Baubewilligungen

Baubewilligte Wohnungen

Trotz Corona-pandemie-bedingter Lockdowns wurden im 4. Quartal 2020 nur geringfügig weniger Baubewilligungen als zu den Spitzenreferenzzeiten 2019 bzw. 2017 erteilt, die Baugenehmigungen des gesamten Jahres 2020 lagen an beachtlicher dritter Stelle

Im 4. Quartal 2020 wurden etwa 19.900 Wohnungen zum Bau zugelassen. Nicht enthalten sind die in Wien durch An-, Auf-, Umbautätigkeit an bestehenden Gebäuden geschaffenen Einheiten. Damit wurde mit einem Minus von nicht einmal einem Prozent (rund 100 absolut) nach 2019 und 2017 das zweithöchste Ergebnis aller Referenzquartale sogar seit 2005 erzielt. Im Vergleich zu den anderen Vergleichszahlen zeigten sich zwischen etwa 16% oder 2.800 (gegenüber dem 4. Quartal 2015) und fast 41% bzw. 5.800 (im Vergleich zum Referenzquartal 2013) liegende Ausweitungen.

Im gesamten Jahr 2020 wurde nach den Spitzenwerten von 2017 gefolgt von 2019 das dritthöchste Bewilligungsergebnis erzielt

Die Bewilligungen im gesamten Jahr - rund 74.800 Wohnungen ohne Wiener An-, Auf-, Umbautätigkeiten – erreichten nach 2017 gefolgt von 2019 den dritten Platz: Im Vergleich zum Spitzenreiter 2017 belief sich das Minus auf 8% oder 6.500 absolut, gegenüber 2019 auf 4% (was knapp 3.100 absolut entsprach). In Relation zu den restlichen hier behandelten Referenzzahlen ergaben sich durchwegs Zunahmen, die zwischen fast 2% oder etwa 1.400 bewilligten Wohnungen (2016) und rund 39% bzw. 21.000 Entitäten (gegenüber 2012) streuten.

Mehrgeschoßwohnbau dominiert (Bundeshauptstadt)

Dieses Ergebnis bzw. die zeitliche Entwicklung ist vom großvolumigen Wohnbau geprägt: Lag der entsprechende Anteil an der jeweiligen Gesamtwohnbauleistung in den Jahren 2011 bis 2016 im Durchschnitt noch bei knapp 52%, stieg er in den Spitzenzeiten 2017 bis 2019 auf fast 58% und erzielte nun im aktuellen Jahr 2020 noch immer annähernd 54%. Regional betrachtet gewinnt damit die Bundeshauptstadt an Bedeutung, da sich hier die Bautätigkeit im Unterschied zu den anderen Bundesländern zum Großteil auf den Mehrgeschoßwohnbau konzentriert. Im zuvor angesprochenen Zeitraum der Jahre 2011 bis 2016 wurden etwas weniger als 28% aller Wohnungen in größeren Wohnbauten alleine in der Bundeshauptstadt bewilligt. Im Zeitraum 2017 bis 2019 steigerte sich dieser Anteil auf über 40% und erreichte aktuell immer noch rund 39%.  
Der Anteil der Einheiten in neuen Ein- und Zweifamilienwohnhäusern betrug österreichweit fast 27%. Nicht einmal 1% der Entitäten lag in neuen überwiegend nicht privaten Wohnzwecken dienenden Gebäuden. Die in bereits bestehenden Objekten durch An-, Auf- oder Umbautätigkeit bewilligten Wohnungen machten (abgesehen von Wien) etwas mehr als 19% der Gesamtmasse aus. Innerhalb dieser Gruppe bezogen sich die meisten Genehmigungen auf komplett neu zu schaffende Einheiten (etwa 39%) dicht gefolgt von Vergrößerungen (fast 38%). Nachträgliche Verkleinerungen wurden 2019 bei rund 13% aller durch An-, Auf-, Umbautätigkeit zustande kommenden Objekte bewilligt, sonstige andere baubehördlich meldepflichtige Umbautätigkeiten waren für etwas mehr als 6% der Wohnungen zu registrieren. Etwa 2% der Einheiten sollten durch Zusammenlegungen geschaffen werden, mehr als 1% der Baubewilligungen bezog sich auf Teilungen.

Aussagen zur Qualität und Vollständigkeit der Daten sind den Erläuterungen zu entnehmen. Da die Ergebnisse von Meldeverzögerungen beeinflusst sind, empfiehlt sich dies insbesondere wegen der Beschreibung der zum Ausgleich vorgenommenen Aufschätzungen aber auch im Hinblick auf das berichtete Ausmaß der in Bedarfsfällen mit den Jahresabschlüssen veranlassten Revisionen.

Die Bundesländer mit den meisten Wohnungsbewilligungen 2020 waren Wien gefolgt von der Steiermark sowie Ober- und auch Niederösterreich; in Bezug zur Bevölkerung zeigten die Steiermark und Tirol die höchste, Niederösterreich und Kärnten die geringste Bewilligungstätigkeit

Die meisten Baugenehmigungen des Jahres 2020 wurden von juristischen Rechtspersönlichkeiten (oft Bauunternehmen) und von Privatpersonen veranlasst

Mehr als 42% aller aktuellen Wohnungsbewilligungen wurden von sonstigen juristischen Rechtspersönlichkeiten verantwortet. Die von Privatpersonen zum Bau eingereichten Einheiten lagen mit fast 41% nur knapp dahinter. 16% wurden von gemeinnützigen Bauträgern zum Bau eingereicht und bewilligt. Die Neubautätigkeit der öffentlichen Hand fiel kaum ins Gewicht (nicht einmal 1%).  
Ein Viertel aller von privaten Bauherrinnen und Bauherrn bewilligten Wohnungen werden in Oberösterreich, fast 21% in Niederösterreich errichtet. Auch die Steiermark gefolgt von Tirol wiesen hier erhöhte Werte aus (mehr als 16% bzw. fast 12%). In den restlichen Bundesländern lagen diese Zahlen jeweils im einstelligen Prozentbereich (zwischen rund 7% in Salzburg bzw. Kärnten und 3% in Wien). Die Gemeinnützigkeit war 2020 zu etwas mehr als 35% aller verantworteten Einheiten in der Bundeshauptstadt tätig (ausgenommen An-, Auf-, Umbautätigkeit). Sie zeigte aber auch erhöhte Präsenz in Niederösterreich (zu einem Fünftel), in Oberösterreich (fast 14%) sowie in der Steiermark (weniger als 12%). Die restlichen Bundesländer wiesen hier Werte zwischen grob 6% (Tirol, Burgenland und auch Salzburg) und knapp 1% (Kärnten) aus. Sonstige juristische Personen hatten hohe Präsenz in Wien (etwas mehr als 35% aller bundesweit genehmigten Einheiten). Auch in der Steiermark waren für diese Bauherrngruppe erhöhte Bewilligungszahlen vorzufinden (fast ein Fünftel). In Oberösterreich lagen rund 10% der Einheiten im Verantwortungsbereich sonstiger juristischer Personen. Die verbleibenden Bundesländerwerte streuten im einstelligen Prozentbereich, wobei hier der höchste Anteil in Tirol (fast 9%) und der geringste im Burgenland (etwas mehr als 1%) zu verifizieren war.

Baubewilligungen 2011 bis 2020, bis zum 15.03.2021 eingestellte Bauvorhaben, Anteile betroffener Wohnungen

2,3% aller zwischen 2011 und 2020 bewilligten Wohnungen (ausgenommen An-, Auf-, Umbautätigkeiten in Wien) wurden bis zum aktuellsten Datenabzug vom 15.03.2021 als wiedereingestellt gemeldet. Im Bereich des mehrgeschoßigen Wohnbaus war dabei derselbe Anteil zu ermitteln, jener der Ein- und Zweifamilienwohnhäuser belief sich auf 1,9%. 2,6% aller mit überwiegenden Nicht-Wohngebäuden bewilligten Wohnungen wurden bis 15.03.2021 wieder eingestellt gemeldet. Im Bereich der An-, Auf, Umbautätigkeit betraf dies 3% aller Einheiten abgesehen von der Bundeshauptstadt. Mit nur wenigen Ausnahmen erhöhten sich die Anteile der Einstellungen, je weiter der Bewilligungszeitpunkt in der Vergangenheit lag. Die dabei ermittelten Werte streuten zwischen 1,4% im aktuellen Berichtszeitraum und 3,8% im Jahr 2013.

Baubewilligte neue Gebäude

Trotz Einschränkungen wegen Corona erzielten sowohl die im 4. Quartal als auch im gesamten Jahr 2020 bewilligten neuen Gebäude das bislang höchste Ergebnis

Im 4. Quartal 2020 wurden rund 7.400 neue Gebäude zum Bau genehmigt. Das entsprach dem höchsten Ergebnis seit 2011. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug das Plus ein Fünftel oder etwas mehr als 1.200 Entitäten. Bei der Bewertung der Entwicklung seit 2011 zeigten sich durchwegs Zunahmen, die meist deutlich höher lagen und mit fast 49% oder 2.400 Gebäuden gegenüber 2013 das Höchstausmaß erzielten.

Die im gesamten Jahr 2020 initiierten rund 29.700 neuen Gebäude zeigten im Zeitvergleich ein ähnliches Bild: Die aktuelle Zahl lag hier um weniger als 8% (d.s. etwa 2.100 Objekte) über dem Vorjahreszeitraum, bei Betrachtung der anderen Ausweitungen erwiesen sich hier jene gegenüber 2012 als die Größte (fast 28% oder rund 6.400 absolut).  
Da der bei den Wohnungen angesprochene Verlauf des mehrgeschoßigen Wohnbaus mit vielen Einheiten pro Objekt (hauptsächlich in der Bundeshauptstadt) dominiert war, unterscheidet sich die Entwicklung (und Verteilung) neuer Gebäude von jener der baubewilligten Wohnungen. Nicht ganz 74% aller 2020 genehmigten neuen Gebäude waren Wohngebäude, darunter zu annähernd 87% Ein- und Zweifamilienwohnhäuser. In vier Bundesländern lag dieser Anteil im eingeschoßigen Wohnbauten deutlich höher: Im Burgenland und in Niederösterreich jeweils bei etwa 94%, in Oberösterreich und Kärnten bei jeweils um die 91%. Sämtliche anderen Bundesländer lagen unter dem zuvor genannten Bundesschnitt des eingeschoßigen Wohnbaus (87%), am geringsten war der entsprechende Wert erwartungsgemäß in der Bundeshauptstadt (62%).

2020 jedes Zwanzigste neue Gebäude als Altersatz bewilligt

Etwas mehr als 5% oder knapp 1.600 aller 2020 neu bewilligten Gebäude stellten Altersätze dar. Bei den Wohngebäuden lag dieser Anteil um mehr als einen Prozentpunkt höher (was etwa 1.400 Objekten entsprach), überwiegende Nicht-Wohngebäude wurden zu etwas mehr als 2% (oder knapp 200 absolut) als Abbrüche mit unmittelbar danach folgender Neuerrichtung genehmigt.

52% aller neuen privaten Ein- und Zweifamilienwohnhäuser wurden 2020 in derselben Wohngemeinde der Bauherrin bzw. des Bauherrn genehmigt, 51% der Wiener privaten Bauverantwortlichen errichten ihr Ein- und Zweifamilienwohnhaus in Niederösterreich

2020 wurden insgesamt etwa 15.400 neue Wohngebäude mit ein oder zwei Wohnungen privater Bauherrinnen und Bauherren zum Bau genehmigt.  
52% davon sollten in denselben Wohngemeinden wie die Bauverantwortlichen errichtet werden. Knapp 22% wurden zwar nicht in ein und derselben Gemeinde aber im gleichen politischen Bezirk, fast 15% in einem anderen Verwaltungsbezirk (des gleichen Bundeslandes) bewilligt. Rund jedes zehnte Objekt wird in einem anderen Bundesland als der Wohnort der privaten Bauherrinnen und Bauherren gebaut. Für 2% der privaten Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen sind solche Aussagen nicht zielführend bzw. nicht möglich, da es sich um im Ausland lebende private Bauherren und Bauherrinnen bzw. um nicht eindeutig identifizierbare Ursprungswohnadressen der Einreichenden handelte. 
Bei der Untersuchung der zumindest bundeslandspezifischen Übereinstimmung zwischen der Lage des Bauobjektes und jener des Wohnortes zeigten sich 2020 eigentlich nur in Wien gröbere Abweichungen: Während in den anderen Bundesländern hohe Übereinstimmungsanteile vorherrschten (zwischen 84% in Salzburg und 99% in Kärnten), war dies in der Bundeshauptstadt nur zu nicht ganz 35% der Fall. So errichten beispielsweise 51% der privater Wiener Bauherrinnen und Bauherrn ihr Ein- und Zweifamilienwohnhaus in Niederösterreich. Diese etwa 700 betroffenen Objekte machten 2020 übrigens einen Anteil von knapp 19% aller in Niederösterreich bewilligten Ein- und Zweifamilienwohnhäuser aus.

Ergebnisse im Überblick: Bewilligte Wohnungen und bewilligte neue Gebäude, 4. Quartal der Jahre 2011 bis 2020
2011 bis 2020 bewilligte Wohnungen und bewilligte neue Gebäude
Österreich und Bundesländer: Bewilligte Wohnungen nach Quartalen von 2010 bis 2020
Österreich und Bundesländer: Bewilligte Wohnungen nach Quartalen von 2005 bis 2009
Österreich und Bundesländer: Bewilligte neue Gebäude nach Quartalen von 2010 bis 2020
Österreich und Bundesländer: Bewilligte neue Gebäude nach Quartalen von 2005 bis 2009
2020 bewilligte Wohnungen je 1.000 Einwohner
Österreichische Konjunkturindikatoren-Meldung an EUROSTAT: Bewilligte Wohnungen in neuen Wohngebäuden und Bruttogeschoßflächen neuer Gebäude nach Quartalen von 2010 bis 2020
Österreichische Konjunkturindikatoren-Meldung an EUROSTAT: Bewilligte Wohnungen in neuen Wohngebäuden und Bruttogeschoßflächen neuer Gebäude nach Quartalen von 2005 bis 2009
2020 bewilligte Wohnungen und neue Gebäude nach Bauherrn bzw. Bauherrinnen und Bundesländern
Bewilligungsjahre 2011 bis 2020, Anteile der bis 15.03.2021 eingestellten Bauvorhaben: betroffene Wohnungen nach Art der Bautätigkeit, Gebäudeeigenschaften und Bundesländern
2020 bewilligte neue Ein- und Zweifamilienwohnhäuser privater Bauherrn bzw. Bauherrinnen nach Lage des Objektes und Wohnsitz des/der Bauherrn bzw. Bauherrin
2020 bewilligte neue Ein- und Zweifamilienwohnhäuser privater Bauherrn bzw. Bauherrinnen nach Lage des Objektes und Wohnsitz des/der Bauherrn bzw. Bauherrin nach Bundesländern

Im 4. Quartal der Jahre 2011 bis 2020 bewilligte Wohnungen
Im 4. Quartal der Jahre 2011 bis 2020 bewilligte neue Gebäude
In den Jahren 2011 bis 2020 bewilligte Wohnungen
In den Jahren 2011 bis 2020 bewilligte neue Gebäude


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