Finanzielle Konten Sektor Staat

Ab September 2014 werden das „Finanzierungskonto“ sowie die „Finanzielle Vermögensbilanz“ für den Sektor Staat quartalsweise und jährlich von Statistik Austria berechnet. Die finanziellen Konten gemäß ESVG 2010 sind Teil der gesamten Kontenfolge des Sektors Staat. Die Jahresdaten umfassen derzeit die Berichtsperiode 2012 bis 2019, wobei es sich bei den Jahresdaten 2019 noch um vorläufige Daten handelt. Die Quartalsdaten umfassen den Berichtszeitraum 1.Quartal 2012 bis 4.Quartal 2019. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erstellt die finanziellen Konten für alle anderen volkswirtschaftlichen Sektoren.

Finanzielle und nichtfinanzielle Konten bilden ein konsistentes System. So stehen jeweils am Ende der finanziellen und der nichtfinanziellen Konten Finanzierungssalden, die im Idealfall ident sind, in der Praxis jedoch voneinander abweichen können.

Eine genauere Beschreibung der finanziellen Konten und der Tabellen sowie eine Erläuterung der methodischen Hintergründe befinden sich unter „Weitere Informationen“ (PDF, 108KB).

Beschreibung der Ergebnistabellen

Die Tabellen sind nach Teilsektoren des Sektors Staat und für den Sektor Staat insgesamt gegliedert (S.1311 Bund (Zentralstaat), S.1312 Länder, S.1313 Gemeinden, S.1314 Sozialversicherung). Dabei sind die Endstände pro Kategorie laut ESVG 2010, innerhalb des Teilsektors konsolidiert, sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite für die Jahre 2012-2019 und die Quartale 2012/Q1-2019/Q4 zu sehen. Die Summe aller Teilsektoren ist jedoch nicht ident mit den Werten des Sektors Staat insgesamt, da bei der Berechnung des Sektors Staat insgesamt auch die Konsolidierungsanpassungen zwischen den Teilsektoren berücksichtigt werden. Weiters ist hervorzuheben, dass im 4. Quartal 2014 die HETA Asset Resolution AG in die Daten integriert wurde.

Die Werte für die Passivseite für Wertpapiere (AF.3) und Kredite (AF.4) stimmen nicht mit den Werten zum Öffentlichen Schuldenstand überein. Der Grund dafür ist, dass der EDP-Schuldenstand zu Nominalwerten, das bedeutet ohne aufgelaufene Zinsen, aber zum aktuellen Wechselkurs berechnet wird. Im Unterschied dazu werden im ESVG-Konzept die Werte zum Marktwert ausgewiesen. Zu den Krediten auf der Passivseite zählen auch überzogene Konten und Barvorlagen.

Die Tabelle für S.1311 zeigt sehr hohe Bestände für AF.3 auf der Passivseite. Diese stammen vor allem aus langfristigen Schuldverschreibungen des Bundes. Auch die Werte für Kredite (AF.4) schuldnerseitig betreffen hauptsächlich langfristige Kredite des Bundes. Die Verbindlichkeiten bei AF.2 Bargeld und Einlagen sind zum einen auf die Verbindlichkeiten aus Euromünzen und bis 2017Q2 auch auf die KA Finanz AG zurückzuführen, die dem Sektor Staat zugerechnet wird. Die Anteilsrechte (AF.5) auf der Passivseite werden von der ÖBB Holding (S.11) gehalten. Die Holding wiederum ist Eigentümerin der ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft und der ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft, die beide dem Sektor Staat zugerechnet werden. Der Bund ist Eigentümer der Holding und somit indirekt auch an der ÖBB Infrastruktur und der ÖBB Personenverkehr AG beteiligt.

Auf der Aktivseite enthalten die Anteilsrechte größtenteils „Nicht börsennotierte Aktien“ (AF.512) des Bundes zum Marktwert bewertet. Die gegebenen Darlehen sind vor allem weitergegebene Darlehen an die Länder im Rahmen der Rechtsträgerfinanzierung. Die Kategorie AF.8 sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten enthält einerseits Handelskredite und Anzahlungen und andererseits übrige Forderungen/Verbindlichkeiten. Die Kategorie AF.8 wird zur periodengerechten Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen herangezogen. Auch hier ist hauptsächlich der Bund betroffen.

Die Tabelle für S.1312 beinhaltet auf der Passivseite bei AF.4 vor allem langfristige Kredite der Länder. Die Aktivseite für AF.4 enthält hauptsächlich gegebene Darlehen der Länder im Rahmen der Wohnbauförderung. Die Anteilsrechte der Landesebene bestehen sowohl aus nicht börsennotierten Aktien und sonstigen Anteilsrechten als auch aus Anteilen an Investmentfonds.

Die in der Tabelle S.1313 enthaltenen Kredite auf der Passivseite betreffen hauptsächlich langfristige Kredite der Gemeinden und Wien inklusive ihrer außerbudgetären Einheiten. Die sonstigen Anteilsrechte auf der Passivseite beinhalten die Wiener Linien. Die Wiener Stadtwerke Holding (S.11) ist Eigentümerin der Wiener Linien. Auf der Aktivseite werden die Anteilsrechte vom Gemeindesektor an den Wiener Stadtwerken ausgewiesen, somit ist Wien indirekt Eigentümer der Wiener Linien. Die gegebenen Darlehen beinhalten vor allem Darlehen im Rahmen der Wohnbauförderung von Wien.

In der Tabelle S.1314 betreffen die sonstigen Forderungen vor allem die offenen Beitragsforderungen der Sozialversicherung. Auch die Kategorie AF.2 enthält vor allem Sichteinlagen und sonstige Einlagen der Kranken- und Pensionsversicherungen. Bei den Kreditverbindlichkeiten der Sozialversicherung handelt es sich größtenteils um kurzfristige Barvorlagen, was wiederum die unterjährigen Schwankungen erklärt.

Quartalsdaten

Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten des Bundessektors 2012-2019/Q4
Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten des Landessektors 2012-2019/Q4
Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten des Gemeindesektors 2012-2019/Q4
Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten der Sozialversicherung 2012-2019/Q4
Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten des Sektors Staat, insgesamt 2012-2019/Q4

Jahresdaten

Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten des Sektors Staat insgesamt und nach Teilsektoren 2012-2019


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