Umsatzrückgang um 4,6%. Dieser Rückgang gegenüber dem letzten Monat vor Beginn der COVID-19-Krise wirkt v.a. dann relativ gemäßigt, wenn man die Umsatzeinbrüche in einzelnen Branchen damit vergleicht: In der Beherbergung und Gastronomie fiel der Umsatz um 82,9% (von 2,3 Mrd. Euro auf 0,4 Mrd. Euro), aber auch in den Wirtschaftsbereichen „Erziehung und Unterricht“ (-26,5% auf 127 Mio. Euro), „Verkehr und Lagerei“ (-26,2% auf 2,2 Mrd. Euro), „Sonstige Dienstleistungen“ (-22,5% auf 229 Mio. Euro), „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (-18,4% auf 1,4 Mrd. Euro) und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (-18,0% auf 586 Mio. Euro) fielen die Rückgänge deutlich aus. Während demgegenüber in der Wasserversorgung; Abwasser-, Abfallentsorgung (+10,3% auf 397 Mio. Euro), dem Grundstücks- und Wohnungswesen (+7,7% auf 2,1 Mrd. Euro) und in der Öffentlichen Verwaltung (+6,9% auf 5,0 Mrd. Euro) sogar Umsatzzuwächse verzeichnet werden konnten, sorgten v.a. die beiden umsatzstärksten Branchen mit einem jeweils ganz leichten Umsatzplus – der Handel mit +0,9% auf 18,6 Mrd. Euro und die Herstellung von Waren mit +0,1% auf 13,8 Mrd. Euro – dafür, dass trotz zeitweilig „harten Lockdowns“ im Februar der Rückgang der Umsätze insgesamt nicht so dramatisch ausfiel wie in anderen Monaten (März – Mai 2020 sowie Jänner 2021).     

Jänner 2021

Für den Jänner 2021 meldeten 306.097 Unternehmen (d.s. 6,7% weniger als im Jänner 2020) 48,3 Mrd. Euro Umsatz und damit einen Umsatzrückgang um 15,1%. Da der Jänner üblicherweise der Monat mit dem geringsten Umsatz ist und der Jänner im Jahr 2021 erstmals von den Auswirkungen der COVID-19-Krise betroffen war, ergab sich damit der tiefste Monatswert seit Beginn der Monatsauswertungen Anfang 2019.

Am Umsatzeinbruch von 82,0% in der Beherbergung und Gastronomie (von 2,2 Mrd. Euro auf 0,4 Mrd. Euro) lassen sich die Auswirkungen des Jänner-Lockdowns ersehen. Auch die Wirtschaftsbereiche „Erziehung und Unterricht“ (-45,6% auf 92 Mio. Euro), „Sonstige Dienstleistungen“ (-45,4% auf 185 Mio. Euro) und „Verkehr und Lagerei“ (-30,7% auf 2,1 Mrd. Euro) hatten mit diesen zu kämpfen. Nur in der Öffentlichen Verwaltung (+13,1% auf 2,1 Mrd. Euro) und der Wasserversorgung; Abwasser-, Abfallentsorgung (+0,6% auf 392 Mio. Euro) konnten Umsatzzuwächse verzeichnet werden.    

Dezember 2020

Das vorläufige Ergebnis für Dezember 2020 brachte mit einem steuerbaren Umsatz von 67,3 Mrd. Euro den Monatshöchstwert des Jahres 2020 und übertraf damit das Ergebnis für Juli um 0,7 Mrd. Euro.

Während gegenüber Dezember 2019 (endgültiges Ergebnis) ein Umsatzrückgang um 3,1% und ein Rückgang der Meldungen um 5,4% ausgewiesen wurden, konnten gegenüber dem vorläufigen Ergebnis des Vormonats ein Plus von 9,1% und ein Zuwachs bei den meldenden Unternehmen um 4,1% auf 313.122 verzeichnet werden.

Im Vergleich mit Dezember 2019 brachen vor allem die Umsätze der Beherbergung und Gastronomie (um -77,6% auf 476 Mio. Euro) und bei Erziehung und Unterricht (um -30,0% auf 112 Mio. Euro) ein. Der Handel (-0,5% auf 20,1 Mrd. Euro) und die Herstellung von Waren (-1,3% auf 13,4 Mrd. Euro) waren hingegen nicht so stark vom Lockdown betroffen.  

November 2020

Die vorläufigen Zahlen für den Monat November 2020 geben wieder, was aufgrund des 2. Lockdowns (und dem Wechsel vom sanften zum harten Lockdown in der Monatsmitte) zu erwarten war: sowohl gegenüber dem vorläufigen Ergebnis des Monats Oktober als auch gegenüber dem November des Vorjahres gingen die Anzahl der Umsatzsteuervoranmeldungen und die Umsätze zum Teil deutlich zurück. 300.850 meldende Unternehmen bedeuteten einen Rückgang um 3,6% gegenüber dem Vormonat und um 9,1% gegenüber dem (allerdings endgültigen) Ergebnis für den November 2019. Die Umsätze sanken um 3,5% bzw. 3,7% auf 61,7 Mrd. Euro.

Für die Betrachtung nach Branchen eignet sich der Vergleich mit den vorläufigen Zahlen des Vormonats: der Rückgang der Umsätze in der Beherbergung und Gastronomie im Oktober wurde durch den Lockdown noch verschärft und belief sich im November auf -62,6% (auf 431 Mio. Euro). Ebenfalls stark betroffen waren die Bereiche „Erziehung und Unterricht“ (-29,1% auf 89 Mio. Euro), „Sonstige Dienstleistungen“ (-26,3% auf 209 Mio. Euro) und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (-12,5% auf 588 Mio. Euro). Im Grundstücks- und Wohnungswesen (+10,9% auf 2,4 Mrd. Euro), dem Bergbau (+7,8% auf 143 Mio. Euro) und beim Bau (+5,8% auf 5,4 Mrd. Euro) waren gegenüber Oktober sogar etwas stärkere Umsatzzuwächse zu verzeichnen, bei den Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1,5%), in der Öffentlichen Verwaltung (+1,3%) und in der Land- und Forstwirtschaft (+1,0%) jeweils leichte.

Während der Handel einen Umsatzrückgang um 6,0% (auf 19,6 Mrd. Euro) verzeichnete, wurde bei der Herstellung von Waren nur ein Minus von 1,5% (auf 14,9 Mrd. Euro) gemeldet.

Reverse Charge-Umsätze (Änderung ab dem 1. Quartal 2014)

Beginnend mit der Aufarbeitung der Daten für das 1. Quartal 2014 werden für den steuerbaren Umsatz laut Umsatzsteuerstatistik außer den Reverse Charge-Umsätzen für Bauleistungen, welche den überwiegenden Teil der Reverse Charge-Umsätze ausmachen, auch die zwischenzeitlich hinzugekommenen übrigen Arten von Reverse Charge-Umsätzen zum steuerbaren Umsatz laut Umsatzsteuerbescheid addiert. Eine detaillierte Darstellung des Katalogs der Reverse Charge-Umsätze und der Vorgehensweise im Zuge der Aufarbeitung der Daten findet man in der Publikation „Statistik der Umsatzsteuer 2017“ (PDF, 6MB), Seite 17 ff.

Neue Kennzahlen in der Umsatzsteuervoranmeldung

Durch das Steuerreformgesetz 2015/16 (StRefG 2015/2016, BGBl. I Nr. 118/2015) kam es auch für die Umsatzsteuer und damit bei der Umsatzsteuervoranmeldung zu einigen Änderungen. Auf dem Formular U30 zur Umsatzsteuervoranmeldung gibt es daher seit Anfang des Jahres 2016 drei neue Kennzahlen (006 = steuerpflichtiger Umsatz, besteuert mit 13%; 007 = 7% Zusatzsteuer für pauschalierte land- und forstwirtschaftliche Betriebe; 008 = innergemeinschaftlicher Erwerb, besteuert mit 13%), auf die in der Folge eingegangen wird und die in die Haupttabelle aufgenommen wurden. Der neue Steuersatz von 13% gilt u.a. für die Lieferung von lebenden Tieren und Pflanzen, für Umsätze im Zusammenhang mit Kunstgegenständen, für Eintritte zu sportlichen Veranstaltungen, Filmvorführungen und in Schwimmbäder sowie v.a. ab 1. Mai 2016 für Beherbergungsumsätze.

Neuerliche Änderung des Steuersatzes für Beherbergungsumsätze

Achtung: Ab 1. November 2018 unterliegen die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung) sowie die Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken für Campingzwecke wieder dem ermäßigten Steuersatz von 10 Prozent (BGBl. I Nr. 12/2018).

Hinweis: Nähere Informationen über die Umsatzsteuervoranmeldung, die Aufbereitung der Daten und die Erhebungsmerkmale sind über den Reiter "Weitere Informationen" (siehe unten) verfügbar.

In den „Statistischen Nachrichten“ findet sich in der Ausgabe September 2020 ein Beitrag zur UVA.

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2021
Zeitreihe der UVA-Statistik 2005-2021

Monate 2021 (vorläufig, nicht revidiert)

Hauptergebnisse der UVA-Statistik Jänner 2021
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Februar 2021
Hauptergebnisse der UVA-Statistik März 2021
Hauptergebnisse der UVA-Statistik April 2021

Monate 2020

Hauptergebnisse der UVA-Statistik alle Monate 2020

Monate 2019

Hauptergebnisse der UVA-Statistik alle Monate 2019

Vorquartale

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2020 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2020 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2020 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen

Jahresergebnisse

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2019 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2018 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2017 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2016
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2016 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2015
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2015 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2014
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2014 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2013
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2013 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2012
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2012 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2011
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2011 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2010
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2009
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2008
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2007

Weitere Tabellen

Abdeckungsraten der USt- durch die UVA-Daten, 2005 - 2017


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