Verbrauchergesundheitsinformationssystem (VIS)

Das Verbrauchergesundheitsinformationssystem (VIS) ist eine elektronische Datenbank, die der Veterinär- und Lebensmittelbehörde als Unterstützung in der Erfüllung ihrer amtlichen Aufgaben zur Verfügung gestellt wird.

Betrieben wird die Datenbank im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) von der Statistik Austria.

Im Verbrauchergesundheitsinformationssystem sind die nachfolgend näher beschriebenen drei Teilbereiche - das Veterinärinformationssystem (VIS), die Schlachttier- und Fleischuntersuchungsdatenbank (SFU-DB) sowie das Zentrale Betriebsregister (ZBR) – zusammengeführt und damit in einer Applikation vereint. Die bereits für das Veterinärinformationssystem verwendete Abkürzung VIS wurde auch für das Verbrauchergesundheitsinformationssystem übernommen. Aus Anwendersicht bildet das Betriebsregister des Verbrauchergesundheitsinformationssystems die Vereinigungsmenge der beiden „elektronischen Register“, die im „Tierseuchengesetz“ und im „Lebensmittelsicherheits – und Verbraucherschutzgesetz“ normiert sind.

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Website Verbrauchergesundheitsinformationssystem

Veterinärinformationssystem (VIS)

Im Veterinärinformationssystem sind im Wesentlichen der Standort, die Namen und Kontaktdaten der Bewirtschafter sowie die Tierhaltungsdaten von Betrieben, die Schweine, Schafe, Ziegen, Rinder, Geflügel, Bienen, Wildwiederkäuer, Kamelartige, Pferde und hasenartige Tiere halten sowie Aquakulturen betreiben, gespeichert.

Zu den Tierarten Schwein, Schaf, Ziege und Rind werden im VIS auch die laufenden Tierverbringungen zwischen den Betrieben abgebildet sowie die untersuchungspflichtigen Schlachtungen erfasst. Die Verbringungsmeldungen zu Schweinen, Schafen und Ziegen müssen dabei direkt an das VIS übermittelt werden, die Rindermeldungen erhält die Statistik Austria tagesaktuell aus der Rinderdatenbank der Agrarmarkt Austria (AMA).

Das Veterinärinformationssystem wurde für die Veterinärbehörde als Instrumentarium zur Tierseuchenüberwachung und –bekämpfung entwickelt. Anhand der Informationen wo, welche und wie viele Tiere gehalten werden bzw. welche Betriebe über kürzlich stattgefundene Tierverbringungen miteinander Kontakt hatten, können im Falle eines Seuchenausbruchs von den amtlichen Veterinären die erforderlichen Maßnahmen wie Betriebssperren und Zonenziehungen auf gefährdete oder als gefährdend eingestufte Betriebe und Gebiete eingeschränkt werden.

Darüber hinaus wurde eine elektronische Schnittstelle zwischen dem Veterinärinformationssystem und den für amtliche Untersuchungen akkreditierten Laboratorien geschaffen. Über diese werden sowohl Untersuchungsaufträge von den Veterinären elektronisch an das beauftragte Labor als auch die Untersuchungsergebnisse vom Labor an das Veterinärinformationssystem übermittelt. Die im VIS gespeicherten Untersuchungsergebnisse werden zur Überwachung der österreichischen Tiergesundheit und zur Erstellung von Berichten des dafür zuständigen Bundesministeriums für Gesundheit verwendet.

Schlachttier- und Fleischuntersuchungsdatenbank (SFU-DB)

Die Schlachttier- und Fleischuntersuchungsdatenbank (SFU-DB) wurde für die Erfassung sämtlicher österreichischer Schlachttier- und Fleischuntersuchungsbefunde geschaffen. Die Befunde und Beanstandungen werden von den Amtlichen Veterinären am Schlachthof erhoben und elektronisch über eine Schnittstelle aus dem Klassifizierungssystem an die SFU-DB übermittelt. Weiters wird die Herkunft und im Falle von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden die Identität der geschlachteten Tiere erfasst.

Die in Österreich untersuchten Schlachtungen im Geflügelbereich werden bereits vollständig erfasst.

An der Anbindung der Schlachthöfe für Rinder, Schweine und weitere Tierarten wird kontinuierlich gearbeitet.

Mit der Schlachtung verbundene Laboruntersuchungen wie beispielsweise die Untersuchung auf die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) werden ebenfalls über die SFU-DB elektronisch beauftragt und die jeweiligen Laboruntersuchungsergebnisse in der SFU-DB gespeichert.

Für die Veterinärbehörde stellt die SFU-DB ein wesentliches Instrument zur Überwachung der Lebensmittelsicherheit und –rückverfolgbarkeit im Fleischbereich an der österreichischen Lebensmittelkette dar.

Zentrales Betriebsregister (ZBR)

Mit dem Zentralen Betriebsregister (ZBR) wurde ein System entwickelt, in dem alle Betriebe entlang der Lebensmittelkette verwaltet werden können. Der Begriff des Lebensmittelunternehmers ist dabei sehr weit gefasst und beinhaltet Betriebe von der Urproduktion über alle Be- und Verarbeitungsschritte sowie Handelsstufen bis zum Verkauf an den Endverbraucher.

Die Tätigkeiten die an den einzelnen Betriebsstätten eines Unternehmens durchgeführt werden, können auf Basis eines umfassenden Betriebstypenkonzepts sehr detailliert beschrieben und u.a. als Basis für die Erstellung von Kontroll- und Überwachungspläne herangezogen werden

Für die Gewinnung, Verarbeitung und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln ist gemäß diverser EU-Rechtsvorschriften eine Zulassung durch die Veterinärbehörde erforderlich. Diese Zulassungen werden von der Veterinärbehörde im ZBR generiert und verwaltet. Veröffentlicht werden die zugelassenen Betriebe auf der allgemein zugänglichen Homepage der Statistik Austria unter http://www.statistik.at/ovis/pdf/.

Die Verantwortlichen österreichischer Betriebe können einen Online-Zugriff auf die Daten ihres Betriebes über die VIS-Webapplikation beantragen, und neben der Erfüllung ihrer Meldepflichten und der Nutzung verschiedener Funktionalitäten (z.B. Bestandsregister, Begleitdokumente) auch die Befunde und im Falle von Untersuchungen deren Ergebnisse zu den von ihnen zur Schlachtung verkauften Tiere online einsehen. Diese Daten können z.B. von den Landwirten für Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Förderung der Tiergesundheit am eigenen Betrieb herangezogen werden.


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