Lohnsteuerstatistik 2018

Bei der Lohnsteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf rund 10,7 Millionen von bezugsauszahlenden Stellen ausgestellten Lohnzetteln für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher. Die Lohnsteuer ist eine spezielle Form der Einkommensteuer und wird durch Abzug vom Arbeitslohn bzw. Pensionsbezug eingehoben. Der Lohnsteuertarif ist ein progressiver Stufentarif.

Steuerpflichtige, Bezüge und Lohnsteuerbelastung

Im Berichtsjahr 2018 wurden insgesamt 7.060.798 Steuerpflichtige registriert, darunter 4.613.783 unselbständig Erwerbstätige und 2.447.015 Pensionistinnen und Pensionisten. Im Vergleich zu 2017 erhöhte sich die Zahl der Lohnsteuerpflichtigen um 1,5%. Die Summe der Bruttobezüge stieg um 4,5% und erreichte ein Volumen von 203.312,2 Mio. Euro, während das gesamte Lohnsteueraufkommen um 6,8% stieg und 28.118,5 Mio. Euro ausmachte. Somit ist beim Lohnsteueraufkommen beinahe das Niveau von vor der Steuerreform 2016 (2015: 28.283,9 Mio. €) erreicht. 50,3% bzw. 3.548.669 Lohnsteuerpflichtige waren Männer und 49,7% bzw. 3.512.129 Frauen. Die Männer erzielten 61,2% der Bruttobezüge und trugen 70,3% zum Lohnsteueraufkommen bei. 25,3% aller Lohnsteuerpflichtigen hatten auf Grund geringer Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer. 5,5 Millionen Einkommensbezieher bzw. -bezieherinnen hatten im Berichtsjahr 2018 nur einen einzigen Lohnzettel (Beschäftigungs- oder Pensionsverhältnis), während für 1,5 Millionen Lohnsteuerpflichtige mehr als ein Lohnzettel ausgestellt wurde.

Soziale Stellung und Altersklassen der unselbständig Erwerbstätigen

Die zahlenmäßig größte Gruppe der unselbständig Erwerbstätigen bildeten die Angestellten mit einem Anteil von 46,6%, knapp zwei Fünftel (38,5%) waren Arbeiterinnen oder Arbeiter. Die Vertragsbediensteten kamen auf einen Anteil von 8,3%, Beamtinnen bzw. Beamte auf 3,8% aller unselbständig Erwerbstätigen. 2,4% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren Lehrlinge; 0,4 Prozent hatten sonstige Aktivbezüge vorzuweisen.

Werden die unselbständig Erwerbstätigen nach Altersgruppen untergliedert, so umfasste die Gruppe der 41 bis 50-Jährigen 23,1% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es folgte die Altersgruppe „31 bis 40 Jahre“ mit 22,8%. Unter den unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjährigen Bezügen befanden sich auch Personen im Alter von mehr als 60 Jahren (2,9%). Fast drei Viertel dieser 95.958 Personen waren Männer (69.909), nur ein Viertel Frauen (26.049).

Ganzjährige und nichtganzjährige Bezüge

72,4% aller unselbständig Erwerbstätigen – dies sind mehr als 3,3 Millionen Personen – hatten ganzjährige Bezüge. Sie bezogen insgesamt 90,7% der Bruttobezüge aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Demgegenüber waren 1,3 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht ganzjährig beschäftigt. Diese Gruppe setzt sich primär aus Arbeitslosen, Karenzurlaubern und Karenzurlauberinnen, Ferialpraktikanten und -praktikantinnen, die im Laufe des Berichtsjahres unselbständig erwerbstätig waren, sowie aus Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen zusammen. Von den rund 2,4 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten hatten dagegen rund 94,5% ganzjährige Pensionsbezüge.

Bruttobezüge und ihre Verteilung

850.233 unselbständig Erwerbstätige – und damit 7,9% mehr als 2017 - hatten Bruttobezüge von mindestens 50.000 Euro, wobei 73,0% davon Männer waren. Bei steigenden Bruttobezügen nimmt der Männeranteil kontinuierlich zu; Bezüge von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 200.000 Euro waren zu 88,2% Männern zuzuordnen. Etwa 3,3 Promille der unselbständig Erwerbstätigen befanden sich in dieser Bezugsklasse. Mehr als ein Fünftel (21,2%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) blieb mit ihren Bruttojahreseinkommen unter 10.000 Euro. Dabei ist jedoch zu beachten, dass in den untersten Bruttobezugsstufen viele geringfügig und/oder Teilzeit- und nichtganzjährig Beschäftigte zu finden sind. Drei Zehntel (28,0%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) bezogen weniger als 15.000 Euro und 35,6% weniger als 20.000 Euro.

Bruttobezüge pro Kopf bei ganzjährig Vollzeitbeschäftigten

Insgesamt waren im Berichtsjahr 50,4% aller unselbständig Erwerbstätigen ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge in dieser Gruppe variieren deutlich nach sozialer Stellung und Region: Die höchsten durchschnittlichen Bruttoeinkommen erzielten die Personen mit (schwerpunktmäßig) sonstigen Aktivbezügen (das sind Bezüge von hauptamtlichen Politikern und Politikerinnen, Bezüge für Gemeinderatstätigkeit o. ä., Bezüge nach dem Heeresgebührengesetz, rückgezahlte Sozialversicherungsbeiträge). Bei dieser mit 4.284 Personen sehr kleinen Gruppe bezogen Männer durchschnittlich 69.571 Euro, Frauen 60.000 Euro. Es folgen die Beamten (64.679 Euro) und Beamtinnen (63.865 Euro). Die männlichen Angestellten erreichten 68.535 Euro; weibliche Angestellte 45.558 Euro, während männliche Vertragsbedienstete auf 52.139 Euro kamen und weibliche Vertragsbedienstete auf 46.455 Euro. Arbeiter verdienten durchschnittlich 36.351 Euro brutto, Arbeiterinnen 27.008 Euro. Der Pro-Kopf-Bruttobezug von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Männern lag 2018 bei 52.724 Euro, bei Frauen erreichte er 42.756 Euro.

Bei einer Betrachtung nach Bundesländern des Wohnortes der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten lagen lediglich die Bundesländer Wien (52.263 Euro), Niederösterreich (51.320 Euro) und Vorarlberg (49.790 Euro) über dem Durchschnitt für ganz Österreich (49.729 Euro), während Tirol (46.887 Euro) hier den niedrigsten Wert erreichte. Die höchsten Durchschnittsbezüge wurden im 1. Wiener Gemeindebezirk registriert (83.210 Euro, Männer: 96.032 Euro, Frauen: 65.333 Euro); außerhalb der Bundeshauptstadt im Bezirk Mödling (65.368 Euro, Männer: 73.379 Euro, Frauen: 52.366 Euro). Schlusslicht bei den Männern war der 15. Wiener Gemeindebezirk mit 44.137 Euro, bei den Frauen Lienz mit 35.681 Euro.

Beschäftigungsausmaß

Der durchschnittliche Jahresbruttobezug der unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjähriger Beschäftigungsdauer variierte deutlich nach dem Beschäftigungsausmaß: bei Vollzeitbeschäftigung betrug er österreichweit (also ohne Personen mit Wohnsitz im Ausland oder unbekannt) 49.729 Euro (Männer: 53.153 Euro, Frauen: 42.880 Euro), bei Teilzeitbeschäftigung jedoch lediglich 21.475 Euro (Männer: 22.051 Euro, Frauen: 21.333 Euro). Teilzeitbeschäftigung kommt vorwiegend bei Frauen vor: mit rund 52,0% waren mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen teilzeitbeschäftigt. Frauen machten mit 73,2% fast drei Viertel der Gesamtheit aller Teilzeitbeschäftigten aus. Betrug bei den Männern die Relation zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung 1:5,0, so gab es bei den Frauen mehr Teilzeit- als Vollzeitbeschäftigte (Verhältnis 1:0,89).

Teilzeitarbeit variierte nach der sozialen Stellung; sie war unter Arbeitern und Arbeiterinnen sehr ausgeprägt (Frauen: 57%, Männer: 18%), unter den Angestellten und Vertragsbediensteten etwas weniger häufig (Frauen: 55% bzw. 41%, Männer: 18% bzw. 9%). Bei den Beamten zeigte sich das deutlichste Gefälle zwischen den Geschlechtern: nur 1,8% der männlichen Beamten arbeiteten Teilzeit, ihre Kolleginnen wiesen hingegen eine 12-mal höhere Quote auf (23,0%). Eine hohe Teilzeitquote wiesen zudem die Personen mit sonstigen Aktivbezügen aus: Männer waren hier zu 57% in Teilzeit tätig, Frauen zu 59%. Eine Gegenüberstellung der Daten der Berichtsjahre 2017 und 2018 zeigt, dass die Beschäftigung insgesamt um 2,0% zunahm, wobei dieser Anstieg sowohl auf Teilzeitbeschäftigte (+2,3%) als auch auf – ganzjährig oder nicht ganzjährig – Vollzeitbeschäftigte entfiel (+2,2%). Die Anzahl der Männer stieg dabei jeweils stärker als jene der Frauen (Vollzeitbeschäftigung: +2,6% bzw. +1,2%; Teilzeitbeschäftigung: +3,3% bzw. +2,0%). Die Anzahl der Personen mit unbekanntem Beschäftigungsausmaß nahm im Vergleich zum Vorjahr ab (-12,4%).

Wirtschaftszweige

Etwa 53,7% der unselbständig Erwerbstätigen waren im Berichtsjahr 2018 in nur fünf ÖNACE-Abschnitten beschäftigt, nämlich in den zusammengefassten Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erziehung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) sowie in den ÖNACE-Abschnitten C (Herstellung von Waren) und G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Der ÖNACE- Abschnitt I (Beherbergung und Gastronomie) und der Abschnitt F (Bau) kamen auf 8,2% bzw. 7,4%. Die Abschnitte N (sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und H (Verkehr und Lagerei) folgten mit einem Anteil von 7,0 bzw. 5,1% an der Gesamtheit der unselbständig Erwerbstätigen. Demgegenüber kamen die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (ÖNACE-Abschnitt K) auf nur 2,7%, die Abschnitte D (Energieversorgung) sowie E (Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen) jeweils auf weniger als 1%.

Die meisten Frauen arbeiteten 2018 in den ÖNACE-Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erziehung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) mit 716.000 Arbeitnehmerinnen, sowie im ÖNACE-Abschnitt G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen), der 378.000 Arbeitnehmerinnen zählte. Die meisten Männer arbeiteten im Abschnitt C (Herstellung von Waren); hier waren beinahe 519.000 männliche Arbeitnehmer beschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer variierten stark. So wies etwa ÖNACE K (Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen) einen durchschnittlichen Bezug von 74.076 Euro aus, während in der Beherbergung und der Gastronomie (ÖNACE I) nur rund ein Drittel dieses Wertes gemessen wurde (28.140 Euro).

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Hauptergebnisse der Lohnsteuerstatistiken für die Jahre 2012 bis 2018
Haupterhebungsmerkmale der Lohnsteuerstatistik 2018
Steuerpflichtige 2018 nach Geschlecht, sozialer Stellung und Bruttobezugsstufen
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und Bruttobezüge 2018 nach Geschlecht und wirtschaftlicher Aktivität
Steuerpflichtige, Bruttobezüge und Lohnsteueraufkommen 2018 nach Bundesländern und Geschlecht



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