Einkommensteuerstatistik 2017

Bei der Einkommensteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf 1.004.596 Einkommensteuerveranlagungen. Veranlagt werden (natürliche) Personen, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und/oder sonstige Einkünfte beziehen. Die Besteuerung bei nichtselbständiger Arbeit erfolgt grundsätzlich durch Lohnsteuerabzug, den der Arbeitgeber vornimmt. Lohnsteuerpflichtige, die auch Einkünfte aus einer oder mehreren der o. a. Einkunftsarten beziehen, werden auch zur Einkommensteuer veranlagt. Der Einkommensteuertarif ist progressiv konzipiert, wobei nach der Einkommensteuerreform 2016 nun sechs Steuersätze in einer Bandbreite zwischen 25 Prozent und 55 Prozent zur Anwendung gelangen.

Veranlagungsfälle

Die Einkommensteuerstatistik 2017 weist 1.004.596 Veranlagungsfälle (+20.431 oder +2,1% gegenüber dem Vorjahr), davon 699.681 Steuerfälle (+25.748 oder +3,8%) und 304.915 Nullfälle (-5.317 oder -1,7%), aus. Nullfälle sind zur Einkommensteuer veranlagte Personen, die zwar grundsätzlich steuerpflichtig sind, bei denen sich aber entweder durch zu geringe Einkünfte oder durch Verluste oder Abzug von Sonderausgaben kein oder nur ein minimales zu versteuerndes Einkommen ergibt, weshalb keine oder nur eine geringfügige Steuer vorgeschrieben wird, die sich durch diverse Steuerabsetzbeträge entweder auf Null reduziert oder zu einer Gutschrift führt. Die Nullfälle werden bei den folgenden Ausführungen außer Acht gelassen.

Einkünfte und Festgesetzte Einkommensteuer

Gegenüber 2016 stieg das Volumen der Einkünfte der Steuerfälle auf 34,1 Mrd. Euro (+5,1%). Das zu versteuernde Einkommen betrug 33,2 Mrd. Euro (+5,1%), die festgesetzte Einkommensteuer belief sich auf 10,5 Mrd. Euro (+5,8%), wodurch sich eine Steuerbelastungsquote von 31,7% ergab. Im Veranlagungsjahr 2010 wurde der „Gewinnfreibetrag“ für Einkünfte aus  „Land- und Forstwirtschaft“, „Selbständiger Arbeit“ und „Gewerbebetrieb“ wirksam. Gewinne aus diesen Einkunftsarten werden automatisch um den Grundfreibetrag (3.900 Euro) gekürzt. Bei entsprechenden Investitionen kann zusätzlich der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag bis zu einer Höhe von 100.000 Euro (inkl. Grundfreibetrag) in Anspruch genommen werden. Dies bedeutet, dass die Einkünfte der genannten Einkunftsarten nur noch um den Gewinnfreibetrag gekürzt dargestellt werden können. Die meisten (saldierten) Einkünfte wurden aus der Einkunftsart „Nichtselbständige Arbeit“ mit 18,7 Mrd. Euro bezogen, gefolgt von den Einkünften aus „Selbständiger Arbeit“ mit 7,0 Mrd. Euro und jenen aus „Gewerbebetrieb“ mit 5,6 Mrd. Euro.

Bemessungsarten

Differenziert man die Steuerfälle nach Bemessungsarten, so waren 98,6% unbeschränkt steuerpflichtig, lediglich 9.591 oder 1,4% hatten ihren Wohnsitz im Ausland und waren mit ihren in Österreich erzielten Einkünften nur beschränkt steuerpflichtig (unter den Nullfällen befanden sich noch weitere 9.513 beschränkt Steuerpflichtige).

Innerhalb der Gruppe der unbeschränkt Steuerpflichtigen wird  zwischen nur nach Tarif Besteuerten (640.563 Personen) und solchen mit „anderen Bemessungsarten“ unterschieden, wie Grenzgänger, d.s. in Österreich ansässige Arbeitnehmer, die im benachbarten Ausland (Deutschland, Schweiz, Italien oder Liechtenstein) ihren Arbeitsplatz haben und in der Regel an jedem Arbeitstag von ihrem Wohnort auspendeln. Für diese Gruppe der Grenzgänger (25.724 Personen) steht Österreich das Besteuerungsrecht zu. 22.644 Steuerpflichtige hatten einen Progressionsvorbehalt (wobei ausländische Einkünfte zwar nicht besteuert, jedoch zur Ermittlung des auf die inländischen Einkünfte anzuwendenden Steuersatzes herangezogen werden.

Erwähnenswert ist noch jene Gruppe von Steuerpflichtigen (2.446), deren Einkünfte zum Teil oder zur Gänze mit dem halben Steuersatz zu besteuern waren. Es handelt sich dabei um außerordentliche Einkünfte wie z.B. Einkünfte aus besonderen Waldnutzungen, Einkünfte aus der Verwertung patentrechtlich geschützter Erfindungen und um Einkünfte aus Betriebsaufgaben. Im Berichtsjahr 2009 hatten noch über 16.000 Steuerpflichtige Einkünfte, die mit dem halben Steuersatz besteuert wurden, weil bis dahin auch nicht entnommene Gewinne unter diese Regelung gefallen waren.

Einkommensstufen und Geschlecht

Mit einem fallmäßigen Anteil von 63,1% trugen die Männer 71,6% zu den Gesamteinkünften bei und erzielten 76,0% des Steueraufkommens. Sie versteuerten durchschnittlich 53.900 Euro und zahlten 18.100 Euro Einkommensteuer, woraus sich eine Steuerbelastungsquote von 33,5% ergab. Die korrespondierenden Vergleichszahlen für die Frauen betrugen 36.400 Euro, 9.800 Euro sowie 26,9%. Bei einer Gesamtbetrachtung lag das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen bei 47.500 Euro, die festgesetzte Einkommensteuer bei 15.000 Euro und die Steuerbelastungsquote bei 31,7%. Der Median des zu versteuernden Einkommens – das ist jener Wert, den jeweils die Hälfte der Steuerpflichtigen über- bzw. unterschreitet - lag bei 31.700 Euro. 54.821 Steuerpflichtige hatten ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro; dabei standen 44.239 Männer 10.582 Frauen gegenüber.

Regionalgliederung

Im landesweiten Durchschnitt (ohne beschränkt Steuerpflichtige) lag der Gesamtbetrag der Einkünfte der Männer mit 55.800 Euro um +47,5% über jenem der Frauen (37.800 Euro), wobei große regionale Unterschiede zu Tage traten. In den Bundesländern Vorarlberg (+61%) und Salzburg (+54%) war der Vorsprung der Männer besonders groß. Am geringsten fielen die Einkommensvorteile der Männer im Burgenland mit +39% aus.

Der Österreichdurchschnitt von 49.100 Euro wurde in 20 der insgesamt 94 Politischen Bezirke (Wien als ein Bezirk) überschritten, in 74 Bezirken lag er darunter. Spitzenreiter war der Bezirk Mödling mit durchschnittlich 62.700 Euro, gefolgt von Wels (Stadt) mit 58.400 Euro. Die niedrigsten Werte wurden in den Bezirken Jennersdorf mit 37.900 Euro und Braunau am Inn (38.300 Euro) registriert. Innerhalb der Bundeshauptstadt lagen die durchschnittlichen Einkünfte im ersten Wiener Gemeindebezirk bei 89.600 Euro, in Wien 19 betrug dieser Wert 77.900 Euro und in Wien 13 73.600 Euro. Wien erzielte mit 18,9% der Steuerpflichtigen 21,5% aller Einkünfte und trug mit 23,5% zum Steueraufkommen bei.

Hinweis: Die Broschüre „Statistik der Einkommensteuer 2017“ kann nach ihrer Fertigstellung samt allen Tabellen gratis als pdf-Datei heruntergeladen werden! Klicken Sie hierzu auf den Reiter „Publikationen“ (siehe unten).

Hauptergebnisse der Einkommensteuerstatistiken für die Jahre 2013 bis 2017
Steuerfälle 2017: Haupterhebungsmerkmale nach Einkommensstufen
Steuerfälle 2017: Haupterhebungsmerkmale nach Bundesländern
Steuerfälle 2017: Einkünfte (nach Ausgleich mit Verlusten) nach Bundesländern

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Statistik der Einkommensteuer 2017

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