Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen

Hinweis: Im Anschluss an den Text stehen neben Quartalsergebnissen auch Jahresergebnisse sowie eine Zeitreihe der UVA-Statistik und Abdeckungsraten der USt- durch die UVA-Daten als Tabellen in den Formaten PDF und XLSX zur Verfügung. Klickt man im Reiter „Tabellen“ rechts unten auf „ganze Liste anzeigen“, erhält man den besten Überblick über das Angebot.

Umsatzsteuerpflichtig sind die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt durchführt, der Eigenverbrauch und die Einfuhr von Gegenständen. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist grundsätzlich das Entgelt, bestimmte Umsätze unterliegen jedoch nicht der Umsatzsteuer, wobei zwischen echt und unecht befreiten Umsätzen – bei letzteren darf keine Vorsteuer abgezogen werden - zu unterscheiden ist. Die wichtigsten Steuersätze betragen 20% und 10%, seit 2016 gibt es einen zweiten ermäßigten Steuersatz in der Höhe von 13%. Alle anderen haben nur marginale Bedeutung.

Der Zweck der Umsatzsteuervoranmeldung besteht in der laufenden Entrichtung der Umsatzsteuer, indem jeweils für den sogenannten Voranmeldungszeitraum – ein Monat oder ein Quartal – die Umsatzsteuer für die in diesem Zeitraum angefallenen Umsätze abzüglich der Vorsteuer berechnet und im Fall einer Zahllast an die Finanzverwaltung abgeführt wird. Dabei handelt es sich um Umsatzsteuer-Vorauszahlungen; die endgültige Umsatzsteuer für ein Kalenderjahr wird dann auf Basis der Umsatzsteuererklärung für dieses Jahr durch die Umsatzsteuerveranlagung und den daraus resultierenden Umsatzsteuerbescheid festgelegt.

Eine Umsatzsteuervoranmeldung, d.h. eine Darstellung der Umsätze und der darauf entfallenden Umsatzsteuer, muss nur dann bei der Finanzverwaltung eingereicht werden, wenn bestimmte Bedingungen – im Wesentlichen ein Vorjahresumsatz ab 30.000 Euro (ab 1.1.2011, Grenzwert bis Ende 2010: 100.000 Euro) – erfüllt sind (nähere Informationen dazu: siehe Reiter "Weitere Informationen" unterhalb des Textes).

Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen basiert auf den Daten der bei der Finanzverwaltung eingereichten Umsatzsteuervoranmeldungen und wird quartalsweise – jeweils im 4. auf das Berichtsquartal folgenden Monat – erstellt; eine Beschreibung der Vorgangsweise findet sich unter "Weitere Informationen" unterhalb des Textes. Weil Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz unter 100.000 Euro bis Ende des Jahres 2010 keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen mussten, deckte diese Statistik bis dahin zwar nur knapp zwei Drittel der Unternehmen, aber rund 95% des Umsatzes ab; durch die Senkung des Grenzwertes für die Verpflichtung zur Einreichung der Umsatzsteuervoranmeldung auf 30.000 Euro ab 2011 wird die Abdeckung noch besser (2016: 77,5% der Unternehmen, 96,2% des Umsatzes). Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen liefert daher eine gute Schätzung der Gesamt-Umsätze. Dabei sind Branchen mit einem hohen Anteil an umsatzstarken Unternehmen besser repräsentiert als jene mit einem hohen Anteil an umsatzschwachen Unternehmen.

Da die Umsatzsteuerstatistik wegen der späten Verfügbarkeit hinreichend vollzähliger Daten erst rund 2,5 Jahre nach Ende des Berichtsjahres vorliegt, besteht der Wert der Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen darin, dass sie sehr aktuelle und nicht nur jährliche, sondern auch Quartalswerte liefert.

Reverse Charge-Umsätze (Änderung ab dem 1. Quartal 2014)

Beginnend mit der Aufarbeitung der Daten für das 1. Quartal 2014 werden für den steuerbaren Umsatz laut Umsatzsteuerstatistik außer den Reverse Charge-Umsätzen für Bauleistungen, welche den überwiegenden Teil der Reverse Charge-Umsätze ausmachen, auch die zwischenzeitlich hinzugekommenen übrigen Arten von Reverse Charge-Umsätzen zum steuerbaren Umsatz laut Umsatzsteuerbescheid addiert. Eine detaillierte Darstellung des Katalogs der Reverse Charge-Umsätze und der Vorgehensweise im Zuge der Aufarbeitung der Daten findet man in der Publikation „Statistik der Umsatzsteuer 2016“ (PDF, 6MB), Seite 17 ff.

Neue Kennzahlen in der Umsatzsteuervoranmeldung

Durch das Steuerreformgesetz 2015/16 (StRefG 2015/2016, BGBl. I Nr. 118/2015) kam es auch für die Umsatzsteuer und damit bei der Umsatzsteuervoranmeldung zu einigen Änderungen. Auf dem Formular U30 zur Umsatzsteuervoranmeldung gibt es daher seit Anfang des Jahres 2016 drei neue Kennzahlen (006 = steuerpflichtiger Umsatz, besteuert mit 13%; 007 = 7% Zusatzsteuer für pauschalierte land- und forstwirtschaftliche Betriebe; 008 = innergemeinschaftlicher Erwerb, besteuert mit 13%), auf die in der Folge eingegangen wird und die in die Haupttabelle aufgenommen wurden. Der neue Steuersatz von 13% gilt u.a. für die Lieferung von lebenden Tieren und Pflanzen, für Umsätze im Zusammenhang mit Kunstgegenständen, für Eintritte zu sportlichen Veranstaltungen, Filmvorführungen und in Schwimmbäder sowie v.a. ab 1. Mai 2016 für Beherbergungsumsätze. Details dazu findet man unter „Änderungen ab 1. Jänner 2016 im Überblick“.

Neuerliche Änderung des Steuersatzes für Beherbergungsumsätze

Achtung: Ab 1. November 2018 unterliegen die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung) und die Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken für Campingzwecke wieder dem ermäßigten Steuersatz von 10 Prozent (BGBl. I Nr. 12/2018).

Ergebnisse 3. Quartal 2019

Im 3. Quartal 2019 wurde mehr als eine halbe Million Steuerpflichtige ausgewiesen, nämlich 516.041 (+2,5% gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres). Diese meldeten einen steuerbaren Umsatz von 192,5 Mrd. Euro (+3,9%). Der steuerpflichtige Umsatz betrug 125,5 Mrd. Euro und wuchs damit im Vergleich zum 3. Quartal 2018 um 4,1%. Steuerfreie Umsätze wurden in Höhe von 57,7 Mrd. Euro gemeldet, was einem Anstieg um 3,9% entspricht.

Bei den Reverse Charge-Umsätzen mit einer Höhe von 9,4 Mrd. Euro, die zum steuerbaren Umsatz addiert wurden, war gegenüber dem 3. Quartal 2018 ein Plus von 0,9% zu verzeichnen.

Die Bruttoumsatzsteuer stieg im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 4,9% auf 27,7 Mrd. Euro, die Erwerbsteuer (für Einfuhren aus der EU, 5,5 Mrd. Euro) um 1,3%. Mit +4,8% (auf 26,8 Mrd. Euro) fiel auch die Veränderung bei den abziehbaren Vorsteuern positiv aus. Das gesamte Steueraufkommen, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer (1,4 Mrd. Euro) ergibt, betrug im 3. Quartal 2019 7,8 Mrd. Euro und damit um 4,6% mehr als ein Jahr zuvor.

Der steuerpflichtige Umsatz in der Höhe von 125,5 Mrd. Euro verteilte sich folgendermaßen auf die drei relevanten Steuersätze: 77% (d.s. 96,6 Mrd. Euro) waren mit 20% zu besteuern, 21% (26,7 Mrd. Euro) mit 10% und 2% (2,2 Mrd. Euro) mit dem neuen Steuersatz von 13%.

Von den innergemeinschaftlichen Erwerben (29,4 Mrd. Euro) wurden 88% (25,8 Mrd. Euro) mit 20% besteuert, 11% (3,2 Mrd. Euro) mit 10% und nur etwas über 1% (298 Mio. Euro) mit 13%.

Für die mit dem Steuersatz von 7% (Zusatzsteuer) besteuerten Lieferungen von Getränken und alkoholischen Flüssigkeiten von steuerlich pauschalierten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben an Unternehmen gab es nur 323 USt-Voranmeldungen mit einer Höhe von 1,8 Mio. Euro.

Umsatzstufen

59,0% des gesamten Quartalsumsatzes wurden von nur 0,4% aller Unternehmen (mit 10 Mio. Euro und mehr steuerbarem Umsatz) erwirtschaftet, 90,0% des Umsatzes von 9,8% der Unternehmen (mit einem steuerbaren Umsatz von mindestens 300.000 Euro). Der Vergleich mit dem 3. Quartal 2018 zeigt, dass die stärksten Umsatzzuwächse (+4,5%) in der zweithöchsten Umsatzstufe mit einem Quartalsumsatz zwischen 30 Mio. Euro und 100 Mio. Euro erzielt wurden. Auch in allen anderen Stufen war ein Umsatzanstieg zu verzeichnen, die Zuwachsraten lagen dabei zwischen 0,8% und 4,5%.

In nur vier Stufen betrug die Differenz der Zuwachsraten von Umsätzen bzw. Anzahl der Unternehmen mehr als 0,5 Prozentpunkte: in der untersten Randstufe gab es um 3,4% mehr meldende Unternehmen, während der Umsatz gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres nur um 0,8% zunahm, in den Stufen mit einem Quartalsumsatz zwischen 3 Mio. Euro und 10 Mio. Euro sowie zwischen 30 Mio. Euro und 100 Mio. Euro betrugen die beiden Veränderungsraten 5,2% bzw. 4,5% sowie 5,8% bzw. 4,5% und in der obersten Randstufe -2,3% (d.h. ein Rückgang auf 172 Unternehmen) bzw. 3,7% (d.h. ein Anstieg auf 59,9 Mrd. Euro).

Wirtschaftsbereiche

Der Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz" mit 16,5% der meldenden Unternehmen hatte mit 30,9% (59,5 Mrd. Euro) den größten Anteil am steuerbaren Umsatz. Es folgte die „Herstellung von Waren“ mit 23,6% des Gesamtumsatzes (45,3 Mrd. Euro) und 5,1% der Unternehmen. Fallmäßig war der Bereich "Grundstücks- und Wohnungswesen" mit 21,5% vor dem Handel der bedeutendste, was darauf zurückzuführen ist, dass dieser Wirtschaftsbereich auch alle Wohnungseigentümergemeinschaften von Häusern mit Eigentumswohnungen umfasst, die zwar der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, jedoch keine Unternehmen im eigentlichen Sinn sind.

Vergleicht man die Ergebnisse der beiden umsatzstärksten Branchen mit jenen im gleichen Quartal des Vorjahres, stellt man fest, dass die Entwicklung der Umsätze im Handel mit einem Plus von 3,1% besser ausfiel als im Bereich „Herstellung von Waren“, wo der Umsatz um 1,3% anstieg.

Die höchste Steigerungsrate im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres erzielte der Bereich „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (+15,3% auf 2,4 Mrd. Euro). Es folgten „Erziehung und Unterricht“ (+12,6% auf 438 Mio. Euro), das "Grundstücks- und Wohnungswesen" (+11,2% auf 7,7 Mrd. Euro) und der „Bau“ (+8,7% auf 14,8 Mrd. Euro). In zwei Branchen gab es Umsatzrückgänge: den stärksten im „Bergbau (-5,1% auf 444 Mio. Euro), einen etwas geringeren in der „Energieversorgung“ (-3,2% auf 5,8 Mrd. Euro).

Am häufigsten wurden Umsätze, die mit dem Steuersatz von 13% zu besteuern waren, von Unternehmen des Wirtschaftsbereichs „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz“ (30,0%, d.s. 8.542 Fälle) gemeldet, auch in der „Land- und Forstwirtschaft“ (15,5%), der „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (11,6%) und der „Beherbergung und Gastronomie“ (8,6%) gab es vergleichsweise hohe Fallzahlen. Betragsmäßig rangierte der Handel (1,0 Mrd. Euro bzw. 46,7%) vor der „Herstellung von Waren“ (372 Mio. Euro bzw. 17,3%).

Rechtsformen

Betrachtet man die Haupterhebungsmerkmale der Umsatzsteuervoranmeldungsstatistik gegliedert nach Rechtsformen, ergibt sich auch für das 3. Quartal 2019 das übliche Bild: Gesellschaften mit beschränkter Haftung wiesen 54,8% des Gesamtumsatzes aus, Personengesellschaften/-gemeinschaften und Aktiengesellschaften jeweils rund 11% bis 12% (wobei nur 0,2% der meldenden Unternehmen Aktiengesellschaften waren). Dass diese drei Rechtsformen mit einem Anteil von 43% aller Veranlagungsfälle über drei Viertel des Umsatzes erbrachten, lag daran, dass die größte Gruppe – die 267.623 natürlichen Personen – mit 51,9% der Steuerpflichtigen lediglich 6,7% des Umsatzes auswies.

Regionalgliederung

Die Bundeshauptstadt Wien erwirtschaftete 31,5% des österreichischen Gesamtumsatzes, danach folgten Oberösterreich (16,8%), die Steiermark (14,0%) und Niederösterreich (13,4%). Die regionale Verteilung wird aber etwas „verzerrt“ dargestellt, da die regionale Zuordnung der Steuerpflichtigen zum Sitz der Geschäftsleitung erfolgt und Unternehmen, die über verschiedene Standorte – ein Beispiel sind die Filialen von Einzelhandelsketten – verfügen, daher nur einem Standort zugeordnet werden können.

Der durchschnittliche steuerbare Umsatz je Unternehmen war ebenfalls in Wien am höchsten (511.000 Euro). Hinter Oberösterreich (450.000 Euro) folgte Salzburg, das mit 375.000 Euro noch knapp über dem Österreich-Durchschnitt von 373.000 Euro Quartalsumsatz lag. Die Steiermark, Vorarlberg und Niederösterreich rangierten mit jeweils über 300.000 Euro auf den Plätzen 4 bis 6 deutlich vor dem letzten Drittel, das von Kärnten (269.000 Euro), Burgenland (232.000 Euro) und Tirol gebildet wurde, wo der steuerbare Umsatz je Unternehmen mit 230.000 Euro am geringsten war.

Auch bei der Anzahl der meldenden Unternehmen stand Wien mit 118.748 (das sind 23,0%) an erster Stelle, dahinter folgten Niederösterreich, die Steiermark und Oberösterreich. Im Burgenland reichten nur 13.909 Unternehmen (das sind 2,7% aller Meldenden) eine Umsatzsteuervoranmeldung ein.

Das Verhältnis von Bundesländern, die im Vergleich zum Vorjahr stärkere Umsatzzuwächse als Österreich insgesamt (+2,6%) verzeichnen konnten, zu jenen, die unter diesem Wert lagen, betrug 3:6. Die stärksten Zuwächse erwirtschaftete die Steiermark mit +6,1%, dahinter folgten Tirol (+5,7%) und Wien (+4,7%). Die weitere Reihung sah Vorarlberg, Kärnten und das Burgenland (alle je +3,4%) vor Salzburg (+2,5%), Ober- und Niederösterreich (+2,4% bzw. +1,9%).

Ausländische Umsatzsteuerfälle

Steuerbare Umsätze sind gemäß § 1 UStG „Umsätze aus Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt ausführt“. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der Statistiken der Umsatzsteuer und der Umsatzsteuervoranmeldungen bis ins Jahr 2010 regional nur nach Bundesländern gegliedert publiziert. Möchte man allerdings darstellen, dass auch ausländische Unternehmen (ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt bzw. ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland) inländische steuerbare Umsätze tätigen können, muss die regionale Gliederung um die Ausprägung „Ausland“ erweitert werden. Zieht man diese Fälle zu einer detaillierteren Analyse der regionalen Zugehörigkeit der Umsätze heran, erhält man folgende Ergebnisse (siehe „Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019 inklusive ausländischen Unternehmen“ im Tabellenblock):

Der Gruppe „ausländische Unternehmen“ (Merkmal „Eigenschaftskennung“ = „AUB“ für 'Vorsteuerabzug ausländischer Beförderungsunternehmer' oder „AUF“ für 'Ausländischer U-Fall gem. §17 AVOG 2010') waren im aktuellen Quartal 10.311 Unternehmen (2,0% der meldenden Unternehmen) zugeordnet. Diese Fälle werden beinahe zur Gänze beim Finanzamt Graz-Stadt veranlagt und deshalb bei einer regionalen Gliederung nur nach Bundesländern der Steiermark zugeordnet. Wird aber bei der regionalen Gliederung auch „Ausland“ berücksichtigt, verringert sich der Anteil der Steiermark an allen meldenden Unternehmen im Vergleich zur Gliederung nur nach Bundesländern um 2,0 Prozentpunkte auf 13,3% und am gesamten steuerbaren Umsatz um 3,9 Prozentpunkte auf 10,1% (das sind 28,0% des der Steiermark zugeordneten steuerbaren Umsatzes bei einer Gliederung nur nach Bundesländern).

Besonders hoch waren die Anteile der ausländischen Unternehmen bei der Einfuhrumsatzsteuer (29,9% der Gesamtsumme) und bei der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb (6,6%). Der Anteil an den Reverse Charge-Umsätzen, der in Wien mit 33,5% am höchsten war, betrug bei den ausländischen Unternehmen 4,0%. Von der Bruttoumsatzsteuer trugen die ausländischen Unternehmen 2,7%, insgesamt ergab sich für sie eine Gutschrift von 50 Mio. Euro. Die ausländischen Unternehmen verzeichneten gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres einen Anstieg des steuerbaren Umsatzes um 7,3%, wobei die Anzahl der meldenden Unternehmen um 9,2% anstieg.

Jahresergebnisse 2018

548.454 Steuerpflichtige führten für das Jahr 2018 Umsatzsteuervoranmeldungen durch, was einem Anstieg von 2,0% (+10.566 meldende Unternehmen) gegenüber dem Vorjahr entsprach. Gemeldet wurden 743,2 Mrd. Euro steuerbarer Umsatz und damit um 30,9 Mrd. Euro oder 4,3% mehr als im Jahr 2017.

Der steuerfreie Umsatz stieg gegenüber dem Jahr 2017 um 4,0% auf 221,7 Mrd. Euro, der steuerpflichtige Umsatz um 4,8% auf 484,7 Mrd. Euro. Da die abziehbaren Vorsteuern um 6,7% (auf 103,5 Mrd. Euro) und die Bruttoumsatzsteuer um 6,3% (auf 106,7 Mrd. Euro) anstiegen, wuchs der Saldo aus Zahllast und Gutschrift im Vergleich zum Jahr 2017 um 3,0% auf 24,9 Mrd. Euro. Das gesamte Steueraufkommen, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer ergibt, betrug im Jahr 2018 30,0 Mrd. Euro, d.s. um 3,8% mehr als im Jahr davor. Die Reverse Charge-Umsätze stiegen leicht um 0,3% und erreichten im Jahr 2018 eine Höhe von 36,9 Mrd. Euro.

Die Analyse der Zeitreihe der UVA-Statistik, die seit dem Jahr 2005 erstellt wird, zeigt Folgendes: die Entwicklung des steuerbaren Umsatzes, die man zwischen dem 4. Quartal 2008 und dem 4. Quartal 2009 unter dem Titel "Wirtschaftskrise" zusammenfassen konnte, zeigte im 1. Quartal 2010 erstmals seit Ende 2008 wieder eine positive Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresquartal. Dieser Aufwärtstrend setzte sich im gesamten Jahr 2010 als auch in den beiden folgenden Jahren beständig fort. 2010 stieg der steuerbare Umsatz um 6,2% auf 581,3 Mrd. Euro, im Jahr 2011 um weitere 7,2% auf 623,3 Mrd. Euro. Ab dem 2. Quartal 2012 waren die Umsatzzuwächse mit rund 2% allerdings so gering wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr, sodass auch die Veränderungsrate von 2011 auf 2012 mit +2,5% deutlich niedriger ausfiel als in den beiden Jahren davor. Die einzelnen Quartalsveränderungen zwischen -0,8% und + 1,4% im letzten Quartal ergaben für das Jahr 2013 ein sehr niedriges Plus von 0,3% gegenüber dem Vorjahresergebnis. Mit +0,9% (bei Verwendung des methodisch „sauberen“ Wertes, für den in den Vergleichsjahren 2013 und 2014 die gesamten Reverse Charge-Umsätze zum steuerbaren Umsatz addiert wurden) fügte sich auch das Umsatzplus für 2014 in die Reihe relativ niedriger Zuwächse in den letzten Jahren ein. Nach den Umsatzzuwächsen von 1,9% im Jahr 2015 und von 1,3% 2016 deuten die Umsatzanstiege um 4,6% im Vorjahr und um 4,3% im Berichtsjahr auf eine Verstärkung des positiven Trends hin.

Umsatzstufen

Nur 10,3% aller Unternehmen (d.s. jene mit 1 Mio. Euro und mehr an Jahresumsatz) erbrachten neun Zehntel des gesamten Umsatzes. Betrachtet man die Haupterhebungsmerkmale der 822 Unternehmen (d.s. 2,4% mehr als im Vorjahr) der höchsten Umsatzstufe (mit 100 Mio. Euro und mehr) isoliert, findet man, dass diese 0,1% der Steuerpflichtigen zwar 47,1% des gesamten steuerbaren Umsatzes erwirtschafteten (69,6% des steuerfreien und 36,9% des steuerpflichtigen Umsatzes), aber nur 24,4% der Zahllast (d.s. 6,1 Mrd. Euro) leisteten.

Wirtschaftsbereiche

In den beim steuerbaren Umsatz anteilsmäßig stärksten Wirtschaftsbereichen "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz" und "Herstellung von Waren" zeigten sich bei den Haupterhebungsmerkmalen große Gegensätze. Auf den Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz", der 31,5% (234,3 Mrd. Euro, das entspricht einem Plus von 3,6%) des steuerbaren Umsatzes (16,5% des steuerfreien und 39,5% des steuerpflichtigen Umsatzes) leistete, entfielen 34,1% der abziehbaren Vorsteuer und 49,7% des Saldos der Zahllast und Gutschrift (12,4 Mrd. Euro). Die "Herstellung von Waren" erbrachte 23,9% (177,7 Mrd. Euro, d.i. ein Zuwachs um 3,7% gegenüber dem Vorjahr) des steuerbaren Umsatzes (45,6% des steuerfreien und 14,6% des steuerpflichtigen Umsatzes), meldete jedoch 29,5% der abziehbaren Vorsteuer, sodass als Saldo sogar eine Gutschrift von 1,7 Mrd. Euro zu Buche stand.

Beim mit dem ab 2016 neu eingeführten Steuersatz von 13% zu versteuernden Umsatz lag der Wirtschaftsbereich „Beherbergung und Gastronomie“ – bedingt durch die starke Saisonabhängigkeit – im 1. und 3. Quartal 2018 relativ deutlich in Front, im 2. und 4. Quartal dominierte hingegen der Wirtschaftsbereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz“, der hier höhere Umsätze als in den beiden anderen Quartalen auswies. Über das ganze Jahr 2018 gesehen lag beim mit 13% zu versteuernden Umsatz der Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ mit 4,5 Mrd. Euro (das ist ein Anteil von 31,8%, erzielt von 18.865 Unternehmen, also 30,8% derjenigen, die derartige Umsätze tätigten) an der Spitze, obwohl – siehe oben – mit 1.November 2018 der Steuersatz für Beherbergungsumsätze wieder auf 10% zurückgesetzt wurde, gefolgt vom Handel mit 4,3 Mrd. Euro (Anteil von 30,5%, erzielt von 18,7% der Unternehmen) und der Herstellung von Waren mit 1,6 Mrd. Euro (Anteil von 11,3%, erzielt von 4,0 % der Unternehmen). Den größten Anteil am Gesamtrückgang der mit 13% zu versteuernden Umsätze um -2,2% gegenüber 2017 (d.h. um 308 Mio. Euro auf 14,0 Mrd. Euro) trug der Bereich „Beherbergung und Gastronomie“, wo der Rückgang 8,5% (d.s. 412 Mio. Euro) betrug.

Rechtsformen

Die Gesellschaften mit beschränkter Haftung wiesen im Jahr 2018 53,5% des Gesamtumsatzes (397,4 Mrd. Euro) aus, die Aktiengesellschaften und die Personengesellschaften/-gemeinschaften jeweils knapp 12,5%. Diese drei Rechtsformen erbrachten mit einem Anteil von 42,7% an allen UVA-Meldenden beinahe acht Zehntel (78,2%) des Umsatzes, während die größte Gruppe – die natürlichen Personen –zwar 52,6% der Steuerpflichtigen umfasste, die jedoch nur 6,7% des Umsatzes erzielte.

Regionalgliederung

Der mit 23,3% größte Anteil der meldenden Unternehmen hatte auch im Jahr 2018 seinen Sitz in Wien, danach folgten Niederösterreich (16,4%), die Steiermark und Oberösterreich (15,3% bzw. 13,9%). Noch konzentrierter waren die Jahresergebnisse hinsichtlich des gemeldeten steuerbaren Umsatzes. Auf Wien entfielen 31,5% (d.s. 234,3 Mrd. Euro), an zweiter Stelle folgte Oberösterreich mit 17,0%, dahinter die Steiermark (13,9%) und Niederösterreich (13,4%). Auch der größte Anteil an der Zahllast entfiel erwartungsgemäß auf Wien, wo er sogar bei 39,6% lag.

Ausländische Umsatzsteuerfälle

Zur Gruppe „ausländische Unternehmen“ (siehe oben) zählten im Jahr 2018 11.477 Unternehmen (2,1% der insgesamt meldenden Unternehmen), die 3,9% des steuerbaren Umsatzes (d.s. 29,0 Mrd. Euro) erwirtschafteten. Besonders hoch waren die Anteile der ausländischen Unternehmen bei der Einfuhrumsatzsteuer (23,2% der Gesamtsumme) und bei der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb (7,1%). Die Bruttoumsatzsteuer in der Höhe von 2,8 Mrd. Euro bedeutete einen Anteil von 2,6%, die Zahllast von 393 Mio. Euro einen Prozentsatz von 1,6%. Der Anstieg des steuerbaren Umsatzes der ausländischen Unternehmen um 5,2%, der im Jahresvergleich unter dem Zuwachs der meldenden Unternehmen von +8,5% blieb, bedeutete im Vergleich mit den Werten der Bundesländer Rang 2 – die Steiermark bildete mit +8,3% die Spitze, dahinter folgten Oberösterreich (+4,7%) sowie Kärnten, Tirol und Salzburg (mit jeweils mehr als +4%); Vorarlberg (+2,2%) und das Burgenland (+1,8%) lagen am Ende des Rankings.

Hinweis: Nähere Informationen über die Umsatzsteuervoranmeldung, die Aufbereitung der Daten und die Erhebungsmerkmale sind über den Reiter "Weitere Informationen" (siehe unten) verfügbar.

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019 inklusive ausländischen Unternehmen
Zeitreihe der UVA-Statistik 2005-2019

Vorquartale

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2019 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2019 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2018 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2018 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2018 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2018 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2017 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2017 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2017 inklusive ausländischen Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2017 inklusive ausländischen Unternehmen

Jahresergebnisse

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2018 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2017 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2016
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2016 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2015
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2015 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2014
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2014 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2013
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2013 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2012
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2012 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2011
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2011 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2010
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2009
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2008
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2007

Weitere Tabellen

Abdeckungsraten der USt- durch die UVA-Daten, 2005 - 2017


Andreas Mitterlehner Tel. + 43 (1) 71128-8111

Judith Falkinger Tel. + 43 (1) 71128-8124


Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 (1) 71128-7070 
FAX: +43 (1) 71128-7728 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9.00 - 16.00 Uhr