Finanzielle Konten Sektor Staat

Ab September 2014 werden das „Finanzierungskonto“ sowie die „Finanzielle Vermögensbilanz“ für den Sektor Staat quartalsweise und jährlich von Statistik Austria berechnet. Die finanziellen Konten gemäß ESVG 2010 sind Teil der gesamten Kontenfolge des Sektors Staat. Die Jahresdaten umfassen derzeit die Berichtsperiode 2012 bis 2019, wobei es sich bei den Jahresdaten 2019 noch um vorläufige Daten handelt. Die Quartalsdaten umfassen den Berichtszeitraum 1.Quartal 2012 bis 1.Quartal 2020. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erstellt die finanziellen Konten für alle anderen volkswirtschaftlichen Sektoren.

Finanzielle und nichtfinanzielle Konten bilden ein konsistentes System. So stehen jeweils am Ende der finanziellen und der nichtfinanziellen Konten Finanzierungssalden, die im Idealfall ident sind, in der Praxis jedoch voneinander abweichen können.

Eine genauere Beschreibung der finanziellen Konten und der Tabellen sowie eine Erläuterung der methodischen Hintergründe befinden sich unter „Weitere Informationen“ (PDF, 108KB).

Hinweis zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Ergebnistabellen:

Die größten Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die finanziellen Forderungen und Verpflichtungen des Sektors Staat werden erst mit dem zweiten Quartal 2020 erwartet. Dennoch ist bereits im ersten Quartal 2020 ersichtlich, dass neue Schulden aufgenommen wurden. Diese Schuldaufnahme geht jedoch mit einem Anstieg an Einlagen einher. Dies bestätigt, dass die Auszahlungen aus den diversen Corona-Hilfspaketen noch nicht im März 2020 erfolgt sind. Für Maßnahmen wie die Kurzarbeit oder den Fixkostenzuschuss sieht das ESVG2010 eine periodengerechte Verbuchung vor. Das bedeutet, dass diese Maßnahmen zu dem Zeitpunkt zu verbuchen sind, an dem der/die Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch genommen hat bzw. die Fixkosten angefallen sind – unabhängig davon, ob die Auszahlung bereits stattgefunden hat. Da Österreich ab Mitte März 2020 erhebliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen hat, wurden die Verbindlichkeiten aus den Kurzarbeitszahlungen sowie dem Fixkostenzuschuss bereits anteilsmäßig im ersten Quartal als sonstige Verbindlichkeit des Bundes gegenüber den Anspruchsberechtigten berücksichtigt. Da endgültige Zahlen noch nicht vorliegen handelt es sich um Schätzwerte, die bei jeder Veröffentlichung auf den neuen Erkenntnisstand angepasst werden.

Beschreibung der Ergebnistabellen

Die Tabellen sind nach Teilsektoren des Sektors Staat und für den Sektor Staat insgesamt gegliedert (S.1311 Bund (Zentralstaat), S.1312 Länder, S.1313 Gemeinden, S.1314 Sozialversicherung). Dabei sind die Transaktionen und Endstände pro Kategorie laut ESVG 2010, innerhalb des Teilsektors konsolidiert, zu sehen. Die Summe aller Teilsektoren ist jedoch nicht ident mit den Werten des Sektors Staat insgesamt, da bei der Berechnung des Sektors Staat insgesamt auch die Konsolidierungsanpassungen zwischen den Teilsektoren berücksichtigt werden. Weiters ist hervorzuheben, dass im 4. Quartal 2014 die HETA Asset Resolution AG in die Daten integriert wurde.

Die Werte für die Passivseite für Wertpapiere (AF.3) und Kredite (AF.4) stimmen nicht mit den Werten zum Öffentlichen Schuldenstand überein. Der Grund dafür ist, dass der EDP-Schuldenstand zu Nominalwerten, das bedeutet ohne aufgelaufene Zinsen, aber zum aktuellen Wechselkurs berechnet wird. Im Unterschied dazu werden im ESVG-Konzept die Werte zum Marktwert ausgewiesen. Zu den Krediten auf der Passivseite zählen auch überzogene Konten und Barvorlagen.

Die Tabelle für S.1311 zeigt sehr hohe Bestände für AF.3 auf der Passivseite. Diese stammen vor allem aus langfristigen Schuldverschreibungen des Bundes. Auch die Werte für Kredite (AF.4) schuldnerseitig betreffen hauptsächlich langfristige Kredite des Bundes. Die Verbindlichkeiten bei AF.2 Bargeld und Einlagen sind zum einen auf die Verbindlichkeiten aus Euromünzen und bis 2017Q2 auch auf die KA Finanz AG zurückzuführen, die dem Sektor Staat zugerechnet wird. Die Anteilsrechte (AF.5) auf der Passivseite werden von der ÖBB Holding (S.11) gehalten. Die Holding wiederum ist Eigentümerin der ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft und der ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft, die beide dem Sektor Staat zugerechnet werden. Der Bund ist Eigentümer der Holding und somit indirekt auch an der ÖBB Infrastruktur und der ÖBB Personenverkehr AG beteiligt.

Auf der Aktivseite enthalten die Anteilsrechte größtenteils „Nicht börsennotierte Aktien“ (AF.512) des Bundes zum Marktwert bewertet. Die gegebenen Darlehen sind vor allem weitergegebene Darlehen an die Länder im Rahmen der Rechtsträgerfinanzierung. Die Kategorie AF.8 sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten enthält einerseits Handelskredite und Anzahlungen und andererseits übrige Forderungen/Verbindlichkeiten. Die Kategorie AF.8 wird zur periodengerechten Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen herangezogen. Auch hier ist hauptsächlich der Bund betroffen.

Die Tabelle für S.1312 beinhaltet auf der Passivseite bei AF.4 vor allem langfristige Kredite der Länder. Die Aktivseite für AF.4 enthält hauptsächlich gegebene Darlehen der Länder im Rahmen der Wohnbauförderung. Die Anteilsrechte der Landesebene bestehen sowohl aus nicht börsennotierten Aktien und sonstigen Anteilsrechten als auch aus Anteilen an Investmentfonds.

Die in der Tabelle S.1313 enthaltenen Kredite auf der Passivseite betreffen hauptsächlich langfristige Kredite der Gemeinden und Wien inklusive ihrer außerbudgetären Einheiten. Die sonstigen Anteilsrechte auf der Passivseite beinhalten die Wiener Linien. Die Wiener Stadtwerke Holding (S.11) ist Eigentümerin der Wiener Linien. Auf der Aktivseite werden die Anteilsrechte vom Gemeindesektor an den Wiener Stadtwerken ausgewiesen, somit ist Wien indirekt Eigentümer der Wiener Linien. Die gegebenen Darlehen beinhalten vor allem Darlehen im Rahmen der Wohnbauförderung von Wien.

In der Tabelle S.1314 betreffen die sonstigen Forderungen vor allem die offenen Beitragsforderungen der Sozialversicherung. Auch die Kategorie AF.2 enthält vor allem Sichteinlagen und sonstige Einlagen der Kranken- und Pensionsversicherungen. Bei den Kreditverbindlichkeiten der Sozialversicherung handelt es sich größtenteils um kurzfristige Barvorlagen, was wiederum die unterjährigen Schwankungen erklärt.

Quartalsdaten

Bestände an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Bundessektors 2012-2020/Q1
Transaktionen an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Bundessektors 2012-2020/Q1
Bestände an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Landessektors 2012-2020/Q1
Transaktionen an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Landessektors 2012-2020/Q1
Bestände an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Gemeindesektors 2012-2020/Q1
Transaktionen an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Gemeindesektors 2012-2020/Q1
Bestände an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Sozialversicherungssektors 2012-2020/Q1
Transaktionen an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Sozialversicherungssektors 2012-2020/Q1
Bestände an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Sektors Staat, insgesamt 2012-2020/Q1
Transaktionen an Finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten des Sektors Staat, insgesamt 2012-2020/Q1

Jahresdaten

Bestände an Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten gesamt und nach Teilsektoren des Staates 2012-2019
Transaktionen an Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten gesamt und nach Teilsektoren des Staates 2012-2019


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Lukas Dörfler Tel. + 43 (1) 71128-7816

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