Arbeitskostenerhebung

Im Jahr 2016 betrugen in Österreichs Unternehmen (ab 10 unselbständig Beschäftigten) die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde (einschließlich Kosten für Lehrlinge und Krankenpflegeschüler und -schülerinnen) durchschnittlich 32,53 Euro. Sie waren in der Produktion mit 35,35 Euro um 14% teurer als im Dienstleistungsbereich (31,14 Euro). Die Arbeitskosten je Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin (inklusive Auszubildende) betrugen im Jahr 2016 49.080 Euro oder 4.090 Euro je Monat (Jahreszwölftel). Bezogen auf die Anzahl der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen umgerechnet in Vollzeitäquivalente (das sind Vollzeitbeschäftigte und - entsprechend ihrer Arbeitszeit in Vollzeitarbeitsplätze umgerechnete - Teilzeitbeschäftigte), lagen die durchschnittlichen Arbeitskosten bei 56.272 Euro (jährlich) bzw. 4.689 Euro (monatlich). In der Produktion kostete ein Vollzeitarbeitsplatz (60.053 Euro) um 10% mehr als im Dienstleistungssektor (54.360 Euro).

Nach Wirtschaftszweigen lässt sich eine breite Streuung der Arbeitskosten beobachten: Auf Ebene der Abschnitte der ÖNACE 2008 waren die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde (inklusive Auszubildende) im Bereich „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (54,43 Euro) mehr als dreimal so hoch wie in der „Beherbergung und Gastronomie“ (17,80 Euro). Auf Ebene der ÖNACE-Abteilungen lagen sie in der „Gewinnung von Erdöl und Erdgas“ (77,84 Euro) fast das Fünffache über jenen in der „Schifffahrt“ (15,58 Euro). Darüber hinaus fällt der eindeutige Zusammenhang zwischen Arbeitskostenniveau und Beschäftigtengröße auf: Je mehr Personen in einer Erhebungseinheit beschäftigt waren, umso höher waren auch die Arbeitskosten. In Unternehmen mit 10 bis 49 unselbständig Beschäftigten kostete die Arbeitsstunde durchschnittlich 27,02 Euro, in jenen mit 1.000 und mehr Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen 36,66 Euro. Regional gesehen lagen die Arbeitskosten in Ostösterreich im Durchschnitt um rund 7% über jenen im Westen bzw. 10% über jenen im Süden Österreichs. Der Osten ist jedoch stark heterogen: Wien lag mit 36,62 Euro je geleistete Arbeitsstunde als höchstes Bundesland 13% über dem Österreich-Durchschnitt, während im Burgenland die geleistete Arbeitsstunde um ein Viertel billiger war als in der Bundeshauptstadt (27,49 Euro).

Die Arbeitskosten (inklusive Auszubildende) setzten sich 2016 aus 73% direkten und 27% indirekten Kosten (PDF, 81KB) zusammen; je geleistete Arbeitsstunde betrugen die direkten Arbeitskosten 23,87 Euro und die indirekten Arbeitskosten 8,66 Euro. Einen überdurchschnittlich hohen Anteil direkter Arbeitskosten hatte der Bereich „Sonstige Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (76%), während die indirekten Arbeitskosten anteilsmäßig in der „Luftfahrt“ (33%) über dem Durchschnitt lagen. Gliedert man die Arbeitskosten (ohne Auszubildende) in Leistungslohn und Lohnnebenkosten (PDF, 81KB) entfiel im Bereich Telekommunikation ein hoher Anteil auf die Lohnnebenkosten (59%); hier war somit auch der sog. Lohnnebenkostensatz (Lohnnebenkosten in Prozent des Leistungslohns; insgesamt 98%) überdurchschnittlich hoch (141%). Je mehr Personen in einem Unternehmen beschäftigt waren, umso höher war der Anteil der indirekten Arbeitskosten bzw. der Lohnnebenkosten (bei 10 bis 49 Beschäftigten: 26% bzw. 47%; bei 1.000 und mehr Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen 28% bzw. 52%).

Die Aufgliederung der Struktur der Arbeitskosten insgesamt (inklusive Auszubildende) des Jahres 2016 zeigt, dass sich diese im Durchschnitt aus 73% Bruttolöhnen und -gehältern, 24% Arbeitgeber-Sozialbeiträgen, 2% Steuern, 0,4% Kosten für berufliche Aus- und Weiterbildung sowie 0,2% sonstigen Aufwendungen zusammensetzten. Zuschüsse zur Reduktion der Arbeitskostenbelastung machten 0,5% aus. Von den Bruttolöhnen und -gehältern entfielen 68% auf die laufenden Zahlungen (Leistungslohn), 18% auf die nicht mit jedem Arbeitsentgelt anfallenden Zahlungen (vor allem 13. und 14. Monatsbezug, Prämien) und 12% auf die Vergütung für die nicht gearbeiteten Tage (ohne Krankheit). Innerhalb der Sozialbeiträge der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen machten die gesetzlichen Sozialbeiträge mit 80% den Großteil aus, gefolgt von der Lohn- und Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall (10%), den gesetzlichen und kollektivvertraglichen Abfertigungen („Abfertigung alt“) und Abgangsentschädigungen (5%) sowie den tariflichen, vertraglichen und freiwilligen Aufwendungen für die Sozialversicherung (4%). Nach ÖNACE 2008-Abschnitten betrachtet, waren die Bruttolöhne und -gehälter im Bereich „Erziehung und Unterricht“ (75%), die Arbeitgeber-Sozialbeiträge (insgesamt) im „Bau“ (aufgrund der Zuschläge an die BUAK mit 28%) anteilsmäßig am höchsten. Für die berufliche Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wendeten die Bereiche „Energieversorgung“ und „Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ anteilsmäßig am meisten (jeweils 0,8%) auf, während Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen am wenigsten (0,1%) dafür ausgaben.

Die geleistete Arbeitszeit betrug 2016 im Durchschnitt 1.730 Stunden je Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin (Vollzeitbeschäftigte und Teilzeitbeschäftigte umgerechnet in Vollzeitäquivalente). Der Produzierende Bereich lag mit 1.699 geleisteten Arbeitsstunden hinter dem Dienstleistungsbereich mit 1.746 Stunden. Die bezahlte Arbeitszeit betrug durchschnittlich 2.083 Stunden je Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin in Vollzeiteinheiten. Der Anteil der Ausfallstunden an den bezahlten Arbeitsstunden lag bei 17%.

Eurostat veröffentlicht die Ergebnisse der Arbeitskostenerhebungen in den EU-Mitgliedstaaten in einer öffentlich zugänglichen Datenbank.

Die Ergebnisse der Arbeitskostenerhebung 2016 repräsentieren insgesamt rund 101.000 Arbeitsstätten (örtliche Einheiten) mit 2,64 Mio. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Es wurde eine Stichprobe von 7.430 Erhebungseinheiten (Unternehmen, Arbeitsgemeinschaften, Körperschaften öffentlichen Rechts, Betriebe und Verbände von Körperschaften öffentlichen Rechts, Vereine) im gesamten Produzierenden Bereich (Abschnitte B bis F der ÖNACE 2008) und in fast allen Teilen des Dienstleistungssektors (Abschnitte G bis N und P bis S) für diese Erhebung befragt. Unternehmen mit weniger als zehn unselbständig Beschäftigten, die „Land- und Forstwirtschaft (Abschnitt A) und der Bereich “Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung“ (Abschnitt O) waren ausgenommen. Die Arbeitskosten werden nach harmonisierten, europarechtlichen Vorgaben (Verordnungen (EG) Nr. 530/1999, Nr. 1737/2005, Nr. 698/2006) in vierjährigen Abständen erhoben. Die österreichische Erhebung ist außerdem in der Arbeitskostenstatistik-Verordnung (BGBl. II Nr. 126/2006 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 166/2017) geregelt.

Ergebnisse im Überblick: Arbeitskosten

Tabellenband "Arbeitskosten 2008 - 2017"

1.1 AKOE 2016 - Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen
1.2 AKOE 2016 - Arbeitsstunden
1.3 AKOE 2016 - Arbeitskosten
1.4 AKOE 2016 - Direkte und indirekte Arbeitskosten – Leistungslohn und Lohnnebenkosten
1.5 bis 1.7 AKOE 2016 - Struktur der Arbeitskosten
1.8 Arbeitskosten in der EU 2016
2 Jährliche Arbeitskosten 2008 - 2017

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Arbeitskosten 2008 - 2017 - Erhebung 2016 und jährliche Statistik

Erscheinungsdatum: 04/2019

 
 

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Arbeitskosten 2008-2013

Erscheinungsdatum: 4/2015

 
 

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(PDF, 2 MB)

 
 

Arbeitskosten 1996 - 2009

Erscheinungsdatum: 04/2011

 
 

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