Almen

Die Almwirtschaft zählt zu den ältesten Wirtschaftssystemen in den europäischen Alpenländern und ist eine Form der Viehweidewirtschaft, die im besonderen Maße auf die Nutzung hochgelegener Weideflächen ausgerichtet ist. Der Hauptzweck dieser Bewirtschaftungsform liegt darin, dass einerseits diese Almweiden einer spezifischen landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt und dadurch der Verödung weitgehend entzogen werden, andererseits die Futterbasis der in diesen Gebirgsregionen ansässigen Betriebe wesentlich erweitert und somit eine entsprechende Viehhaltung ermöglicht wird. Ihre Bedeutung für die Volkswirtschaft eines Landes liegt vornehmlich in der Aufzucht wertvoller Tierbestände sowie in der Erzeugung hochwertiger tierischer Produkte. Mit der Bewirtschaftung der Almen ist nicht zuletzt auch eine intensive Pflege der Kulturlandschaft verbunden.

Um sich ein umfassenden Bild von der Struktur der Almwirtschaft machen zu können, war es naheliegend, diesen bedeutsamen Wirtschaftszweig statistischen Untersuchungen zu unterziehen. Gegenstand der Erhebung waren die Besitzverhältnisse, die Flächenverteilung, die Nutzung, die Lage, die Erschließung, der Viehbesatz, das Almpersonal sowie die baulichen Anlagen der Almen. Auskunftspflichtig waren die Bewirtschafterinnen bzw. Bewirtschafter von im Almkataster geführten Almen oder Weideflächen sowie Betriebe mit einer Weidefläche von über 5 Hektar mit ausgewählten Erhebungskriterien (z.B. Bewirtschaftung getrennt vom Heimbetrieb über bzw. außerhalb der örtlichen Dauersiedlungsgrenze, Viehauftrieb von mehr als 5 Stück während der Hauptweidezeit von Mai bis Oktober, etc.). Diese Erhebung wurde in zehnjährigen Intervallen, letztmals im Jahr 1986 durchgeführt.

Nachdem es hiefür keine EU-Rechtsgrundlage gab, wurde die ursprünglich für 1996 vorgesehene Almerhebung aus budgetären Gründen zunächst auf das Folgejahr und in Konsequenz um weitere zwei Jahre aufgeschoben und schließlich gänzlich eingestellt. Gegenwärtig sind Daten über Almfutterflächen, Viehbesatz, etc. aus den Förderungsanträgen der Agrarmarkt Austria verfügbar und werden jährlich im Grünen Bericht des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft publiziert.

Die Almen im Jahr 1986

Im österreichischen Bundesgebiet wurden im Jahr 1986 insgesamt 13.512 Almen gezählt, das sind um 21% bzw. 20% mehr als 1952 bzw. 1974. Von der Gesamtzahl der Almen wurden allerdings nur 89% als solche bewirtschaftet, wiesen demnach im Erhebungsjahr einen Auftrieb von Vieh auf.

Der Schwerpunkt der Almen lag zahlenmäßig mit mehr als einem Viertel in der Steiermark, 22% der Almen lagen in Tirol und 20% in Salzburg. Die geringste Zahl der Almen wurde in den Bundesländern Oberösterreich und Niederösterreich festgestellt; die Bundesländer Burgenland und Wien wiesen aufgrund ihrer geographischen Gegebenheiten keine Almbetriebe auf.

Von der Gesamtfläche Österreichs entfielen 1986 etwa 20% auf Almflächen, wobei man darunter auch die zugehörigen Waldungen und unproduktiven Flächen versteht. Die Almzonen erstrecken sich einerseits bis weit in die Felsregion, andererseits bis zum Siedlungsraum. Die eigentliche almwirtschaftlich genutzte Fläche der noch bewirtschafteten Almen betrug 1986 761.800 ha, also etwas mehr als die Hälfte der Gesamtalmfläche. In einigen Gebieten (Oberösterreich, Steiermark) dominierte in der Flächenaufteilung der Almen der Wald, wobei Teile davon als Waldweide genutzt wurden.

Almen 1986 in Gegenüberstellung zu 1974 und 1952
Flächenverteilung der bewirtschafteten Almen 1986

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Agrarstrukturerhebung 2010

Erscheinungsdatum: 05/2013

 
 

45,00

 
 

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