Sozialschutz nach EU-Konzept

Im Jahr 2018 betrug die Sozialquote, die den Anteil der Sozialausgaben (berechnet gemäß den Definitionen des Europäischen Systems der Integrierten Sozialschutzstatistik - ESSOSS) am Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst, 29,1%.

Die Ausgaben für Sozialleistungen entfallen in Österreich großteils auf die Funktionen Alter (48,6 Mrd. Euro bzw. 44%) und Krankheit/Gesundheitsversorgung (28,6 Mrd. Euro bzw. 26%). Deutlich geringere Ausgabenanteile verzeichnen die Funktionen Familien/Kinder (9%), Invalidität/Gebrechen, Hinterbliebene und Arbeitslosigkeit (jeweils 6%) sowie Wohnen und soziale Ausgrenzung (2%). Die Sozialleistungen sind etwas mehr als zwei Drittel Geldleistungen. Bei den Sachleistungen dominieren die ambulanten und stationären Leistungen der Gesundheitsversorgung. Für Pensionsleistungen wurden im Jahr 2018 nach EU-Konzept 54,0 Mrd. Euro bzw. 14,0% des BIP aufgewendet.

Zieht man die zum Teil von den Barleistungen zu entrichtende Lohnsteuer und einbehaltenen Sozialbeiträge ab, kommen netto 90,5% der Sozialleistungen (Geld- und Sachleistungen) bei den Leistungsempfängerinnen und -empfängern tatsächlich an (Wert für 2017). Die Sozialquote für das Jahr 2017 sinkt dadurch um -2,7 Prozentpunkte auf die Nettosozialquote von 26,7%.

Die Finanzierung der Sozialleistungssysteme insgesamt erfolgt zu jeweils mehr als einem Drittel durch Arbeitgeberbeiträge (2018: 36%) sowie durch allgemeine Steuermittel (35%) und zu mehr als einem Viertel durch Sozialbeiträge der geschützten Personen (27%).

Die Zahl der Bezieherinnen und Bezieher einer Pensionsleistung gemäß ESSOSS stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr um +0,8% auf 2.458.362.

Mehr Informationen und Tabellen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Die Sozialausgaben und –einnahmen, qualitative Informationen sowie die Pensionsleistungsbezieherinnen und –bezieher der EU-Mitgliedstaaten werden auf der Eurostat-Website veröffentlicht (Statistics Explained-Beiträge, Tabellen, Datenbank, Daten nach Sozialschutzsystemen, Qualitative Informationen). Nähere Ausführungen zur Methodologie sind im ESSOSS-Handbuch enthalten.

Pensionsansprüche in Österreich werden mit Hilfe von versicherungsmathematischen Verfahren auf Grundlage des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010) berechnet und dargestellt.