Indikatoren und Definitionen für Eurostat-Indikatoren

Indikatoren

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Armutsgefährdung   
 Armutsgefährdungsquote  
  Armutsgefährdungsquote nach Sozialtransfers nach Alter und Geschlecht, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote nach Sozialtransfers nach Haushaltstyp, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote nach Sozialtransfers nach Erwerbsintensität (w) des Haushalts, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote nach Sozialtransfers nach Hauptaktivität und Geschlecht, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote von Erwerbspersonen, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote nach Sozialtransfers nach Rechtsverhältnis an der Wohnung, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote vor Sozialtransfers nach Alter und Geschlecht, in %PDF
  Armutsgefährdungsquote vor Sozialtransfers und Pensionen nach Alter und Geschlecht, in %PDF
 Armutsgefährdungsschwelle  
  Armutsgefährdungsschwelle (illustrative Werte), in EuroPDF
 Armutsgefährdungsquote bei alternativen Schwellen   
  Armutsgefährdungsquote bei 40/50/70% nach Alter und Geschlecht in %PDF
  Armutsgefährdungsquote bei zeitlicher Verankerung der Armutsgefährdungsschwelle, in %PDF
 Armutsgefährdungslücke  
  Relativer Medianwert der Armutsgefährdungslücke nach Alter und Geschlecht, in %PDF
 Dauerhafte Armutsgefährdung  
  Dauerhafte Armutsgefährdung, in %PDF
Ungleichheit der Einkommensverteilung   
  Anteilsverhältnis der Einkommensquintile S80/S20PDF
  Gini-KoeffizientPDF
Deprivation   
 Deprivation allgemein  
  Materielle Deprivation (mind 3 von 9) nach Geschlecht, in %PDF
  Intensität der Deprivation, mittlere Zahl der Deprivationsitems für deprivierte Personen nach Geschlecht und ArmutsgefährdungPDF
 Wohndeprivation  
  Wohndeprivation nach Merkmalen, in %PDF
  Überbelag nach Armutsgefährdung, in %PDF
  Überbelag nach Armutsgefährdung, nur Mehrpersonenhaushalte, in %PDF
  Überbelag nach Besiedlungsdichte, in %PDF
  Überbelag nach Haushaltstyp, in %PDF

Definitionen für Eurostat-Indikatoren zu sozialer Eingliederung fürs Web

Armutsgefährdung nach Sozialtransfers:

Alle Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (Armutsgefährdungsschwelle = 60% des Medians) liegt, gelten als armutsgefährdet. Das äquivalisierte Haushaltseinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen. Der Betrag für die Armutsgefährdungsschwelle liegt 2009 (für einen Einpersonenhaushalt gerechnet) bei 994 Euro pro Monat oder 11.931 Euro pro Jahr.

Die Armutsgefährdungsquote ist das Maß für die Häufigkeit der Armutsgefährdung definiert als Anteil der Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt, an der Gesamtbevölkerung bzw. der jeweiligen Untergruppe.

> SI-P1, SI-S1a, SI-S1b, SI-S1c, SI-S1d, SI-C8

Armutsgefährdet/nicht armutsgefährdet:

Alle Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (Armutsgefährdungsschwelle = 60% des Medians) liegt, gelten als armutsgefährdet. Das äquivalisierte Haushaltseinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen. Der Betrag für die Armutsgefährdungsschwelle liegt 2009 (für einen Einpersonenhaushalt gerechnet) bei 994 Euro pro Monat oder 11.931 Euro pro Jahr. Alle Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen mindestens den Betrag der Armutsgefährdungsschwelle ausmacht, gelten als nicht armutsgefährdet.

> Si-P8, Si-S4, Si-S5 (1), Si-S6 (1+2), Si-C13 (1)

Armutsgefährdungsschwelle:

Alle Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (Armutsgefährdungsschwelle = 60% des Medians) liegt, gelten als armutsgefährdet. Das äquivalisierte Haushaltseinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen. Der Betrag für die Armutsgefährdungsschwelle liegt 2009 (für einen Einpersonenhaushalt gerechnet) bei 994 Euro pro Monat oder 11.931 Euro pro Jahr. Für einen Haushalt bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern (unter 14 Jahre) läge der Werte für die Armutsgefährdungsschwelle um das 2,1-fache (nach EU-Skala) über der Schwelle für einen Einpersonenhaushalt.

> Si-P1

Haushaltstyp:

Zusammensetzung der Haushalte nach Zahl (und Alter) der Erwachsenen und Kinder. Unter 18-Jährige gelten in jedem Fall als Kinder, 19- bis 24-Jährige dann, wenn sie in Haushalten mit einem Elternteil leben und weder erwerbstätig noch arbeitslos oder arbeitsuchend sind.

> Si-S1a, Si-S5, Si-S6

Erwerbsintensität:

Zahl der Monate, die die Personen im Erwerbsalter (18-64 Jahre) im Referenzzeitraum (=Einkommensbezugszeitraum, Jahr vor der Erhebung) erwerbstätig waren, an den gesamten Monaten, die theoretisch im Haushalt von diesen Personen gearbeitet werden konnten. Ohne Unterscheidung von Teilzeit oder Vollzeiterwerbstätigkeit. Für abhängige Kinder (19- bis 24-Jährige, wenn sie in Haushalten mit einem Elternteil leben und aktuell weder erwerbstätig noch arbeitslos oder arbeitsuchend sind) wird keine Erwerbsdauer berechnet, Haushalte, die nur aus Studierenden bestehen, sind ausgeschlossen.

> Si-S1b

Hauptaktivität:

Die Zuordnung basiert auf dem "Haupttätigkeitskalender" (Haupttätigkeit pro Kalendermonat im Referenzzeitraum, Selbsteinschätzung). Personen ab 18 Jahre werden einer vorwiegenden Haupttätigkeit zugeordnet, wenn sie diese mehr als die Hälfte der Monate, für die Angaben vorliegen, ausgeübt hat. Personen unter 18 Jahren und diejenigen mit gültigen Angaben für weniger als 7 Monate haben, werden ausgeschlossen. „Erwerbstätig“ fasst Teil- und Vollzeiterwerbstätigkeit zusammen. „Nicht erwerbstätig“ ist in „Arbeitslos“, „Pension“ und „sonstige nicht Erwerbstätige“ (z.B. erwerbsunfähig, studierend, Haus- und Betreuungsaufgaben) untergliedert.

> Si-S1c

Anteilsverhältnis der Einkommensquintile S80/S20:

Summe der Äquivalenzeinkommen des obersten Einkommensfünftels (80% niedriger als ...) dividiert durch Summe der Äquivalenzeinkommen des untersten Einkommensfünftels (20% niedriger als ...). Das Äquivalenzeinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen.

> Si-C1

Gini-Koeffizient:

Kennzahl für Einkommenskonzentration (totale Gleichverteilung = 0%, totale Konzentration auf einen Einzelfall = 100%). Die Berechnung erfolgt anhand des Äquivalenzeinkommens. Das Äquivalenzeinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen.

> Si-C2

Relativer Medianwert der Armutsgefährdungslücke:

Maß für die Intensität der Armutsgefährdung definiert als durchschnittliche Abweichung des medianen Äquivalenzeinkommens der Armutsgefährdeten von der Armutsgefährdungsschwelle in Prozent dieser Schwelle. Das Äquivalenzeinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen. Der Betrag für die Armutsgefährdungsschwelle liegt 2009 (für einen Einpersonenhaushalt gerechnet) bei 994 Euro pro Monat oder 11.931 Euro pro Jahr. Alle Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb diese Schwellenwertes liegt, gelten als armutsgefährdet.

> Si-P3

Streuung um die Armutsgefährdungsschwelle

Armutsgefährdungsquote nach alternativen Armutsgefährdungsschwellen.

Alle Personen, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes liegt, gelten als armutsgefährdet. Das äquivalisierte Haushaltseinkommen bezeichnet das (auf Basis der EU-Skala) gewichtete verfügbare Haushaltseinkommen.

Der Betrag für die Armutsgefährdungsschwelle wird üblicherweise bei 60% des Medians des Äquivalenzeinkommens angenommen und liegt 2009 (für einen Einpersonenhaushalt gerechnet) bei 994 Euro pro Monat oder 11.931 Euro pro Jahr. Alternativ kann die Armutsgefährdungsschwelle bei 40% des Medians (7.954 Euro pro Jahr), 50% des Medians (9.943 Euro pro Jahr) und 70% des Medians (13.920 Euro pro Jahr) des Äquivalenzeinkommens berechnet werden. Entsprechend größer oder kleiner sind die derart berechneten Armutsgefährdungsquoten.

> Si-S1e

Armutsgefährdungsquote bei zeitlicher Verankerung der Armutsgefährdungsschwelle:

Die Armutsgefährdungsschwelle aus einem Referenzjahr (dzt. 2005) wird mit der Inflationsrate fortgeschrieben und der Anteil der Bevölkerung unterhalb dieser Schwelle berechnet.

> Si-C5

Armutsgefährdung vor Sozialtransfers:

Es werden zwei Varianten berechnet. 1. Armutsgefährdung bei Abzug der Sozialtransfers (aber ohne Abzug von Alters- und Hinterbliebenenleistungen) vom Haushaltseinkommen. Und 2. Armutsgefährdung bei Abzug der Sozialtransfers, Alters- und Hinterbliebenenleistungen vom Haushaltseinkommen. Jeweils unter Beibehaltung der Armutsgefährdungsschwelle von 60% des Medians des Äquivalenzeinkommens.

> Si-C6

Erwerbspersonen:

Erwerbspersonen sind nach der Hauptaktivität (Haupttätigkeit pro Kalendermonat im Referenzzeitraum, Selbsteinschätzung) definiert. Personen ab 18 Jahre werden einer vorwiegenden Haupttätigkeit zugeordnet, wenn sie diese mehr als die Hälfte der Monate, für die Angaben vorliegen, ausgeübt hat. Personen unter 18 Jahren und diejenigen mit gültigen Angaben für weniger als 7 Monate haben, werden ausgeschlossen. Die Untergliederung in Voll- und Teilzeiterwerbstätigkeit erfolgt anhand der aktuellen (zum Befragungszeitpunkt) Selbsteinschätzung der Haupttätigkeit.

> Si-C8

Dauerhafte Armutsgefährdung:

Armutsgefährdung am Ende des Referenzzeitraumes, dass heißt im aktuellsten Jahr, und in mindestens zwei von drei vorhergehenden Jahren (d.h. in Summe also in mindestens drei von vier Jahren). Für die Analyse relevant sind all jene Personen, die vier Jahre in Folge befragt wurden und für die somit für jedes Erhebungsjahr Daten zu Armutsgefährdung vorliegen.

Auf Grund der per EU-Verordnung vorgeschriebenen Lieferverpflichtungen sind die Längsschnittdaten gegenüber den Querschnittdaten immer etwa ein halbes Jahr zeitversetzt verfügbar. Aus diesem Grund bezieht sich der Indikator dauerhafte Armutsgefährdung auf den Zeitraum 2005 bis 2008, während die Querschnittsindikatoren bis einschließlich 2009 ausgewiesen werden.

> Si-P2

Materielle Deprivation und Intensität der Deprivation:

Zustimmung zu mindestens drei von neun Aussagen über die Leistbarkeit von Gütern/Bedürfnissen für den Haushalt:

  • es bestehen Zahlungsrückstände bei Miete, Betriebskosten oder Krediten
  • es ist finanziell nicht möglich, unerwartete Ausgaben zu tätigen
  • …., die Wohnung angemessen warm zu halten
  • …., jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarisch Speise zu essen
  • …., einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren
  • ein PKW ist finanziell nicht leistbar
  • eine Waschmaschine ist finanziell nicht leistbar
  • ein Farbfernsehgerät ist finanziell nicht leistbar
  • ein Telefon oder Handy ist finanziell nicht leistbar.

Der Indikator „materielle Deprivation“ gibt den Anteil der Personen an der Gesamtbevölkerung bzw. der jeweiligen Untergruppe aus, der nach dieser Definition benachteiligt ist. Der Indikator „Intensität der Deprivation“ zeigt für die materiell Deprivierten das arithmetische Mittel der Zahl der obengenannten Items, denen zugestimmt wird.

> Si-P8, Si-S4

Überbelag:

Anteil der Personen in einer überbelegten Wohnung an der Gesamtbevölkerung bzw. der jeweiligen Untergruppe. Überbelag wird über die Haushaltszusammensetzung und die Zahl der Wohnräume definiert und wird angenommen wenn der Haushalt weniger als die folgende Zahl an Räumen hat:

  • Einen Raum pro Haushalt,
  • plus einen Raum für jedes Paar,
  • plus einen Raum für jede einzelne Person (ohne Partner im Haushalt) ab 18 Jahren,
  • plus einen Raum pro zwei Jugendliche (ohne Partner im Haushalt) des selben Geschlechts zwischen 12 und 17 Jahren,
  • plus einen Raum pro Jugendlichem (ohne Partner im Haushalt) unterschiedlichen Geschlechts zwischen 12 und 17 Jahren,
  • plus einen Raum pro zwei Kinder unter 12 Jahre.

Die Zahl der benötigten Räume wird jeweils aufgerundet (z.B. für drei Kindern unter 12 Jahren sind zwei Räume notwendig). Eine Familie bestehend aus zwei Erwachsenen, zwei 13-jährigen Mädchen und einem 8-jährigen Buben benötigt etwa mindestens vier Zimmer. Sind die 13-Jährigen hingegen ein Bub und ein Mädchen, wird ein zusätzliches Zimmer, in Summe werden also mindestens fünf Zimmer benötigt, damit die Wohnung nicht als überbelegt gilt.

Wohndeprivation:

Anteil der Personen an der Gesamtbevölkerung oder der jeweiligen Untergruppe, die folgende Probleme mit ihrer Wohnung haben, pro Item:

  • Undichtes Dach, Schimmel oder Feuchtigkeit
  • Kein Bad und keine Dusche in der Wohnung
  • Kein WC in der Wohnung
  • Dunkle Räume
  • Weder Bad/Dusche noch WC in der Wohnung

Anteil der Personen an der Gesamtbevölkerung oder der jeweiligen Untergruppe, die keines (=keine Wohndeprivation), eines, zwei, drei, vier der vier erstgenannten Probleme haben. Der Anteil der Personen mit vier Wohnproblemen ist jedoch so klein, dass keine zuverlässigen Zahlen ausgewiesen werden können.