Kriminalität

Mit aktuellen Ergebnissen zur Verurteilungs- und Wiederverurteilungsstatistik wird im Folgenden ein Überblick über die gerichtliche Kriminalstatistik gegeben.

Verurteilungsstatistik

Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2018 27.655 Personen rechtskräftig verurteilt. Über vier Fünftel der verurteilten Personen waren Männer (85,1%). Sie wurden beinahe sechsmal so oft verurteilt wie Frauen, deren Anteil an den Verurteilten 14,9% ausmachte. Zum Tatzeitpunkt volljährig waren 94,1% der verurteilten Personen. Diese Personengruppe setzte sich aus 10,9% jungen Erwachsenen (18 bis 20 Jahre) und 83,2% Erwachsenen (21 Jahre und älter) zusammen. 5,9% der rechtskräftig Verurteilten waren zum Tatzeitpunkt zwischen 14 und 17 Jahre alt. Der Anteil der österreichischen Staatsangehörigen lag bei 56,5%.

Im Berichtsjahr 2018 ist die Anzahl der Verurteilungen (30.157) im Vergleich zum Vorjahr um 1,9% (-589 Verurteilungen) gesunken. Damit ist ein neuer Tiefstand an rechtskräftigen Verurteilungen erreicht. Die meisten Verurteilungen wurden im Oberlandesgerichtssprengel (OLG-Sprengel) Wien (43,7%) ausgesprochen, gefolgt von den OLG-Sprengeln Linz (22,3%), Graz (20,9%) und Innsbruck (13,1%).

Bei beinahe zwei Drittel aller Verurteilungen wurde im Jahr 2018 eine Freiheitsstrafe verhängt. Mehr als die Hälfte der Freiheitsstrafen bzw. 35,7% aller Strafen waren bedingte Freiheitsstrafen. Diese machten den größten Anteil aus, gefolgt von unbedingten Geldstrafen (21,8%) und unbedingten Freiheitsstrafen (20,1%). Auch bei den Verurteilungen von Jugendlichen überwogen die bedingten Freiheitsstrafen. Etwa jeder bzw. jede zehnte zum Tatzeitpunkt 14- bis 17-Jährige erhielt einen Schuldspruch unter Vorbehalt der Strafe (9,8%) oder ohne Strafe (0,8%).

Den 30.157 Verurteilungen lagen im Berichtsjahr 48.830 Delikte zugrunde. Den größten Anteil (14.814 Delikte; 30,3%) machten Delikte gegen fremdes Vermögen aus, gefolgt von strafbaren Handlungen gegen das Suchtmittelgesetz (19,5%), gegen Leib und Leben (17,6%) und gegen die Freiheit (8,2%).

Wiederverurteilungsstatistik

Insgesamt wurden 28.704 Personen, die im Ausgangsjahr 2014 entweder rechtskräftig verurteilt wurden (Ausnahme: zu einer unbedingten Haftstrafe oder Anstaltsunterbringung Verurteilte) oder aus einer unbedingten Freiheitsstrafe oder Anstaltsunterbringung entlassen wurden, über einen Zeitraum von vier Jahren hinsichtlich neuerlicher Verurteilungen durch österreichische Gerichte beobachtet. Der Großteil der Personen (67,1%) blieb im Beobachtungszeitraum ohne weitere rechtskräftige Verurteilung. Ein Drittel (32,9%) wurde innerhalb von vier Jahren wiederverurteilt. Wenn es zu einer Folgeverurteilung kam, dann relativ zeitnah. Zwei Drittel aller wiederverurteilten Personen wurden innerhalb der ersten beiden Beobachtungsjahre rechtskräftig wiederverurteilt.

Die Analysen zeigen, dass beim Großteil der Personen der Kohorte 2014 die Anlassverurteilung ein einmaliges Ereignis blieb: 44,3% der beobachteten Personen waren weder vorbestraft, noch wurden sie im auf die Verurteilung/Entlassung folgenden Analysezeitraum von einem österreichischen Gericht rechtskräftig verurteilt. Etwa jede fünfte Person der Kohorte 2014 hatte eine längere Verurteilungskarriere vorzuweisen. 20,3% waren zum Zeitpunkt der Ausgangsverurteilung bereits vorbestraft und hatten mindestens eine Folgeverurteilung im Beobachtungszeitraum.

Der überwiegende Teil der Personen aus der Kohorte 2014 blieb ohne Folgeverurteilung (88,5% bzw. 73,3%), wenn diese bei der Ausgangsverurteilung zu einer bedingten oder teilbedingten Geldstrafe verurteilt worden waren. Auch bei den bedingten und teilbedingten Freiheitsstrafen lag die Wiederverurteilungsquote unter dem Durchschnitt (31,0% bzw. 26,5%). Personen, die aus einer unbedingten Freiheitsstrafe entlassen worden waren, wiesen die höchste Wiederverurteilungsquote (46,2%) auf.

Hinweise zur Verurteilungs- und Wiederverurteilungsstatistik

Die Gerichtliche Kriminalstatistik basiert auf dem Strafregisterfile, das vom Bundesministerium für Inneres geführt wird. Die Verurteilungsstatistik gliedert die von österreichischen Gerichten ausgesprochenen rechtskräftigen Verurteilungen nach dem Strafgesetzbuch bzw. den Nebenstrafgesetzen. Bis zum Berichtsjahr 2011 wurde bei einem Verfahren wegen mehreren strafbaren Handlungen die Verurteilung dem Delikt zugeordnet, das für den Strafsatz maßgebend war („Führendes Delikt“). Ab dem Berichtsjahr 2012 wird die Angabe zur Strafsatzbestimmung vom Gericht übermittelt. Seither wird auf die algorithmische Ermittlung des „führenden Delikts“ verzichtet und die Strafsatzbestimmung ausgewiesen. Zudem besteht ab 2012 die Möglichkeit, alle Delikte, die einer Verurteilung zugrunde liegen, in der Statistik auszuweisen.

Die Wiederverurteilungsstatistik umfasst alle Personen, die in einem Ausgangsjahr rechtskräftig verurteilt worden sind (mit Ausnahme zu einer unbedingten Haftstrafe oder Anstaltsunterbringung) bzw. in diesem Jahr aus einer unbedingten Haftstrafe oder einem Maßnahmenvollzug entlassen worden sind. Diese Personen werden über einen festgelegten Zeitraum hinsichtlich neuerlicher Verurteilungen beobachtet. Bis zum Berichtsjahr 2013 (Ausgangsjahr 2009) lag dieser bei fünf Kalenderjahren. Abhängig vom Zeitpunkt der Verurteilung bzw. Entlassung im Ausgangsjahr erstreckte sich der Analysezeitraum somit über mindestens vier bis maximal fünf Jahre. Erstmals mit dem Berichtsjahr 2014 (Kohorte 2010) wird jede Person individuell über vier Jahre hinsichtlich einer Wiederverurteilung beobachtet.

Anzeigen (Polizeiliche Kriminalstatistik)

Die Polizeiliche Kriminalstatistik umfasst alle polizeilich bekannt gewordenen gerichtlich strafbaren Handlungen, bei deren Bearbeitung sich der Verdacht einer nicht bloß auf Verlangen des Verletzten zu verfolgenden strafbaren Handlung nach dem Strafgesetzbuch oder nach strafrechtlichen Nebengesetzen ergeben hat (Anzeigenstatistik). Sie wird vom Bundesministerium für Inneres geführt und auf dessen Homepage veröffentlicht.

Ergebnisse im Überblick: Verurteilte Personen, Verurteilungen und Delikte
Ergebnisse im Überblick: Rechtskräftige Verurteilungen nach Sanktionen
Ergebnisse im Überblick: Wiederverurteilungsquote nach Personengruppen

Tabellenband „Gerichtliche Kriminalstatistik 2018"

Erläuterungen zum Tabellenband
Kapitel 1: Verurteilungsstatistik - Verurteilte Personen
Kapitel 2: Verurteilungsstatistik - Sämtliche Delikte
Kapitel 3: Verurteilungsstatistik - Verurteilungen
Kapitel 4: Wiederverurteilungsstatistik
Kapitel 5: Grafikdaten der Publikation
Kapitel 6: Übersichten der Publikation

Tabellenband „Gerichtliche Kriminalstatistik 2017"

Erläuterungen zum Tabellenband
Kapitel 1: Verurteilungsstatistik - Verurteilte Personen
Kapitel 2: Verurteilungsstatistik - Sämtliche Delikte
Kapitel 3: Verurteilungsstatistik - Verurteilungen
Kapitel 4: Wiederverurteilungsstatistik
Kapitel 5: Grafikdaten der Publikation
Kapitel 6: Übersichten der Publikation

Tabellenband „Gerichtliche Kriminalstatistik 2016"

Tabellenband 2016
Kapitel 1: Verurteilungsstatistik - Verurteilte Personen
Kapitel 2: Verurteilungsstatistik - Sämtliche Delikte
Kapitel 3: Verurteilungsstatistik - Verurteilungen
Kapitel 4: Wiederverurteilungsstatistik
Kapitel 5: Grafikdaten zur Publikation

Tabellenband „Gerichtliche Kriminalstatistik 2015"

Tabellenband 2015
Kapitel 1: Verurteilungsstatistik Jahresergebnisse
Kapitel 2: Wiederverurteilungsstatistik Jahresergebnisse
Kapitel 3: Verurteilungsstatistik - Ergebnisse im Zeitvergleich
Kapitel 4: Grafikdaten zur Publikation

Tabellenband „Gerichtliche Kriminalstatistik 2014"

Tabellenband 2014
Kapitel 1: Verurteilungsstatistik Jahresergebnisse
Kapitel 2: Wiederverurteilungsstatistik Jahresergebnisse
Kapitel 3: Verurteilungsstatistik - Ergebnisse im Zeitvergleich
Kapitel 4: Grafikdaten zur Publikation

Gerichtliche Kriminalstatistik 2013

Verurteilungsstatistik 2013: Jahresergebnisse
Verurteilungsstatistik 2013: Detailergebnisse
Wiederverurteilungsstatistik 2013: Jahresergebnisse

Rechtskräftige Verurteilungen 1975 bis 2018
Rechtskräftige Verurteilungen nach ausgewählten strafbaren Handlungen 1990, 2000, 2010 und 2018
Sämtliche Delikte nach Deliktgruppen 2018

KriminalitätPreis in € *)Kostenloser Download

 
 

Gerichtliche Kriminalstatistik 2017 und 2018

Erscheinungsdatum: 12/2019

 
 

19,00

 
 

(PDF, 1 MB)

 
 

Gerichtliche Kriminalstatistik 2016

Erscheinungsdatum: 07/2017

 
 

19,00

 
 

(PDF, 2 MB)

 
 

Gerichtliche Kriminalstatistik 2015

Erscheinungsdatum: 06/2016

 
 

19,00

 
 

(PDF, 2 MB)




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